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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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fjtiik Pineda, ein Frantifcaner , welcher de Monarchia ecclesiaftica,geschrieben , in ihr gebühren worden. Dem Könige FerdinaN-do Catholico soll mein prophezeyct haben, daß er zu Madrigalsein leben endigen würde, um welcher Ursache willen er sich stetsr w- gehütet , an diesen orr zu kommen. Nachdem er aber in einemkräncklichen zustande herum gcreiset, und ungefehr nach Ma-drigaleio , einem kleinen und schlechten korse in der Spanischen.y? 1 *»! provintz Ertremadura, zwischen TruxiUo und Guadaloupe, ge-kommen, starb er daselbst au. i;i6. und erfüllcte dadurch die ob-angedeutete prophezeyung. Coimmar , deüc. de lEsp. p.212.37?.

.f** * Madruzzi, (Christoph) der Cardinal von Trident ge-

-»» 2 ^ nannt, ein jvhn Johann Gaudentli, war im jähr ,312.

gebohren, studirte zu Bononien, und ward in feinem r8."^*1 jähre Bischoffzu Trident, auch folacnds Adminilkrator des Biß-thums Briren, und Gouverneur zu Mayland. Im fahr 1344.ward er Cardinal, und wohnte an. 1343. dem Trideutinischen!®s. 3 hsj; Concilio bey, da er denn gar sehr darauf drang, daß für-^ fafeic uemlich die kirchen-zucht »vieder hergestellt, und den Layen dielürle lr lestmg der H. Schrift in ihrer mutter-fprache gestattet würde,M!». worüber er öfters mit dem Päpstlichen Legaten, dem Cardinalde Monte , in grosse streitigkeiten gerieth, auch daher sich dcs-1 »!»^ selben erhebung auf den Päpstlichen stuhl sehr widersetzte,, sol-bi öi<> che aber doch nicht hindern konnte. Nachdem er vom Kay-inbiii i; ser Carolo V. und dessen söhn Philipps II. in verschiedenen(tei Staats-geschäfften und Verschickungen war gebraucht worden,

M m>' legte er sein Bißthum zu Trident nieder, verwallete verschie-Vene Gesandtschafften mit gutem rühm, und starb im jähr 1,78.als Cardinal - Decanus. Er war ein freund der Gelehrten,und ein gutthätiger Mann. Paüavicim hist. Conc. Trid.Thuanus. Ughelli Ital. sacr. tom. V. p. 649. und tom. I.

I jjj) p. 147. Papadopili , Gymn. Patav. tom. II. p. 79.

*Madrmzi, (Ludewig) ein söhn Nicolai, ein CardinalIsti: und Bischoff von Trident und Brixen , in welchen Bißlhüm-ö' mcrn er seinem vetter, Christoph, gefolget ist. Er erhielt dieimn '.fc Cardinals-würde im jähr i$6i. von Piv IV. ward von Grego-l«!Äi rio XIII. dreymal als Legat nach Teutschland geschickt, wohn-tjäX;;.· te darauf dem Concilio zu Trident bey , und rieth sehr denreinSe? Laven den gebrauch des kelchs zu verstatten. In verschiedc-l», H&. nen Conclavibus , in denen er sich befunden, hat er allezeit diesa: Oesterreichifche parkcy mit grossem eifer unterstützet, und isttoi endlich im jähr ,600. zu Rom gestorben. Er war ein ange-wi, scheuer und verständiger mann, und erwies den armen viel gu-tes. Paflavicini hilt. Conc.Trid. Ughelli Ital. sacr. tom.V. p.649.

1 Kteii Madura, ist eine Asiatische inful und Königreich in Ost-Jn-t sw;: dien, nahe bey der inful Java. Es liegt dariun eine stadt glei-ikiseu ches nahmens unten an einem qebürge, welche einem Fürstenij (n# schöret, so unter dem nahmen Naique von Madura bekannt ist.utics Mäander, ist ein grosser fluß in Klein-Asien in Pbrygla ma-Ws jori, welcher aus einer gewissen brunnquell entspringet, so> Yki Aloerene genennet wird, und einen so krummen lauf hat, daßÜNse: er oft wieder zurück zu feinem Ursprünge zu kehren scheinet;d),,^ Hieraufalludiren viele Poeten in ihren fchriften. Endlich fallttodt; «r in den Archipelagum zwischen Heraclea und Mileto.

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Mäcenas , (C. Cilnius) ein Römischer Ritter, so von denHelrurischen Königen herstammcte, war ein sehr kluger undberedter mann, und ein grosser liebhaber des Müßiggangs,gleichwol aber, wenn es feine geschäffte erforderten, dabey überalle Massen fleißig und arbeitsam. Seine jugend brachte er miterlermmg der Griechischen und Lateinischen spräche, der philo-sophischen wissenschafftcn , darinn er dem Epicuro solgte, wieuicht weniger in allerhand anständigen lcibes-übungeu, zu. Au-gustus lernete ihn, da er etwas erwachsen, kennen, und hieltsehr viel auf ihn, wie er denn allezeit, wenn er im köpfe nichtwohl aufgeräumt war, sich in fein Haus tragen ließ, und da-selbst samt ihm die zeit mit schertz-reden vertrieb. Es hat ihntzlugustus wegen seines Verstandes und gefchicklichkeit öfters zuabhaudlungen der wichtigsten Staats-fachen gebraucht, undaus feinen rath allezeit viel gehalten, wie er denn durch feineVorstellung sonderlich svll ursach gewesen seyn,daß sich Augustus ,entschlossen , die herrschaffl über das Römische Reich zu behal-ten ; an statt Agripva, der andere vertrailtc freund Augustivielmehr zu Wiederherstellung der freyheit gerathen hat. Unterwährendem kriege mit Ver.Pompejo gab ihm Augustus die auf-sicht über Rom und gantz Italien , welcher stadt Mäcenas , wiesehr er auch sonst ein ruhiges und wollüstiges leben zu liebenschiene, dennoch fürkreflich wohl vorstund , und bcn grdster vonallen orten obschwebender gefahr alles in ruhe erhielte. Auchnach derstlbigen zeit liesse ihm Augustus jederzeit viele gewaltüber sich, wovon folgendes ein merckliches beweisthum ist.Als nemlich Augustus dereinst gerichte hielt, und wie esschiene, sonst etwas verdrieslich und erbittert, würcklich imbegriff war, viele Personen , welche übelchatcu begangen, zumtobe zu vcrurtheilen, geriet!) Mäcenas dadurch in sorgen, daßman selbigen deswegen für tyrannisch ausschrcnen würde. Weiler sich nun nicht zu ihm nahen , und ihn erinnern konnte, warfer ihm auf fein fchreid-täflein zu < darauf diese Worte stunden :stehe auf, hmcker, und packe dich fort. Dieses nahmAugustus , als der des Mäcenas aufrichtigen liebe versichertwar, gar im geringsten nicht übel auf. Jedoch wird berich-tet , daß er auf Augusti liebe zu seiner gemahlin etwas eifersüch-tig worden. Wicwol andere erzehlen, als die gemahlin-Histor. Lexicen IV. Theil.

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kenatis, Terentia , wegen ihrer schönheit allzu übermüthig gewe-sen , und mit der Livia des Augusti eheweib darüber streitendörfen , hätte sich Mäcenas feiner Terentia darin» zu viel ange-nommen , und wäre beshalben zwischen ihm und Auqusto einziemliches Mißvergnügen entstanden. Auch sonst merckte manan, daß Macenas diesem seinem weibe gar zu viele gewalt übersich ließ , auch zu einigen malen derselben wichtige geheimnis-se gcoffeubaret, sonderlich die Nachricht, so man erst noch ingeheim hatte von dem zusammenschwur des Muräna. Weil erauch , wie bey der heftigsten liebe etwan zu geschehen pflegt,sich oft mit ihr entzweyet, aber jedesmal bald wiederum versöh-net , schrieb Seneca hernach von ihm: ob er wol nur einefrau gehabt, hatte er sie doch wol tausendmal geheurathet.Er setzte, als er an. 746. starb, Augustum zu feinem er-ben ein , wie denn auch der Kaystr feinen Verlust sehr bedauerte.Er war ein grosser Patron der gelehrten leuthe, welches Virgi-lio und Horativ anlas gab, ihn sehr zu rühmen, und alsofeinen nahmen zu verewigen, wozu er selbst durch seine eigeneschriften das meiste würde beygetragen haben, wenn siegantz auf uns gekommen wären; so aber sind nur noch ei-nige stücke davon vorhanden, und insonderheit verschiedenesehr nette und artige verse. Seine angelegte gärten, vonihm Horti Meecenatiani genannt, haben lange den rühm be,halten, und eine probe seiner Neigung zu einer, doch ver-nünftigen Wollust abgelegt. Sueton . Dio. Plutarch . Tacit.Senec. in epist. Meibomius , de vita, moribus & rebus gestisM;ecen. &c. *

* Mägdlein-IVald, ( der 100.) la Deheffa de las denDonzellas, liegt in Spanien , in Neu - Castilien, einige Meilenvon Toledo . Bey dem ein-und ausgange dieses kleinen gehöl-tzes stehet die erklärung dieses nahmens in stein gehauen. DieHistorie und Nachricht davon ist diese: Nachdem die Mohrenin Spanien den meister gespielt halten , so muste der Königin Leon, Aurelius, im jähr 769. (andere sagen Maurogatusim 789. iahre) mit denselben einen schimpflichen frieden eingehen-und anstatt eines tributs , den Saracenen 100. Christliche jung-fern versprechen. Die geschicht - schreiber sagen, Maurogatushabe es eigentlich gethan , und zwar deswegen, weil Silo, Kö-nig in Leo», das Reich feinem nächsten anverwandte», Alphon-so, hätte zuwenden wollen, daher sich Maurogatus hinter dieSaracenen gesteckct, und ihnen diesen jungfern-tribut verwilli-get, nemlich?o. edle, und 30. gemeine, damit er die Cronebehaupten möchte. Diese mägdlein setzten die Mohren so lan-ge in ein schloß , welches in selbigem gehöltze war, bis sie sol.che wohl erwachsen nach Africa senden konnten, woselbst siehernach mit ihnen nach ihrem belieben umgiengcn, und selbigezur Unzucht brauchten. Als nun im jähr 791. Alphonsus II.zur regierung kam, nachdem er wegen der macht gedachterBarbarn die erb-folge zweymal andern ftberlassen müssen, end-lich aber doch erlebet, so forderten die Saracenen diesen un-rechtmäßigen tribul zum andern male. Allein Alphonsus II.gieng ihnen mit einer armee entgegen, und hatte das glückihrer 70000. zu erlegen. Als nun nach Alphonso II. RaniiruSI. im jähr 824. im Königreich Leon regierte, forderten die Sa-racenen abermal den jungfern-tribut: Ramirus aber schickteihnen tapfere soldaten auf den hals , die hielten im jähr 8r;.eine so blutige schlacht bey Calagurri, daß 60000. Mauren blie-ben. Nach diesem wurde dieser tribut gantz abgebracht, daRamirus II. im jähr 919- wiederum 80000. Saracenen er-legte , und also deren macht in etlichen blutigen tressen ziem-lich gefchwächet wurde. Nachdem nun das Königreich Leonvon den Mohren also gereiniget und befreyet wurde, so kaufteder Cardinal Ziripeo, Ertz-Äifchoff von Toledo , dieses schloßsamt dem walde, und liesse im jähr 1573. daselbst ein flößetfür ioo, jungfrauen, als so. von Adel, und 50. gemeine, zumgedächtnis des unanständigen tributs, aufbauen, welche dennverbunden waren zu beweisen, daß sie aus alten Christlichen familien herstammeten, welche sich weder mit Mohren noch mitJüden jemals vermischt hatten. Dieses convent, welchesmehr als 33000. ducaten jährliches einkommens hat, ist end-lich nach Toledo verlegt worden, allwo man solches annochsindet. Die mägdlein werden dahin gethan, wenn sie 7. jähralt sind, und wenn sie mannbar worden, und wieder herauswollen, um sich zu verheurathen, so giebt man einem gemeinenmägdlein 1000. Reichs-thalcr, den adelichen aber 2000. tha«ler zum braut-schatz mit. Mefiflanut , geograph. noviss. P. I.p. 162. seq.

Mahren, lat. Moravia, ist ein grosses Marggrasthum,und mit dem Königreich Böhmen vereiniget. Dieses hat es ge-gen abend, Oesterreich gegen mittag, Schlesien gegen norden,und Ungarn gegen morgen. Es wird in 3. kreise eingetheilet,und begreift in sich den Brünner-Olmützer-Hradischer-Znaimer-und Jqlauer-kreis. Die haupt-stadt darinn ist Olmütz , die übri-gen sind Brünn , Budweiß , Mestritz, Muglitz, Hradisch , Fnaim,Jqlau, Niclasburg, u. a. Die flüsse sind die Morau, vonwelchem das gantze land den nahmen hat, biernächst Zwitta,Swarta, Ostawa, Jgla, Teya, Beczwa, u. a. m. Das landist sehr fruchtbar und auch wohl angebauet an getreyde, weinund andern fruchten. Doch ist der wein von einer schwefelich»ten und kalckigten natur. Über dieses gräbt man auch wevrauchund mvrrhcu aus der erde, und meldet DubraviuS, ehemaligerBlschoffzu Olmütz , m seiner Böhmischen chronick, daß zu feinet.Kkkk zeit