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stmderlich gebrauchen lassen. Hertzog Christian Ludwig aberhat das kloster eingezogen, unb a». 16;;. ein Fürstlich Col-lcgium und Ritter - Academie dagegen gestiftet, welches an.171;. Johann Friedrich Pfeffinger mit sonderbarem rühmdirigirt. Solisten hat an. 1471- der Kayfer Friedrich demRath der stadt Lüneburg ein besonder Privilegium gegeben,daß er ein inristisch Lollegium anordnen durste, darinnen 2.oderDoctores die Rechte erklären, und alle auf Universitä-ten gewöhnliche ackus der Iuristen-Facultät vollziehe» sollten.
Was den etliche mal gedachten Ralckderg betrift, so hat erseinen nahmen, weil er aus lauter kalck-steinen bestehet, undist an der nord-seite der stadt gelegen. Von der auf diesemberg erbauten bürg ist anzunehmen, was anfangs von demUrsprung Lnnedurg gesagt worden. Auch ist schon erinnert,daß diese bürg an. 1)71. von den bürgern der stadt Lüneburg erobert und zerstört, an. i6;6. den Schweden , und an. 16*7.Hertzog Friedrichen übergeben, auch so dann von ihm fortificirtworden, so daß er nun aufs neue als eine citadelle angesehenwerden kau. Die graste nahrung der stadt bestehet in dersultze, von der man Nachricht hat, daß sie schon zu HertzogOllouis, Heinrich des Voglers vatters, reiten, und also umdas jähr 9°°. gangbar gewesen , und Kayser Lotharius hatschon dem kloster Königsluther einige einkünste von diesemsaltz gemacht. Als an. 11; 1. Hai Heinrich der Löwe von GrafAdolphen von Schauenburg zu Holstein verlanget, daß er ihmdie hclste von den saltz-quellen zu Oldesloh abtreten sollte,welche den abgang des Lüneburgischen saltzes hinderten. Alsdieser aber sich wegcrte, verderbte Heinrich die Oldeslohischenquellen durch hineinleikung jusses waffers, wodurch die Lü-neburgische sultze desto mehr in aufnähme kam. Es liegt die-se sultze in der stadt, und ist mit einer besondern mauer um-geben , wird auch wohl bewachet, daß niemand hinz«i kom-men und schaden thun könne.
Die stadt treibt auch sonsten guten Handel, daher sie ehe,mals unter die Hansce-stadte gehörte. Worzu ihr sonderlichder vorbcygehende fluß Ilmenau gute gelegenheit giebt, alsauf welchem man mit ziemlich grossen schiffen, lücken ge-nannt , in die Elbe kommen kan. Es sind serner zu Lüneburg schöne breite gaffen, marckt - und andere platze, 6. wohl er-baute thore, 4. haupt-und Pfarr-kirchen , als St. Johannisdie älteste und vornehmste, wobey eine schule, St. Lamber-ti, St. Nicolai, und St. Michaelis. Neben dem gedachtenkloster St. Michaelis sind noch 2. andere gewesen , das zu un-serer lieben Frauen, Franciscaner-ordens, und das heil. Thal,Prämonstratenser -ordens. Zu diesen klöstecn mag man auchden convent der sogenannten Kahlands-brüder rechnen. DaSRathhaus , und das gegen über stehende Hertzogliche resi-dentz-haus, sind auch ansehnliche gebäude. Der Rath die-ser stadt, welcher unter Hertzvglicher Hoheit das regimentführet, bestund ehedessen aus lauter Patriciis , seit an. 16;?.aber ist die Verordnung gemacht, daß sowol die Bürgermei-ster als andere Rathsherren halb aus den geschlechtern, halbaber aus andern gelehrten und vornehmen leuthen genom-men werden sollen. Die übrigen eingesessenen dürger werdenin 4. stände gelheilet, geschlechter, braver, kagel-brüder (un-ter denen die kaufleuthe, gewand-schneider, factoren, gastge-ber und andere vornehme burger gehören) und endlich amteund gilden oder handwercker. Die vielen schiffer und tage-löhner gehören nicht unter die bürgerschafft. Krantzms , Sa-xon. lib. IV. c. 16. EccarA. de usu lludii etymolog. in histor.cap. $. Hosmann, denckmal göttlicher regierung an der gül,denen tafel zu Lüneburg , so an. 1711. in 4. das dritte malgedruckt worden. Vid. ex fontibus Sagittariu: , de origini-bus & incrementis Lüneburgi it. de Sulcia Lüneb. Zeit.topogr. Conr. von Höveln , in der vortreflichkeit der stadtLüneb . so gedruckt Lübeck i66g. in 8. Hosmann, in dem neu-vermehrleu Regent, saal, p. 602. iq.
Das Hertzogthum Lüneburg , so fern es dem Hertzog,thum Braunschweig , als die helste von den gesamten Braun-schweig-Lünedurgischen landen entgegen gesetzt wird , hat nachdem unterscheid der theilung unterschiedene stücke unter sichbegriffen, von denen unter dem artickul Lraunschweigischgeschlccht gehandelt worden. Vermöge der dritten theilungunter des an. 1546. verstorbenen Hertzoqs Ernestr söhnen,Heinrich und Wilhelm, gehören zum Lüneburgischen, dieFürstenthnmmer Zell und Hannover , so seit an. 1705. znsinn-men zur Ehur-linie gehören. Die grentzen dieses Hertzogthumssind demnach gegen morgen die Marck- Brandenburg, gegenmittag das Hertzogthum Braunschweig , gegen abend die We-ser und die Bißthümmer Bremen und Verben, gegen Mitter-nacht aber die Elbe und das Hamburgische und Lauenbur«gische gebieth, welches letztere doch auch an Lüneburg gekom-men. Die vornehmsten orte, von denen auch besondere arti-ckul handeln, sind un Zeüischen Hertzogthum, Lüneburg , Zell,Nicnburg, Harburg, Ulken, Gifhorn , Burgdorff, Daunebera,Hchacker, Schnackenberg, Luchau, Bardewick, Ebsdorff,Weyhauftn, Gdrde, Soltau , Sivershausen, StipShorn,Diepholt, Hoya, und in, Hannoverischen, Hannover,Herrnhau sen , Ealenberg, Neustaöt, Wunstorf , Lockum , Grubenhagcn,Eimdeck, Ostcrroda, Hertzberg, Elbingerodawo der Blocksberg,Clausthal, Saltz der Helden, Northeim , Göltingen, Münden ,Hallermünd. Die beschaffenheit des landcs betreffend, so ist die-selbe im eigentlich Lüneburgischen oder Zellischen gar uüterschie-- Histor. Lexicm IV, Theil.
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den,denn in der mitten ist es unfruchtbar, und hat ziemlich grosseHeiden und holtzungen, welche jedoch wegen deS fchiff-holtzes,so an die HamburPr und Holländer überlassen wird , undwegen des wildprets zu gebrauchen : rings herum aber hates jonderlich gegen die Elbe zu, wo die sogenannten Marsch»länder sind , sehr fruchtbare» doden. Um dieser beschaffenheitwillen haben die Alten dieses land einem Mönchs-kops vergli-chen , der in der mitte kahl, rings herum aber mit haar be-wachsen. Die Elbe, Weser, Ilmenau , Aller und andere ge-ringere fluffe dringen dem lande viele dequemlichkeit. Des Lü-neburgiichen faltzes, davon schon gedacht, und der bergwercke,die das sämtliche Haus Braunschweig gemeinschafftlich besitzet,
zu geschweigen. Sc riptores Generales U BntnsuicenJ'es.
Lüneburgische Heryoge, siehe Lraunschweigisch ge-schlecht.
Lüneburg , eine adeliche familie in dem Hertzogthum Zelle,welche daselbst Wattlingen nebst andern güthern besitzet, undErnestum von Lüneburg zum Anherrn erkennet. Derselbe istzu ausgange des XVI. fec. von dem Hertzog Frrderico zu Lüne-durg gezeuget, und der Juncker von Luneburg genennet worden.
Es ist diese familie zu unterscheiden von dem edlen geschlechtderer von Lüneburg zu Lübeck , welches mit Alexander» vonLüneburg aus Liefland an. 1260. dahin gekommen , allwo erBürgermeister worden, welches aml auch sein enckel gleichesnahmens besessen. Johann , ältester Bürgermeister daselbst,hat an. 1458. die ansehnliche Gesandtschafft in Schweden undPreussen verrichtet, da der stillstand zwischen dem Könige inSchweden und den Preußischen städten getroffen, ingleichendie streitigkeiten zwischen dem König in Polen , dem Hock»«Teutschmeister in Preussen und den Preußischen städten bey-gelegt worden. Ein anderer dieses nahmens war Abgesand-ter an den Kayser Rudolphum II. auf dem Reichs - tage zaAugspurg. Um das jähr 1670. florirle Heinrich von Lüneburgauf Eckhorst, und Alexander aufMory , Zrberpellstroß, Mi^lugk und Trempeldorff rc. Praun.
* Lünig , (Ioh. Christian) ist gebohren im jähr 1662. z»Schwaienberg, m der Westphälischen Grafschaffl Lippe gelegen,sein varter war Haus-Hofmeister bey einer verwittibten Für-stin von Hessen-Darmstadt, welche ihren wittwen-sitz zu Büß»dach hatte. Nachdem er seine prokeäkus in Hwnanioribus er-langet hatte, so schickte ihn sein vatter auf die Academie nachHelmstädt , allwo er mit unermüdetem fleiß die Rechte erler-nete , von dar gieng er nach Jena , und vollendete daselbstseine academische jähre. Nach Vollendung derselben begaber sich mit den jungen Herren von Schömbergen »nd Haug»Witze als Hofmeister auf reisen nach Ikalieii, Engelland,Holland und Franckreich, auf welchen ihm nicht so viel die län-der als die archive und raritätcn, so den Gelehrten nützlichsind, zu besehen gefiel. Nachdem er sich nun zur genüge inselbigen umgesehen , kehrte er mit seinen jungen Herren wie-der zurück nach Teutschlaiid, in sein vatterland zu seiner mut-ier bruder, mit nahmen vchonheim, welcher Amtmann inHartenstein war, und sahe sich bey ihm in der Pnnd um. Erließ sich aber daselbst zu bleiben noch nicht gefalle», sondernthat nochmals eine pilgrims-reise nach Rom , wo er sich 9.gantze monate aufhielt, die klöster-bibliothecken und archivefleißig besuchte, und alles , was nur sehens-würdig war, auchzu sehen sich bemühete. Von dar gieng er nach Lorslto , Ve nedig und durch gantz Italien und ©teilten zurück nach Nürn berg , und in die andern Teutsche Reichs-städte, und in Ham burg traf er bey des Dänischen Residenten Seeietario seinenin Jena gewesenen stubcn-purschen an, mit welchem er wie-der "sortgieng nach Moscau, Schweden und Dänemarck. Als-dann kehrte er wieder zurück nach Hamburg , und gieng insReich nach Wien , allwo er sich bey einem vornehmen Gene-ral engagirte, und mit selbigem dem Französische » zeldzugebeywohnete, da er denn unter währender zeit, als er bey derarmer war, sich bey dem General Plodo und Flemming'be-liebt machte, durch welcher Herren dekanntschasst und recom-mendation er Amtmann in Eulenburg wurde, und dasselbe amtvier jähr verwaltete, von da er wieder nach Dreßden beruf-sen , und durch recommenbariol, des Ober-Hof-Marschalls vonHaugwitz vom Rathe zu Leipzig als Stadtscbrciber ange-nommen wurde, bey welcher station er auch geblieben ist. Erhat sich absonderlich durch folgende schristen unsterblichenrühm erworben. Diese sind : i.) Codex Angusteus , oder neu-vermehrtes Corpus Juris Saxonici , Leipzig 1724. in fol. voll.111 . 2.) Corpus Juris militaris, partes 11 . ib. 1752. in fpl.;.)Corpus Juris Feudalis Germanici , tomi II. Franckf. 1727,in sol. 4.) Teutsches Reichs-Archiv, Leipzig 1710. 1722. infol. voll. XX. 5.) Theatrum Ceremoniale Historico-Politi-cum , partes II. cura supplementis , ib. 1719. in fol. 6 .)Thesaurus Juris der Grafen und Herren des H. R. Reichs,Franckfurt und Leipzig 1725. in fol 7.) Collectio nova vonder mittelbaren Rltterschafft in Teutschland , Franckfurt undLeipzig 17,0. in fol. 8.) lelecta Scripta illustria , des H. R.Reichs Oberhaupt , dessen glieder, die freye Reichs - Ritter«schafft und andere curiosa von auswärtigen Puissantzen betref-fend, Leipzig 172;. in fol. 9.) Grundveste Europäischer Po,tentzen Gerechtsame, tom. II. Leipzig 1716. in fol. 10.) Eu-ropäische Staats-Conlilia , Leipzig 171 voll. II. IN fol. n.)Codex Italise Diploiuaticus, Franckfurt 172s. davon ist an.
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