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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Irtfn eingebüsset hatte, vermählte sie sich an. 1235. mitAl,phonso , nachmaligem Könige von Portugall, dem dritten die»scs nahmens, welcher sie wiederum verstieß. Sie hatte vondem Printzen Philipps eine tochter, mit nahmen Ieanne vonDoulogne, welche an. 1,4?. an Gaucher von Chatillon, Herrnvon Monlwv und St. Agnen, vermählet wurde, und starbohne männliche erben und nachkommen. Mahand sechsten,nachdem sie einen svital zu Bonlogne gestiftet, starb an. 1260.wie Justellus berichtet, wiewol du Cange will, daß ihr tobnoch vor dem jähr 1258. sich ereignet.

Mahequil, einer von den 3. stämmcn der Araber , welchean. 999. in Africam giengen. Die andern 2. werden Esgue»quin und Hilela genennet. Diese 2. letzter» kamen aus demwüsten Arabien, und die rotte Mahequil aus dem glückseligen.Alle 3. zusammen bestunden in 50000. streitbaren männern,welche sich über die vrovintzen der östlichen Barbarey ausbrei-teten. Die rotte Mahequil bestehet in 23. familien, unter wel-chen die vornehmste VIed Mastar ist , die 3600. mann zu pferdeund 30000. zu fuß, allerseits auserlesene und vortrefliche sol-daten, aufbringen kan. Die samilie Vled Hussein ist gleich-falls sehr ansehnlich. Ihr quartier ist zwischen dem König-reiche Fez und der provintz Segelmessa; und ihr Cheque oderFürst hatte seinen Hos zu Garciinyn, so anietzo dem Könige vonFez gehöret. Es sind ihrer obngesehr 6000. mann zu pferde,und über 50000. zu fuß. Murmol. de Africa lib. I.

* Maheuft, (Matthäus) Herr von Vancouleurs , geboh-ren den 5. oct. an. 1630. »ahm zu Rheims den gradum einesDoctoris Medicin * an, und wurde sodann in eben dieser wis»fenschaffk auf der Universität zu Caen zum Professors bestellt.Er starb plötzlich den 2. april an. 1700. und hinterließ einigetractate über die Aphorilnios klippocraris, und eine disserta-tion de Lacke , welche sehr ästimiret wirb. Huet , origines deCaen .

Mahlberg , ein altes schloß unterhalb Ettenheim in derOrtenau gelegen , wozu verschiedene dörfer gehören , als Kip-pcnheim, Kippcnweiler, Allmersweilcr, Nvnnenwciler, Jchen-heim, Dundenheim und Alcheim. Was «nassen dieses schloßund Herrschafft beneben der Herrschasst Lahr zum halben theilcbedessen den Herren zu Geroldsecke gehöret, von denselbenaber an die Grafen von Mors und Sarwerden, und folg-lich an das Haus Nassau gekonimen , auch was für Processeund Handlungen darüber entstanden, das ist oben unterFrredcricus V. Marggraf zu Baden, umständlich zu fin-den. Inzwischen hüt das Fürstliche Haus Baden mehr-bemcldtes schloß und Herrschafft durch eine mit, dem Nas-sauischen Hanse an. 1629. geschehene theilung völlig , dasHaus Nassau aber die Herrschasst Lahr alleine überkom-men ; wie dann gedachtes Mahlberg von solchem FürstlichenHause Baden Badiichcr liuie besessen wird. Das «chloß mu-ste bey jeweiligen kriegen viel ausstehen. Um den ansang desvierzehenden iahrhunderts hatte es Kayser Albrecht in seiner ge-malt , und bey dem Schwedischen kriege wurde es bald denSchweden , bald den Kayserlichen zu theil, welche letzte esauch an. iSchl. zerstöret. Conler. .V/>,*er. hist. insig. lib. II.c. 4. §. 10. & 11. Merlan. topogr. Suev. voce Mahlb. *

* Mahmud, ein Fürst der Gaznaviden, folgte im jähr Chri-sti 996. seinem vakter Sebekteqhin in der regierung , welcherals der erste von dem geschlechte der Gaznaviden angeführetwird. Er gerieth tritt seinem bruder Jsmael, welcher sich derherrschafft anmassen wollte, in streit, und nahm ihn gefangen.Nachdem Mahmud im jähr iooi. mit dem Könige von Tur -questan ein bündnis gemacht, und dessen tochrer zur gemahlingenommen, zog er mit einer armee nach Indien , allwo erden Gebal,,einen der mächtigsten Fürsten dieses landes, zuzwenmalen überwand, und ihn gefangen bekam. Von dawandte an. 1002. Mahn ud seine waffe» gegen den Khalaf,welcher sich meister von Segestan gemacht hatte, dieser ergabsich an ihn , und grüssete ihn mit dem titul Sulkan. Die-ses war dem Mahmud so angenehm, daß er ihn wieder in sei-ne Landvoigtey einsetzte, und diesen titul von stlbiaer zeit anbehielt, (wie denn auch ietzo daher die Türckischen Kayser nochalso genennet werden.) Allein Khalaf lehnte sich wider ihn auf,und ersuchte den von Turquestan um hülffe. Auf diese zeitunggieng Mahmud schleunig wider ihn zu felde, und überrum-pelte denselben, wodurch er ihn in die Hände bekam, und insgesängnis legte. Hierauf zog Mahmud an. 1005. wieder nachIndien , und eroberte Multan , welcher gelegenheit sich Ileck-Han, der Fürst von Turquestan, bediente in Cborafan einzufal-len. So bald Mahmud hiervon Nachricht bekommen hatte,kan, er zurücke , gieng an. 1006. nachdem er sich auf einenweissen elephanten gesetzet, auf den Ileck-Han los, welcherdurch den elephanten von seinem pferde gehoben , und in dieluft gemorsten wurde, da indessen dieses thier dieienigen mitseinen füssen zertrat, welche ihm zu hülffe kommen wollten.Hieraus erfolgte ein vollkommener sieg , nebst einem «ehr grosssen blut-bade der Türcken und Tartarn, und Mahmud kehrtenoch in diesem jähre nach Indien , um einen Fürsten , welcheraus forcht vor «hm Mahometanisch geworden, und diesen glau-ben wieder hatte fahren lassen, zur strafe zu ziehen. Denn erwar sehr eiferiq in seiner religion , und ein grosser feind dergötzen , welche er überall auszurotten suchte. Drey iahr her-

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nach besiegte er abermal einen mächtigen Indianischen Fürsten ,bey welchem er sehr grosse schätze fand ; und der Kayser oderder Oberste unter den Indianischen Fürsten ließ bey ihm,auf er-schollenes gerächte von diesen thaten, um friede anhalten, wel-cher demselben auch unter bedingung, daß er 50. elephantennebst einer grossen summe gelbes zu einer jährlichen schatzungliefern sollte, zugestanden wurde. Von da richtete er an. ioio.seine Waffen gegen Gauer, welche er nebst dem Reiche Geor­ gien eroberte. Im jähr 1014. machte erjlch meister von Mar-van, und einem nicht weit davon gelegenen Reiche, allwo manihm gesagt hatte, daß sich Mahometanische elephanten da be-finden sollten. Des Mahmud schwieger - söhn wollte sichseinem gehorsam entziehen, er ward aber an. 1016. von ihm be.zwangen, und seines gedieths beraubet. Auf einem neuen seld-zuge nach dem nördlichen theil von Indien brachte er Kisiage,welches land wohl 3. monal-reisen von Gazna entlegen war, imjähr io>8. unter seine botmäßigkeit, da er aus demselben vielereichthümmer und eine grosse menge sclaven mit fortschlevte.Die Fürsten von Turquestan, welche sich wider ihn aufgelehnethatten, wurden an. 1019. bey der stadt Balkh geschlagen, undihr gebieth durch seine soldaten ausgeplündert. Sechs jährdarauf besuchte er den südlichen theil von Indien , und mach-te sich nach verschiedenen treffen meister von einem Reiche,Summenat genannt, allwo man erzehlct, daß er in einemgötzen-kempel 56. güldene Pfeiler, so mit rnbinen und andernedelgestcinen ausgezierct gewesen, gefunden habe; da er denn denabgott mit eigenen Händen in stücken zerbrochen, und mehr alS15L00. von diesen götzen-dienern umbringen lassen. Nachtue»sen eroberungen griff er im jähr 1029. Parthie» an, in wel-chem Reiche die Scidat, als vorinünderin ihres sohnes Mägded«dulat, regierte, machte sich auch mit leichter mühe meister vondiesem Reiche, und bestrafte die einwohner zu Jspahan undCasbin, welche sich wider ihn empöret hatten, nach der schärfe,wie er denn auf einmal 4000. bürger aus der ersteir stadt hin.richten ließ. Er setzte über das letzte eroberte land seinen söhnMassud zum Statthalter,nachdem er seinen andern söhn Moha-mud zum Nachfolger in seinen übrigen Reichen verordnet hatte.Mahmud ward endlich von einem auszehrenden fieber angegrif-fen , und muste an. 1030. im 6t. jähre seines alters, und 3 t.seiner regierung die schuld der natur bezahlen. Er war ein ge-schickter tapferer Fürst, wie er denn wegen seiner grossen cro«berungen den zunahmen Gazi, d.i. Eroberer, bekommen. Dochhatte er eine sehr heßliche gestalt, und man erzehlet, daß eeeinsmals, da er sich darüber betrübet, und von seinem ersten,Slaats-M«nistcr um die Ursache dessen gefragt worden, zurantwort gegeben : Ich habe jederzeit sagen gehört, baß daSwcsen eines Fürsten seine Unterthanen ergötzen muß; ich kanaber nicht anders drucken, als daß ihnen das meimge sehrunangenehm vorkommen müsse. Worauf sein Minister antwor-tete : Die schönheit eines menschen bestehe nicht in dem leibe,sondern in den eigenschafften der secle. Unter den Untertha-nen «st von 1000. kaum einer, welcher dein angesicht zu sehenbekömmt; aber der ruf von deinen sitten kömmt zu allen, unddurch diese wirst du bey deinen Unterthanen frcude und betrüb-n«s erwecken. Mahmud nahm diese rede so zu hertzen, dasier sowol an gerechligkeit und güte, als an tapferteit und vor-sichtigem bezeigen sich hervor zu thun suchte. Der einzige feh-ler des Mahmud war seine unersättliche begierde, reichlhüm,mer zusammen zu «charren. Man erzehlet, daß er »1 seinerkranckheit, da er seines ledens ende vermerckte, alle diese schä-tze vor sich bringen lassen , um sich noch daran zu ergötzen;worauf ihn aber die erwegung, daß er dieses alles in kurtzemverlassen Müste , «»solche betrübniS gesetzet, daß ihm die thrä-nen häufig aus den äugen geflossen, und seine freunde befchlgeben müssen , selbige alsobald wieder weg zu bringen. Weit-läuftiger ist von ihm zu lesen bey dem a'Herbelot.

Mcrhomed, der bekannte Lügen-Prophet und stiftcr einerneuen religion, welche einen grohen theil des rrd-kreises über-schwemmet hat. Er wurde zu Mecca , einer stadt, die in demwüsten Arabien liegt, gebohren. Von dem jähr seiner ge-burt sind zwar unterschiedene meynungen ; doch gehen diegelehrtesten dahin, daß er an. 570. oder 71. zuerst das lichterblicket. Er war aus einem ansehnlichen geschlechte der Ko-raischilen entsprossen; sein vatter hieß Abdala und seine MutterEmina. Seines vatters wurde er 2. monat vor seiner gehurtberaubet, und im 6ten jähre seines alters verlohr er auch sei.ne mutter. Dannenhero sein groß-vatter Abdalmocalleh ihitzu sich nahm, und da auch dieser bald starb, kam er zu si'i«nes vatters bruder Adudaleb, dem er von seinem groß-vatterauf dem tod-bethe war recommendiret worden. Seine jugendbrachte er mit allerhand geringen Verrichtungen zu, und ge-ben die Mahometaner vor, daß er gar nicht stndiret, damitsie andere desto ehe bereden mögen, baß er seine Weisheitunmittelbarer weise von EOtt empfangen hätte. Nun ge-schahe es, daß er bey einer reichen wittwe, nahmens Cha-diga, oder Cadiche, die grosse Handlung hatre, in dien-ste kam, und von derselbiqen der Handlung halber nach Svriengeschickt wurde. Bey dieser wußte er durch seinen verschla,qenen köpf, gute reden, und angenehme leibes<qestalt, sichdergestalt zu recommendiren, daß sie sich ent,chloß, ihn zuheurathen. Dieses geschahe, da er 25. jähr alt war. Im 40.jähre seines allerS fieng er an seine lehre , die er bisyero ausge.

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