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andern Ursachen am bequemsten schien , muste aber doch im„ahmen der Hertzogc von Sachsen hiesclbst unterschiedene Ver-richtungen auf sich nehmen, wie er dann an. i68i. bey denfriedens-handlungen zwischen Franckreich und dem Reich, alsGesandter gegenwärtig gewesen. An. 1681. muste er beyChur -Pfaltz die stelle eines Cammer - vireciorir übernehmen,doch so, daß er mehr einen Rath bedeuten, und nach erfor-derung der umstände von Franckfurt nach Heidelberg kom-men sollte, llnterdessen war an. 168;. der Türcke in Oester reich eingefallen, und da er schon vor einiger zeit dem KayserLeopold in Wien vorgeschlagen , daß man sich des Habeßini-schen Königs, als der mit dem Türcken grentzte, wider densel-ben bedienen könnte, solches aber nachgrhends vergessen wor-den , fiel es ihm itzo, da man die Türcken so nahe auf demhalse hatte, wieder ein, für sich, ohne daß ihn jemand hierzuermähnet oder geld vorgestreckt, eine reise nach Holland undEngelland zu thun, um eine richtige correspondentz nachAethivpicn auszumachen. In Eugellanb, da ihn der König andie Indianische Compagnie gewiesen, ward er von dem Prä-sidenten sehr kaltsmnig empfangen. Die Holländer aber undsonderlich der Bürgermeister Witsius recommendirten ihn ih-rer Indianischen Compagnie sehr nachdrücklich, die ihn auchin ihre Versammlung kommen ließ, und seine briefe an dieHabeßiner, nebst den fragen, so den Aethiopischen zustandantrafen, an ihren Agenten zu Cocham Übermächten,I>onbannen sie weiter nach Habeßinien gebracht worden, ©einabsehen hierunter gienq dahin, daß er durch eine vest gestell-te correspondentz mit den Europäischen Christen und diesenvölckern, selbige dadurch bewegen möchte , den Türcken,wenn sie die Christen anfielen , eine beständige diversion zumachen , worinn aber seine demühungen durchaus vergebensgewesen , da der König von Habeßinien die aus Europa ge-brachten briefe sogleich verbrennen lassen, um seiner Geistlich,keil keinen argwohn einer verdächtigen Vertraulichkeit mit denCatholischen Christen in Europa gegen sich zu erwecken. Wasübrigens Ludolfus auf seiner reise nach Holland , Engellandund Franckreich sonderliches wahrgenommen, und was er fürGelehrte überall gesprochen, ist hier anzuführen zu weitläuftig.Aus Franckreich kam er nebst dem Hertzog von Sachsen , Frie.brich Heinrich, und dessen gcfolge wieder nach Franckfurt zu-rück , und lebte daselbst von der zeit an, so viel die PfältzischenVerrichtungen zuliesscn, gantz ruhig. Der Churfürst von Sach sen gab ihm an. 1691. den titul eines Raths und Residenten,und das jähr vorher war er zuni Präsidenten des Collegii Imp.Hirtorici ernennet worden. Er starb endlich an. 1704. daer das 8«-ste jähr noch nicht völlig erreichet. Seine vornehm-ste schriften sind : Hist.stithiopica ; Lommenc. in Hist. iEthiop.;Grammatica Amharicae Lingu® ; Lexicon Amharico - Lati-num ; Lexicon iEthiopico - Latinum ; Grammatica Lingua:JEthiop.; Psalterium Davidis iEthiop. & Latine ; TheatrumHiltoricum. Er hat sich drey mal verheuratyet , aber nurvon seiner ersten srau kinder erzeuget, von denen an. 1710.nur noch ein einiger söhn, Christianus Ludolfus, am Etsena-chischen Hof Raths- Alselsor beym tribunal und geheimer Secre-tarius übrig gewesen. Juncker hat Jobi Ludolfi leben zuLeipzig an. 1710. Lateinisch heraus gegeben.
Ludolphus, ein Carthaufer - Mönch und berühmter fcri-dent zu seiner zeit, siorirle um das jähr Christi 13 30. und schriebdas leben Christi, einen tractat, welcher aus den 4. Evangeli-sten gezogen war, und in grossem werth gehalten wurde, des-gleichen Commentarios über die Psalmen , und ein buch vonden Mitteln wider die Versuchungen. Boflius , c. 2. de vir.illustr. Carth. BeUarm. Poßevinus. Voßius. Petrejus, bibl.Carth,
Eudolphuo, ein Pfarrer zu Suchen, that um das jährChristi iz;e. eine reise in das gelobte land , womit er r. jährzubrachte, und verfertigte hernach davon eine reise-beschreibung,welche er Balduino , dem Grafen von Steinfurt und Bisthosszu Paderdorn , zuschrieb. Diese seine sehnst ist zugleich nebstdes Mandcville und Marci Pauli reise-beschreibungen in dendruck gegeben worden. Voß'. üb. III. de Hilf. Latin. p. 798.PoJJlvin. in apparatu sacro. Gesiter. in bibl.
St. Eudomilla, war des Grafen zu Melnick, Slavibori,tochter und des ersten Christlichen Hertzogs in Böhmen , Borzi-vvji, gemahlin, mit welchem sie auf dem schloß Teiln in stil-ler einsamkeil lebte, nachdem derselbe seinem söhne Spithineodie regierung übergeben. Als sie daselbst 15. jähr zugebracht,und ihren gemahl durch den tod verlohren hatte, schickte desHertzogs Wratislai I. wittwe, Drahomira, an. 920. zwey meu-chelmörder ab , welche sie, unter dem schein , ihre aufwar-tung zu machen , besuchten, des nachts aber ihr schlaf - ge-mach erbrachen , und sie elendiglich hinrichteten; denn sie bun-den ihr den schlever um den hals, schleppten sie auf der erdehermn, und zerschmetterten sie endlich an einem steine. Sobald diese mördcr sich aus dem schloß Tetin einstellten, merck-te Ludomilla gleich , was sie in dem schilde führten, und be-reitete sich zu ihrem bevorstehenden tobe , indem sie das heili-ge Abendmahl zu sich nahm, und ihre bedienten bezahlte. Sieist nachgehends ihres heilig geführten lebenS wegen unter die zahlder Heiligen aufgenommen worden, und sollen die wunder nichtzu zehlen seyn, so sich bey ihrem grabe zugetragen. Balbin.
epit. p. 4 t- Hagec. Horeg. Dubrav.
Histor. Lexicon IV. Theil.
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Ludovica von Lothringen , Königin von Franckreich,war eine tochter Nicolai von Lothringen,Hertzogs von Mcrcöuruild Grafen von Vaudemvnt, von Margarelha von Egmvnt.Sie war zu Nomeiiy an. 1554, gebohren, und durch die Gräfinvon Salms mit äusserster sorgfalt erzogen. Wer sie sahe, mujtesie auch wegen ihres Verstands , weaen ihrer schönheit undwegen ihrer tugend hoch halten. König Heinrich III. zeigte,als er nach Polen gicng , einen grossen astim gegen sie, wie ersie denn nach feiner zurückkunst in Franckreich an. 1575. würck-iia; zur gemahlin nahm. Nach dessen lodc begab sie sich nachChatonceaux, so in den ihr zum braut-schatz imtgegedenm län-dereyen wg, woselbst sie den rest ihres lebens in lauter gott-seligen Übungen zubrachte. Sie starb an. i;9i. den 29. jan.A.MaÜet ien sa vie. MattbieuJtäkAt Henri IV . Aci!a y hist. desguerres civiles en France. De Coße , elog. des Dames illustres.
Ludovica Francisca von Guzman, Königin von Por-tngall. Ihr vacter war Johann Emanuel Perez, Lertzog vonMedina Sidonia , und ihre mutter des Hertzogs von'Lerma undMarggrafen von Denia , Johannis FranciscsGomez, tochter.An. i6;;. vermählte sie sich mit Johanne, Hertzoge vonBra-ganza. Als dieser ihr gemahl von den Portugiesen zu ihremKönige verlangt ward, und theils aus furcht vor den Spaniern,theils aber aus liebe zu einem ruhigen leben, sich nicht entschliestsen wollte, die angebotene Crone anzunehmen, half sie nichtnur ihn endlich darzu überreden, sondern auch durch ihre klu-ge anschlüge und aufführung ihn auf dem thron bevestigcn. Alsderselbe den 6. nov. an. i6;6. nach einer 16. jährigen regierungmit tobe abgieng, verwaltete sie mit ungemeinem verstände undmit sonderbarem glück, in währender Minderjährigkeit ihressohns, des jungen Königs Alphonsi VI. das gantze Reich. Al-lein die auferziehung dieses ihres sohns gerieth sehr übel , undwiewol dessen schlimmes naturell sie bey vielen entschuldigte,so fanden sich dennoch unterschiedene, welche ihr beymessenwollten, daß sie aus begierde, sich bey dem regiment destolänger zu erhalten, ihn in vielen stücken mit gutem bedachtverwahrloset. An. 1662. ließ sie einen, nahmens Antonio Con-ti, welcher des Königs liebster favorit, aber auch zugleich seinschlimmster Verführer war, mit gemalt von ihm hinweg br,n.gen. Hierüber erbitterte sich Alphonsus dergestalt, daß er balddarauf der bisherigen vormundschafft sich mit gemalt entzog,und die Königin nöthigte, dieselbe den 2;. junii öffentlichniederzulegen. Sie blieb nichts desto weniger noch bey Hofe,und es fehlte nicht an intriguen, wodurch man vermeynte,ihr die vorige authvrität wieder in die Hände zu spielen. AlleinPas nächst-folgenbe jähr muste sie sich entschliessen , m ein klo«ster zu gehen, welches den sonnabend vor der Oster-ivoche gescha-he. In währender dieser lebens-art erwies sich der König sehrkallsinnig und unfreundlich gegen sie, bis sie endlich an. 16S6.vor gram starb. Sie verstund unterschiedene sprachen, war voneinein recht männlichen muth, und besaß so viel andere guteeigenschafften, daß man sie eines nicht geringern ruhms wür-dig schätzte, als die Castilianische Königin Isabella . Sie hat;. söhne und eine tochter gebohren : l.)Tdeodosium an.»6;;.gestorben an. 16z;. 2.) den ostgedachten Alphonsum VI.Petrum , welcher nach Alphonso König worden , und 4.) Ca»tharinam, welche sich mit Carolo II. Könige von Engelland,
vermählt. Mtmoires d’Ablancourt. An account of tbe Cour: ofPortugal . Hiß. de la Canjuration de Portugal . Birago , histori»della disunione del Regno di Portugallo. Nani , hist. Venet.lib. XL
Ludovica von Gavoyen , Hertzogin von Angouleme ,war eine tochter Philippi, Grafen von Bresse , (der hernachHertzog von Savoyen ward) und Margarethä von Bourbon.Sie ward zu Pont d'Jn an. 1477. gebohren, und an. 1488. anCarl, Grafen von Angouleme, der an. 1496. starb, verheura«thet. Die kinder, so sie von ihm hatte, waren der König Fran-ciscus I. und Margaretha von Valois , welche zu erst Carl»,Hertzog von Alengvn, und hernach Heinrichen von Albret, Kö-nig von Navarra , zum gemahl gehabt. Als Franciscus l. Kö-nig worden war, und den zug ins Mayländifche vornahm, hin.terließ er sie als Regentin in Franckreich, daher sie gemeiniglichMadame la Regente genennet wird, wie sie denn in dieser würdeauch ben dem andern Italiänischen zuge des Königs bis auf sei-ne befreyung gestanden. Sie war cme arglistige, eigennützige,wollüstige, heftige und raachgierige Dame, daher öfters dieangelegenheiten des Reichs ihrer begierden halber leiden mü-ssen , welches um so viel eher geschahe, weil sie bey dem Königeviel zusagen hatte. Sie erwies dieses, als sie an. 1522. dieFranzösijche armee im Mayländischen dem Lautrec zum Ver-druß noth leiden ließ, weil er von ihren galanterien, die sieschon bey ziemlichem alter noch forttreiben wollte, nicht zumbesten geredt, und den Connetabel von Bourbon aus raachqier,daß er sie nicht hcurakhen wollen, mit kränckunq an seinen ehrenund vorzügen,ingleichen einem verderblichen proccß wegen seinerHerrschaffren, so lange verfolgte, bis er zum Kayser übergieng.Viel ärger war ihre that gegen dem Schatzmeister Beaune vonSemblancai, dem sie die dem Lautrec für den Italiänischenkrieg bestimmte zoo. tausend dncatcn recht mit gewalt abgepreßt,und doch , als dieser hernach auf erfolgte klagen des von Lau-trec sich auf sie beruffen wollen, die sacke geläugnet > ihm sagar durch seinen bedienten Gentil, der sich in eine ihrer FräuleinV b b b 2, ver-
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