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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lyr lys

bitt; desgleichen einen andern von Lyräo an Cunäum , wieauch eine rede von ihm deUsu &Dignitate Studiorum Huma-nitatis, welche an.;,4. mit den übrigen bey inaugurtrung verAcademie zu Utrecht gehaltenen reden gedruckt im c. Bur~

man. Traject. erudit.

§yranus, (Nicvlaus) ein bekannter Franciscaner -Mönch,welcher ausser dem zunahmen Lyranus , so ihm von seinem ge-burls-orle Lire, einem schlechten dorfe in der Normandie in derDioeces Evreux, gegeben worden, auch Doctor planus & ucilishieß. Andere wollen ihm seine geburts-stclle entweder in En-gelland oder Trabant und Flandern anweisen. Seine eitern,welche der Jüdischen reliqion beypflichteten, übergaben ihnden Rabbinen in ihre schule, bey welchen er auch den allerer-sten gründ geleaet. Nachgehends ließ er sich in dem klosterVcrneuil taufen, und begab sich in den Franciscaner - erden.Seine studien setzte er zu Paris fort, wurde daselbst Theolo-gie Magister , und lehrte in dem grossen Minoriten - Conventviele jähre lang, über die H. Schrift, mit grossem rühme.Die Königin Johanna von Burgund , des Königs Philtppi V.in Franckreich gemahlin, trug ihm an. i;r;. die vollziehungihres aufgerichteten testaments in Burgund auf. Ihm wirdder rühm beygeleget, daß er die gantze Bibel ziemlich von denschlechten glossen gesäubert, und deren wahren verstand mitvorbcygehung der dunckeln und übel gegründeten allegorienaus der Hebräischen gründ - spräche, und genauer erwcgungsowol der gewohnheilen des volcks Israel, als anderer glei-cher Schrift-örter, und dem zusammenhange jede» spruchs,mit den vor und nachgehenden Worten, gar mercklich, undweit anders, als nun viele hundert jähr vor ihm geschehenwar, erläutert habe. Er starb endlich an. 1340, den 25. oct.verschiedene schristen hinterlassend , als da sind : Postille per-petu» seu brevis Commentatio in universa Biblia lib.LXXXV. daran er von an. 129;. bis an. ijjo. gearbeitet;Postill* majores seu Enarrationes in Epistolas & EvangeliaDominicalia totius anni; Tractatus de idoneo Ministrance &suseipiente 8.8. Altaris Sacramentum ; Disputado contra Per-fidiam Judeorum ; Tractatus contra Judeum quendam exipsis Evangelii verbis Christum ejusque Doctrinam impugnan·tem ; Contemplatio de Vita & Gelds 8. Francisei, &c. Tri-them, & BeUatm. de seriptor. ecclef. Bakus , cent. V. c. 12 .Viilot. in Athen . Franc. IVadding. de seriptor. ordin. Minorit.

S 266. f cjjevin. in appar. facro. Andr. bibl. Belg. &c. Cave.

rnolds ketzer-historie, p. I. lib. XIV. c. $. 9. *

* Eys, (du) eine alte Französische familie, welche von demdruder der berühmten Johanna d'Arc thren Ursprung herge-führet. Jiaac Franciscus du Lvs,dessen vatter in Lothringischen diensten als Oberst-Lieutenant geblieben, war «11.1724. ein mit,glied der Königl. Academie zu Liegnitz , und der letzte seines ge-schlechts. Sinapü Schief, curios. 11 . p. 79 6.

* ilys, (Carol. du) aus vorhergehender familie abstammend,war Königlich - Französischer Staats-Rath, und General - Ad-vocat der Rechen-Cammer, zu welchen ansehnlichen bedienun«gen er durch einen von der Johannä d'Arc anverwandten be-fördert worden. Er blühele nun zu ansang des 17. jahrhun-derts, und schrieb : Recueil d'Inseriptions fous les statues duRoi Charles VII. & de la Pucelle dOrleans, Paris i6iz.in 4. so hernach ibid. 1628. in 4. vermehrter aufgelegt wor-den ; ingleichen Traite sommaire de lOrigine & Progres desOffices tant des Tresoriers de France que des Generaux desFinances, ib. 1618. in 4. Le Long, bibl. bist.

Pfänder, ein General der Lacedämonier, war ein söhnAristocleti, und nach einigen aus der nachkommenschafft Her,culis, doch so, daß sonst wenige seiner Voreltern zu grossen eh-ren gelanget waren. Er lebte in dem IV. seculo nach erbau-ung der stadt Rom, und stunde den schiff-gotten der Lacedä,monier vor, als eben die Athenienser sich von den in Si-echen empfangenen Niederlagen wieder ziemlicher «nassen zu er-holen anfiengen , und also der Peloponnesische krieg noch mitgrosser Heftigkeit geführet wurde. Lysander erzeigte dabey ei-ne besondere klugheik, daß er an statt sich in schlachten einz««,lassen , als in welchen weder er den Atheniensische» Genera-len an erfahrenhelt, noch sein unterhabendes volck dem ihri-gen an muth zu vergleichen «var, den krieg in die länge ge-zogen , und die schlachten vermeidet hat. Wobey es dann ge-schahe , daß , «veil die Lacedämonier starcke gelb - hülffe vondem Könige in Persien zogen, die Athenienser hingegen dieüberschwengliche Unkosten allein bestreiten musten, dieser ihremacht von tag zu tag eben so sehr abnähme, als der ersternihre anwüchse. Als auch Lysander dieser fache wegen zu Cyrodein jünger», deü Persischen Königs Dar» Nothi söhn, undGouverneur in Klein-Asien gerciset, solcher aber ihm befoh.Im, ein geschenck, wie groß das immer seyn möchte, vonihin zu fordern ; begehrte Lysander für sich zivar nichts, aberfür die ruder-knechte seiner schiffe einen obolum, nach un-serer müntzr ungefehr einen groschen zu Vermehrung ihres täg-lichen soldes. Man kan mit Wahrheit sagen , daß dieses fastdie groste Ursache gewesen, des hernach völlig auf der Lace-dämonier seile gefallenen sieges. Dann hierdurch zog erst-lich Lysander den Athenienseru den grösten theil ihrer boots-leuthe ab, als welche meist fremde waren, die nur dem soldefolgten, und also da sie die Spartaner sahen 4. obolos desHistor. Lsxicon iv. Theil.

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tages, und dieses richtig bezahlen, anstatt die andern nur ;. ga-ben,und auch mit denselben oft lange genug verzogen, zu jenemhäusig übergclauffe» sind. Über diß war solches ein anlas,daß Lysander wenigst in verschiedenen kleinen treffen, weil erkeine haupl-schlacht noch zu wagen rathsam fände, die ober«Hand behielte, und dadurch den Aicibiadem, so der Athe-nienser fachen noch am meisten nutzen konnte, bey ihnen inverdacht brachte; wodurch auch solcher zuletzt gar veranlas-set wurde, von deren flotte weg zu gehen. Und endlich ge-schahe es hiedurch, baß Lysander nachdem die feinde genugabgemattet, ihre soldaten den cschiff - Obersten nicht mehrallen gehorsam leistete», und noch mehrere Unordnungen beydenselbigen eingerissen waren, endlich die längst^ewünschlegelegenheit fände, die Atheniensische flotte bey dein sogenanii-ten Gaiß-flusse , Griechisch JEgos Potamos genannt, von svl«date» und ruder-knechten fast gantz entblösset zu überfallen.Neben den schon gemeldten Ursachen, und der schlechten ei-nigkeit der Atheniensische» Generalen ward dieser Vortheil fürLysandrum noch sehr befördert durch die behutsamkeit, wel-che er in den letzt vorhergegangenen tagen gebraucht hatte,da er sich durch die gegen ihm über an dem Asiatischen ufer desHellesponts stehende feindliche schiffe alle tage zum treffen aus-bieten liesse, und ungeachtet jene richtig vor seinem port erschie-nen , sich niemals aus seinem Vortheile heraus geben wollte.Dadurch waren die feinde so sicher worden , daß sie ihre flot-ten an einem offenen ufer vor ancker hielten, und jedes tags, .so oft sie von ihrer gewöhnlichen aiisforberung und anbietüngeiner schlackst zurück kamen« alsobald ans land stiegen, undsich durch die gantze gegend verliefen. Wie nun Lysander dieses in erfahrung gebracht, nahm er die zeit in acht, undtraf die Athenienser in so schlechter zubereitung an, daß, nach-dem Cvnvn, einer aus deren Kriegs-Obersten, welcher nochallem eine bessere ordnung gehalten, mit etwa» acht schiffenentflohen, er die übrigen alle an der zahl gegen 170. in sei-ne gemalt brachte, oder sonsten zu gründe richtete; wornachauch die dazu gehörige kriegs-und boots-leuthe, ob sie schonmeist an dem lande waren, durch die ebenfalls ausgesetzteLacedämonier theils getödtet, theils gefangen wurden. Hier-auf gebrauchte Lysander sofort noch eine andere list, indemer die hin und wieder gefangene, oder sonsten sich aufhallen-de Athenienser, gleich als so viel heerden Viehs, in ihre stadt zu-stimmen trieb, unter der bedrohung, alle ohne gnade todt zuschlagen, welche er ausser Athen antreffen wurde. Dadurchgerieth die stadt, weil wegen verlohrner flotte keine zufuhraus der ferne mehr zu hoffen war, gar bald in die gröste hun-gers-nolh ; so daß sie sich an Lhsandruin ohne schwerdt-streichergeben muste, welcher diese veste stadt, und der es an tapfernund für die freyheit alles zu wagen bereit stehenden bürgernnoch nicht mangelte- sonsten mit gemalt wol nimmer wurdeerobert haben. Diß geschahe A. R. *50. Olymp. XCIV. («sie-he auch Athen .) Nach diesem züchtigte er auch diejenigen,welche den Athenienser» hülffe geleistet hatten, führte an allenorten eine der Lacedämonischen gleiche regierungs-art ein, daßnemlich die höchste gemalt bey wenigen seyn sollte, weil manhoffte , solche dadurch um so viel vester mit Lacedämon zuverknüpfen. Und kam alsdenn triumphirend nach Sparta zu-rück. Er brachte bey dieser gelegenheit eine fast ungläublichemenge silbcr und gold nach Sparta , und gab anlas widerden rath der ältern und weisern männer, daß man allda überdie eiserne und eherne müntzrn , welcher man sich bis dahinallein bedient, nun auch silberne und göldcne zu prägen, undderen sich zu bedienen anficng; womit man aber bald inerckte,daß auch verschiedene, zuvor unter den Spartanern nicht be.kannte lasier wären eingeführet worden. Im übrigen en-digte sich mit diesem des LysanderS glück. Dann als' er sichdurch seinen Hochmuth und viele gewaltthaten , so er in deneroberten, oder vielmehr sich von selbsten zu der Lacedämonierbündnis schlagenden Griechischen städten verübt, sowol beyfreunden als feinden sehr verhaßt gemacht, berufte man ihngen Sparta zurück; und muste er allda um so mehr verdries-Uchkeit ausstehen, als neben den schon zuvor gemeldten klägdenauch Pharnabazus, der damalige Persische Befehlshaber inAsien ihn sehr schändlich angelassen, und anstatt des begehrten,auch zum schein aufgesetzten guten Zeugnisses selbigem eineweitläufige Verzeichnis seiner in dem geführten ober-comman-do begangenen verbrechen an die obrigkeitlichen personell zuSparta mitgegeben. Das beste vor ihn war, daß er nochbey dem gemeinen volcke, so von der grösse der Verrichtun-gen , welche unter ihm geschehen, eingenommen war, ziemlichviel galt?. Er bediente sich dieses ansthens neben andcrm demAgesilao zum Spartanischen Reiche an Leontichidis statt, wi-der welches rcgierung in der that allerhand zu sagen war, zuverhelffe»; brachte es auch noch ferner zuwege, daß manjenen mit höchster gemalt in Asien schickte, um die Perser all-da zu bekriegen; wohin ihn Agesilaus aus erkenntlichkeit mit-nahm , und aus ;o. bey sich habenden Rächen selbigem an,fänglich den vornehmsten platz gab. Aber als nachmals dieleuthe selbiger gegenden dem Lysandro wegen des vorgegange-nen weit mehr ehre als Agesilao, der noch niemals daherumgewesen war, erzeigten, und jener solche etwas begierig anzu-nehmen schiene; verdroß es Aqesilaum so sehr, daß er ihn beyallen gelegenheiten zu erniedrigen suchte; wie er ihm dannniemals keine wichtige fache zu verrichten Übergabe, diejenigeH h h h ; auS