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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Ylictslo, ein Afticancr, welcher -8. bücher von dem feld-bauschrieb, da er im übrigen ein zu Carthago sehr angesehenermann war, und im krieg und lrieden wichtige amter vertre-ten hatte; welches die Alten zur ehre der kunst des ftld-baucsangmrerckt haben. Der Römische Rath zeigte eine solche ach.tuna zu den gemeldten schriften, daß er nach eroberung vonCarthago, als alle darinn geftmdene bucher unter d»e Africa,Nischen Könige, so den Römern beygestanden, verschencketund ausgecheilet wurden, sich nur diese vorbehielte, und sol-che in die Lateinische spräche übersetzen liesse; ob man schondamals die schriften des ältern Catonis von der feld-arbeit all-bereit in Händen hatte. Magonis werck ist, wiewol mitgemachten ziemlichen änderungey, von Caßio Dronysio Gri-cenü in das Griechische übersetzet , und dem Prseror, Sextrliozugeschicket worden. Man sagt, baß Dtophanes von Bithynia selbige in ö. bücher zusammen gezogen, und den Konig Dejo-tarum damit beschencket habe. Plinius führet diesen Mago-nenr an lib. XXIV. Kilt. Cvlumeüa hat ihn gar den vatter desackerbaus genennet. Varr. de R. R. lib. I. c. i. Columbia ,lib. I. c. x. Pltn. lib. I. ubi de auct. ad lib. XXIV. itemq.lib. XVIII. c. 3. Serv. in Georg. Virg. *

fllago, Hannibalis des berühmten Carthaginensischen Feld-herrn druder, wohnte nebst selbigem der berühmten schlachtbey Cannas bey , und brachte die post davon nach Carthago,allwo er in gegcnwart des Raths die göldene ringe von denRömischen in der schlacht getödteten Rittern vorzeigte, dereranzahl so groß war, daß er einen, ober wie andere wollen ,dritthalb schessel damit angefüllet hatte. Er führte krieg wi-der Scipionem in Spanien , ward aber allda durch dessenGeneral-Lieutenant Silanum aus dem selbe geschlagen, giengdarauf hinüber in Italien , und landete zu Genua an ; welchestadt er gleich bey seiner ankunft, weil sich die einwohner kei-ner gefahr besorgten, einnähme. Als er nun seine armee ziem-lich verstärckrt hatte, ließ er sich mit P. Quintilio Varo undM. Cornelio in eine schlacht ein, da er sowol für sich selbsttapfer föchte, als auch alles dasjenige thäte, was man vondem erfahrensten Feld-Obersten erwarten konnte; wohin be-sonders zu zehlen ist, daß, da die Römer sein fuß-volck durchihre renterey über» Haussen zu rennen vermeynten, er im ge-gentbeil jener pftrde durch seine elephanten in solche Unord-nung zu bringen gewußt, daß ihnen solche gantz unnütz ge-macht wurden. Allein endlich wurden eben die gemeldte ele-phantrn, da man sie auf das Römische fuß-volck los liesse, vondiesem durch wurf-pfeile dergestalt verletzt und wild gemacht,daß sie in ihre eigene leuthe zurück rcnneten. Mago hieltezwar die seinige dennoch mit grosser gegenwärtigkeit beysam-men , und zog sie in der besten ordnung zurück. Als er aberdurch die feite geschossen, sich aus der schlacht muste tragen las-sen, käme auf einmal alles in Unordnung, und ward die schlachtverlohren. Er verließ hieraufLigurieo, um so mehr, als erdamals gleich seinem brudcr Hannibal, und allen andern Car-thaginensischen Kriegs-Obersten zurück in Africa beruffen ward,um die haupt-stadt Carthago zu beschützen. Allein, da er seinübriges volck noch gantz glücklich zu schiffe gebracht, starb er anseinen wunden, als er kaum für Sardinien vorbey gesegelt war.Ltv. lib. XXIII. XXVIII. XXIX. & XXX. *

Barceus, (d. t. aus dem Barceischen geschlechte) einGeneral der Carthaginenser , diente anfänglich unter Himil-cone in Sicilien, schlug da Leptinem des Dionysii l. Admiral,und brachte die Carthaginensische fachen in guten stand; auchals er nachhero von Dionysio überwunden wurde, und an le-bens-mitteln grosse noth litte, erhielte er doch einen freyen undsichern abzug. ,Doch als er hierauf zum andern mal, undzwar mit der höchsten würde und gewalt hingeschickt wurde,verlohr er gleich in der ersten schlacht bey Cabula beydes densieg und daS leben; da hingegen der Überrest seines kriegs«volcks gleich darauf unter anführnng seines sohnes die schartetrcflich wieder auswetzte. Diodor. lib. XIV. *

Mago, Magonis Bareei söhn, nahm nach seines vatterstode die regicrung deS Staats über sich, und gieng mit 250.kriegs-schiffen hinüber in Sicilien, allwo er Syracusa ero-berte, aber auf erhaltene Nachricht von der ankunft TimorleontiS, des Corinthischen Generals, in ein so grosses schreckengesetzt wurde, daß er alsobald Sicilien verließ, zurück nach Car-thago gieng, und sich allda selbst entleibte. Allein die Cartha.ginenser waren mit diesem seinem freywilligen tode nicht zu-frieden, sondern hiengen seinen leichnam an ein creutz, um seingedächtms mit einem ewigen schimpf zu beladen. Plutarcbus ,m Timoleonte c. Justin, lib. XIX. c, 1.

. Magog, ein söhn Japhets und enckel des Noah, von wel-chem die Scythen herkommen, so bey dem Caucaso gewöhnet.(Siehe (60g.) Genest X. 2. Bocbart. Phaleg. lib. I. c. 13.

MAGOPHONIA, ein fest bey den Persern, welches siedeswegen celebnrten, well an diesem tage die 7. Magi , wel-dje nstct) des Kömgs Cambysis tode das Reich unrechtmäßigerweise eingenommen hatten, erschlagen worden waren. Von

>O-,UNd ch°> , casdes. Brijstoniut, de Regno Persar. Üb.II. p. 186. 187.

Magra r Macra, ein fluß in Italien , welcher in demApenninlschen gedurge im Vai di Magra entspringet, und sich

mag mäh

nicht weit unterhalb Sarzana in das Mittelländische m a,geußt. Dieser Val di Magra ist eine kleine landschaffl in Ucana, zwischen Genua , Parma , Mvdena und Mass«,LGroß-Hertzoge von Florentz gehörig, ausgenommen das kleinMarggrafthum Fosdinovo, welches einen absonderlichen ftn,verainen Herrn hat.

* Magtbera, oder Mägtberg, ein altes schloß bey HM.krähen in der Landgrafschafft Nellenburg in Schwaden mdem Boden - see und der Schweitz zu, welches Graf Edch«-dus Barbakus von Würtemberg an. 1479. als einend«Hause Würtemberg von vielen jähren her zugehörigen rinn,aus gelegenheit einiger von Hansen und Eitelhansm von K,dingen und ihren verbündeten von Hohcnkrähen aus erlili»feindseligkeiten bevestigen und besetzen lassen. Er dekani hm,über mit dem Ertz-Hertzoge Sigmund von Oesterreich gw!streitigkeiten. Crusius gedencket auch der Grafen von Nazi,berg unter dem titul von der alten Rillerschaffk in Schwaben ,snnal. Suev. P. III. lib. VIII. c. 15. 16. Paralip. c. 21. jiiSteimveeg. manuscr.

Maguelona, eine ruinirte stadt in Nieder-Langliedoc, ßvor zeiten ein Bischöfflicher sitz war, welcher aber aiyetzouchMontpellier versetzt ist. Sie wurde auf einer insul erbau«,zu ende eines kleinen meer-busens von der Miliellandissm,see, so in den ältesten zeiten die teiche der Volcer vonDemdaherum befindlichen volck Volcse, nachmals aber die leichkWMauguio, von Peraust, von Lalcs, und endlich der ieich mThau, I'ekang de Thau genennet wurden. Die erstemelduozdieses orts geschiehet gegen ende des VI. Ikculi, da Boelhius,der Bischoss dieses orts, in seinem nahmen zu dem bratenToulousischen Conciüo einen gewissen Genesium abgesaublhat. Nachdem die Saracenen an. 730. Spanien erobe«hal-ten , giengen sie durch Aquitanien in Franckreich, und nafemenMaguelona ein, so hernach Carolus Martellus an. 7;;. ob«an. 7,6. wieder eroberte. Weil er nun die gelegenhell die-ser stadt den Barbaren, im fall sie eine neue landung in Frans-reich thun sollten, vor allzu vortheilhafftig hielt, ließ er selbizcdemoliren. Der Bischöffliche sitz wurde anfänglicb nach co.stantion versetzet, so vhngefehr eine weile von Moiiivelli«liegt, allwo der Bischoss bey nahe 300. jähr lang refidiriechiSArnaldus, ein Bischoss selbiger kirche, Maguelona an.,i°s».wieder aufbauen ließ. An. 1533. wurde dieser Bischofflichesitz nach Montpellier verleget. Die stadt Maguelona halle ih-re eigene Grafen, bis endlich nach den Albigensischen kriegendie Bischöffe die weltliche herrschafft darüber bckamen, wm«der Papst Jnnocentius III. Wilhelmum, Bischoss von AlWat,an. irr;, zuerst belehnet. Hierbey ist zu mercken, das als t«verwirrte zustand in Franckreich bey ausgang des andern N-nigl. stammes unterschiedlichen Herren gelegenheit gegeben,sich der proviutzen und städte, worüber tte als Gouverneur»gesetzt worden, eigenthümlich anzumaßen, unter andttnau-der Graf von Maguelona dieser ihrem excmpel nachfolgeie.Derselbigc hatte anfänglich ebenfalls, wie der Bischoss iemeresidentz zu Sustantion; allein die böse lust des orts, welch«zu nahe an dem kleinen flusse Lez lag, trieb ihn von dar hin-weg, und verursachte, daß er sich auf das schloß Mclgucil be-gab, und sich daselbst des Gouvernements anmassete. Hicrauivahm er den titul eines Grafen von Sustantion undMM»an, und ließ geld schlagen, welche man die Melgonschenwisoder stüber nennte. An. 1085. gab Petrus diele GrancyMder kirche, um sie als ein lehn-guth von ihm und semm ervenzu besitzen, und zu bezeugung dessen jährlich eine untze gowe»zu entrichten. Beatrix, eine Gräfin von Melgucst, heuraiymBcrnhardum Pclet, und hinterließ eine einigesenda genannt, welche an. 1x72. an Raymundum vi. ocn «-ten zugenannt, Grafen von Toulouse, vermählet wurde. Die-ser Herr war den Albigensern geneigt, und zog sich oacurw»'Papsts ungnade über den hals, woraus seine guther coWMwund die Grafschafft Melgueil der kirche zugeeignet würd, 1daß der Papst Jnnocentius III. den Bischoss von Mag««""damit belehnte. Verdate , de Episc. Maguel. Garid. sencs1 ri*·sulum Maguel. Catel, hist. & memoir. de Languedoc , «·

Magus, oder Magog, wird für den andern König d« al-ten Gallier gehalten. Dupteix, memoires des Gaules uv. v

Maharbal, ein Capital» der Carthaginenser, wurde "s

500. mann zu roß ausgeschickt, daS land der Romiichen tvgenossen zu plündern und zu verheeren. Er LMMvAauch die reuterey in der schlacht bey Canna, und riech vem Pnibal die stadt Rom zu belagern, mit gegebener verficherudaß sie nach einer 6. tägigen belagerung in dem Lamwiwund trincken wollten. Allein, da Hannibal diesem lemem.nicht folgen wollte, wurde er hierüber so ungehalten,0 »,ihm vorwarf, er könnte zwar wol siegen und überwinde,des sieges wüßte er sich nicht zu gebrauchen. Tu. Ltv . |D<

Nsahaud, oder Mathildis, eine Gräfin von BoMDammartin, war Rainaldi, des Grasen von Daml"^einige tochter und erbin von Jda, wurde an. »ror. m» upo von Franckreich, des Königs Philippi Augusti <shn^chen, und ihm an. x-x6. beygelegt An. X

Könige Ludovico IX. in Franckreich wegen der Graflw m ^Boulogne, welche sie von ihrer Mutter geerdetnachdem der Printz ihr gemäht in dem turiuer zu >