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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lys

ftine macht und authoritat über alle Massen sehr. Allein erbefleckte seine tapfern thaten durch seine unnatürliche gransam-kett gegen seine blutsverwandten. Wie er dann seinen eigenensöhn Agathoclen , nachdem selbigen seine stieftmutlcr Arsinoefälschlicher weis eines Verbrechens beschuldiget hatte, unterdem falschen vorwand, als ob ihm solcher nach dem lebengestanden, im gcfangnis hinrichten liest. Diese und anderegrausamkeiten mehr verursachten, dast seine besten freundevon ihm absetzten, damit ihnen nicht auch dergleichen wi-derfahren möchte. Sonderlich trugen viel dazu bey ftinesgetodletcn sohns Wittib Lysandra, welche eben der Arsinoeschwester war, sowol als Alexander noch ein anderer söhn desLysimachi. Diese flohen zu Seleucy, und hetzten ihn zumkriege wider ihren blut-dürstigen vatter und schwäher an, undSclcucuü verstünde sich um so lieber dazu, als er bey dergrossen menge der befehlshaber Lysimachi, welche sichüber den unbilligen tod Agathoclis mistvergnügt bezeugten,und welche Lysimachus durch die auch wider solche noch täg-lich verübende grausamkeit gleichsam mit fleiß vermehrte, sichziemlich Hoffnung machen könnte, daß sich deren ein grossertheil zu ihm schlagen würden. Es geschahe auch dieses in derthat, sowol von andern , als insonderheit von Philetäro ei-nem versckmittencn, welcher das schloß zu Pergamo , nebeneinem grossen theil der schätze Lnsimachi in Verwahrung hat.tc, und von Theodoto, so über das zu Garden gesetzet war,und als würcklicher Schatzmeister des Lysimachi, ebenfallsviel von dessen geldern aufhielt; wiewol jedoch dieser letzterenicht so fast aus trenlofigkett, als weil Seleucus durch se-tzung einer grossen summe gelds auf seinen köpf, sehr listig-lich zwischen ihm und seinem unterhabenden volck mtsttrauenund Uneinigkeit zu stiften gewußt, und selbigen dadurch zurÜbergabe gezwungen hat. Doch ließ Lysimachus den muthnicht sinckcn , sondern zog auf ersten empfangenen bericht inAnen hinüber, da es dann in dem theil Phrygiens , so amHellesponl liegt, zum treffen kam , in welchem Lysimachuszwar sehr tapfer föchte, und nicht wenig Hoffnung hatte,den völligen sieg zu erlangen, als er von einem gewissenMalacon, aus Heraclea gebürtig, mit einem wurf-pfeil durch-schossen, sieg, leben und Reich auf einmal vcrlohre, in dem74. ,ahre seines alters. Man fand hernach seinen cörper un-ter den erschlagenen , und wurde er daran erkannt, daß seinHund dabey lag, welcher nick>t von der stelle gewichen war,und den todten leichnam einige tage wider die vogel und ranb-thiere beschützet hatte. Nach einigen soll ihn sein vorgemeldrersöhn Alexander , welcher damals unter Seleuci armee war,nach andern einer nahmens Thorax, aus der stadt Pharsaliagebürtig , und zwar in der von dem verstorbenen erbautenund genennten stadt Lvsimachia in einem tempel begraben ha-ben , welcher tempel auch nachmals von ihm den nahmenLysimachium bekommen. Sonst hatte dieser Herr mit ver-schiedenen weibern, worunter die letzte Arsinoe, des Egypti-schen Königs Ptolemäi Lagi tochter war, viel kinder gezeu-get; aus welchen aber schon iz. durch verschiedene und meistunglückliche zufälle vor seinem tode waren hingeraffet worden.Justinus und Seneca berichten von ihm, daß ihn Alexan-der AI. weil er dem gefangenen Philosopho, Callistheni, zu be-schlcunignng seines tods gift reichen lassen, einem löwen vor-zuwerffen befohlen, welchem aber Lysimachus mit der Hand,die er mit dem kleide verwahret, die zunge aus dem rächengerissen; doch giebt Curtius dieses vor eine fabcl an, und erzeh«let vielmehr, daß Lysimachus einstens von einem löwen andem arm heftig wäre verletzt worden, Alexander hingegen bey»einer andern gelegenheit ein solches thier gantz allein so glück-als tapfer bestricken und erlegt, auch eben dabey auf des Lysima-chi widriges begegnis gestdimpfel hätte. Andere melde,» noch,der erste ansang zur genossenen gunst, welche Lysimachus beyAlexandro besessen, wäre davon herkommen, daß , als jenernoch unter des Alexandri leib-wacht diente, er selbigem aufeine gewisse zeit im fortrennen zu pferd einen langen strichweqs allein zu fuß des Pferds schweif in der Hand haltendgefolget sey, aber dabey von dem König durch unversehenerück-wendung des speers an der stirn heftig wäre verwundetworden. Wie nun die wunde sehr geblutet, und kein an-deres band zugegen war, hätte ihm Alexander sein diademaoder Königliche binde selbst um die stirn gebunden , worausauch der damals berühmte Wahrsager, Aristander, dem Lvsima-chv soll vorgesagt haben, er wurde einmal zum Reich ge-langen , aber nicht ohne mühe und kummer regieren. Diodor.lib. XIX. & XX. Jußbi. Ich. XIII. XIV. XVI. XVII. Q. Cur -tius, lib. VIII. vit. Alexand. Plutarch . Pausan. Euseb, Appian.in Syriac . Seneca , de ira , & clement. *

lysimachus, Aristidis söhn, welchem die Athenienser we-gen seines vatters meriten und lügenden ein gewiß erbtheilgaben , wie Plutarchus in dem leben seines vatters berichtet.Desgleichen war auch ein Medien» dieses nahmens, Hippo-cralls anhänger, »vie auch ein Griechischer geschicht-schreiber,von Alexandri« gebürtig , welcher eine Historie von Egvpten,so von Joseph» angeführet wird, und andere wercke mehr,insonderheit aber einen tractat von dem fclb-bau, dessen Pli-uius gar oft gcdencket, geschrieben hat. Voffius , lib. III. deKiltor. Gnec. & Sitnler. in epit. bibl. Gesner.

Lysimachus, ein Jude, wurde von dem König Antiocho

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A. AI. ;882. zum Hohenpriester an seines bruders Menelaistatt, weil dieser das dem König wegen solcher würde ver-sprochene gelb nicht entrichten konnte, ernennet. Er machtees aber so dund, daß er die silberne und andere geschirre auSdem tempel stahl, darüber aber um das leben kam. Maccab.lib. II. Tornieü . Satiama , &c.

Lysippus, ein berühmter bildhauer , von deren art, wel-che aus ertz bilder verfertigten , »var von Sicyone gebürtig,lebte zu Alexandri AI. zelten, und war anfänglich em schlos-ser, legte siech aber nachgehends auf die vvrgemeldte kunst,und zwar ohne lehrmeister , ausser daß ihm der mahlerEupompus den rath gegeben hatte, er sollte die natur zumlehrmeister annehmen, und deren folgen, auch er selbst zusagen gepflegt, ein gewisses auS stein gehauenes bild desPolycleli, welches man den Doryphornm nennte, und einenmann mit einem spieß in der Hand vorstcllete, wäre sein Mei-ster gewesen. Man mercket von ihm an, daß er auch diesubtileste theile der leider , haare, ädern und dergleichenzu allererst, und zwar sehr nett ausgedrückt, auch'die ge.naueste Proportion und symmetrie in acht genommen habe.Die anzahl seiner verfertigten stücken ist um so mehr zu be,wundern , als sie fast alle gar fürtreflich sollen gewesen seyn,selbige soll sich auf die sechs hundert und zehen erstrecken,dieses aber erst nach seinem lobe, und zwar dadurch klar ge-macht worden seyn, da er von dem für jedes bild empfan-genen qeld eine güldene müntze in einen verschlossenen kästen zuwerffen gewohnt gewesen, sich bey dieses ecöfnung die bemeld-te zahl von 610. stücken endlich gefunden habe. Unter andernwercken hat dieser künstler auch eine ftakne verfertiget, welcheeinen menschen vorstellte, der sich rieb, als wann er aus dembade käme ; welches so vvrlreflich nach dem leben gemachtwar, daß Agrippa solches stück als eine sonderbare zierde vorseine bäber ;u Rom setzen ließ. Nachgehends bekam Tideriuslust dazu , und ließ es in feine eigene cammer, an dessenstatt aber eine sehr schöne statue vor die bäder setze». Die-ses verdroß das volck so sehr, daß, ob es sich gleich vor demTiberio fürchtete, dessen ungeachtet ausschrie : daß sie diestatue an den vrt, wo sie vorhin gestanden , wiederum hin-gebracht wissen wollte». Welches dann Tiberium bewöge,wie lieb ihm auch das bild war, den befthl zu geben, daßman solches wieder an seinen vorigen ort hinsetzen sollte.Dieser Lyflppus hatte auch eine grosse statue von 'der sonneverfertiget, welche in einem wagen von 4. pfcrden gezogen,und zu Rhodus angebälet wurde. Gleicher gestalt hatte erauch Alerandrum M. und dessen vornehmste freunde, ja gareinen lrupp reuter, wie sie ihn begleiteten, doch jeden ab-sonderlich , abgebildet, welche statuen Metellus, nachdeiner Maccdonien erobert, mit sich nach Rom brachte. So istauch bekannt, daß er einer der drey berühmten meister ge-wesen , von welchen sich eben dieser Alexander allein hatwollen abbilden lassen, nemlich von Avelle mit färben, vonPyrgotele in stein, und durchLysippum in ertz. Erhalte,,söhne, mit nahmen Dahippus, Bedas und Euthrates, die al-lerseits durch ihn berühmte bildhauer worden , wiewol derletzte den grösten rühm in dieser kunst erlanget. Plinius ,.lib. XXXIV. c. 8- Plutarch . Arianus &c. Junius , de pictu-r a vet. *

Lysiö, ei» Pythagoreischer Philosophus , Epaminondä lehr-meister , florirte A. ss. ,66. Olymp. XGVIII. nebst Philistione,so einer von Eudoxi Lehrern'war. Man hält davor, daßdieser Lvsis oder sein schülcr Philolaus diejenigen verse ge-macht habe, welche unter dem nahmen der PythagorischenLarminvm bekannt sind. Aldus Manutius hat unter andernzu Venedig gedruckten Griechischen bliesen auch einen mitheraus gegeben, welchen Lvsis an Hippa abgelassen hat. Ebendiese epistel hat Thomas Galeus mit in seine Opukcula AIv-thologica Ethica , Physica , so zu Amsterdam an. l688. in 8.heraus gegeben worden, einrücken lassen. Dkg. Laert. &Jamblichus , in vita Pythagora. VoJ]'. de Histor. Gr$c. lib. IV.p. 4,5. Simler. in bibl. Gesner. rabricius, bibl. lib. II. c. 10.p. 4a,. & c. 1,. p. 464.

* Lysistratus, ein brnder des berühmten bildhauers Lvsippi,brachte es sonderlich in der gips-arbeit sehr hoch , wie er dennder erste gewesen , so die menschen nach ihren gesichtern ingips-form , darein zerlassen wachs gegossen wurde, sehr ähn-lich abzubilden gewlißt. Es stieg auch diese wissenschafft inkurtzer zeit so hoch, daß man alle bilder und statuen in dohnverfertigte, daß also diese kunst viel alter muß gewesen seyn,als aus ertz zu giessen, Ylinius , hist. nat. XXXV. 12. ob-gleich , wie Varro bezeuget, bereits noch vor erbauung deslempels der Cereris, bilder aus ertz in den tempeln sind an-zutreffen gewesen.

* Lystus, (Henricus) ein Lutherischer Theologus, warzu Flensdurg in dem Hertzogthum Schleßwig, woselbst seinvatter, Johannes, Probst, Assessor des Confiltorii und Paltofan der Marien-kirche gewesen, den 24. october an. 1670. geboh-ren. Nachdem er zu Hause nicht allein in der Lateinischen und Griechischen spräche, sondern auch im Hebräischen ,Syrischen und Rabbinischen, gute gründe geleget, hörte erferner in der Welttveisheit und Theologie die bcrühnitestenLehrer zu Jena , Leipzig und Königsberg , wurde aber dar,auf an. 169». von seinem vatter nach Hause geruffen , und

stund