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17,4. der vierte und letzte tomus zu Leivzig heraus gekommen,
voll 11 i» fol. -2.) Sylloge Negotiorum publicorum & Sup-plementum, Franckf. und Leipzig 1694. und 1701. voll. II.m 4 13.) Teutsche Reichs-Cantzley, partes VII. Leipz. 1.7*4·
in 4.' 14.) Bibliotheca curiosa Deductionum, lb. 1717. M 8.ic,)'Orationes Procerum Europae eorundemque Miniltrorumac Legatorum , ut & Virorum celeberriraorum , Leipz. i7lZ·voll. 111. in 8. 16.) Ritterre Procerum Europ-e , ab an. 1992. ,usque ad 1712. Lat. lingua cxaratse, partes 111. Leipzig 1712.in 8. 17.) Neu.eröfnctcs Europäisches Staats - Titular-buch,Leipzig 1709. , t ^
Luetenderft, Luttenberg, eine feine stadt inNieder-Steyer»marck, am siusse Mur gegen die Ungarischen grentzen, hat gu-ten wcin-wachs. ^ ,
Eütgeren,Lcugtteren, ist eine Commenthurey Johanntter-ordens, auf einer Innig erhabenen ebene in der EydgenoßischenGrafschaffc Baden gegen Klingnau über gelegen, worzu der or-den die guther an. 12,9. von denen von Tcuffenstein erkauft.Vrsiis. üb. I. p. 94.
Lütkemann, (Joachimus) wurde zu Demmin in Pom,mern an. iüc>8. gebohren, an. 16,9. in Rostock zu dem Archi-diaconat bey St. Jacob, und an. 164,. zur ProPestlon der na-türlichen wissenschafften befördert. An. 1649. wurde er anden Braunschweig - Lüneburgischen Hof bcruffen, daselbst diewürde eines Predigers und General-Superintendentens anzu-nehmen , worauf er an. 165,. Abt zu Riddagshausen wor-den , und 2. jähr hernach zu Wolffenbüttel gestorben., Seinefchristen sind: de vero Homine; Vorschmack der GöttlichenGüte; Harsse von 10. Saiten; ?. Predigten, den Regier-Pre-diger-und Haus - Stand betreffend; Apostolische Aufmunte-rung , oder Epistel-Postille ; Regenten-Predigten. Freherus ,in theatro.
Eütkenburg, eine kleine stadt in der Holsteinischen land-schaffc Wägern, ohnweit der Ost-see gelegen, hat ehemals denRantzowen gehöret, und ist an den König in Dänemarckverkauft worden. Danckwerths beschr. von Schleßw. undHolst. P. 111. c. 6. p. 209.
* Lütkens, (Franc. Julius) ein Lutherischer Theologe,war zu Bestien, einem dorf im Lauenburgischen, wo sein vot-ier ein müllcr war, im jähr j6,o. den 24. oct. gebohren.Nachdem er dem studiren mit ernst obgelegen, berufte manihn an. 1676. jumRector zu Alt - Brandenburg , an. rüg',zum viacono zu St. Catharina in Magdeburg , an. 168;.zum Pastors primario und Probst zu Stargard in Pom-mern , an. iü88. zum Probst und Kirchen-Rath zu Cöln ander Spree , und an. 1704. zum Hof -Prediger und ProiestorTbenlogi-e zu Coppenhagen, wo er an. 1712.de» 12. aug.das zeitliche gesegnete.
§üttig, die stadt, auf Franzöffsch Riege, aufNiederländischLuyk, und auf Lateinisch Reodlum, oder auch Regia genannt.Man meynet, sie habe ihren Ursprung erst von der zeit St. Lamberti , der zu ende des Vll. feculi gelebt, und bey best»tzüng des Bißthums Tongern gleichsam der TongrischenBUÄöffe derselbigen leiten zu Mastricht gewöhnet. Dannvon diesem ist gewiß, baß er allhier eine ansehnliche kirchegedauct, und nachmals selbst darin» begraben worden;von welcher zeit an erst Meldung von einer stadt Lüttig zugeschehen anfängt. Der nähme soll von einem kleinem siusse,auf Lateinisch Regia , welcher bey dem dorfe Ansy entspringt,und nahe bey Lüttig in die Maas fällt, entstanden seyn, odernach anderer meynung daher, daß eine Römische legion inselbiger gegend völlig erlegt worden; oder endlich, wie Lipsiusvermeynet, von dem alten Teutschen worte Reodes, Icutheund duyk, dämm, daß es einen dämm der leuthe oder desvolcks sollte angedeutet haben. Und wird diese letztere mey-nung durch die uralte schreid-art gar mercklich destarcket, dadie stadt in allen alten fchristen und scribente», von ;oo. jäh-ren her nie änderst als Reodicum zu Latein ist genennet wor-den , eben wie von den Niederländern Lüttig, welche beydeaussprachen des Lipsii meynung eben so sehr bestärcken, alssie den zwey vorhergehenden zuwider seynd. Es liegt diesestadt zwischen Mastricht und Namur , in einer unvergleichlichangenehmen gegend, zwischen fruchtbaren thälern, Hügeln undbergen , an der Maas , welcher siuß durch seinen krummenlauf sie an der einen feite auf eine gedoppelte art umgiebt,und zugleich unterschiedene kleine insuln daselbst formtrt. Esfällt auch der siuß Ourt, nachdem sich derselbe mit der Wezevereinigt, bey dieser stadt in die Maas , welches verursacht,daß in sehr vielen gassen kleine dache und mit frischem waffser angefüllte canäle, auch bey manchen Häusern rechte reiche,sich befinden. Über die Maas gehet daselbst eine sehr schönebrücke, le Pont neuf genannt, und die übrige kleine brückensind gleichfalls sehr zierlich. Der umkreis dieser stadt erstrecktsich auf eine starcke Teutsche meile. Der doden, worauf mansie gebaut, ist sehr ungleich, und hält unterschiedene höhenm sich, von welchen einige mit weinstöcken bepsiansiet sind.Au„er der Dom - kirche zu St. Lamdert, welche vortreflichschon, und mit einem sehr grossen schätz versehen ist, findet mandaselbst 7. Collegiat-kirchen, worunter die zu St. Johannis vor-nemlich zu mercken, hiernächst zr. Pfarr-kirchen und über 60.andere. Ferner sind allda 4. Abtcyen vor mannS-und ?. vorweibö-perjvnen, nebst einer grossen anzahl von klöstern,
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welche insgesamt sehr wohl stehen, daher auch einige dies«,ort das Paradies der Pfaffen genennet. Fast alle Häuser imsvon gehauenen steinen aufgeführt, und sehr viel derselben red»schön. Insonderheit kau der Bischöffliche vallast, wiewol kr,selbige nicht völlig ausgebauet, vor sehr prächtig paßneu Stostadt an sich seldsten ist nicht vest; sie hat aber eine gute d,tadelte, und das Carthäuscr-kloster war vormals ebener w,sen wohl fortificirt; jedoch von dieser letztem hak nun titvestungs-wercke über einen Haussen geworffen. Die ei,,1»ner werden vor sinnreich und behertzt, dabey aber vor untmhig und wollüstig gehalten. Man redet Französisch bafildsi,welches aber von den meisten auf eine sehr verdorbene uniundeutliche art geschieht. Das stadt-regiment wird z«durch Bürgermeister und Rathsherren verwaltet ; allein eihaben von langen zeiten her die allda befindliche ;r. pik(worunter die qoldschmiede die vornehmsten, die hussch«de aber die ältesten) sich einer solchen gemalt angemaßet, bajohne ihre einwilligung nichts wichtiges vorgenommen obergeschloffen werden dörfen. Mit ihren Bischöffen haben sieeinwohner sehr viel und gefährliche streitigkeilen gehab!, in-dem sie keineswegcs von denselben , sondern in pilidwstrcitigkeiten von dem Ertz - Bischoffe zu Cöln und hier-nächst von dem Römischen stuhl, in weltlichen aber von tb>rer Stadt-Obrigkeit, und von dem Reichs - Cammer - Gmchidevendiren wollen, wider welche versagnng des gehorsamSdie Bischöffe sich von zeit zu zeit mit grossem nachdenke,setzt. An. 1407. muste wegen eines gefährlichen aussiackSder Bischoff, nebst den vornehmsten der stadt, entweichen;allein er nahm dieselbe bald darauf mit gemalt ein, webe«
2;000. Lüttiger sollen ihr leben vcrlohrcn haben. An. 1^4und in den folgenden 4. jähren erweckten sie grosse unrnhe wder ihren BischoffLudovicum von Bourbon, wovon eben un,ter dieses Ludovici titul das mehrere nachzulesen, und welcheden aufrührischen in der that sehr übel ausgeschlagen, m«darüber die stadt nicht allein zu verschiedenen malen vonsia,roloAudace, dem Hertzoge von Burgund , eingenommen; fin-den! auch vornemlich das letzte mal, da sie in so gen«zuvcrsichk auf Französische hülffe die Burgundische bcsahmzausgcjagt, auch ihren Bischoff zu Tongern überfallen und ge-fangen genommen, den Burgundern, so sich eben damalswPeronne aufhielten, und den König von Franckmch, der sichihm gar zu leicht anvertraut, zugleich bey sich hatten, du.sen letzter» zwange, mit ihm wider die Lüttiger zu ziebm,auch nicht eher von der belagerung abliesse, bis er die iMIerobert, da dann, was sich nicht mit der siuchl gerettet ftheils erschlage», theils in der Maas ersäuft, die Häuser aber,nur die kirchen und Wohnungen der Geistliche» ausgenom«,nachdem die soldaten in die 6. tage da geplündert haue«,mit feuer angestecket worden. Dessen ungeachtet entstund an.1482. ingleichen 3. jähr hernach, eine neue unruhe, ivelcheaber der Crtz-Hertzoa Marimilianus I. stillete. An. io,6.«ddiese stadt von dem Kayserlichen General, Johann st- Mbvergeblich belagert. An. 1648. verwehrten die Lüttiger, vcr-nemlich auf anstiften ihres Bürgermeisters, Jacob Hcnnet,ihrem Bischoffe, Ferdinando Printzen von Bauern, Chur -fürsten zu Cöln , mit gemalt den eingang in die stadt.,3,0®»dem er aber bald darauf unter dem General Spare tid> denweg durch kriegs-macht eröfnet, zog er nicht nur die mdcr-spenstigen zu gebührender strafe, wobey der obgemMiollr-germeister enthauptet ward, sondern ließ auch an. ><!zo. emecitadclle zu Versicherung ihres gehorsams aufführen. An. >6?;.den 27. mart. legte der Französische General, Grafävstradcs,eine besatzung in die citadclle, nachdem der Comn>cnda»i,Baron de Quincy, sie treuloser weise übergeben. Zu an-fange des folgenden jahrs ließ sie der König von FrancttMschleifen. An. 1680. erhub sich wegen crwchlung der odnz-kcitlichen Personen , und wegen anderer sachem ein neuer nrenzwischen denen von Lüttig, und ihrem Bischoffe, MakiMmMHenrico Churfürsten zu Cöln , welcher letztere endlich an.den 2z. jul. durch hülffe der Franzosen , unter dem Grasen mChoiseul , die unruhigen mit gemalt bezwäng, und unter «mcommando des Marquis de Säle, eine starcke qarnnrn »ein legte, den Bischoff von Straßdurg aber, Wilhelm von Fürstenberg , zum Statthalter ernennte. o>eraut m "die citadelle wieder aufgebauet, und noch starcker deveni« -auch die Verordnung gemacht, daß hinführo nursenn, und die geringern in nicht mehr, als zo. bie »ornm.sten aber in 50. Personen, nemlich iz. Edcllcuthcn, °nehmen Pavricüs, 15. kauflcuthen, und 5. hantwerckerr -stehen sollten. An. 1691. in dem hin. bombardivte der mzösische General, Marquis de Bouflers, die stadt. $fang des Spanischen succeßions-kriegs nahm der nJosephus Clemens, Churfürst zu Cöln , Franzons»-^'son ein. Doch die armee der Alliirten , unter dem isra,von Marlborough < und unter dem Grafen von Alhiom ·setzten nn. 1702. den 1;. oct. die stadt, eröfnelen den r-trauscheen vor der citadelle, und eroberten sie den \, nmender Hand. Die sogenannte Chartreuse atkaguirien m ,25. und bemächtigten sich derselben gleich den folgcnPc» .vermittelst einer capitiilation. An. 1703. den l8.u>n.ntc sich der Churfürst von Bayern mit einem sra»Mdetaschemcnt meister von der stadt, wollte auch dle ci»angreiffen; allein bey annäherung der Miirlcn srmee^un