Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

9i 6

l y n

testantische Stände in Teutschlanb schickte, und nahm die Lu.iberische lehre an, welches ihn leicht glauben machte, daß ersein Mück in Franckreich nicht weiter finden würde, danneuhe-

1 ° «,» «ur.Pf-lEch-» H°f

Vera, von dar ward er an. is 7 <>. von dem Churfürsten Augu-sto m Sachse» zu seinem Kriegs-Rath, Oberst-Artillerie-Mei-ster und General-Bau-Vireälor nach Dreßden beruffen , wel-che letztere charge er auch bey den Häusern Hessen und An-halt wiewol abwesend verwaltete. Er hat hieraufan. is 7 ünicht allein den vestuuqs-bau zu Dreßden am Milsdorffer-thore, vollführet, sondern auch unterschiedene schlössen in Men-sen , insonderheit Auqustus-burg bey dem Schellenberg, er-bauet. Nach dem tobe des gedachten Churfürsten trat er inChur -Branbenburgische dienste, und bekam nebst der chargeeines General-Bau-Virectoris den charactcr eines geheimenRaths; da er die vestung Spandau , welche an. 1555. zu bauenwar angefangen worden, vollends zu stände gebracht, undendlich an. 1196. gestorben. An. i;8r. hat er einen kostba-ren altar in der kirche zu Spandau bauen lassen. Mit sei-ner gemahlin, einer Freyin von Montot, hat er einen söhn,Johann Cafimiru, hinterlassen, von welchem im vorhergehen-den artickul.

LYNCEI, ist der nähme, welchen die Mitglieder einer zuanfange des XVII. feculi zu Rom aufgerichteten gelehrten ge-sellschafft angenommen haben. Ihr haupk-abfthen gehet aufdie excolirung der historischen wissenschafften. An statt eineswapens gebrauchen ste einen in Porphyr eingegrabenen luchs,als von welchem thier ste auch ihre benennung hergeholet ,und mit beyden andeuten wollen, daß ste sich einer gleichenscharfsichtigkeit, als man diesem thier zuschreibet, in ihren Un-tersuchungen zu begeiffen trachten. *

Lvnceus, einer von den Argonautis , welcher mit Iafonehinzog, das güldene vließ zu erobern. Er soll ein so durch-dringend qcficht gehabt haben, daß er, wo wir den Poetenglauben wollen, durch eine steinerne mauer sehen, und al-les , was im Himmel oder in der Hölle vorgegangen, in au-genschein nehmen können. Diese fabel hat ihren Ursprungdaher genommen, daß er ein mann gewesen, welcher ziemlichin himmlische und irdische kräffle der natur eingesehen , und ei-nige neue dinge in dem lauf der gestirne bemercket. P/*». üb.11 . c. 17. Valer. Flacc. Argonaut.!.

Üyttceuo, ein söhn Aegypti, welcher ein bruder des Da,naus, Königs von Argos, gewesen, heurathete Hypermne-siram, eine von den fünfzig röchtern des Danaus, auf des-sen beseht sie gleich ihren übrigen schwestern diesen ihren ge-mäht in der ersten nacht des beylagers tödten sollte, weil erargwohnte, daß ihm sein bruder Aegyplus durch sie nach demleben stünde. Allein sie entdeckte ihin solches, da dann Lyn-ceus sich vom Hofe wegmachte, und nicht eher wieder, als biSnach des Danai tobe dahin kam; wiewol andere sagen, daß ihnDanaus aufs neue zu sich beruffen, und ihm seine geniahlin,welche er inzwischen ins gefängnis gestecket hatte, wieder ge-ben lassen. Zum andencken der von Hypermnestra dem Lyn-ceo bewiesenen treue, haben die Griechen ihnen beyden tempelund göttliche Verehrungen angeordnet. Apoüodor. Bygin. *

* Lyycker, (Nicolaus ChristopsioruS, Freyherr von) Kay--ferl. Reichs-Hof-Rath, war zu Marpurg den 2. apr. an. 164;.gebohren. Nachdem er zu Giessen, Jena und Marpurg seinestudien mit grossem ernst getrieben, und die vornehmsten Rechts,gelehrten gehöret, ward er zu Giessen an. 1662. Liccntiatus,und ao. 1668. Doctor Juris, bekam auch daselbst an. 1670. eineProfeffionem Juris extraord. und wurde um eben diese zeit zumHertzoglich-Eisenachischen, wie auch Gräflich - Manderscheidi-schen Rath ernennet. Hierauf gieng er an. 1674. als Regie,rungs-und Consistorial - Präsident nach Eisenach , und dientehicrnächst seinem Fürsten in unterschiedlichen Versendungen.An. 1677. übernahm er die stelle eines 8enioris beyderJur:-sten-Facultät, Schöppen-stuhl und Hof-Gerichte zu Jcna,wur,be auch an. 1680. Professor Juris primarius daselbst , und ließsich in dcmselbigen jähre als einen Kayserl. Commiffiarium ge-brauchen, die Brandenburgischen und Braunschweigischcn strei-tigkeiten beyzulegen, und abzuthun. Als er sodann auch nochzu Speyer und Wien seines Fürsten befehle ausgerichtet, wur-de er an. 168;. zum Sachsen-Eisenachischen Vormundschaffts-Rath, an. 1687. aber zum Weimarischen geheimen Rath er-nennet, und an. 1688. nach Wien geschickt, die Eisenachischcnund Weimarischen lehen zu suchen, bey welcher gelcgcnheit ihnKayser Leopoldus um seiner Verdienste willen in den Adel -standerhub. Endlich wurde er an. 1694. der Jenaischen Juristcn-Facultat Ordinarius, legte aber seine Profeffion bald wieder-um nieder, und wurde an. 169;. zu Weimar Consistorial-Prä-sident, worauf er ferner an. 1700. von dem Kayser zum Frey-herr» erklärt, und an. 1702. zum geheimen Raths - Präsiden-ten ,n Weimar bestellet wurde. Er blieb aber auch in dieserbedlemmg nicht gar lange, sondern gieng als Kayserl. ReichS-Hvf-Ralh nach Wien , woselbst er in grossem ansehen lebte,und an. 1726. den -8. may mit tode abgieng. Man hat vonlhm viele schrlften, als da sind: Ratio docenda: difcendaequeJurisprudentis; Facies genuina Pandectarum; Confpectus Ju-ris publici Romano-Germanici ; Deüneatio Juris Feudalis;AnaleCta ud jus Universum \ Commentarium in Universum

l y n l y r

Jus Civile Romano-Germanicum ; Protribunalia; Instructc.riumTorense; Atrium Juris publici; Concordantia Juris Feu.dalis; Decisiones Juridicse ; Responsa Juris; Fluctus Intet,pretum de Communicadone Majestatis ejusvc Jurium inlmp,Rom . Germanico compoliti; Tr. de invcitigandis initituen-disque Actionibus, den er unter dem nahmen Caroli SylbiadiNicaei ans licht gestellet; viele Difputationcs ; u. a. m.

Lyncus, ein König der Scythier, welcher so undanckborgegen den Triptolemum war, daß er ihn, vhngeachteter«der göttin Ceres war abgeschicket worden, damit er die men-schen die arr das feld zu bauen lehren sollte, umbringe» 14Die Ceres entrüstete sich so über ihn, daß sie ihn in einen iudjiverwandelte. Ovid. metam. üb. V.

j£ynt>e, (Humfrei) ein Englischer Ritter, von Lovdenbürtig, hat sich durch zwey streit - schriften bekannt gemach,,wozu ihn ein Jesuit gebracht, der von ihm verlangt hat, h«;er oder ein anderer von seiner partey aus tüchtigen fcribkn,ten beweisen solle, daß die Protestantische kirche zu allen «uten, sonderlich aber in den feculis vor Luthers sichtbar p»fen sey. Die beyden titiil nach der Französischen Übersetzungsind: La Voye füre conduilant un chacun Chretien par lestemoignages & confeslions de nos plus doctes Adver fairesa la vraye & ancienne foi Catholique, dont on fair main·tenant profeffion en lEglife dAngleterre & autres Eglifesreformees ; und la Voye egaree faifant fourvoyer les el'pritsfoibles & vacillans es dangereux sentiers derreur par desapparences colorees dEcritures Apocryphes, de tradidonsnon ecrites , de Peres douteux , de Conciles ambigus kd'une pretendue Eglife Catholique. Der Übersetzer heißetJoh. de la Montagne. Der Ritter Lynde ist nicht nur gc.lehrt und belesen, sondern auch zu den affairen geschickt ge-wesen , wie er denn die ehren-stclle eines Friede-Richters undDeputirten zum Unter-Haufe verwaltet hat. Er ist an. 1636.im 58. jähre seines altere gestorben. Bayie. *

Sjqom , (Johann) war Hauptmann von dem fchiffers-ool,cke in Gent. Als aber der Graf Ludwig von Flandern chaisolche charge nahm, machte er sich um das jähr 1377. MHaupt einer absonderlichen Eigne , und zog als ein listigerund verwegener mann, innerhalb wenig tagen diegantzebar-gerschafft in dicselbige, als welche ohnedem schwürig war,daß zu ihrem Nachtheile die von Brügge erlaudnis bekom-men hatten, aus der Leye einen canal bis zu ihrer statt zuziehen. Der Graf befahl ihm , das aufgerichtete bi'nidnis,deren Mitglieder sich Chaperons blancs nennctcn, wieder, au,,zuheben ; allein er wegerte sich. Jener schickte hierauf demBaillif ordre zu , sich seiner Person zu bemächtigen; er aberließ ihn hinrichten; ja, damit die von Gent alle Hoffnungzu einem pardvn verlieren , und folglich in ihrer rebellionrecht gestärckt werden möchten?, marschirte er mit ihnen nachdem schlösse Andreghen , allwo der Graf seine kostbarste inodi,licn hatte, und welches ihm mehr als 200000. fcancken jubauen gekostet. Dasselbe plünderte und verbrannte er, gnngauch von bannen mit ivooo. mann vor Brügge , und noWte diese stadt, gleichfalls in die von ihm gestiftete brbdcrschaplzu treten. Nicht lange hernach ward zwar dieser MannLyons mit gift aus dem wege geräumet; allein der durch ihnangefangene aufstand nahm nach seinem tobe noch mehr zu uund setzte das gantze Flandern eine geraume zeit in grollenoth. Mezeray, hilf. de France tom. II. p. 491. i° 9 · (CWLudovicus III. Graf von Flandern .)

ÄVpeze, eine Graffchafft in Ober-Ungarn , an den grentzendes Carpatischen gebürges nebst der Haupt-stadt gluche» nah-mens, an dem flusse Gran gelegen.

§ypontian, eine vestung in Croatien, den Christengehörig.

. LYRA, war bey den Alten ein instrnmcnt, welches Mcu-rius erfunden, indem cr eine todte schild-kröte aufgehoben, unogehöret, daß die sehnen, welche noch dran waren, einen lamvon sich gaben. Worauf er hernach mehr saiten und ein p*holtz oder sreg, darauf die saiten ruhen, darzu criunoen-Bey den Poeten ist lyra, chelys, testudo, cithara alles cincr,ley. Pitiscus.

Äycct, ist ein fluß in der Graubündtneristhen GrasDff!Cleven ; cr nimmt seinen Ursprung im Urßlen, und stronii noben Campodolcino , bey St. Maria, und St. Giaconio h«^unterhalb Cleven in den Meran . *

* Lyräus, (Justus) ist zwar nicht,durch schritten bcrMnwrben, jedoch einiger Massen merckwürdig. Ansanguch mer der schule zu Middclburg in Seeland vor. AachgtM-wurde er Recfor zu Utrecht . Weil sich aber unter ihm die n»<zahl der lernenden sehr verminderte, und cr ben vielen fchr vchaßt worden, trachtete man ihn zu bereden, daher iichnmnem ehrlichen einkommen begnügen, und die schule an,A>'sollte. Da er aber gezeigel, daß diese nicht durch icinc! i® ul ®abgang gekommen, gab man ihm die Profelhonem flum-mrurn Ritterarum in der neil-errichleten Academic, wclwc u m-im nov. an. 1646. da er gestorben, verwaltet. ScngucnuHat ihm parentirt. Man findet auch eine» briefCunai, daer ihn an Nyporten, den Lscrerarium von Utrecht , reeoin --