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misthafftm ui Sachsen söhn. Er war sehr unglücklich, in*dem . ,8l In Calbe , als er bey der fast.nachts-lust sichdurch tantzen divertirte, bey einbrechendem gemache und einfal-lender treppe den hals brach. Spener. sylloge hist. geneal. p.223.
Churfürsten und Heryoge aus der Pfaltzund Bayern :
ludovicus, Hertzog in Bayern , und aus seinem ge-schämt erster Psaltzgraf am Rhein , war ein söhn Ottonls V.des arössern , Grafen von Wittelfpach. Bey dem KayserFriderico II. stund er in gar grossen gnaden, und war auch desKayserlichen Printzen Henrici Oberst - Hofmeister und Vor-mund , welche hohe stelle ihm an. 1225. aufgetragen worden.Don dem Bischoff Conrad zu Regenfpurg erkaufte er dieschlösser Frontenhausen , Köniqswerder, Teisbach und anderemehr, gleichwie auch das Haus Bayern , mit der Graf,«hasstCham, nach ausgang selbiger Grafen , zu seiner zeit vermehrtward. An. 1227. starb Henricus Pfaltzgraf am Rhein . Weilnun Ludovicus allbereit an. 1215. mit der Pfaltz war beleh-net worden , und über dieses dessen söhn Otto der gütige unddurchlauchtige des besagten Henrici tochler, Agnes, zurgemahlin hatte, so wurde ihm durch Vorschub des Kaysers dieerledigte Pfaltz verliehen. Damit er auch das HertzogthumBayern, welches von seinen einwohnern sehr entblosset war,wiederum in guten stand fetzen möchte, führte er neue colo-nien dahin, und erbauece Straubingen. Bey dem KayserPhilippo war er Statthalter in Crain und Istrien. Er führteauch in dem gelobten lande und in Egypten wider die ungläu-bigen kriegewiewol mit schlechtem glück, welches ihm auchnachgehends nicht viel besser gewolt, da er bey dem Kayserin Ungnade gefallen, und endlich gar an. 12,1. zu Kehlheim von einem narren, welchen er aus schertz beleidiget, mit einemMesser tödtlich durchstossen worden, von seiner gemahlin Ludo-milla, des Hertzogs Primislai in Böhmen tochter, Ottonemhinterlassend. Presbyter! chron. apud Schilter. in collect. rer.German . Aventin. annal. Bojor. Brunner. & Adlzreiter. an-nal. Bojor. Freber. in orig. Palat. Spener. sylloge.
Ludovicus der strenge, Pfaltzgraf bey Rhein und Her-tzog tU Bckyern, war ein söhn Oltonis des durchlauchtigen,welchen ihm seine gemahlin Agnes,Hertzog Heinrichs vonSach-sen und Pfaltzgrafens bey Rhein tochter, an. 1229. gebohrenhatte. Nach dem tobe feines vatters an. 12;;. führte er nachder vätterlichen Veränderung die regierung mit seinem bruderHeinrich zugleich, behielt auch die Chur mit jenem gemein,wie sie denn beyde Richarden von Engelland zum Kayser er-wehlten. AIs ste aber an. 127;. bey der wähl Kaysers Rudol-phi von Habsburg alle beyde wieder wehlen wollten , setztesich König Otlocarus von Böhmen dagegen, und gab vor, daßHeinrich wegen Bayern nicht erscheinen könne, da sein bruderLudewig schon als Pfaltzgraf bey Rhein die wähl - stimmeführte, angesehen sonsten das Cbur-Lollegium 8. stimmen be-kommen würde. Allein Ludewig gab zur antwort, daß er nichtals Pfaltzgraf, sondern als Hertzog von Bayern bey der wählerschienen , welche würde sein bruder und er gemeinschaffrlichbesässen. Und ob er wol mit seinem bruder schon an. 12*15.dergestalt gethcilet, daß derselbe Nieder-Bayern , er aber diePfaltz samt Ober-Bayern bekommen; so sey ihnen doch bey-den die dem Hertzogthum Bayern anklebende Chur -würde ge-mein verblieben, und könne seinem bruder die stimme so we-nig als ihm abgesprochen werden , obwol beyde unter derzahl der 7. Churfürsten nur vor einen mann stünden. DieseVorstellung würckte bey den gegenwärtigen Churfürsten so viel,daß Ludewig und Heinrich in dem besitz ihrer wahl-stimmen ver-blieben , und so gar Ludewigen von den übrigen Churfürstendie macht gegeben wurde, im nahmen ihrer aller vor diesesmal einen Kayser zu erwehlen, welcher daher Rudolphum vonHabsburg darzu ernennte. Indessen hatte der streit mit demKönig in Böhmen Heinrichen auf die gedancken gebracht, obes nicht möglich sey die unter Ollone IV. zusammen gesclunol-tzenen Pfältzischen und Bayerischen Chur -würden wiederum inzwey zu theilen, und das bey selbiger gelegenheit an Böh men üdergangene Bayerische Ertz-Schencken - amt zurück be-kommen. Allein der Handel war im zuschnitt schon versehen ,und Ludewig hatte sich bey der wähl Kayser Rudolphs nurblos auf das Bayerische Chur -recht berussen, ohne des Pfäl- .tzischen mit einem wort zu gedencken. Daher Kayser Rudol-phus , vor welchen die fache an. 1275. auf dem Reichs - tagezu Augspurg gebracht wurde, die fache dahin entschied, daßes bey dem , was ehemals hierinnen beobachtet worden, ver-bleiben , und beyde brüder wegen der Bayerischen Chur zwarvotiren, jedoch nur vor einen mann gerechnet werden sollte».Sonst seyn noch unterschiedene merckwurdige dinge von diesemLudovico zu melden. An. 1256. ließ er seine erste gemahlinMariam, Hertzog Heinrichs des großmüthigen von Bra-bant tochter, aus falschem argwohn, daß sie mit einem Rau-grafen ehebruch triebe, nebst ihren bedienten hinrichten , wo-durch er den nahmen des strengen bekam. Den argwohndarzu gab ihm ein böte, welchem seine gemahlin, so erbey seiner reise nach der Pfaltz zu Donauwerth gelassen, zweybriefe, den einen an ihren gemahl < den andern an einen Rau-grafen zu überbringen gegeben, der aber den letztcrn Lnde-wigen aus versehen überliefert hatte, in welchem die gemah-lin gegen den Raugrafen einige verliebte Worte mochte ha.
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ben fallen lassen. Doch soll ihn diese that dergestalt am-thaben, daß er in einer nacht vor gram grau worden, darrdoch nur 27. jähr alt war. So nahm auch der Papst sMsehr übel, und muste Ludewig selbige durch die erbauunaiwreichen klosters Fürstenfeld büssen. Hierauf devestigie er denGeiersperg bey Regenfpurg, welches den bürgern so älieh schiene, daß sie ihm ein stück geid gaben , den vcsiims-bau wieder niederreissen zu lassen. An. 1268. kaufte ata,jungen Conradino aus Schwaben, welcher wegen seiner %liänischen kriege mit Carolo von Änjou gelb vonnöthen hLte, die städle Donauwerth , Lauingen , Höchstädt , Schi-gau , Amdergau, Schwabeck und andere ab , nachdem sil-dige schon vorhero von Conradini vatter an Bayern rech!worden waren. Hierzu bekam er nach dem tobe gonrattm',welcher ihm ein theil seiner Schwäbischen lande in seinem lis-ten willen vermacht hatte, die städtc Neuburg , Neumarck,Amberg , Auerbach, nebst vielen andern, worzu ihm sein schrnii-ger-vatter , der Kayser Rudolph, allen Vorschub that. Lochkonnte er sich mit dessen söhn , Alberto von Oesterreich, mchallzuwohl vertragen , welcher nach dem tode Hertzog Heinrichvon Bayern, des hinterlassenen jungen Otlonis Vormund seyn,und dessen erbtheil unter solchem verwand an sich zu bringn,suchte, worwider sich Ludewig als nächster anverwandler mitaller gewalt setzte. Dieser streit gab Ursache, daß Ludachund Otto nach dem tode Kayser Rudolphs ihre wählst,mmtAdolpho von Nassau gaben, welcher Ludwigen aber schlecht be-lohnt. Dann als er einsmals vor einen Pfältzischen zoll aufdem Rhein vorbey fuhr, und die Pfältzer wegen der centmrung des zolls, ohnwlssend , daß es der Kayser wäre, oufdks-sen schiff mit pfeilen schössen ; ließ sich der Kayser durch denErtz-Btschoff von Mayntz, welcher ein äuge auf die nahe ze-legene Pfaltz hatte, überreden , daß solches von Ludcrnizinangestellt sey, und erklärte denselben in die acht, woraus duPfaltz den benachbarten Churfürsten preis gegeben wurde. Lchenlschuldigte sich Ludewig auf das beste, und kam wieder indes Kaysers gnade, worauf er an. 1294. verstarb. Seme an-dere gemahlin war Anna, Hertzogs Conradini von ElMtochter, nach deren tvd er an. 127z. Kaysers Rudolphi mHabsburg Printzeßin Mechtilden heurathete, mit weicher ctRudolphen und Ludewigen gezeuget, deren jener ein stamm-oai-ter der heutigen Pfaltzgrafen, dieser aber dem Hereoge mBayern geworden. Er hatte zwar noch einen älter» seyn Lndi-wigen, welchen ihm seine gemahlin Anna gebohren; es ivmtkaber derselbe an. 1290. in seinen besten jähren auf dem lnr-nier zu Nürnberg unglücklicher weise durch den wider ihnrennenden GrafKrafften von Hohenlohe durchstochen, so das «rnach einigen tagen an der wunde starb. Brunner. annal. Boj.P. III. üb. V. Adlzr. P. I. üb. XXV. & XXVI. AümRatisb. chron. Bav. p. 30. Aventinus, annal. Scriptorti rtr.Palat. *
Ludovicus der bärtigte, wegen feines in dem gelebienlande zugelegten, und hernach behaltenen barts also genennki,war ein söhn des Kaysers Ruperti, welcher ihn zum ReWVicario an. 1401. gemacht. In der brüderlichen theiluug a-hielt er die Chur nebst dem vierten theile des übrigen lanirf.Hierauf bekam er mit dem Ertz - Bischoff zu Mayntz unbMarggrafen zu Baden zu thun; und weil er sich durch f«,ne Verrichtungen bey dem Reich in grosses ansehen gcsctzci 1so wurde er auf dem Concilio zu Costnitz zum Präsidenten m-ordnet, da er dann nicht allein das wider Iohannem Husten nnbHieronymum von Prag gesprochene harte urtheil den schämrichtern zu exequiren befahl, sondern auch den Papst Joban-uem XXIII. absetzen half, und denselben noch darzu sowolrnHeidelberg als Manheim in enge Verwahrung nahm. D«rKayser Sigismundus hatte sich zum öfter» beklaget , daß kci,ner von den Churfürsten die Lateinische spräche verstünde ,w«s-wegen er erst im alter selbige zu lernen anfienq. Endlichlohr er sem gcsichte, und starb an. 1436. Er haltt zwey g«>mahlinnen, Blaucam, des Königs Henrici IV. jn EngM"nund Mechtilden, Amadei von Savoycn tochter. Die erste«-bahr ihm Rupertum, welcher von ihr der Engcllandcr g«>nennet worden, und an. 1426. gestorben ; die andere oWmachte ihn zum vatter Ludovici des sanftmüthitten,derici des sieghaftsten, und Ruperti, Ertz-Bischoffs vndM.fürsten zu Cöln . Trithem. in chron. & reb. gest. Fndnic.Palar. Paraus. Spener. syllog.
Ludovicus der friedfertige, Churfürst, war ein sth»Philippi des aufrichtigen, welchen seine gemahlin MaM»tha, Hertzog Ludwigs in Bayern tochter , an. 1478-jul. gebohren. In seinen jungen tahren wurde er nach ^rana-reich geschickt, und nach seiner zurückkunft folgte er dem v«>ter in der Chur -würde. Gleichwie er aber ein friedllcbcno»gemüthe hatte, also widersetzte er sich an. i;ri. au, ocmReichs-tage zu Worms dem vorhaben derjenigen mit grousem eifer, welche Lutherum wider gkgebenes geleit anzllya«.ten vorhatten. Ja er brachte es auch bey dem Kayser tzaro-lo V. an. 1532. dahin, daß niemand wegen der rcliqion Mkverfolget werden, ehe man ein Loncilium angestellet, unsdieses verstattete er den Lutherischen »n acht stäbten der Loa-Pfaltz die freye reltgions-übung, ohngeachtet er sich noch lei-sten zu der Catholischen lehre bekennte. Wie we»ig,er auchvergtessung von blut beliebung getragen, kan zur gnuge
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