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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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I u p

bereden/ daß die Theolog! ;u Löven niemäls recht aufrichtig ih-rcrHciligkeit gehorchen würden/so lange Lupus nicht fortgeschafftiväre, Der Papst ließ daher denselben durch feinen General nachRom citiren. Wie aber seine feinde hicrbey ihre rechnung nichtfanden; also criangte» sie endlich/ daß die an ihn gesandte cita-tiou revociret war. Doch es war umsonst; denn ehe diese revoca-lion in die Niederlande kam,so hatte sichLupus schon auf den wegnach Italien gemacht. So bald er in Rom angelangt,führte ihnsein General gleich vor den Papst, der ihm,nachdem er seine treuegegen den Römischen stuhl versichert, die freyheil ließ, st> lange esihm beliebte, in Rom j» bleiben, und sich der bibliothecken zu be-diene». Lupus machte sich diese freyheit wohl zu nutze, und durchseine gelehrsamkeit und bescheidenheit überall beliebt, erwarbauch unter andern die frcundschaffl des Lucä Holstenii, der ihnvor den erfahrensten mann in der kirchen-Historie hielt, auch beydem Papste dergestalt rccommendirte, daß dieser ihn durch eineqewrffe pensio»,welcher der Cardinal Barberint eine gleiche bey-fügte , in Rom zu behalten suchte. Es fruchtete auch sein alldableiben und die bckanntschafft mit Holstenio so viel, daß sich die-ser von ihm bereden ließ, seme diblivtheck in die Vaticanische zuvermachen. Lupus brachte seine meiste zeit in Rom mit den-chcrn zu , in die er sich so verliebt hatte, daß ihn die zeit dau-erte , so er aufdas essen wenden mnste. Seine ncben-ergötznnqwar, daß er zuweilen mit dem ?. Henrico Noris den rest des al-ten Roms betrachtete. Dieser Noris, so hernach Cardinal wor-den , hatte sich anfangs sehr in die scholastische Philosophie undTheologie verlieft, Lupus aber war uriach, daß er davor die kir-chen-historie erwehlte, zu deren erläuterung er nachmals unter-schiedene gelehrte schriften heraus gegeben. Die Cardinäle hiel-ten den Lupum so hoch, daß sie ihn oft über die wichtigsten fachenzu rathe zogen, worüber er ihnen bald mündlich bald schriftlichantwort ertheilen mnste. Z. e. als einige bey dem Päpstl. stuhle anhielten, man möchte doch erlauben, daß die Priester in Sinamnd Japan die messe und andere ceremonien in Sinesifcher undJapanischer spräche verrichten möchten, und man schon viel jäh-re darüber zu keinem schlusse kommen können, so zeigte Lupus ineiner schrift, daß die kirche dergleichen ansuchen allezeit verworf-fen, und niachte damit dieser fache auf einmal ein ende. Um die-se zeit kam er zweymal in lebens-gefahr, indem der blitz, gleich alser öffentlich messe las, an dem altare einschlug, und die pest, soaus Sardinien nach Neapolis, und von dar nach Rom gekom-men, das Augustiner-kloster ansteckte. Hierauf kehrte er, nach-dem er e. iahr sich in Rom aufgehalten, wieder nach Löven, un-geachtet ihn der Pavst gern in Rom behalten hätte. Gleichwolbeschenckte ihn dieser mit vielen gold-und silber-müntzen, gab ihmauch ein Kreve an die theologische Facultät zu Löven mit,darinndes Augustint und Thomä Aquinatis lehre vortreflich heraus ge-strichen und recvmmendiret war. Als er nun wiederum zu Lövenwar, so ließ er sich angelegen seyn, die Canones und vecreta Sy-nodor. generalium Mlt Ccholiis, anmerckungm und historischendissertationibus, so in V. tom. heraus "gekommen, zu erläutern;verfertigte auch einen Lommemarium über des Tertuüiani buchde Pneicriptionibus adversus Hasrcticos. Indem er nun also sichUM die kirchen-historie verdient ui machen bemühet war, begehr,le ihn der Cardinal Paulntius Altieri, der Proreckor seines or-dens, so bey dem Papste Clemens X. alles in allem war, nachRom . Es war auch schon an dem, daß er sich auf den weg ma-chen wollte, als er desftills andere ordre bekam,nachdem der De.chant zu St. Petri zu Löven , nahmens Frcmciscus von Horen-beecke, dem erwehnten Cardinal vorgestellet, daß man den Lupumin Löven unmöglich entbehren könnte. Allein, als nachmals dieJesuitische meynunqen von dem Probabililmo , der scharfen be-fehle, so Alexander VII. darwider heraus gegeben, ungeachtet, inDen Niederlanden hin und wieder einrissen, wurde von der theo,logischen Facultat zu Löven beschlossen, gewisse Abgeordnete anden Papst zu schicken. Sie erlangten auch hierzu ein recommen-dations-schreiben von dem Könige in Spanien,und zu solcher Le-gation wurden der P. Christian Lupus und Frcmciscus von Bla-ue erwehlt, denen noch der P. Lambertus le ©tiou, und MartinStayarts zugegeben wurden. Doch baute man auf den Lupumdas allermeiste. Es kam auch wider der Jesuiten vermuthen da-hin » daß der Papst Innocentius 6;. von ihren meynunqen aufeinmal öffentlich verdammte, und zu lehren auf das schärfsteverbot. Dagegen hatten diese Deputirte von Löven das glück,daß ihr glaubens-bekänntnis, so sie dem Röm. stuhle übergeben,vor richtig und orthodox erkläret wurde; wobey nicht zu über-gehen , daß Lupo auf der Hinreise nach Rom zu Florentz grosseehre widerfahren, indem ihm der Groß-Hertzog zu seiner glück-lichen ankunfl gratuiiret, eine carosse geschickt, um sich derselbenzu bedienen, auch eine senstc verehret, auf welcher er sich alsein alter schwacher mann nach Rom konnte bringen lassen. Erließ ihm auch durch den Magliabechi ein recht Königlich salariumanbieten, wenn er bey ihm bleiben wollte. Ob nun wol Lupus alles bescheidenllich ablehnte, unterließ doch der Groß-Hertzognicht, durch unterschiedene schreiben, so der P. Noris an ihn per,fertigen muste, ihn anfalle weise dazu zu bereden, bis endlich Lu-xus der fache mit diesen Worten ein ende machte: Ich bin arm,ich habe arm gelebt, ich will auch arm sterben. Zu Rom lebte er gleichfalls in grosser Hochachtung ; die Cardinäle Frau«ciscnS Barberini, und Felir Rofviqliosi, anderer zu geschweige»,besuchten ihn; die Königin Christin» machte ihn zum Königl.Academisten; ja der Pavst ließ sich seine bescheidenheit tresiichgefallen. Lupus aber wandte die zeit, so er übrig hatte, auf dasstudircn ; da er denn unter andern mit dem wercke äe PrivilegioHistor. Lexicrn IV, Theil.

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S. Petri circa R omanas Appellationes sich um den Päpstl. stuhlverdient zu machen gesucht. Er hatte aber das Unglück, daß manvon ihm aussprengte, er habe in einer Versammlung bey der Kö-nigin Christina , von den höchsten Majestäten nach GOtt unan-ständig gesprochen ; worüber er sich dennoch nie erzürnet habensoll. So wurde er auch gefährlich kranck, da er denn wiederumvon den erwehnten Cardinälen und von andern Prälaten, auchvon Augustino Favvriti, dem Päpstl. geheimen 8ecretario, sei-nem vertrautesten freunde, mit des Papsts erlaubnis, besuchtwurde. Nachdem er nun, was ihm aufgetragen worden, zuRom glücklich ausgerichtet hatte, hielt er bey dem Papste um er-laubnis an , wieder nach den Niederlanden zu gehen. Wiewolihn nun derselbe gern in Rom behalten hätte, so schlug er den-noch alles ihm zu solchem ende angebotene aus , da er denn beyseinem abschiede einige geschencke von dem Papste und von an.dcrn annehmen muste. Also reisete er an. 1679. zu ende des äu-gn sti von Rom wieder nach Löven. Er war kaum hinweg, alssich jemand in Rom fand, der ihn in einer wider seine disscrtationde Contritione & Attritione verfertigten schrift zu einem Luthe-raner machen wollte. Wie sich aber des Lupi freunde der facheannahmen, also hatte diese schrift wenigen Nachdruck. Nachseiner ankunft zu Löven wollte er sein Rectorat, so sich über dieSpanische Niederlande erstreckte, niederlegen, welches aber erstnach einiger zeit vor sich gehen konnte. Daraus ließ er sich erst an-gelegen seyn, die schriften, so er zu Rom abcopiret, oder selbstverfertiget hatte, an das licht zu stellen. Daher ließ er zu gleicherzeit sein werck de Romanis Appellationibus, und unterschiedeneEpisteln des Theodoreti auch anderer Kirchen-Batter, mgleichendes H. Thomä Lantuarienlis zu Brüssel und zu Löven drucken.Inzwischen wurde er an, Gerhards von Werm stelle KöniglicherProkestor primarius zu Löven, ungeachtet ihm viele diese ehre, soohne dem den Regularibus sonst nicht zu widerfahren pffegt, garsehr mißgönneten, auch daher, wiewol vergebens, ihn bey demKönige in Spanien als einen Iansenisten verhaßt zu machen,und von der catheder wieder zu bringen suchten ; stntemal derPapst selbst sich seiner annahm. Gleichwie er aber mit herausge-bung gemeldter schriften zu thun hatte, und bey seinen andernstudicn annoch von Rom aus unterschiedenes auszuarbeiten be-kam, also konnte er seinem amte wenig vorstehen; wie er dennauch gar bald in eine schmertzhaffte kranckbeit verfiel, die er bisan sein ende, so an. 1681. erfolget, mit grosser qeduit ausgehal,ten. Er ist 69. jähr alt worden, und bis an sein alter gar gesundgewesen. Seine schriften, die er zwar nicht zierlich, aber gar ge-lehrt und fleißig, verfertiget, sind unter andern folgende: Nota:

& Scholia in Canones & Decreta Synodorum Generalium &Provincialium, atque in eis Differtationes historicae, ä Decretisprimi Nicaeni usque ad Conciliaä Gregorio VII. habita, tom. V.Commentar. in lib. Tertuüiani de Prtescriptionibus Haeretico-rum ; Dogmaticum Opus de Privilegio S. Petri circa RomanasAppellationes, &c. Sabbatini, in vita Christian! Lupi.Vid. Nov.Litterar. collect. Hamburg , cal. nov. 1708. p. 401. scq.

* §uschington, (Thomas) gebürtig von Sandwich auSKent, war vockor Theologie , und des Blschoffs zu Oxford Prediger. Hernach ward er Rector zu Burnham, Westgate,Canonicus zu Salisdury, und Königs Caroli I. Caplan. Diesebedienung büßte er bey den innerlichen Unruhen ein, bekam sieaber unter Carolo II. wieder, und starb an. 1661. den 22. ftpt.in seinem 72. jähre. Er hat in seiner mutier - spräche einenCornmentarium über die Episteln Pauli an die Hebräer und Ga-later , im Lateinischen aber Logicam Analyticam de Principiis,Regulis & Usu reche Rationis &c. geschrieben. Witte, diar.

Lufchwitz, vor zeiten Lufewiz, eine adeliche familie, welchein dem Fürnenthnm Aitcndurg ihren Ursprung genommen.Heinrich hat einen donalions-brief der Burggrafen zu Leißuigan. 1291. dem klvster Buch gegeben, als zeuge unterschrieben.Schweickers von Lusewiz wird an. i;c-8. bey Altenburgischerkirchen-dotirung erwehnet. Gerharden findet man an. 144;. inAltenburgischen klvster - briefen allcgirt. Wolf Gerhard aufRunnebürg, Chur-Sächsischer Rath zu Altenburg , florirte an.i;?;. er war ein vatter Gerhards auf Glaßhütten , Francken-haag, Fürstl. Bambergischen Raths und Amtmanns zu Kupffer-berg, wie auch Würtzdurglschen Hof-Marschalls; dessen söhnGerhard Siegmund ist Marggräflich - Bayrcuthischer gehximerRath und Amls-Hauptmann worden, und hat Gerhardum II.hinterlassen, der an. 1641. als Marggräflich - BayrenthischerRath und Hauptman», wie auch Amtmann zu Creusscn und **Pegnitz verstorben, nachdem er seinen stamm mit Wilhelm Ger-harden, Bayreuthischen Gerichts-Astestbre, fortgesetzet. Nachansang des XVIII. feculi florirte Christian Adam Gerhard vonLuschwitz, alS Fürstl. Bayrenthischer, und Gerhard Heinrich alsSachstn-Golhaifcher Cammer-Iuncker. Gotba diplom.

* j£uscitttuß, (Ottomarus) oder Nachtigall, und Progneus,wie er sich Griechisch zu nennen pfleget, ein gelehrter Straßdur,ger, ohngefchr an. 1480. gebohren, studirte in seiner vatter-stadkund zu Wien , lehrte darauf in dem Benedictiner-kloster St.Udalrici und Afrä zu Augspurg die Griechische spräche und an-dere wissenschafften, wurde auch Prediger in der kirche St.Mauritii daselbst. Er soll auch Prediger zu Basel und Canoni-cus zu St. Stephan in Straßburg gewesen seyn, doch lässet sichnicht entscheiden, in welcher ordnung solche ehren-stellen auf ein-ander gefolget, wie man denn auch von seinem tobe nichts zuver.lässiges melden kan; so viel aber ist gewiß , daß er noch um an.i;;;. gelebt habe/ und le Lvng in bidl. script. ziehet dieses iahe

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