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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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armutb. Von an. i4°4- bis i4°7- wahrete derkrieg mit Zerbff.An 140c fiel durch absterben des männlichen stammes der Her,ren von Dam dieser ort an das Ertz-Stift. An. -4'-. zerstör-te der Ertz - Bischoff nebst fernen Allirrten das raub-schloß/mrtzbura, so 3. brüder von Schwiecheld inne hatten, nach-dem er vorher, dasselbe einzuschließen, daS schloß Stürburgauf dem Petcrsilien-berge erbauet. In eben diesem jähre mustesich die stadt Halle mit 1300, gülden aussöhnen, weil sie er,nen Saltz-Grafen dessentwegen verbrannt, daß er sich von demBischoff mit diesem amt belehnen lassen. An. 143 r. erhieltMagdeburg das privilegium de non appellando , ausser «ncausa denegats jultitioe. Als darauf bey den strctfereyen derHußiten die Magdeburger ihre stadt besser fortificiren wollten,zerfielen sie darüber mit dem Bischoff, und thaten ihm durchhinwegnehmung vieler örter grossen schaden. An. 1434. wardzwar von dem Loncilio zu Basel die fache in favor des Ertz-Bischoffs ausgemacht , und die stadt im fall der Widersetzlich-keit mit acht und bann bedrohet. Doch die Magdeburger ver-banden sich mit der stadt Halle noch vester, und fuhren fortdie Bisthöfflichen örter wegzunehmen. Darüber ward nichtallein der bann wiederholet, sondern der Ertz - Bischoff kamdurch hülffe seiner Alliirten noch an. 1434- mit einer grossen ar-niee vor Halle, da denn ein vergleich getroffen wurde, baß demErtz-Bischoff alles abgenommene wiedergegeben, ,und aufdes-scn interceßion der bann und die acht wider die stadke aufgeho-ben werben sollten. An. 1444. hatte die stadt Magdeburg niitFriderico Placido, Churfürsten zu Sachfen, zu thun, weil der-selbe das zur Burggrafschafft gehörige, und an. 1419. vonChurfürst Alberto III. versetzte schloß und Amt Gommern wie»der haben wollte, welche prätension durch eine summe geldsdamals abgethan wurde. Der Ertz-Bischoff starb an. 144?.

zy.) Friedrich III. Graf von Beichlingen , war nur einLaicus , und hatte wenig studirt; ist aber wegen seines Christli-chen lebens erwehlet worden. Als ihm Churfürst FridericusPlacidus den krieg ankündigte,sprach er: ich bin kein kriegsmann,will derowegen meines amtS warten, und das übrige GOltbefehlen, der wird wol für mich kriegen ; worüber der Chur-fürst stutzig, und die fache in der gute beygeleget wurde. Nie.Cusanus, der an. 1431. den ablaß allhier predigte, gab ihm daszcugnis, daß er der einige rechtschaffene Bischoff, den er inTcütschland angetroffen. Auf seines Raths und Lanonici,1 \ 1 . Heinrich Tacken zureden, widersetzte er sich der Verehrungdes prätendirten blutes Christi zu Wilsenack , und starban. 1464.

40. ) Johannes , Pfaltzgraf von Zweybrück, bisheri-ger Bischoff zu Münster , starb an. 147;.

41. ) Ernestus, Churfürst Ernesii von Sachsen söhn, wardaus dispensation des Papsts Stxti IV. in seinem 12. jähr Ertz-Bischoff, und 3. jähr darauf auch üdmmistracor zu Halber­ stadt . An. 1478. entstund eine innerliche unrnhe zu Halle, undda es zur extremität kommen wollte, kamen etliche von demRath zu dem Ertz-Bischoff nach Giebichenstein , dieser machtesich bald Meister von der stadt, und der unruhe ein ende.Bey 300. tumultuanten wurden in das gefängnis gemorsten,und nach dem ausspruch dreyer Grafen, 3. Dom-Herren,,. von Adel, und des Bischoffs von Meissen verdammt, demErtz-Bischoff den 4. theil von ihren pfann - güthern, und den3. theil von ihrem übrigen vermögen zu geben. Damit sichaber der Ertz-Bischoff der stadt desto mehr versichern könnte,ließ er ein vestes schloß daselbst erbauen, und dem Patrondes Crtz-Stifts zu ehren, die Moritzbnrg nennen. An. 1490.ward vergebens Handlung mit dem 'Churfürsten Friderico Sa-piente, wegen Gommern und anderer pertinentzien des Burg-grafthums gepflogen. An. 1493. fiel der gröste theil der Herr-schaffl Querfurt durch absterben Brunonis als ein lehn andas Ertz-Stift. An. 1498. jagte der Bischoff die Juden zudem lande hinaus, doch dursten sie das ihre mitnehmen.Bey seinem tobe, so an. 1313. den 3. aug. erfolget, wollte eres nicht auf die ihm angebotene opera lupererogatioms desBarfüsser - ordens, sondern allein auf die wercke Christi an-kommen lassen.

42. ) Albertus IV. Marggrafvon Brandenburg, Churfürstzu Mayntz, und ildminiltrator des Stifts Halberstadt , der bisan. 1343. gesessen, ist in einem besondern artickul beschrieben;wo auch angeführt worden, wie er guten theils zu dem refor-mations-wefen gelegenhechgegeben, und wie unter feiner re-gierung fast das gantze «Stift sich zu der Lutherischen rcligionbekennet.

43. ) JohannesAlbertus, Marggrafvon Brandenburg,besaß, wie die vorhergehenden , zugleich das Stift Halberstadt .In dem Schmalkaldischen kriege hielt es die stadt Magdeburg mit Churfürst JohannFriedrichen zu Sachfen und dessen Alliir-ten ; auch entstund eine grosse Verbitterung zwischen ihr unddem Capitul, so daß dieses letztere sich an. 1346. mit allem, waskostbar war, darvon machte, und nur ;. Canonicos zurückeließ. Die bürger machten sich darauf an die verschlosseneDom-kirche, und führten an. 1347. die Lutherischen ceremo-nien darinnen ein; besetzten auch Neustadt, Sudenburg , Wol-nieruadt, Wansleben , und andere dem Ertz-Stift züständi,ge örter. Unlerdessm halte Hertzog Moritz an. 1343. sichder stadt Halle bemächtiget, die an. 1347. wieder an Chur-fürst Johann Friedrichen üdergieng, welcher darauf den Ertz-B'schoff mit seinem Dom-Capitul nach Würtzburq in Francken

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jagte, und stine beyde Stifter ihm zu überlassen nöthiateAber, als sich gleich darauf das dlar wendete, und der KaiserCarolus V. nach der schlacht bey Mühlberg den meister itiitlte,kam er noch an. 1347. nach Halle, und restituirte denvmaalenErtz-Bischoff, ließ auch die achts - erklärung wider die siadi er,gehen, welche wegen verweigerter annähme des Interims an1349. wiederholet worden. Vermöge dieser, machte fich ersilichHenricus Junior von Braunschweig an. 1330. mit einem ssiegea,den corpo vor die stadt, und that 2. monat lang mit sengen undbrennen grossen schaden, worauf er wieder abzog. Hernach kaniHertzog Georg von Mecklenburg mit 3. bis 4000. mann, undschlug bey dem kloster Hildcsleben an dem flusse Ohra lsz.bm,ger, und über 1000. bauren todt. Der neue Churfürst Mm?,und der zu Brandenburg, Joachim, machten erstlich mine, alswenwsie Hertzog Georg nöthigen wollten, abzuziehen. AIs aberdie stadt sich ihnen nicht ergeben wollte, wurde sie auch «andenselben feindlich tractirt, und ordentlich belagert, wozu ausKayferliche anstatt von Reichswegen monatlich 6°«». ss. bezah-let werden mnsten. Die 4300. mann, so von einigen Fürsten zum favor dieser stadt zusammen gebracht worden, mnsten beoVerben sich an Churfürst Moritzen ergeben, und nahmen nm-stens unter demselben dicnste. Die belagerung währete 14 mc-nate, und man spürte doch in der stadt, welche 40000. mauletzu versorgen hatte, keinen sonderlichen Mangel. Auch sind Inden ausfällen von der aus 3000. mann bestehenden garnison nicht mehr als 273. mann geblieben, und als es fast aus die na-ge gieng, bekam die stadt den 9. nov. an. 1331. einen leidlikdcnaccord, darinnen von der religion gar nichts gedacht, aufdieschleifung der vcstung aber, die man Kayferlicher seits stichle,nicht gedrungen wurde. Dieser krieg und die dabey erwiesenestandhafftigkeit machet der stadt Magdeburg bey der nachmllbillig eine grosse ehre; wiewol dabey nicht zu läugnen, daß dieheimliche absichle» des Churfürsten Mauritii ihro zu so gutemausgang sehr viel geholffen; als welcher den krieg mit steif alsohat verzögern wollen, bis es recht zeit wäre, mit feinem grossenvorhaben gegen dem Kaystr loszubrechen; da erdannsowMfür, als wider die stadt auf den deinen gewesene trouvyen ameinmal gar meisterlich für sich zu gebrauchen gewußt har. Dochmuste die stadt versprechen, bey dem Kayser fußfällig guade uibitten ; (welches erst 11. jähr hernach, doch vhne fußfall, gesche-hen,)sich demCammer-Gerichte und Reichs-adschieden in irelill-chen fachen zu unterwerffen; dem Ertz-Bischoffund Cavilul alleszu restituiren,womit es an. 1364. zur völligen richtigkcll kam,undendlich dem Kayser eine strafe von 30000. Rthl. und 12. siuagrobes geschütz zu geben. Hierauf nahm Churfürst MotWHuldigung im nahmen des Kayfers ein, und gab noch den «er«sammelten Geistlichen eine lection, sich künftig etwas mvbera-ter, als bisher geschehen seyn möchte, auszuführen. Du *.Churfürsten und der Bischoff hatten währender bclagermig ei-nen vergleich gemacht, Tripartit genannt, daß die statt Magre,bürg allen dreyen erblich verwandt bleiben, dasBurggrasthmaber wieder dem Churfürsten zu Sachsen eingeräumet werbensollte. Diesen vergleich aber hat der ädmimiirstor Joachim Friedrich an.1379. wieder abgethan. Der Ertz-Bischoff starb an.1332. den 17. may. * ^

44. ) Fridericus IV. Joachimi II. Churfürsten zu Branden-bürg fohn, war des vorigen Loadjuwr, nachdem er aber etwa4. monale in der posseßion selbst gewesen, starb er an. w*·den 3. oct. an einer kranckheit, die von bösen dünsten hergerom-men seyn soll.

45. ) Sigiomundus, des vorhergehenden briidcr, war nur

13. jähr alt, als er postulirt ward. Unter ihm ist durch "Nicr-handlung seines vatters, Churfürst Joachims II. toe stadt'"wol crwehnter Massen an. 1362. mit dem Kayser vcrjoynci,als auch an.i 364. mit dem Dom-Capitul verglichen worden, c.bekannte sich öffentlich zu der Lutherischen rcligion, undtic ^ -nonici thaten nach und nach desgleichen. Er ließ an.eine kirchen-visitation in seinen landen halten, und ubcrgao an.1364. dem Rath zu Halle das Barfüsser - kloster dazelbst, wcches zur stadt-schule, und nachgehends zu einem Ovmnauo g-macht worden. Er starb an. 1366. de» 14. seyd-

46. ) Joachim Friedrich , Churfürst Joh-Deorgu M ^denburg fohn, und nachgehends Churfürst. Die mcrckMMländerungen, so währender seiner regierung imreligions-wesen vorqeqanaen, kan man an seinem ort , r st ,lh erBey antretung der Churfürstlichen würde an. 1398· ubcrgadaS Ertz-Stift seinem damals 8. iährigc» söhn ^ »

47. ) Christians Wilhelms, da dann bis zu dessen ma

nität an. 1608. das Dom - Cavitul die rcgicrung admmu -

Die merckwürdigsten umstände seines lebens und durnn «tpfte kaca des Ertz-vtiftes siehe an feinem ort. Hier f>ber mu? -'gends angemerckt werden: als an. 1623. der: üm"'"> ^Christian Wilhelm wegen des Lauenburgischen bunbes m.fers Ferdinandi II. Ungnade fiel, und dieser daraufmil 'mann Halle wegnehmen, und ziemlich pressen lie»i *das Dom-Capitul r

48. ) Auguftum, Churfürst Joh . Georg I.

der» john, zum Coadjutore, in dem absehen, damit dem» .ter, der damals mit dem Kanser wohl stunde, desto mebr mStifts inrercsse gezogen würde, und da an. 1628. gar dle "w>-serklärung wider Christian Wilhclmum erfolgte, trug cs bcm ^den auch die administrativ» selbst aus; womit aber der *und Papst nicht zufrieden wäre», sondern den Kayicrl.