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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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itit Mentzel von Berka und Daub auf feinem guthe Sternberzeinen ganken cörper eines mcnschengefunden,solautermyrrhcnqeweSdaß man ihn zum räuchern brauchen konnen.Sonst hates einen grossen Adel von Fürsten , Grafen und Herren, webche vortrefliche Herrschafften darin,, besitzen , denen w,e auchden Ritlerstands-personen die bauren erb-unterthanig und leibet«aen sind. Die spräche ist gemcnger; doch redet man mehrTeutsch als Mährifch darin,,. D,e religion ist durchgehenbsCatholisch, und zu Okmütz ist ein Bifchoff. Vor des KaysersFerdinandi II. regierung wurden alle reltgionen geduldet, d,eaber jctzo bis auf die Catyolifche und Jüdische völlig ausgerottetsind. Vormals führte dieses land den titul eines Königreichs,und wohnten darin« die Quadi, Slavi und ein theil von denMarcomannis. Von den alten Königen hat sich Vannius be-kannt gemacht, welcher den Quadis von dem Drufo Cafare sollgegeben worden seyn. Doch wurde er von Jubilio, der Her-mundurer-Schwaben Könige, wie auch von feiner fchwester loh-nen Vangionc und Sidone aus dem lande in Ungarn vertrieben.Den »ahmen Mähren nahmen die Quaden von dem flusse Ma-ro oder March an, und hatten Fürsten über sich , welche denRömern gehorsam leisten musten, bis sie sich mit hülffe derTeutschen völcker von diesem loche losgerissen. Hingegen wur-den sie von Attila , der Hunnen Könige, an. 442. gar hart ge-züchtiget, und ihr land, welches damals auch Oesterreich undein grosses stück von Ungarn unter sich begriffen, zu einer-steney gemacht. Um das jähr 8yo. hat König Swatopluck I.die Christliche religion angenommen, und auch den Hertzog inBöhmen Borziwög zum Christenthum bekehret. Er blieb an.900. in einer schlacht wider den Kayfer Arnulphum , und hin-terließ semen söhn oder enckel Swatopluck II. zum Nachfolger,welcher aber wegen vorgehabten mords an dem Bischosse Me-thodio von dem Papste in den bann gethan, und durch die dar-auf erfolgte einfülle der Ungarn, Böhmen und Oesterrcicherso in die enge getrieben worden, daß er gantze >8. iahr als eineinsiedler in einem wüsten walde bey Welehrad auf dem bergeRembot zubrachte, und in diesem zustande sein leben beschloß.Hierauf kam das meiste von Mahren in Polnische Hände, denenes aber die Böhmen abgenommen, worauf an. 1070. der PapstAlexander einen Bifchoff daselbst eingesetzet. Die Teutsche Kay«ser Hcnricus I. und Conradus brachten es zweymal wiederumzum Teutschen Reich, und der Kayfer Heinrich IV. verordnetean. 1087. daß hinfort das Mährische Königreich in Böhmen versetzet, und nur den titul eines Marggrafthums führen,auch jederzeit ein Böhmisches lehn bleiben sollte. Es ist zwarbekannt, daß bereits vorhero Hertzog Ulrich in Böhmen seinensöhn Bretislaum gleichsam zum ersten Marggrafen gemacht,dessen jüngere söhne nachmals zu Brünn , Olmütz undZnaim ihre residentz genommen. Doch eben diese nenneten sichnur Fürsten von diesen örtern, und findet man nicht eher, daßder titul eines Marggrafen von Mahren gebraucht worden,als bis an. ,20;. der Königliche Printz Ottocar selbigen in ei-nem schreiben an den Papst Jnnocentium angenommen. Die.sem folgte Marggraf Heinrich, seines bruders Swatoplucksöhn, und diesem Uladislaus, dessen söhn gleiches nahmens an.i rrr. zur regierung gekommen. Sein tob erfolgte 2. jähr her-nach , worauf die Könige und Hertzoge in Böhmen felbsten deslituls, Marggraf zu Mähren , sich gebrauchet. In solchemzustande blieb es bis aufdcn König Johannem in Böhmen , wel.chcr wiederum seinen söhn Wentzeln, so nachmals RömischerKayfer unter dem nahmen Caroli IV. worden, mit diesemMarggrafthnme belehnet. Dieser trat es an seinen bruder Jo­ hann Heinrich ab , dessen söhn Jodocus es an. ,4,2. seinembruder Procopio überlassen. Hierauf wurde es abermals mitBöhmen vereiniget, welche auch ihre titulatur wiederum da-von genommen, und selbige dem Hertzogthum in Schlesien vor-gesetzt haben, von welcher zeit an allezeit ein besonderer Lands-Hauptmann dieses Marggrafthum regieret, so zu Brünn resi-

diret. PeJJina de Czecherad , in Marte Moravico. Paprodispeculum Moraviae. Streno-msky sacra Moraviae hift. Dubra.uiia, bist. Bohemic. Goldqjius, Comment, de Regno Bohemi-co. Balbmus, miscellan. Regn. Bohem. &c. Zeilerus, topogr.Moraviae p. 87 - logg. Europäischer Herold, k. II. p. 4)4.segq.

Mährenberg, siehe Mehrenberg.

* Mährenfels, wird auf Crainerisch Lipoglar qencnnet, undist ein schloß und Herrschafft in Histerreich, von der Haupt-stadt Laybach ,4. meilen, von der statt Mitterburg abermei.Icn gelegen. Oberhalb dem schlösse steigt ein mächtig hoherfels empor, so einer mauer nicht ungleich, droben aber et-was flach und eben ist; weswegen er eine gute vieh-weyde er-theilet , und füglich eine mayerey abgeben kan. Daher auchder Teutsche nähme ursprünglich entstanden, daß es Mayer-fels genennet worden; fo aber nach der zeit, wovon die ursa.chen unbekannt, in Mährenfels verwandelt worden ist. DenCraincrischen nahmen Lipoglar betreffend; so bemercket selbi-ger nach unserer Teutschen bedentung ein schönes Haupt; weilvor diesem das schloß ein schönes Haupt-schloß gewesen, undden berühmten Craincrischen berg - schlössern beygezehlet wor-den. Es liegt sonst dieses schloß in der mitte des Utschka-berqs, aller ebene beraubt, und mit lauter stelnfelsen um-geben. Das schloß-gebäude ist gar groß; aber auf die gar al-te ark ausgeführet, so , daß man daraus leichtlich das alter»

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thumer achten kan.. Ehemals war nächst dabey einnimM,anzahl Häuser, so füglich einen marckt abbilden sonnten ^die noch heutiges tags befindlichen Überbleibsel der maur-n^"chun. Allein jetzo sind dieselbigen alle verlassen,

Cram blühende friede die einwohner hin und wieder j» mland gelocket, allwo sie andere Wohnungen gesucht,»!!/^dabey liegenden selber, wiesen und Weinberge für biehinterlassen haben. Dieses schloß hat, seit dem es da §thnm zu Cram gebracht, verschiedene besitzet gehabt. Zjähr ino. als der Kayser Heinrich, um sich crönen >u hmnach Italien zog, war in dessen begleitung und H°f-statt 2rich, Patriarch zu Agier, der sich für die reise unfc betmZschwerlichkeit, von dem Kayfer das schloß Pertola; van Ctzog Heinrich von Bayern aber, das schloß Mährenfelsbaten, und auch erhalten hat. Über dieses ist es auch«zeiten unter die güther der Grafen von Görtz gezehlct ivock»,wie denn im jährAlbrecht IV. Graf von Görtz,be in besitz gehabt, auf welchen es durch brüderliche venda.lung erblich gekommen. Im jähr 14;?. am 4. jl. istbielans,gedaurte streitigkett , um die grentzen dieses schlosses MÄMund eines andern Histerreichlschen schlosses , Abrozzo gen«,durch die Kayserlichen und Venezianischen Commiffarini m.glichen, und beygeleget worden. Im jähr 1487. hat diese Hwschafft der Freyherr von Herberstein, Levnhard, besessen. Kit-mals aber im jährhaben solche die Herren von Crulichan sich gebracht. Jetzo gehöret sie den Freyherren vong,da.^ Valvasors Crain, lib. xi. p. j«. seq.

^fährenholtz, eine uralte adeliche und nnnmehro Fikv-herrliche familie m Nieder-Sachfen, von welcher Friedrich-».969. dem turnier zu Merfeburq, und Johann, so an Mazdale.nen von Schweinsberg vermählt gewesen, an. 1119. den turnezu Göttingen beygewohnet. Albrecht befand sich bey dem jtWorms an. 1209. angestellten turnier. Heinrich ward an.i;>von den trouppen der stadt Braunschweig erschlagen. Leviu mrum das jähr ,580. Braunschweigischer Hof-Marschall, sein sol>»Julius aber Schatz-und Land-Rath. Johann war nmd-Sick1696. Hofmeister des Grafen von Ost-Frieß!and, und alsdmil-be die regierung angetreten, dessen vornehmster Rath und Dreßzu Birnen; doch an. 166;. ließ gedachter Graf ihn ohnevudlita-tion seines Verbrechens in aller stille zu Wtttmund enthauptenund begraben; nach einiger zeit aber dessen cörper wieder aus,graben, und zu Falckenhagen aufs prächtigste beysetzen, wer-»!man geschlossen, daß mit seiner todes-verurtheilung eine siberci-lung möge vorgegangen seyn. Conradus Ascanius, Chur-Bmdenburaifcher geheimer Rath, Cammer-Herr und Präsident z»Halberstadt , starb an. 1674. ohne erben, nachdem er die Fm-herrliche würde auf feine familie gebracht, und in dem gedachtenjähre die stelle eines Abgesandten zu Regenspurg versehen hatte.Ascanius Christoph war Braunschweig , geheimer Rath, und liejGeorg Wilhelm nach sich. Behrs appendix der Steinb. gcneal.

Mämmingen, Mammingen, eineFreyberrlichefanulieinBayern, dahin sie sich aus Oesterreich begeben. Ulrich, L«.cus zu Passau,hat an. 12)2. als zeuge einen vertrag zwischen deinBifchoff zu Passau und denen von Hintberg unterschrieben. An-dreas in Circknitz,ein söhn Leonhardi,hinterließ Georgen,welcherLand-Marschall in Unter-Oesterreich, Kayserl. Rath, Ertz-Hee-tzog Carls geheimer Rath, Cammer-Herr und Obersi-Hofmei.ster, wie auch Landes-Hauptmann in Ober-Oesterreich worden,und an. 1570. im 78. jähre seines alters verstorben. Dessen söhn,Leonhard, Herrin Räzeuhofen und Sadelberg, hat sich zuerst >nBauern begeben, und an dem Fürstl. Hofe die Ober-HoMauschall-stellc erhalten. Von seinen sehnen soll Wilhelm Eustachw»

in Oesterreich geblieben sevn, und Christophorum gereugl haben,der an. 1677. Nieder-Oesterreichischer Regierungs-Rath gcwt-sen; Johann Albert aber, der andere söhn des voraedachten uo»-hardi, hat feinen stamm in Bavern fortgevflantzet. van iod»Johann Adam ist an. lügs. als Chur -Cölnisch-und sshuEa«,rischer Cammer-Herr mit tode abgegangen, und hat FranciMJgnatium hinterlassen, der Chur -Cölnischcr Cammer-oenMein vattcr 4. söhne worden, von welchen der älteste, Johann s*ton Emanuel auf Räzeuhofen, Güldersdorff, Kirchderg,berg, je. an. 1697. ein Canonicat zu Regenspurg erhalten, de»dieser familie ist auch einer, nahmens George,

Weyda in Histerreich gewesen. Wurmprand. collea.Sevferts ahnen-tafel.

Mandel von Stetnfels, eine adeliche familie in Barern,»»»welcher Johannes um das jähr 1415. das schloß Stemm' er,kauft, und sich zuerst davon beygenannt. Seine t ohiie wm»:-i.) Conradus, insgemein Cuntz von Hütten genannt ,das schloß Hütten erkauft, und'an. 14;;. gestorben. 2. ^??dus,welcher unterschiedliche söhne hinterlassen,von deneni.rrwphorus 88. Tbeol. und Lanon. voc°I. erstlich Cantzlerzr> e»vbürg, hernach aber an. i;o2. Bifchoff zu Cbicmscc worden- -dessen brüdcrn hat absonderlich Fridericus sein qeschlcchtfo,

C et, und floriret noch in seinen nachkommen. 0. Germ.

* Mänling, (Joh. Christoph) ein . grdr^

an. i 6 , 8 .den 14. oct.zu Wabniein demBernstadtisevenMstenthum in Schlesien, studirte zu Breßlau , Thoren und A>m».berg, erhielt auch daselbst den vocrischcn lorbccr-krantzum.Magister-würde, wurde an. 1S88. zu Crcutzberq mPrediger, muste aber nach 12, jähren das land verlasicn,