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hre gegen das süd-östliche theil der msn zu aufgerichtete colo-nien w beschützen. Die luft ist über alle mästen heiß, so daßsie niemals weder schnee noch eis haben. Es sind ,n dieserjiifiil unterschiedliche eiftn-und feine stahl-aruben, wie aucheinige gold-berawercke, deren gold aber sehr bleich ist. Diemeisten edelge,keine werden in ihren fluffen gefunden. Es istdarin« ein grosser Überfluß von vortreflichem Honig, welchessüsser und härter als unsers ist, und dem zucker ähnlich siehet.Die einwohner machen wein aus Honig , welcher der gemein-ste ist , desgleichen auch aus zucker, und eine gewisse arl vonodst-moste, und erzeigen sich dabey überaus lustig, wie siedann ohnedem zum singen und tantzen gar sehr geschickt und.Sie ziehen öl aus unterschiedlichen pflantzen , fruchten undkörnern , und haben eine gewisse art von erde, die so gut in,als die teira sigillata in der inful Lemnos . Es wächst auchallhier viel weisser Pfeffer , und ein kostbares wohlriechen-des holtz von unterschiedlichen färben. Sie haben auch vielschilftröhre , die sehr hoch und dicke, groß und rund sind,woraus sie topfe, flaschen, musicalische instrumentc, kahne,so zwey Personen halten, und sessel machen. Diese röhre, wel-che sie Bamboches nennen, haben inwendig einen kern, sovon den Indianern und Arabern der zucker von Bamdas oderBamboches genennet wird. Ferner so wächset auch sehr gutertoback allhier, und eine gewisse art von Hanf, dessen blätter dieeinwohner an statt des tobacks gebrauchen ; wer selbige kauet,schläft davon ein, und wird hernach über alle Massen lustig ;die aber dessen nicht gewohnt sind, werden davon ;. oder 4. tagerafend und unsinnig. Die einwohner werden öfters mit Heu-schrecken gcplaget, welche alle ihre getreyde und früchte verder-ben ; diejenigen aber, so im lande gedohren, sammeln selbigezusammen und essen sie. Es sind keine schädliche lhiere darinn,ausgenommen crocodille, und grosse , jedoch nicht giftigeschlangen. Der natürlichen einwohner sind zweyerley arten,schwache und weisse; die letztern scheinen ihren nahmen undgebrauchen nach von Jüdischem stamme zu seyn. Sie gehenalle miteinander nackend, ausser, daß sie die schäm bedecken.Vornehme weibs - Personen haben einigen ausserorbentlichengeringen Habit. Die männer pflegen ihre weider zu kauffen,und deren so viel zu halten, als sie ernähren können, welcheaber stätige feindschafft unter einander führen. Die hurereywird bey ihnen so wenig gestraft, baß an theils orten die kindervon den eitern noch dazu angereihet werden ; sie sind behertzt,und fragen nichts nach dem tode; in ihren feldzügen tantzendie stauen und töchter tag und nacht, schlafen in ihren Hüttennicht, und enthalten sich , wie sehr sie auch sonst dazu geneigt,von allem beyschlaf, aus furcht, ihre männer börsten sonstgar umkommen, oder doch verwundet werden, da sie hinge-gen durch ihr tantzen frischen muth und stärcke bekämen.Ihre wassen sind wurf-spieffe, bogen und Pfeile; ihre sprächeund schreib - art kommt der Arabischen gleich ; ihr papierist gelb, aber sehr glatt und fein, und ist aus der innern rindeeines gewissen baums gemacht; ihre dinte ist eine art vongummi, und ihre federn sind von einem gewissen schilf-rohregemacht. Sie glauben an einen Gott, der Himmel und erdenerschaffen, das gute belohnet, und das böse strafet; sie erken-nen auch gute und böse enget, und fürchten sich überaus vordem tcusel, wie sie ihm denn auch allemal das erste von ihremessen und trincken zu opfern, und es auf die erde zu gieffenpflegen, um ihn zu befriedigen, daß er sie nicht beschädige.Sie schreiben auch diesem die urjache von dem falle Adamszu, und geben vor, daß ihn der teufet überredet, er brächterhm von GOtt erlaubnis, von allem, was ihm beliebte, zueisen. Hierauf wäre Adam aus dem Paradiese getrieben wor-den, da er denn an der Hüfte ein geschwür bekommen, auswelchem , als es aufgebrochen, ein mägdlein hervor gekom-men , welches nachgehends seine stau worden. Sie bekennenauch, daß Christus in die weit gekommen, und von keinemmanne gezeugel, sondern von Maria ohne schmertzcn qebohrenworden. Ihre Priester sind gewöhnlicher maffen zäuberer,welche ihren leuthen gewisse zauberische characteres geben,um sich dadurch von allen beschädigungen des teufcls zu bewah-ren , diese nehmen auch so gar die einwohner mit ihrem ader-glauben ein, daß sie die neugebohrne kinder, wenn sie etwa inunglücklichen zeichen oder monaten, wofür sie den mertz undapril halten , auf die welk gekommen, undarmhertziger weiseverichmachten lassen. Sie leben in Horden, wie die Tartarn ,unter einem gewissen Obersten, den sie Tschtk nennen, dessengewall sich sehr weit erstrecket , deren er sich oft tyranni,Wer werfe mißbrauchet. Die provintzen werden durch kleinepursten regieret, lind das volck ist in unterschiedliche ordnun-gen eingetheilet. Wenn einer von dergleichen Fürsten stirbt,so erwehlc» dessen uilterthanen einen andern, welcher sie mitetwas zu de,chencken verbunden ist. Wenn die grossen Herreneinander zusprechen , so pflegt derjenige, welcher die visile cm-ft 1 ' ^m andern sein schönstes weib zu stinem willen zuübergeben; und auf eben solche weise tracliren auch die unter«thauen ihre freunde und fremde Personen. Mandelslo, Jndia-msche relse-beichretbung. Flacourts und Dappers bcfchrci-bunq von Madaga,car. ' ^
* Madaillan, ein berühmtes Französisches gefchlecht, wel-ches von elnerin Agenois gelegenen Baronie den liahmen an»genommen. Wilhelmuü von Madaillan, Herr von Lesparre
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in Medoc, lebte zu anfange des XIII. fecull unterAugusti regierung, und hatte Adelheiden, eine tochter Almnrici VIII. Vicomtcns von Rochechouart, zur ehe. ©nnlbbn,Ponce Amanjeu , Baron von Madaillan, Herr von Lch«.re rc. war an. 124;. nebst andern Baronen in Agenois bür«,'daß der Graf von Toulouse den lractat, welchen er an. ii-smit dem Könige Ludovico 8. geschlossen, vollziehen würde, ühatte einen söhn , Amanjeu, Baron von Madaillan, Hm»von Lesparre , rc. welcher an. 1271. nach absterben der Fu,fen von Poiticrs, dem Könige Philippo III. huldigte, undBaron von Madaillan , Herrn von Lesparre rc. nach jidi 14Derselbe hielt es beständig mit den Engeüändern, und »!mit Cäcilia von Durfort zwey söhne, welche zwey lautn «,richteten.
I. Der ältere, Wilhelmus Amanjeu von Madaillan, Hmvon Lesparre , folgte den fußstapfen seines vattcrs, thal dn,Engelländern wichtige dignste, und wohnte an. izz«. daschlacht bey Poitiers , darinn Johannes, König von Franc!,reich, gefangen wurde, mit bey. Sein söhn, Wilhelmus Ära,mon von Madaillan , Herr von Lesparre , rc. hielt gleichfallsder Engelländer partey, föchte an. 1367. mit in der schlach!bey Navaret, und half an. 157°. Limoges belagern, äa,1577. wurde er in einem see-treffcn von den Spaniern einen,gen, und muste über ein iahr in Spanien bleiben, bis er an.i?79. krafft des zwischen den Königen von Spanien undNavarra geschlossenen friedens, auf freven fuß kam. Er nweb.te an. 1 ?89. sein testament, und hinterließ von JsabcllaIn-pons, Frau von Gensac, Wilhelmum Amanjeu vonMcnl-lan II. Herrn von Lesparre rc. welcher an. 1408. Jvhannani,eine tochter Johannis III. Grafen von Armagnac, Henri«,und mit ihr Lancelotnm von Madaillan, Herrn von Lchamrc. zeugte. Derselbe wurde, weil er den Engellandern Wen-ne in die Hände liefern wollen, an. i4?4> zu Poitiers nil-hauptet, und sein vermögen confiscirt, woraus sein söhn, Z«hannes von Madaillan , den ihm Johanna von Estiffacgebchren , an. 1458. von Amalrico Fregcant d'Estissac mit der Be-dingung , daß er den nahmen und das wapen von Estisni fah-ren sollte, zum erden eingesetzet wurde. Dieser bekam mit ^Hanna de la Brousse ezwey söhne: 1.) Der jüngere, Gedme.dus von Estissac» war Bischoffzu Maillezajs. 2.) Berm-duS, Herr von Estissac, zeugte mit X. Chabot-Jamac zm»söhne, davon Arnoldus nach seinem vetter Bischvffiu Macllc-zais worden , Ludovicus Herr von Estissac aber, der an. i;sz.gestorben, von Louise de la Beraubtere nur zwey töchicr nach.gelassen, davon die ältere, Claudia, Estissac ihrem gmahl-Francisco von la Rochefoucault, zugebracht.
II. Amanjeu von Madaillan II. abgedachten Wilhelmi Aman-jeu von Madaillan, Herrn von Lesparre , jüngerer brütn,hielt es mit der Französischen partey, und bekam deswegen dieHerrfchafft Monteille in Agenois, welche seinem vatier zugc.höret, wieder. Sein söhn, Amanjeu von Madaillan 111 . Hmvon Montviel rc. zeugte mit Johanna von Lambertie, Ar»au!>ton von Madaillan, Herrn von Montviel rc. welcher an. 141s·da er kaum i;. jähr alt war, der schlacht unweitAzincommit beywohnte, und an. 1460. bie Herrfchafft Montataire ansich brachte. Er hinterließ zwey söhne: i.) Der jüngere, etc*phanus von Madaillan, Herr von Montviel, hat keine bestan,dige posterität gehabt, und ist der letzte davon durch den Mar.schall von Themincs in einem dnell entleibet worden, r.)Der ältere, Guichard von Madaillan, Herr von Montataire ,stund als Capitain in Königlichen diensten, und zeugte >mtJohanna von Marconville, Wilhelmum von Madaillan,Herrn von Montataire , welcher sich mit Charlotte de la aro»que, Frau von Roderval, Ruye und Morus, verheliralycie.Diese gebahr ihm Ludovicum von Madaillan,Montataire, welcher an. 1^74. Königlicher CainmerJuMr,Gouverneur von Pont-Saint-Esprit , undLiciitenantin ^evea-ncs war, und von Margaretha du Fay, Frau von Poni-LüMMaixante, einer nahen verwandtin des Admirals von wmJohannem von Madaillan, Herrn von Montataire , nawmließ. Derselbe pflichtete der Reformirten rcligion, danim >0seine Mutter nach des vatters tode erzogen , beständig oev, wdem Könige Henrico IV. absonderlich in der schlacht oco A-ques gute dienstc, und stund noch an. 1624- ^ ruroXIII. in gutem ansehen. Mit seiner gcmahlm, Lwtw rChauvigny, die ihm nebst andern in Anjou und Normam-gelegenen güthern , den grösten theil von dem Margmiai- -fay izugedracht, bekam er zwey jvhne, Jiaacum uno re
iP i.) Der jüngere, Philippus von Madaillan, Hm 00aChauvigny , hinterließ zwey söhne: 1.) Philwpum, Gvon Madaillan, Marquis von Lesparre , welcher amv·den 11. ocl. in dem 89. jähre seines altcrs das zeimch isegnet. 2.) Amalricum von Madaillan de kesparre , ^cher an. 1719. bei, i. sept. da er sein leben aus 7^. > d ^bracht, mit tode abgegangen. Dieses letzter» oh»Susanna Dudois de Guicheveve gcbohren, Lud mM dphus von Madaillan de Lesparre, Graf von EhauviM,unter des Königs Gcndarmes Fähndrich gervcjcn , u vsich an. 1718. mit einer tochter Ludovici Bechameil, Mara»von Nointcl, Königlichen Slaats-Raths, oerchlcche .
11 .) Jsaacus von Madaillan, Herr von Monla»in:, i _quis von Lassay rc. obgcdachtc» Philippr, Herrn vo