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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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»Igny, älterer bruder, diente von jugend auf seinem Könige imkriege, und da derselbe mit alle» nachbarn friede gemacht,trat er in Holländische dienste, woraus er nach seiner zurück-kunst die Reformirte religion verließ, und zu der Catholischenkirche trat. Mit feiner gcmahlin, Johanna von Warignies,zeugte er zwey söhne: i.) Der jüngere, Renatus von Ma-daillan de Lesparre, war Capitain bey dem cavalerie-regimcntevon Enghien , als er in dem 17. jähre seines alters in Bur­ gund bey einem scharmützel umkam. 2.) Der ältere, Ludo-vicus von Madaillan de Lesparre II. Marquis von Montatai-re rc. that an. 1646. seinen ersten feldzug , und befand sich mitbey der bclagerung von Mardick Dünkirchen. An. 1649.da er Lerida belagern hclffen, wurde er bey der compagnieleichter Pferde von Burgund Capikain-Liemenant, hielt sich inder schlacht bey Lens , wie auch in dem gefechte bey Charen-ton und dem Antoiiii thore zu Paris ungemein wohl, und er-hielt bald hernach die charge eines Mareohal de Camp , un-geachtet er nur 22. »ihr all war. Bey der innerlichen Unru-he diente er dem Pcintzcn von Conde, nach dessen entfernnngaber leistete er dem Könige bis auf den Niemagischen friedengute dienste , und starb an. 170g. den 17. mertz in dein79. jähre seines alters. Von seiner ersten gcmahlin, Susan,na von Vipart de Et. Croix , hinterließ er Armavdum, vondem hernach ; von der andern aber, Maria Theresia , einer loch-ter Rogerii Rabutin, Grafen von Bußl, und Louisä von Rou-velle, die von ihrer mutier her die erbin des geschlechts Lon-gueval-Dlanicamp war, zwey Ander: 1.) Rcginam» die sichan. 1711. mit Leone von Madaillan de Lesvarre, Grafen vonLassay, verehlichet. 2 .) Rvgerium Consianlem von Madail-lan de Lesparre, Grafen von Manicamp, welcher an. 172;. insemem 32. jähre als Brigadier der Königlichen armeen gestor-ben , nachdein er sich wenige monate vorher mit Anna Ga-brielle >e Deneur verycurakhet gehabt. Obvesagter ArmanduSvon MadaUlan-Lefparre, Marquis von Lassay, Lieutenant-Ge-neral in dem Gouvernement von Bresse , Bugey , Ger und Val-romey , so an. rS;r. den 8. may gebohren , Und, nachdem ersich im kriege gantz besonders hervor gethan, an. 1724. den 3.tun. mit den Königlichen orden beehret worden , hat drey gc-mahlinnen gehabt. Die erste, Maria Martha Sibour, starban. 167;. nachdem sie ihm Mariam Constantiam Adelheid ge-bohren , welche mit Caspare Alexandro, Grafen voll Coligny ,verehlichet gewesen, und an. 172;. in ihrem 31. jähre mittode abgegangen. Mit der andern, Maria Anna Paiol, zeug-te er Leonem, von dem sogleich. Die dritte, Julia von Bour«bon, eine legitimirtc tochter Henrici Julii von Bourbon III.Printzcn von Conde, so er sich an. 1696. beylegte, ward ei-ne mutter Annä Louisä , welche sich an. 171;. mit SimoneGabriele, Marquis von O, verheurathet, und an. 172;. daszeitliche gesegnet. Kurtz vorher erwehnter Leo von Madaillande Lesparre , Graf von Lässay r beaab sich an. 1696. in kriegs-bienste, bnssete in der schlacht bey Hochstädt seine freyheil ein,und wurde an. 17,9. Brigadier der Königlichen armeen. Erhat sich, wie oben gedacht, a». 1711. mit seiner muhme,Regina, einer tochter Ludovici von Madaillan de Lesparre,Marquis von Montalaire, und Mariä Theresiä von Räbutin,verehlichet. La Roque , hüt. de la irtülson dHarcourt. Etatde la France, tcin.lll. IV. Ansetme, kill. geneal. tom.IX. p.27t.

^ltadaura, eine stakt in Aftica , an den qrentzen von Ge-tullen und Numidicn , allwo ehemals eine berühmte Academie,worauf Augustmus studiret, wie auch ein Bisthöfflicher sitz un-ter Cartbagv gehörig , gewesen. Sie ist auch deswegen be-kannt , weil sie vor des Apulcji vaiterland angegeben wird.Pltnlus, Ptolemaus, Marmolius, Ortclius und andere ge-dencken ihrer.

zaddesparan, von andern Maderaspatan genennet,ist em Hafen in dem Königreiche Bisnagar, südwärts von Mas«lipalan gelegen , und nur eine halbe weile von St. Thomas,einem andern Hafen, entfernet. Nahe daben ist das Englischefort St. Georg, nebst einer allgemeinen factorie für alles,was die Königreiche Golconda, Pegu und Bengala angehet.

Tavetn. P. V.

* Madelenet, (Gabriel) ein Lateinischer Poet, war zu St.Martm-du-Puy, einer kleinen stakt an den grentzen von Bour»gogne, um das jähr 1387. gebohren. Wiewol sein vattcr we-nig mittet halte, ließ er ihn doch mit gehöriger sorgfall er-ziehen, und schickte ihn anfänglich in d,e Jesuiter-schulen zuRevers, nach diesem aber nach Bourges , allwo er die Phi-losophie und Rechlsgelchrsamkeit studirle, und sodann Licen-tiatus wurde. Hieraus bekam er an. 1610. eine stelle unterden Parlcments-Abvocaten zu Paris , und setzte sich durch eini-ge rechts - Händel , welche er geführet, in einen guten ruf,gab aber diese lebcns - art bald wieder auf, um desto ungehin-derter der Poesie und andern schönen wlssenschafften obzulie-gen. Als ihn einige zeit hernach der Cardinal du Perron ken-nen lernen, bot ihm selbiger sei» Haus und kafel auf einesehr höfliche art an , daß er es nicht ausschlaqen konnte, aufdessen verlangen er auch nach der Hand an. 1617. eine Secrcta-ricn-stelle bey dem cadinet annehmen muste. An. >623. machteer wegen eroderung der stadt Rochelle dem Cardinal Richelieu zu ehren eine ode, welche diesem Minister dergestalt gefiel, baßer ihn dafür alsbald mit einer jährlichen pension von 700. kha.lern zum Königlichen Rath und Dollinetscher in der Lateinischen

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spräche machte. So gab ihm auch der König Ludovicus XIII.ein jahr-gelb von zoo. thalern, welches er noch unter Ludovi-co XIV. zu geniesscn hatte, da ihm auch der Cardinal Maza-rin , nach dem rxcmpel seines Vorgängers, des Richelieu , vor .ftinen theil eine pension von 1000. livres jährlich zahlen ließ.Er starb zu Auxerre aufder reise den 20. nov. an. 1661. SeinePoesien , in welchen eine grosse reinigkeit der Worte, aber wenigfeuer und Nachdruck steckt, sind ein jähr nach seinem tode unterdem titul: Gab. Madeleneti Carminum Libellus zustimmen ge-druckt , und an. 1725. wieder aufgeleget worden ; es ist aberdie erste ausgäbe der letzter» in vielen stücken vorzuziehen. Seinleben, welches Petrus Petit aufgesetzet, ist in beyden editionenanzutreffen. Add. Titan du Titlet , Parnasse Frantjois.Mädeln, siehe Magdeln.

MAUELONE i 1 'hS , pflegt man nicht nur diejenigenweibs-personen, welche nach dem erempel Mariä Magdalenä ,von ihrem vorigen unzüchtigen Wandel abzustehen,' und derweit sich gän tzlich zu entziehen veranlasset worden, sondern auchdiejenige klöster zu nennen, worinn dergleichen weibs-bildereingeschlossen sind.

* Madenburg , ein schloß, welches Georg, PfaltzgrafamRhein und Bischoff zu Speyer , von dem WürtembergischenHcrtzoge Ulrich samt der umltcgenden gegend erkauft, und daes an. i;2;. von den aufrührischen dauren zerstört worden,auf das schönste wieder aufgebauet hat. Crußi annal. Suer.P. iJI. lib. X. c. ;. ex HruJ'bto. M. Stein-voeeg. manuscr.

Madera, oder Layna, ein fluß in dem mittägigen Ameri-ca. Er entspringt in dem südlichen theile der landschafft Peru ,fließt durch das land der Amazonen , und fällt endlich in denfluß Rio de las Amazones genannt.

Madera , ist eine insul auf dem Atlantischen meere gegen diewestliche gegend von der Barbarey zu liegend, und eben dieselbi.ge, welche von Plinio Lerne Atlantiea genennet wird. Sie wirdvon einigen wegen ihrer schöuheit und fruchtbarkeit die Königinder insuln genennet. An. 1420. entdeckten sie Johannes Gon-salvo und Tristan Vasaus oder Fas im nahmen des Königs inPortugall, unter dessen botmaßigkeit sie stehet. Sie ist über undüber mit büschen und wäldern bedecket. Die Haupt-stadt darin»ist Funchal oder Funzal, ein Bischöfflicher sitz. Nebst dersel-ben hat diese insul unterschiedliche kleine stäbte, und in allem 36.ktrch-spiele. Die Portugiesen hiessen sie Madera , weil sie selbigegantz mit wäldern bedeckt fanden. Sie steckten selbige mit seueran, um die insul zum acker-bau geschickt zu machen, und un«terdessen, da es brannte, retirirten sie sich auf ihre schiffe, wor-auf sie wegen Mangel des wassers viel ausstunden, weil das seuerüber ihr vermuthen bey so vieler findender Nahrung und sehr dickin einander stehendem holtze länger währete, als sie vermuthethatten , und zwar an einigen orten der insul ein gantzes jähr.Doch entstünde nachmals der Vortheil davon, daß der bodender gantzen insul eine »»gemeine fruchtbarkeit erlangte. Also istdiese insul auch mit bergen und sehr fruchtbaren und lustigen ebe-nen angefüllet. Sie hat einen grossen Überfluß an brunnqueüen,zucker-rohren , Honig, wachs und körn. Man bauet darinn gu«ten wein , wozu man die pflantzen aus Candia hingebracht hat.Die trauben sind in die 2. fuß lang und sehr breit. Der haft»ist nicht sicher, die küsten aber sind sehr gut. -Die sogenannte in.sul, sonsten auch del Porto Santo , ist an. 1420. oder nach andernan. 1428. von den Portugiesen erfunden, und ist fast allezeit miteinem dicken nebel bedecket, daher sie von den schiffern nicht oh-ne mühe kan gefunden werden, auch von einigen den beynahmender unzugänglichen insul empfangen hat. Sie wird von Made-ra durch einen canal abgesondert, und wegen des darinn befind-lichen vielen wildprets la Garenne de Maderes , oder der wild»prets-behalter von Madera genennet. In der >>-.sul Maderaselbst hat man 8. aus schiffen gebaute brett-mühlen oder sägen,und es wird von dar ein grosser Handel mit riben - bäumen undcedern in Portugall getrieben. Man findet allda viel ringel-tau«den , wilde pfauen, Wachteln und canarien-vögel. Einige be-richten, daß diese insul zuerst von einem Engclländer, mit nahmenMachan, an. 1344. entdecket worden, welcher nebst etlichen Perso-nen daselbst gelassen wurde, und hieraufin einem offenen kahne,so von einem einzigen bäume gemachet, in die Barbarey kam,worauf er von den Mohren Petro IV. dem Könige in Aragonien ,als ein wunder präsentiret wurde. An. 1393- schickte der KönigHenricus von Castilien zum andern mal einige schiffe aus, sowoldiese als auch die Canarien-insulu aufzusuchen,welches gut abge-lausten zusseyn scheinet. Denn 011.1417. wurde Rüben de Brach,mont, ein Französischer Edelmann, ausgeschicket, die Canarien-insuln zu erobern. Die insul hat einen seinen Hafen , und einwohl-bevestigtes fort. Wein und obst wächst allhier in menge,von gctreyde aber sehr wenig,so daher mehrentheils entweder ausFranckreich oder Teneriffe herzu qeschaffet wird. In ihrem um.sänge begreift diese insul ohngesehr 30. mellen. Porius berichtet,daß sie die gröste insul aus dem Atlantischen nieere sey, und 160.Englische meilen in ihrem umkreise auskrage. Ausser vielenbrunnquellen hat sie auch 8. kleine flüsse » wodurch sie so fruchtbarund anmuthig, als ein garten,gemacht wird; und was sie hervorbringet, das ist vortrcflich gut. Der Bischoff von Funchal hat8000. ducaten einkommens. Die latitudo ist 3 2. grad. Hackt.tom. II. P. II. p. 1. & p.7. Marmol . Davit. Dapper. defcr. Afr. *

* Madexus - (Johann Joachim) gebohren im iahr 1626.den 7. aug. z» Hannover , war der Geschichte Profellor zu

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