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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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aufhebung der daselbst in der kirche entstandenen spaltungewfer-ner zu der Publication des zwischen dem besagten Papst und demKayser Friderico I. geschlossenen friedens , inqleichen unter Ur­ bano III. gleichfalls in der Lombardie, zu abschaffung der unterden Geistlichen eingeriffenen Üppigkeit, u. s. w. Er hat geschrie-ben eine Collectionem Canonum & Decretorum ; Lib. III. devera Libertate ; Lib. IV. de Justi & Jiistitiae Rationibus ; de Ap-pellationibus ; contra Sabellianos &c. Sein tob erfolgte UMdas ,ahr 1192- nachdem er sein alter höher als auf 80. jähr ge-bracht. Ciacctm. Panvin. UgbeU. Aubery. Ant. BeatiUus , in bist.Bariensi. Baron, annal. tom. XII.

M AGISTR ATUS. Wer zu Rom in den Magistrat wollte,der muste sein gewisses alter zu jeder stufe erreicht haben, sonstkam er nicht darzu ; z. e. ein Quaostor muste 27. bis 28. ein Pne-tor 40. ein Conful 42. jähr all seyn. Unter den Kaysern aberkonnte auch dispensiret werden. Wer nun anhielt, der zog »chsauber an, und gieng in den Comitiis auf dem Campo Martio ,oder wo sich immer eine grosse anzahl volcks versammelt fände,von einem Tribu zu dem andern , da er sich ihre suffragia aus-bat; welches die Römer prensare hiessen, weil man dabeydenen, so man um ihre stimmen ansprach, die Hände zu fassenund zu drücken pflegte. Es ward aber kein Magistrat gewehlet,nist auspicato , das ist, nachdem die Augures nach dem Himmelund vögeln u. d. m. gesehen, denn wo die auspicia nicht gut wa-ren, so gieng alles wieder zurück. Es wurden aber die Magistra -tus abgetheilet, 1.) in ordinarios & extraordinarios : die letzter»wurden nur zur zeit der noth erwählet, dergleichen Dictatorund Magister Equitum waren ; 2.) in Majores & minores. Zujenen gehöre» Consules, Praetores, Censores ; zu diesen (JuTsto-res, Tribuni Plebis , iEdiles , Triumviri Capitales &c. ?.) inurbanos & provinciales : jene blieben in der stadt, diese aberwurden in die provintzen geschickt, als Proconsules , Praetores,Prselides, &c. 4. in patricios & p^ebejos ; jene wurden aus denPatriciis gewehlet, diese aber, damit man dem volck nicht zu vielthun möchte, ex Plebe, als Tribuni Plebis.) Magistrats Cu-rules waren, die das recht hatten , lellam curulcm zu gebrau-chen, als Consules, Praetores, iEdiles Curules &c. Pitifcus. *MAGISTKIANi, ivaren des Magistri Officiorum bedien-ten, die in so vielerley (lassen abgetheilet wurden, nachdem er vielfachen zu verrichten hatte. Du Freße, Gl. Gr. p. 844·

Magius < Italiänisch Maggi r oder Maggio, (Hieronymus)ein Rechlügelehrter, war gebürtig von Anghiera in dem May-ländischen. Er studirte zu Bonönien die beredtsamkeit und Hi-storie, und nachdem er in den mathematischen und andern philo-sophischen wissenschafften guten gründ geleget, ließ er sich die er-lernung der weltliche» Rechte mit grossem eifer angelegen seyn.Allein, weil er nicht allzu wohl bey Mitteln war, suchte er seinglück an ander» orten zu machen , da er dann endlich in Cypernzu Famagusta zum Richter von den Venetiancrn ernennet wor.den. Doch wo er sein glück suchte, fand er sein gröstes unglück.Denn letzt-gedachter ort wurde von den Türcken belagert, undendlich nach einem tapfern widerstand, worzu Magius sehr vieldurch seine erfahrenheit in der Ingenieur-kunst beygetragen, ero-bert. Er wurde hierauf wider gegebenes wort in die sclavereynach Constantinopel gebracht, da er die übrige zeit seines lebensin einem erbärmlichen zustande zubringen muste. Doch trösteteer sich mit dein exemvel der alten Weisen, Aesopi, Menippi undEpicteti, seufzete aber noch immer dabey nach seiner freyheit,die er durch Vermittelung der Kayserlichen und Französischen Gesandten an der Pforte, wiewol vergeblich , zu erhalten ge-dachte. Denn sein Herr, Mahomed-Bassa, brachte ihn an.1^72. oder 1 s71 * den 27. may durch einen strick um das leben,weil er wegen alters nicht mehr recht dienen konnte. I» wah-render seiner gefangnis, und zwar meistens in der nacht» weiler am tage zu der härtesten arbeit angehalten worden, hat er 2.tractate, den einen de Tintinnabulis und den andern de Equu-leo verfertiget, welches tun so mehr zu bewundern ist , als Ma-gius damals von büchern gantz enlblösset war, und gleichwoldiese zwey schriften voller auzüge der eigenen werte alter au-ctorum sind; die also Magius allein aus seinem gedächtnis mußhergeholet haben. Er hatte bereits vorher verschiedene schriftenheraus gegeben , als da sind : de Mund! Exitio per exustionemlib. V. ; Commentaria· in quatuor Institutionum Civilium Li-bros; della Fortificazione della Cittä ; Miscellanea sive varisLectiones ; de vetere HetruriaeSitu libellus; Vitas illultrium Vi-rorum , auctcre iEmilio Probo cum Commentariis ; darausLamdinus vieles soll genommen haben. Thuan. histjib. XL1X.ad an. 1S 7 1 - Du Freße, in vit. Magst. Teijjier , addit. aux elog.P. I. p. *

Magius , (Vincentins) war von Brescia gebürtig, undlebte um das jähr 14*0. Er lchrete zu Ferrara und Padua ,und erwarb sich grosse Hochachtung durch seine gcschicklichkeit.Er schrieb über die Poetiea des Aristoteils und Horakii einentractat de llidiculis und andere. Aus seiner familie hak sichan. 1640. Lucilio Filateo Magi bekannt gemacht, welcher zuPavia gelchret, und nachgehendS au des Hertzogs von SavoyenHof nach Türen gezogen worden. Man hak von ihm verschie-dene schriften nach »einer art, als 2. volumina de Consolationi-bus , eine Lateinische Übersetzung von dem Simplicio über denAristotelem , und eine andere von dem Alexandro Aphrodilko;desgleichen Theorie i ct Practica medendi; Commentarios dePrognosticis l iippocratis ; Epistolarum libtos des, &s. Gbilini,theatro dhuom. letterati.

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.* Magliadecchi, Magliabecco, (Anton) einer init,ruhmtesten Gelehrten seiner zeit, war zu Florentz den « man. 16;;. gebohren, und verlohr seinen vatter an. 1-4° Vswegen ihn seine mutler im 16. jähre seines «stets beoein mgoldschmied zu Florentz in die lehre gab. Mein, um eben Czeit that sich seine sonderbare neigung zu den studien hervor, w ,er dann sowol bey ruhe-stunden, als auch unter der arbeit aller-hand dücher last, die er sich von seinem ersparten gelbe bcimlidigekauft, und verstecket hatte. Als auch hierauf a». , 6 v rJmutier gestorben, beschloß er seine angefangene lebens-m mden studien zu verwechseln, und machte sich mit Michael W«.ni, des Cardinals de Medicis Bibliothecario, besannt, tctl-cher ihm zu mehrerer Vollkommenheit in der Lateinischen sprchund kämitnis von den besten büchern sehr behülflich war. tzwandte schon dazumal in lesung guter bücher so grossen ikpndaß er öfters essen und schlafen darüber vergaß, lerniefolMauch die Hebräische spräche, und kam bald nachgehendS mich,gelehrtesten Palricien zu Florentz in bekannlschaffl, die ihn jf,tcrs zu sich auf das land abholen liessen, um seiner zeichn«, psellschafft zu gemessen. Mittlerweile breitete sich der rühm wiseiner gelehrsamkeit nicht nur in Italien , sondern auch in Atmorten aus , wie dann schon an. i66;> Lambecius lib. I. Cuns-ment. Vindob. des Magliabecchl mit vielem rühm acbachiaInsonderheit war sein gedachtniS verwunderungs-würdig, mttdessen hülffe er von allen fachen, um deren willen man ttjn mitbefragte, die genaueste und gründlichste Nachricht geben k»le.Er führte nicht allein die Gelehrten an, die von dieser ot«,!-ner stehe geschrieben , sondern auch die verschiedene edilionriuh.rcr wercke, nebst den capiiuln , § §, und werten der verfaserselbst, halte anbey ihre besondere meynungen und lehr-dMeso vollkommen innen, daß man hätte meynen sollen, daß am«lebtag nichts anders , als die vorhanden habende mittcric stnturet habe. Ob nun schon hierauf von Cosmv 111 . GroßchcrWvon Florentz, und erwehntem Cardinal von Medices dir auWüber dero ansehnliche bidliothecken ihm anvertrauet worden, soveränderte er doch das geringste nicht in seiner bishetM ari!«leben, sondern gieng noch , wie zuvor, immerdar sehr smtgekleidet, zumal da er sich, um keine zeit beym studirkn,»m>lieren, niemals auszuziehen pflegte. Ja er ließ sich «uebs«neandern fachen so wenig angelegen seyn , daß er öfters daS Mkjähr über nicht daran gedachte, feine reuten einzutreiben, oderdie desoldungen, die er als Libliotbecarius bekam, m Heden.An. 1677. erhielt er vvm Groß-Hertzvg die erlaubni», dazeraus der Bibliotheca Laurendana abschreiben dorfte, IM Ihn,beliebte, daher er sonderlich von dieser zeit an, andern Wehr,ten, mit denen er eine grosse correspondentz hielte, ihnen Wnicht leicht eine antwort schuldig blieb, bey Verfertigung ihrerschriften sehr behülflich war. Man hätte auch vermuiheniol-len, daß er bey so grossen Verdiensten, und da er niemand zmwider lebte, von unbilligen auflagen verschont bleiben wurde;allein die Verleumdungen eines gewissen feindes, und dieM-mal wider ihn ausgeureuete schinah - schriften, darum hin ie>den aufs heßlichste abgemahlt, wlwden ihn bey seinem ppund den Gelehrten sehr übel angeschrieben haben, wojnMseine freunde, da er indessen sich auf sein gewissen verladene ,immer stille saß, viele schriftliche zcugniffe von seinem untacei>hassten ledens-wandel aufgebracht, und der Groh-oechog ohnediß den schmähungen keinen glauben beygcmessen haue. .,m-mittelst hatte er doch vor, sein amt und valierlanb teeywmigzu verlassen, und erhielte schon an vielen andern orien hyr vor.thcilhaffte vorschlüge; allein Marini, sein vertrauter trcuno,bewog ihn noch durch allerhand Vorstellungen, !il»en>aiiukiändern, und in seinem vatterlande zu verbleiben. Lr iip «endlich wegen leibes-schwachheit in den Convemumblovellae zu Florentz, legirte seine bibliotheck zu Mellem i!-brauch, seine übrige mitte! aber den arme», und ltaro an. r. 4den 4. iulii im 8 i. jähre seines alters. Der P. A»ge>» 6hat aus seinem nahmen die Worte durch ein Anag^mnu «ergebracht: 1 s unus Llbliotbcca rnagna. Übrigens lSUki edem Papste nach Rom , und von dem Kayser Leopold i'vcwiewol umsonst, zum Libliotbecano verlangt.besuchten ihn in hoher person, und verehrte» ihm ' 1 11andere begehrten das seinige in ihrem cadinel zu h>'.vu>- TGroß-Sultan verlangte gleichfalls Nachricht von MGnig Ludewig XIV. ließ ihn durch alle seine Geiantlen g nDem ungeachtet war er von einer ausserordentliche» vei^>heil und demuth, auch nicht eigennützig noch geitzlfl '\ mathat vielmehr seinen freunden, und insonderheit den w .alle» möglichen Vorschub und hülffe. Der (iarbuuil JiDn· ^kannte aufrichtig , baß er ihm fast alles zu dancken 5 « - GVerfasser von den Actis 88 . Antwerpientibus rupioi 9 ' 1 *vseine hülffe, so hat er auch dem Cardinal Bona l" 7*de Liturgiis, lind vielen andern bey anderer gcllfl^be sdeytrag gethan. Er war fonsten von sehr schlechtem ^cheu putz, und trug winters-zcit allemal ein kohl-,sturr «woran er sich öfters die klcider und Hände bcschat g>e' rauch gemeiniglich auf rohen büchern , die er nut einerbedeckt, zu schlafen. Und ob .hm wol betian. 1708 . nachdem er eine gefährliche kranckheu überin dem Groß-Hertzoglichcn pallaste schone znnmer 4 » 1 *

bedienten anwies, so flöhe er doch bald wieder >n dle vo g ^samkeit. Seine bidliorheck war vortreflich,, und wannabends sein^diencr nach HE.geschickt ,jo

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