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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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konnte sich mit noth in das kloster Bergen retiriren. Ja Frie»deich von Kare bekam ihn gefangen, und führte ihn nach Gron-berg; doch wurde er von dem Burggrafen und bürgern zuMagdeburg bald wieder befreyet. Kavfer Friedrich II. schenck-le hingegen zu ersrtzung des erlittene» schabcns dem Stift diestadt Stasfurt. Dieser Bisch off hat auch die stadt mit klo-Arrn und manren versehen, und ist an. 1233. gestorben.

iy.) Burckardus, Dom-Prodst zu Hildesheim , starb, eheer noch geweihct worden , an. 1236.

2o .) Hildebrand oder wiUrdrand, ein Graf von Hallcr-mnnd , hat Crosig, Lebuö und Besitz an das Stift gebracht,und in dem kriege mit dem Bifchoff Ludolph von Halberstadtwider die Marggrafen zu Brandenburg , Johannen! und Otto-nem, den letzter» gefangen bekommen, der sich mtt , 600.marck silbers und den örtern Alvensleben und Hadmcrslebenlösen müssen. Nachgehends aber hat der Bifchoff bey Glau-digan in der alten Marck, und das andere mal bey Plauen an der Havel ziemlich einqebüsset. Er starb an. 1293.

au) Rudolph vonDmgelstätt, bisheriger Decanus, hatdie Grafschaffl Alvensleben völlig unter das Ertz-Stift gebracht,und ist an. 1260. den 29. april plötzlich gestorben.

22.) Rupertus, Graf von Mannsfeld und Herr zu Quec-furt/vecsnuz, hat seine reise-kosten, so das siallium von Rom zuholen darauf gegangen, wieder von den Juden erpresset, die eran ihrem lauderhütten - fest geplündert, und noch um 100000.marck silbers, (andere wahrscheinlicher eine tonne goldes ) gc«schätzet; und als der Rath zu Halle die Juden schützen wollte,ist die stadt darüber belagert, und um eine summe gelbes gestraftworden. Er starb an. 1268. nachdem er Zörbig an das Stiftgebracht.

2;.) Conradus II. ein Böhmischer Freyherr von Sterne-derg, des nächst vorhergehenden Eantzler, lebte bis an. 1277.Nach seinem tobe waren 2. competenten, der Dom - ProbstEricus, Marggraf zu Brandenburg , und Busso Herr zuQnerfurt, ein Dom-Herr, aber diese liessen ihre pratensionesfür ein stück geld fahren , und also gelangte24. ) Günther, den andere Heinrich nennen, Graf vonSchwalenberg, zu dieser würde, welche er aber bald abdanck-te.Denn nachdem er MarggrafOttonem IV. von Brandenburgnebst 300. Edelleuthen in der schlacht bey Frost gefangen bekom-men , liessen sich die meisten Dom-Herren bestechen , und denMarggrafen für eine leidliche ranzion los. AIS der Bifchoffdieses wahrgenommen, rcsiguirle er aus Verdruß das amt, nach-dem er es kaum ein jähr gefnhret.

2;.) Bernhard oder Burghard, Graf von Wölvechat we-gen feiner unglücklichen kriege micHertzog Albrechtcn zu Braun­ schweig , und MarggrafDietrichen von Landsberg, die regierungim andern jähre nredergelegt. Nach dessen abtritt war der sitz2. jähr vacant < bis der vorgedachte

26. ) Marggraf Erich von Brandenburg zum andern mal er-wehlet worden. Dieser hat das raub-nest Herrlingsberg erst-lich vergebens belagert, ja er ist gar gefangen, und von denbürgern zu Magdeburg mit900. marck silbers ranzioniretworden. An. 1291. aber hat er dasselbe durch hülffe andererFürsten und Grafen zerstöret. Was diefer Bifchoff von Lauß«nitz besessen, und seine leuthe, welche Falcke von Reden gefan-gen bekommen, zu ranzioniren verkauffen müssen, hat wolnicht zu den Ertz-Stiftischen, sondern seinen eigenen erb-gütherngehöret. An. 1292. hat Churfürst Albertus II. von Sachsen die Burggraffchafft Magdeburg dem Stift und der stadt ver-setzet ; Dietrich von Eckersdorff aber das Schultheissen-amt für;00. marck verkauft, welches der Bifchoff forthin allezelt ei-nem bürger aus der alten stadt conferiren , diese aber machthaben sollten, selbigen ;n erwehlen und abzusetzen. Ericusstarb an. 1299.

27. ) Burchardus II. Graf von Blanckenburg , wird we-gen seiner besondern nuldigkeit gegen die armen gerühmet, dieer zum öftcrn zur tafel gezogen. Er soll auch die teufet aus dersogenannten heiligen see bey Wolmcrstätt vertrieben, und dieNieder-Laußnitz für 6000. marck silbers gekauft haben, ob aberdas Stift jemals zum besitz gelanget, findet man nicht. Erstarb an. 1304.

28. ) Henricus II. ein Fürst von Anhalt, soll nicht gewußthaben, was Oratio Dominica für ein ding ; hat Schönbeck andas Stift gebracht, und ist an. 1,07. den 10. nov. gestorben.

29. ) Burchardus 111 . Graf von Schrapelau, vollzog erst-lich in seinem gebieth die ihm von demPapst aufgetragene ausrot-tung der Tempel - Herren, gieng darauf persönlich auf dasConcilium nach Vienne , und ließ sich unterdessen von demPavst einen Vicariurn bestellen > welches in diesem Stift daserste epempel war. Hiernächst gerieth er mit der stadt Mag­ deburg in grosse streitigkeiten, sonderlich wegen eines fchlossesHöhenmarken, so er ihnen zum Verdruß nahe bey der stadt an-legte. An. ,914. kam es dahin, daß der Bifchoff die stadtdurch etlicher Fürsten beyhülffe belagerte, woran sich aber die-selbe wenig kehrte, so gar, daß auch des Bischoffs Alliirten,da sie den Überfluß und gute anstalten der stadt wahrnahmen,davon zogen. Darauf wurden zwar unterschiedene vertrügegemacht, aber wenig gehalten. Einmal hatten die bürger denBifchoff gefangen bekommen, da er dann vor seiner losiassungauf das theuerste versprochen,, die stadt nicht weiter zu in-commodiren. Als er aber an diesen abgenötigten eyd nichtgebunden zu seyn vermcynt, und neue feindftligkeiten verübet,ister abermal von den bürgern gefangen genommen worden, und

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endlich an. 1929. im gefängnis eines gewaltsamen todes gestor-ben , ob er aber selbst den köpf wider die wand geflossen, odervon etlichen verschwornen bürgern, oder auch von den trunckc«neu Wachtern, da er echappiren wollen, erschlagen worden, istungewiß. Sein tob ist ein gantz jähr verborgen gehalten,endlich aber der cörper mit gewöhnlichen svlennitäte» beyge-setzt worden. Die stadt ward darauf in den Päpstlichen banngethan, wovon sie erst an. 1331. völlig abfolviret worden.

3 °·) Hetdecke von Erps, oder Erpeden , hat im hoben al-ter die Ertz - Bischoffliche würde erhalten, ist aber auf dcr rei-te nach Avignon , wo er das kallium holen wollte, zu Eist-ncich gestorben. Das Dom-Capltul erwchlte gleich Heinrich,Grafen von Stolberg, an seine stelle; aber der Papst hatteschon diese würde

.3) Ottoni, Landgrafen zu Hessen , conferiret, daher Hein-rich abtreten muste. Dieser Otto hat an. 1330. einen gefähr-lichen tumult zwischen der bürqerschafft zu Magdeburg durchper,onliche darzwifchen - kunft gestillet, an. 13;,. die ablöst,,lion von dem Päpstlichen bann zuwege gebracht, an. 1333.sich nach Päpstlichem ausspruch zuerst von der stadt huldigenlassen, und hingegen ihre privilegia confirmirt. Dieser Bi-schoff hat auch Wolmerstätt, Alvensleben, Hundsburg, Schö.ningcn , den Braunfchweigern wieder abgenommen, das ranb-schloß^Wardenburg zerstört, die vestunq Riedeburg bey Halle,und Schrapelau im Mannsfeldischen den Meißner» abgenom-men , und weil er des falschen Waldemari partcy hielte, Je,richan, Sandau und Platau erhalten. An. 1548. bemühele ersich vergebens,denJuden in seinem gebiethe das leben zu erretten,welchen man damals schuld gab, daß sie durch Vergiftung derbrunnen die pest durch Teutschland angerichtet. Von an. 1391.bis 1,94. währete der krieg zwischen den Magdeburgern undbenachbarten Edelleuthen, und der Bifchoff starb an. 1361. denr. may, mit Hinterlassung grosser schulden.

32. ) Theodoricus , Bifchoff zu Minden, eines tuchmacherssöhn aussScenoal, ward auf Kayfers Caroli IV. dessen Cam-mer-Rath er fonsten gewesen, recommenpatlon von dem PapstLudovico von Meissen, bisherigem Bifchoff von Halberstadt ,den das Capitul crwehlet hatte, vorgezogen. Er hat in den

. jähren seiner regierung nicht nur 17. versttzte nahmhaffteädte und vrter, als Juterbock, Jerichau, Stasfurt, rc.eingelöset, sondern auch unterschiedene gcbäude theils neuaufgeführt, theils zum stände gebracht; die Dom-kirche, soan. 1363. eingeweyhet worden, war wol das considerabelste.In einer schlacht an. 1367. wider Gerhard, Bifchoff zu Hil­ desheim , war er nebst seinen Alliirten unglücklich, und muste6000. marck silbers zu seiner leuthe ranzion anwenden. Weilauch der letzte Herr von Hadmersleben umkommen war,nahm er dessen güther in besitz. Vor seinem tod erwehlteer 19. Personen, welche bey der vacanz die regierung ver-walten sollten, welche sich den 16. sept. an. 1367. ereig-net.

33. ) Albertus III. Bifchoff zu Litomisl in Böhmen ,ward auf Caroli IV. recommendation an statt des Werfe-burgischen Bischoffs Friedrichs von Hoym, auf den dasDom.Capltul votirt hatte, Ertz-Bifchoff. Er hat das Stiftsowvl fonsten geschmälert, als auch an. 1370. dessen recht andie Nieder-Laußnitz an Carolum IV. verkauft, konnte wederdie Teutsche spräche lernen, noch den leuthen freundlich be-gegnen, daher er an. 1371. mit

34. ) petro sie Bruma tauschete, und aufs neue Bifchoffzu Litomisl ward; nachdem er vorher von geld, und wieman sagt,auch von hciligthümmern ein ehrliches mitgenommen.Dieser Petrus brachte Wanslcben, Schöndeck und Mülin-gen an das Stift, konnte sich aber nicht gar zu wohl mit denLanonici8 vertragen, daher er an. i;8l. das Bißthum Ol-mütz in Mähren annahm, und

39.) Ludovico, Marggrafen zu Meissen , der fchonan. 1361. im vorschlag gewesen war, den Magdeburgische»stuhl überließ. Dieser prätendirte seit an. 1374. auch Chur-fürst zu Mayntz zu seyn, daher er sich nur Administratorendes Stifts Magdeburg nennen ließ. In seiner nur halbjähri-gen regierung zwang er die Grafen von Werningeroda, daßsie ihre Grafschafft von dem Stift zu lehen nehnien musten.Er brach bey einer fastnachls - tust zu Calbe den hals.

36. ) Fridericus II. von Hoym, Bifchoff zu Merstburg,der an. 1368. schon postulircr worden war, ist im 9ten monatseiner regierung zu Merstburg an. 1383. gestorben.

37. ) Albertus IV. Graf von Querfurt , wollte an des vor«hergehenden Friderici statt Bifchoff zu Merstburg werden,indem er sich aber dessentwegen zu Rom aufhielt, bekam erdie post von dessen tobe und seiner wähl nach Magdeburg ,brachte also gleich die Päpstliche confirmation mit nach hau-se. Er zerstörte an. 1386. das raub-schloß Birckau, bereicher-te seine Cammer mit dem ZubiI«o, so Bonifacius VIII . an.1399. ausschrieb, und die einkünfte mit ihm theilte. An.1398. hat er das damalige dorfGlauchau dem Rath zu Hal«le versetzt. An. 1402. war ein gefährlicher tumult zu Mag­ deburg wegen der müntze, indem der Rath abgefetzt, auchetliche haufer und Hofe der Dom-Herren geplündert und ab-gebrannt wurden. Er starb an. 1403.

; 8.) Günther II. Graf von Schwartzburg , bisherigerDom-Probst zu Mayntz, war wegen seiner jugend gar keinguter haushalter. Als die vielen sonderlich innerliche» Un-ruhen dazu kamen, gerieth das Stift darüber in grosseKk kk 4 ar-