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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Röntge und Fürsten von Jerusalem , Napoltund Sicilien:

Ludovicus l. Hertzog von Anjou, war ein,söhn des Kö-nigs von Franckreich, Iohannis II. lind Bonn , einer roch-ier des Königs Iohannis in Böhmen , die ihn an. 1339.den 2;. jul. gebohren; und des Königs Caroli V. drudrr,nach dessen tode, an. 138°. er bey währender minderiährigkeitdes Königs Caroli VI. seines vettern die regicrung über sichnahm; aber durch übermäßige beschwerungen sich bey dem volcksehr verhaßt machte, vhngeachtet er sich in den Englischen krie-gen durch seine lapferkeit grossen rühm erworben halle. Ineben dem jähr 138--. kurtz vor dem tode seines bruders Caroli V.nahm ihn die Königm in Sicilien und Neapel , Johanna I. aufrecvmmendatlvn des Papsts Clcmentis VII. welcher dadurchgrossen Vortheil wider den Gegen-Papst Urbanum VI. zu erhal-ten hofite, zu ihrein erben an, weil er aber durch den kodseines bruders verhindert wurde, alwdald nach Neapel zu ge-hen , so eroberte inzwischen sein gcgner, Carolus von Durazzo,dem der König Ludwig in Ungarn , aus haß gegen Iohannam,sein recht auf Neapel , so unstreitig war, adgelrelm , ( sieheJohanna I. Königin in Neapel , und Carolus > 11 . König inNeapel .) das gantze Reich , bekam Iohannam selbst gefangen,und ließ sie umbringen. Ludovicus, ehe er noch ihren tobvernommen, nennte sich bereits König, und verlangte vonder Grafschasst Provence , die damals zu Neapel gehörte, dieHuldigung , so ihm aber von den Unterthanen abgeschlagen wur-de. Er ließ hierauf den Königlichen tikul wieder fahren , undnahm solchen erst an, als er an. 1382. mit einer armee von60000. mann, die er durch das in Franckreich gesammelte,und von dem Papst Elemente VII. vorgeschossene geld unter-hielte , nach Italien kam , und daselbst den tod der Johanuävernahm. Der Graf von Savoyen , dem er Piemont, sosonst auch zu Neapel gehört, geschenckt , leistete ihn, gesell-schafft. Er bekam erstlich einige platze, die es wider seinengcgner htettcn, ein ; weil aber dieser alle gelegenheit zu schla-gen vermeidete, und solcher gestalt Ludovicum länger als einjähr aushielt, litte die armee an Proviant Mangel , indemalles von Ludovico zusammen gescharrte geld dergestalt daraufgieng, daß er auch die crone, so er sich zum voraus hattemachen lassen , verkauffen muste, und ihm nichts als ein sil-berner trmck-becher übrig blieb; und endlich rissen auch diekranckherten wegen der allzugrossen Hitze ein, die ihn zuletzt selbstergriffen , wie er dann ohne weitere Verrichtung den 20. sept.aii. 1384. starb, und dadurch seinem geqner die Crone ruhig ließ.Von seiner gcmahlm Maria, des Hertzogs Caroli von Breta­ gne tochter, hatte er gczeuget Ludovicum und Carolum, davonder erste, von dem verfolgende artickul handelt, den titul ei,nes Königs von Neapolis , der andere aber eines Printzen vonTarento angenommen. Summont. & CoLenut. Kitt. Neapol.Mezeray , Kilt. de France tom. II. p. 318. Daniel, Kilt. deFrance tom. 11 . col. 771. seq. Ruffi, des Comt. de Prov. La-boureur , introd. ad Kitt. Carol. VI.

Ludovicus II. gebohren den 7. oct. an. 1377. ssiccedirte fei.nein vattcr Ludovico I. noch sehr jung, unter der vormund-schafft seiner mutier Maria, einer sehr klugen Fürstm, wel-che gleich nach dem tode ihres gcmahls diesen ihren soyn vondem Papst Elemente VII. an. 1385. zu Avignon zum König vonNapoli erkennen, und ihm die investitur desselben reichen ließ,worauf bald alle städte in Provence theils durch güke, theilsdurch gemalt, sich ihm unterwarfen. In Neapel aber warder nicht ehe als an. 1386. nach dem tode Caroli von Duraz-zo , angenommen , da das gantze Reich bis auf die stadtCaicta des Caroli söhn Ladiölaum verließ. Als aber an.1390. der Papst Bonisacius IX. Ladislav die investitur reich-te , und ihm mit geld beystunde, nahm dessen parlcy zu , undobgleich Ludovicus mit einer mannschafft nach Neave, kam,muste er doch, nachdem Ladislaus Neapel und andere städteerobert, wieder vergeblich nach Franckreich zurück ge»en, unddas Reich seinem qegner überlassen. Er machte aber an. 1409.ein bündnis mit den Pisanern und Florentinern, desgleichenmit dem Papst Alexandra V. der auf dem Concilio z» Pisa zumPapst erwehlt worden, und ihm die investitur von Neapel be-stätigte ; und nahm hernach einen zug wider Ladiclaum vor,trieb ihn aus Rom , und gewann an. 1411. eine schlachkbey Roccasecca, welche von solcher Wichtigkeit war, daßLadislaus sagte : wenn Ludovicus ihn denselben tag verfol-get hätte, wurde er ihn nebst dem Reich in seine gemalt be-kommen haben; wenn er ihn noch des folgenden tages ver-folget , würde er das Reich erobert haben; da er aber bis anden dritten tag gewartet, hätte er weder das Reich noch ihnbekommen. Und so geschahe es auch. Denn weil Ludovicussein glück nicht gleich verfolgte, setzte sich Ladislaus indessenwieder vest, und zwang ihn , wieder unverrichter fache nachFranckreich zu gehen, von welcher zeit an er nicht wieder nachNeapel gekommen. Sonst führte er auch mit dem Hertzogevon Savoyen wegen der Grafschafften Vinkimiglia und Nizza kriege. Er war em aufrichtiger und milder Fürst , und voneinem so zarten gewissen , daß er gegen das ende seines lebensalle, die er etwa» beleidiget haben möchte, um Verzeihungbat. Er starb zu Angers den 29. apr. 1417. An. 1400. hat-te er sich vermählt mit Jolanttza , Iohannis I. von Ara-gonien tochter, und crbin desselbigm Königreichs nach ihres

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vatters Martini tode, mit welcher er zeugte Ludovicum III. sei-nen Nachfolger, Renatum den frommen , Caroluin, Gra-fen von Marne , Mariam, des Königs Caroli VII. in Franck,reich, und Iolantham , deö Hertzogs von Bretagne gemah,lin. (r'ollenutio &. Summoneta , Kilt. Neap. Nojlraaam. & Boucbe,Kitt. de Prov. Daniel , Kitt. de France tom. II. col. 777.seq. 798; 89;.

Ludovicus III. gebohren an. 1403. den 24. sept. succedirtejetztgedachtcm seinem vatter, und ließ sich durch des PapstsMartini V. wie auch Sforziä verheissung in Italien ziehen,Iohannam II. Königin von Napoli , eine sehr geile und gott-lose Printzeßin, von dem throne zu stürtzen. Allein Alphonsus,König in Aragonien und Sicilien, nahm Iohannam in sei-nen schütz , weil sie ihn an sohnes statt angenommen hatte,und Sforzia verglich sich mit ihm in der güke, daß also Ludo,vicus, ohne etwas auszurichten , wiederum zurücke gehen mu-ste. Doch eine zeitlang hernach widerrief sie die mit Alvhon«so eingegangene lractaten , und adoptirte Ludovicum, ließ sol-chen alsofort in Italien kommen , verschaffte, baß ihre Unter-thanen selbigen vor ihren Cron-erden erkennen musten , undgab ihm das Hertzogthum Calabria. An. 1423. eroberte Al-phonsus auf feiner rückreise in Aragonien Marseille , Lndo-vicus aber und Johanna trieben die Spanier aus Napoli , undan. 1429. gewann der König die schlacht bey Aqnila ; weil eraber ein sehr schwacher und kräncklicher Herr war, starb er sehrfrühzeitig zu Cosenza den 4. nov. an. 1434. seinen bruder Re,natum zum Nachfolger hinterlassend , weil er von Margaretha,des Hertzogs Amadei VIII. in Savoyen tochter, keine kindergehabt. Collenutio , Kitt. Neapol. RaJJi & Noßradamus ,Kilt. Prov. Mezeray , Kilt. de France. Facio , lib. III. de re-bus gelt. Alphons.

Ludovicus, ein König von einem theile Siciliens, warPetri söhn aus dem Hause der Fürsten von Aragonien , so vonPctrv III. herstammle, welcher sich mit Constantia, Manfredides Kaysers Friderici natürlichen sohns tochter, vermählte, umwelcher Heurath willen seine nachkommen auf dieses Königreichpratensivn machten. Gedachter Ludovicus succedirte seinemvatter an. 1342. und weil er dazumal nur ;. jähr all war,nahm sein vatter unterdessen die reqierung über sich.. Erstarb an. 135z. worauf sein bruder Fridericus der einfältigejhm succedirte. Span. Rzov. in annal . Fazell.Surita.Villani. &c.

Ludovicus von Durazzo, Graf von Gravina und Morona,Iohannis von Anjou oder Sicilien anderer söhn, welcher Ca-rvlt II. des lahmen, Königs in Sicilien , 8ter söhn war, vonCarolo von Franckreich, Grafen von Aniou, des heiligen Lndo-vici bruder, herstammend. Er succedirte seinem bruder Caro-lo, Hertzoge von Durazzo und Gouverneur des Königreichs Na-poli , welches eben derselbige ist, welchen Ludovicus, König inUngarn , an. 1347. hinrichten ließ, weil er vermeynte, daß erseine» bruder Andream hätte erwürgen lassen. Nicht viel un-gleicher gieng es auch diesem Ludovico , sintemal ihm an.1362. zu Napoli , auf der Königin Johanna I. anstiften mitgift vergeben wurde. Er zeugte mit seiner gemahlin Marga-rethe! , Roberti von St. Severino, Grafen von Cariglianotochter, Carolum, welcher der Friede- oder kleine Röntg vonNavoli deygenannt wurde. ViUani. Fazell. &c.

Ludovicus, von Tarento , Philippi söhn, und Caroli deslahmen enckel, vermählte sich an. 1346. mir Johanna, Kö-nigin von Napoli und Gräfin von Provence , Caroli seinesleiblichen liefen tochter. Man beschuldigte ihn, daß er an desKönigs Andrcä tode mit schuld gehabt habe. Er gieng mit derKönigin nach Provence,als Luvovicus, König in Ungarn,seines bruders tod zu rächen kam. An. 1332. wurde diese fache inder güte beygelegt. Ludovicus starb den 6. may an. 1362.Man sagt, daß er den Ritter-orden del Nodo oder des Kno-tens gestiftet habe. Er hatte 2. töchter, welche gantz jung star-ben. ColJenut. bist. di Napoli. ßojhadam. & Bombe , hist.

de Pr$v. (siehe Rnoten-Ritter.)

Ludovicus , Bischoff von Toulouse , war Caroli II. Kö-nigs von Ierusaleni und Sicilien anderer söhn. Ob er gleichansehnliche länder hätte erden können , so gefiel ihm dennochdas klvster-leden weit besser, als die nnruhe, welche mit derweltlichen regierung pflegt verknüpft zu seyn. An. 1288. mu-ste er nebst seinem bruder für seinen vatter, welcher von Ja-cobs , dem Könige in Aragonien , war gefangen worden, ei-nen geissel abgeben. Nach seiner zurückkunft nahm er denFranciscanerchadit an, worauf ihn Bonisacius VIII. zum Bi-fthoff von Toulouse machte , und des geringen alters halbendisvensirte. Weil er aber befand , daß ihn sein Bischoff-amtan dem einsamen und stillen leben sehr verhinderte , entschloßer sich nach Rom zu gehen, und es daselbst freywiüig zu re-signiren; allem, da er auf der reise dahin begriffen war, starber zu Brignoles de» -9. aug. an. 1297. im 23. jähre seines al.ters. Der Papst Johannes XXII. canonisirte ihn den 23. apr.an. >317. Frant. Gomaga & Sedulius , in iplius Vita. Rudolpb,lib. I. hist. Seraph. Surtus , in vit. S. S. Catel. hist. de Toul.lib. V. Summoneta , hist. Neap. Sammarth. Galt: Christ. Frizon.Gall. purp. Koucbe, hist. de Prov. IVading. in annal . Min. &c.

Churfürst und Ertz-Difchoff zu Mayntz:Ludovicus, Ertz-Bischoff zu Mayntz und Magdeburg ,Bischoff zu Halberstadt und Bamberg , war Friedrich^des