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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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daher es geschehen, daß ihm cinmals der kohlen-topf, daraner sich zu wärmen pflegte , das beth und die darauf liegendenbüchcr dergestalt angestecket, daß er andere leuthe zu hülsse ruf-fen müssen. Der abgedachte Anton Franciscus Marint hatsein lebe» umständlich beschrieben, ist auch willens, Maglia-becdana und etliche bände brieft, so von gelehrten leuthen anihn geschrieben worden, heraus zu geben. Eine nicht wenigervollständige Nachricht von ihm trift man auch in den illustrenMgocianten P. I. p. 182. scqq. an, allwo zugleich etliche Me-daillen , welche ihm zu ehre» gcprägct worden, beschrieben wer-den , davon allezeit die eine feite sein bildnis und nahmen vor-stellet , die andere aber oder der revers bey der ersten ein offe-nes buch, das aufeiner tafel liegt, mit der Überschrift: Omni-bus omnia : bey der andern eine bibliotheck , in welcher einetafel mit einer grossen inenqe dücher in die äugen fällt, dabeydie Worte zu lesen: Vivunt, quia vivo : bey der dritten aber denMaqliabecchi, wie er unter einem bäum sitzt, und in einembuche liefet, um sich herum eine grosse menge bücher liegen ha-bend » mit der aufschrift seines leib-spruches: Sdre nostrumreminisci. Negri , istoria delli scrittori Fiorent . Memoir,deTrevoux, novemb. 1722. Nicerox, mem. tom. IV. Gbilini ,theatro dhuomini ietter.

islirtgliano, tat. Manliana, ist eine lustig gelegene undwohldewohnte stadl in Sabina, einer zum Päpstlichen gebiethein Italien gehörigen provintz, und zwar noch bis auf diesentag die hanvr-stadt darinnen. Sie liegt auf einem Hügel an demufer des Tiber-flusses, -0. meilen von Rom nordwärts , undist, nach der von Alcxandro VI. an. 1495. gemachten Verord-nung , die rcsidentz des Bischoffs von Sabina. Albertidescr. Ital.

St. VTictSlonuo, ein Bischoff vonDol in Bretagne , wargebürtig aus der Diosces Bannes, «seine eitern schickten ihnnach St. Samson ihrem anverwandten, welcher die stelle einesErtz-Blfchoffs zu Jorck in Engelland bekleidete. Dieser Prälatnahm ihn mit nach Bretagne , allwo er ihm die aufsicht überdas kloster von Dol anvertrauete, nachdem er selbst zum Bi-schoff dieser stadt ernennet worden. Nach dem tobe desselbenwurde Maglorius an seine stelle an. 607. dem Stifte vorgesetzt,welche würde er aber nicht länger als zwey jähr verwaltet, in-dem er wegen alters seinen aufenthalt in einer einöde an demwcere suchte. Als «hm aber hieraus der Graf Loiesko dle insulJersey zu aufrichlung eines klosters verehrte, gieng er auf besag-te insul, allwo er auch den 24. oct. an. 617. nachdem er 8r.jähr alt worden, gestorben. Sein lcichnam wurde anfangs indie Prioric Leon sur-Rance ohmvcit Dinanl, und nachgehendsbey erfolgtem einfalle der Normänner in Franckreich nach Pa­ ris gebracht. Daselbst wurde er in der Königlichen capelle, woheut zu tage die stadt-kirche zu St. Barthvlomäi ist, verwahret.Bald hernach stiftete Hugo der grosse, Graf zu Paris , nahebey dieser capelle ein kloster vor die Benedictiner-Mönche, zuehren dieses Maqlorii, aber hierauf retirirtcn sich diese Mön-che in die gasse St. Dionysii, und von dar in die Vorstadt«st. Jacob , da dann der leichnam dieses Maglorii in demje-nigen hause, welches nachgehends die Patres Oratorii dekom,inen , verwahret wurde. Alexaxd. U Grand, hist. des Saint«de Bretagne .

Magnavacca, ein kleiner ort an dem Golfs di Benezia ,nahe bey Comachio, gelegen. Er ist mit einem haftn verse-hen , und an. 1708. von den Kayserlichen trouvven bey gelcgen-heit der streitigkeiten, so wegen der landschafft Comachio mitdem Römischen Hofe entstanden, eingenommen worden, (sieheComachio.)

* Magnavacca, (Josephus) ein Jtaliäner, war zu Bo­ logna an. i 6 ;y. den 19. mertz aus einer ansehnlichen familie ge-bohren. Nachdem er die zeichnung-und mahlcrckunst von demberühmten I. F. Barbieri erlernt, gieng er nach Rom , undlegre sich allda mit allem ernst auf die medaillen-wissenschafftnebst andern antiquitäten, wozu er sonderlich von Franc. Cam-melli, der Königin Christinä Antiquario, allen Vorschub be-kam , und brachte es hierinn endlich so weit, daß ihn nicht al-lein verschiedene Printzen in ihre dicnste verlangten, sondernauch selbst die in diesem studio erfahrenste Gelehrten, als No-ris, Vaillant, und andere sich seines ralhs bedienten, und ihmin ihren schriften grosse lobsprüche beylegten. Er starb den ;.jun. an. 1724. im 8;. jähre seines alters , und hinterließ ein sehrreiches cabinet von müntzen und andern auserlesenen alterthüm-mern. Man hat auch von ihm eine geschriebene tarife der kost-barsten Medaillen, die aber niemals gedruckt heraus gekommen.Bibliotb. Ital. tom. VIII.

* vsfagneney, (Claudius ) ein berühmter kupfer-stecher inFranckreich , hat gegen die mitte des 17. jahrhunderts gelebet,und llecueil des Armoiries de plusieurs nobles Maisons & Fa-milles de France tant Ecclesiastiques que Prinees , Marquis &autres, zu Paris 16;;. in fol. heraus gegeben. LeLong,bibl. hist.

Hlagnentius, (Magnus) soll einen vatter nahmens Ma-gnus, und zwar Britannischen Ursprungs, oder nach andern,aus den Letis, einem Teutschen volcke herstammend , gehabt ha-ben , welchen letzter» aber schon Marimianus Herculius sitze inItalien gegeben hatte. Er kam unter der Römischen armee ingrosses ansthen, maßte sich endlich der höchsten gemalt an, undäistvr. Ltxkon iv . Theil.

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legte sich würcklich den Kayserlichen purpur zu Antun in Frank­ reich zu , den 18. jan. 350. nachdem er mit zu des Kaysers Cvn-stantis tobe, so zu Eine in Roußillon von Gaifone ermordetworden , conspiriret. Die undanckbarkeit Magnentii war da-bey um so grösser, als ihn Cvnstans besonders hervorgezogenund werth geschätzet , zum Obersten der jovianorum und Her-culianorum , welches zwey nahmen der vornehmsten Kayserl.troupven» so allem ansehen nach unter Divcletiano und Maxi-miano Herculio aufkommen , gefetzel, auch einst, als ihn diesoldaten in einer aufruhr tobten wollten, durch Vorhaltungfeines eigenen paludamenti oder kriegs-gewands errettet hatte.Nachgehends machte er sich Meister von Africa, Franckreichund andern provintzen mehr. Diejenigen, welche für ihnRom emnahmen, ermordeten Nevvtianum, welchen manzum Kayfer erklärt hakte, und bekam Magnentius schlechter-dingen alles land, so unter Constantis botmäßigkeit gestandenhatte. Durch dieses vermeynte glück wurde er dermasse» auf-geblasen , daß er meynte , der Kayser Consiantius hätte esals eine grosse gnade von ihm zu erkennen , daß er ihm dasleben schenckte. Einmal schlug er diesem sehr trotzige beding»Nisse vor, daß er das Reich mit ihm und dem Betrauio, derindessen Magnentio selbsten Jllyrien abgenommen, aber sichbald wieder mit demselbigen gegen Constantium verglichenhatte, in drey theile theilen, Constantius des Magnentii loch,ter henrathen, und selbigem dagegen seine schwester zur ehe ge,ben sollte. An. zcr. nachdem er «sifcia bestürmet, und dererde gleich gemacht, auch alle an der Pau längsthin gelegenestädte erobert und geplündert hatte, ruckte er nach Mursia inPannonicn, allwo er den 28. sept. überwunden und geschla-gen wurde. Ob nun wol dieser sieg Constantio vortheil-hafftig zu seyn schiene, so war er doch dem Römischen Rei-che sehr schädlich, gestalt die tapfersten leuthe von der armeein dieser blutigen schlacht umkommen waren. Der Winter hieltConstantium zurück , daß er sich diesen sieg nicht recht zunutze machen, und den tyrannen weiter verfolgen konnte,welcher sich immittelst auf eine zeitlang durch die flucht salviret.Allein er wurde mir gemalt aus Aquileia und Italien getrieben»und ob es schon solchem unfern Ticinum, he«,t zu tage Pa,via, wider einige kriegs-völcker Constantii glückte; so wurdeer doch, nachdem zuvor auch Spanien und Aftica von ihmabgefallen, und Gallien selbst theils von dem Alemannischen Könige Chonodomario angefochten war, theils sonsten sich zuConstantio schlagen wollte, zuletzt auf den Coktischen Alpenin Oder - Dauphine nahe bey einem castell, so von SocrateMons Seleuci genennet, und nahe bey Dye gelegen zu habengeglaubt wird , zum dritten mal geschlagen. Dieses brachteihn vollends zur Verzweifelung, daß er, nachdem er zu Lyon seine eigene mutier gctödtet, welche vor eine Prophetin gehal-ten wurde, gleichfalls sich selbsten den 10. ober n. aug. an.353. entleibte, nachdem er. 3. iahr und sieben monate regierthatte. Sern druder Decentrus, welchen er zum Cadare ge-macht , strangulirte sich selbst zu Sens; wiewol andere erzeh-len , daß auch dieser nebst andern verwandten von seinem bru-der wäre umgebracht worden. Aur. V>tior % de Caesanbus &in epit. Eueropius, hist. Hteron. Idacius & Marcellmus ,chron. Julian, orat. I. & II. Socrates , lib. II. c. 20. Sozo-menus , lib. IV. c. 1. Zofim. lib. II. *

* Hfagnenus, (Johann Chrvsostomus) von geburt ein Bur-gunder, und Professor der Medicin zu Pavia , lebte in dermitte des 17. jahrhunderts. Er war ein guter Philosophus undMathematicus , und hat sich durch versthiedene schriften her-vor gethan , unter denen sonderlich das zwar kleine aber ge-lehrte werck unter dem tilul : Democritus reviviscens, sive deVita & Philosophia Democriti bekannt, darum er dieses Welr-weisen Natur-lehre und das prindpium von den Atomis unter-suchen , und als gegründet anpreisen wollen, ob er gleich des-sen Meynung, wie Olearius ad Stanleji hist. Philos. p. 904.und 907. gezeigct, nicht allezeit recht eingenommen. Es istdasselbe zuerst zu Pavia 1646. in 4. gedruckt, dann zu Leiden1648. und im Haag 16^0. in 12. wieder aufgeleget worden.Ausser diesem hak man auch von ihm: i.) Tr. de Tabaco, Pa­ via 1648. in 4. Haag 1638. Amsterdam 1669. in. 12. 2.)Tr.de Manna, Haag 1638. in 12. Morhof. in Polyhistor. Buddeut,in compend. hist. Philos. Stollens Historie der gelehrtheit.

Magnesia, eine stadt in Klein - Asien , wie Plinius will,oder noch genauer in Caria, wie es Diodorus setzet. Der Königin Persien gab sie Themistocli zu seinem unterhalte, welcher da-selbst stürbe. Die heutigen ftribenten sage», daß Magnesia daSjetzige Magresia sey, ein Bischöfflicher sitz unter Epheso. Scipioschlug Antiochum nahe bey diesem orte. Leunclavius berichtet,daß auch eine stadt dieses nahmens in Lydia sey, die jetzo Manisisa hcisse. Man muß sie nicht confundiren mit Magnesia, einerprovintz in Macedvnien , welche ein vorgebürge-hat, so vonSophiano Capv Bcrlichi, und von andern Capo di Georgiogenennet wird. Strado meldet, daß die Magnesier, nachdemsie eine gewisse gottheit beleidiget, erschrecklich davor leiden müs.sen, so daß die Lydier sie bey nahe ausgerottet hätten. Daherkam das sprüchwort: Magnesium mahnn. Strabo , lib. XIII.Plinius . Harat. lib. III. cartn. ode 7. Ijucom. lib. VI. fVrra»rius , in Lex. geogr. Baudrand. Ctüarius , notit. orb. antiq.

Magni, «Balcrianus) war an. i; 87 . aus einer berühmtenMayländiichen familir gebvhren. Wie er den Capuciner-

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