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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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vielen, als eine eitelkeit vorgeworffen worden. Er ward durchdie Italiänischen unruhen einmal genöthiget r. jähr lang May«land zu verlassen, und sich nachFerrarazu begeben, trat aberdoch die vorige stelle mit einer ansehnlichen besvldung wiederan. Er studirte so emsig, daß er darüber in eine schwerekranüheit verfiel, nach erlangter gesundheit aber nichts desto-lveniger seine vorige lcbens-art wieder fortsetzte, dadurch er esdenn in allen philosophischen wissenschafften, und.sonderlichin der deredlsamkeit sehr hoch brachte. Er half die Übung mitdeclamalionen wieder in schwang bringen. Er vertheidigte denCiceronem gegen Cölium Caleagninum, griff ihn aber in seinenAmiparacioxis selbst an. So eiferten auch er und Nizolius we-gen der Latmilär mit einander. Er starb an. 1555. den 4.apr. im 4osten jähre seines allers. Man hat von ihm Lom-mentarios über unterschiedene schuften des Aristotelis und Circeronts, Dialoge de Eloquentia , Epistolicas Qutestiones ;de Sermtu Romano ; de Risu Oratorio & Urbano; de No-minibus propriis veterum Romanorum ; Carmina und eintrede Philochrysus genannt, worinn der Geistlichen geitz sowohl abgemahlet ist, daß selbige in Italien nicht hat dörfengedruckt werden, sondern von Gudio in Utrecht zuerst zumVorschein gebracht worden. Viele andere seiner schristen steckennoch hin und wieder »»gedruckt in bibliothecken. Thuanus ,bist. Jib. XVI. Jnh, Imperiat. in Mufeo historico. Gbilirti,theatr. d'huom. letter. P. I. Girald. de Poet. sui temp. Möller.homonymosc. p. 7^. seq. TeiJJier , addit. aux elog. des Rom-mes savans tom. I. & III. Freher. in theatr. Bayie.

^!zaisrat-gülher pflegen genennct zu werden, welche, ver-möge gewisser verordnungen oder Verträge, nach dem tobe des-sen , der sie zuletzt besessen , allemal auf denjenigen fallenmüssen , welcher in eben derselben familie der älteste an jäh-ren ist, ob schon andere in einer nähern linie und in einemnähern grad sich befinden sollten. Wenn das recht der erst-geburt init dem Maiorals-recht verknüpft ist, so succedirt nichtder, so in der gantzcn familie, sondern der, welcher in der li-nie des crstgebohrnen, der älteste ist. Die qüther, aufweichendergleichen Majorat hasstet, können von denen, aufweiche siegefallen sind, vollkommen genutzt und gebraucht, keineswegsaber zum Nachtheil derjenigen, so nach ihrem tode ein recht da-zu haben, veräussert oder mit einem Pfand - recht beschwertwerden. Die Spanier, bey welchen in den meisten grossen fa-milten dieses recht eingeführt ist, nennen solches ei derechodeMayorazgo. Rhet. comment. Jur. Feud. p. 310 n. xi. Id.inst. Jur. publ. III. tit. 1. §. ri. Grot. de J. B. &P. Iib. XI.c. 7. §. 22. Covarruv. tom. II. pract. qu. c. ;8> n. y. Gornez.ad LL. Taur. 40. n. ii. & $4. Molin. de primog. Hifp. cap. 8.

Majore», lat. Majorica , eine von den Balearischen in»suln auf dem Mittelländischen meere, gegen die östliche feitevon Spanien zu gelegen. Die vornehmsten städte auf dersel,den sind Palma oder Maiorca , und Pollentia oder Puglienza.Sie ist in dem XHI.sec. an Spanien gekommen.(Siehe uöalea-rische insuln.) Es befindet sich auch ein Vice-König, wie auchein Bischoff unter dem Ertz-Bischoff von Valentia gehörig,daraus. Die luft in dieser insul ist sehr gesund, und diewinde, welche von der see hinblasen, mäßigen die Hitze dessommers. Man findet an den küsten von Majore» eine gros-se menge von coraüen, welche nicht, wie einige vorgeben,weich sind, sondern auf seifen in sthr tiesein wasser wachse».Die art und weise, wie man selbige aus dem meer herausdringet, ist 'folgende: sie binden 2, stück holtz creutzweis zu-sammen, umwickeln selbige mit Hanf, und thun in der mitteein stück bley hinein,damit es auf den gründ hinab fallen möge.Dieses creutz wird mit stricken an beyden enden eines kahns ge-dunden, und wenn es den ström hinab getrieben wird , so fas-set der Hanf die corallcn, und verwickelt sich mit denselben.Darauf ziehen sie es mit gemalt heraus, und bekommen alsodie coraüen - staube. In dem letzten Spanischen succeßionö-kriege hat sich die insul an. 1706. im vct. bey annäherung derEnglischen und Holländischen flotte an den König Carl erge-hen. Allein nachdem Philippus Catalonien wieder erobert,ward auch auf Majorca, ungeachtet deswegen mit dem Kay-ser tractate gepflogen wurden, im jun. an.i?!;. eine unvermu-tete landung vorgenommen, und weil der pöbel die besa-tzung zwange, leichtlich untern fuß gebracht. Plin. üb. XXXII.idavity, du monde tom. I. Tavernier , voyage des Indes tom.II. Ist'. II. Colmenar , deich, de lEspagne p. 574. seq.

MAJOR DOMUS , ist die höchste würde vormals in demFränckischen Reiche nach der Königlichen gewesen, und wurdenauch dieienigen Personen , die selbige bekleideten, Regü PalatiiMagistri qenennet. Den Ursprung des nahmens wollen einigevon dem Teutschen Worte Meier herführen, andere aber mey-nen , daß solcher in dem Lateinischen Worte selbst zu finden.Wann die charge zuerst aufgekommen, kan man nicht eigentlichsagen. Man liefet aber schon unter Clodoväo l. von ihnen. Siewurden mehrentheils aus vornehmen und mächtigen ge,chlech-lern genommen. Anfänglich waren sie aufs höchste nicht mehrals Gouverneurs der provintzen, und Generals bey den ar-mer». Nachgehends wurden sie in das Ministerium gezogen,und endlich hatten sie in der that mehr als die Könige selb*sten, die sich blos mit dem nahmen vergnügten, zu sprechen:Ja sie machten zuletzt gar ihre charge erblich, und wurden somächtig, daß endlich des Königs Caroli M. vatter Pipinus, der

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ebenfalls ein Major Domus war, nachdem er sich vorher-bey dem Papst Zacharia deswegen raths erholet, die Königl.crone aufgesetzet, und den rechtmäßigen König Childericumin ein kloster gestossen. Eginbartus , in vit. Caroli M. & Bejj'e-lius, in notis ad h. 1. Fragmentum de Majoribus Domus apudFithaum , in annal . & Rist. Franc orum edit. Wsechel. p. 226.Greg. Turonexs Rist. de Fran. Faul . Diac. Iib. IV. de gestisl.ongöb. c. 18. edit. Lindenbrog. Marion. Scot. Üb. III adan.yo. annal. Fuldens. ad an. 751. Vincent. Lupan. 1 . deMagist. Gallican. Faber , lib. I. Semest. c. 1. Freher. üb. I. deorig. Palat. Ponton, in orig. Franc. lib. VI. c. 12. Hottsman-niu , in Franco-Gallia c. 1 y. Du Ch(ne, in Rist. Pasquier, auxrecherches. Favin, traitd des Premiers Ostic. de la Couronne.To/ner. Rist. Palat. c. 5. p. 137. seq. Daniel, Rist. de Fran-ce liv. I. col. 320.

Majortanus, (Julius Valerius) wiewol auf dieses Kay-fers muntzen sich der nähme Valerius nirgendwo antreffen läßt,)ein Römischer Käyser, der wegen seiner gelehrsamkeit und ta-pftrkett sehr berühmt ist. Er stammele hör von dem Majoria-no, welcher sich unter Kaysers Thcodosii regierung als Magi-ster Mihtum in Jllyrien berühmt gemacht, und war desftntochter söhn; daher er auch jenes nahmen annahm. Seineersten feldzugc that er unter Aetio, ward nachdem von Avi-to zur würde eines Magistri MiRtum erhoben, half aber baldsolchen selbst vom throne stürtzen, und ließ sich durch Ricime-rem darauf erheben a». 4 ? 7 - Der Papst Leo bewilligtsolche wähl, weil er ihn vor geschickt und mächtig hielt, sichden Vandalen zu widersetzen , wie er denn auch selbige in ei-ner schlacht erlegte, und sie von den Campanischen küsten hin-weg schlug, allwo Gensericus eine landung gethan hatte. Erschrieb einen drief an die Römer, worinn er ihnen verbrach,recht und gerechtiqkeit zu befördern, und dem volck dasjenigeerließ, was sie noch von den öffentlichen auflagen abzutragenschuldig waren. Hingegen machten ihm die Burgunder undWest-Gvthen, denen Aviti verstoffung sehr leyd war, grosseHändel. Die ersten nahmen Lnon und Auvergne in Gallien ,die andern unter Theodorico Astorga und Palentia in Spa­ nien ein, und brachen ferner in die mittägigen theile von Gal­ lien ; zwar gelung es Majoriano , den erstem das eroberte wie-der aus den Händen zu reissen. Aber Aegibius, sein Gene-ral , welchen er Theodorico entgegen gesetzt, wurde zu Arles belagert, und konnte sich anfänglich kaum erwehren. Doch alssich die Francken zu ihm geschlagen, und ihn gar an ihres ver-jagten Königs Chilperici stelle zu ihrem Haupt angenommen,wurden die Gothen tapfer geschlagen, so daß Theodoricus an.43y. gar gern mit Majoriano friede machte. Nachgehends rü-stete er sich mit ernst, den krieg in Africam zu spielen ; alleinGensericus verhinderte ihn davon durch eine gewisse kriegs-list,indem er 300. von seinen schiffen wegbekam, welche bey Car-thagena in Spanien lagen. Man berichtet, daß dieser Kay-ser einmal incognito an Genstrici Hof gekommen sey, wel-cher ihm, weil er ihn nicht gekannt, alle seine anschläge wi-der das Reich eröfnet, da sich dann in währender solcher Un-terredung der ort, wo sie beysammen gewesen, beweget ha-ben soll. Majorianus rüstete sich aufs neue zum kriege wi-der die Vandaler; allein die verrätherey seines GeneralsRicimer machte alle seine Hoffnung auf einmal zunichte. Ebendieser verräther nöthigte ihn an. 461. zu Tortona , einer stadtin der Lombardey, die Kayserl. würde fahren zu lassen, undließ ihn hierauf an dem fluß Iria ermorden, nachdem er 4.jähr, 4. monat und 2. tage regiert hatte. Hat. & MarceiUn.in chron. Cafßodor. & Jornundet, hist. Procopius. Üb. I. de belloVandal. *

Majorinus, der erste Bischoff der Donatisien in Africaan. 306. war unter Cäciliano ein Leser in der kirche gewesen,wider welchen er hernach der Carthaginenser kirche zum Bischoffaufgedrungen wurde. Hiermit sieng sich die Donattstischetrennung an. Wiewol nun aber Majorinus ihr erster Bi-schoff war, so gab er sich doch nicht diesen nahmen , und solcheehre wurde seinem Nachfolger Donato vorbehalten, wie wiranderweit unter desselben nahmen gemeldet haben. S. Augufi.üb. I. cont. Pannen, c. 3. üb. III. contra Crescon. &c. Öpta-tus , lib. I. in Pannen.

MAlKfi, ( Fretum Ic) j(l eine enge Passage zwijchen demAtlantischen meer und dem Max del Zur , auf der südl. feiteder Magellanischen meer-enge und la Tierra del Fuego , so vonJacvbo le Maire, einem Äntwerper, an. 1815. und 16. ent-deckt worden , alss selbiger Terram Australem incognitam ,oder das unbekannte land gegen süde» aufsuchen wollte. Dereingang wurde 8. meilen breit gefunden, so ost-und westwärtseinen starcken ström hatte, weiches eine Versicherung gab, daßes einen weg in die Süder-see cröfnete. Das land war vollerPeguins, welche eine art seltsamer und ungeheurer see - vögelsind; die see aber mit grossen wallsisthen angefüllet, derge-stalt , daß sie denselben kaum entgehen konnten. Das süd-liche vorgebürge von Tierra del Fuego wird Cadv de Horn ge-nennet, und liegt lat. 34. 48. An. 16,8. schickte der König inSvanien unter Bartholomäo Garsia de Nodal r. schiffe aus,dieses vorgebürge zu entdecken, welche des folgenden jahrs durchdie Magcllanische meer-enge wiederum zurück in Spanien kehr-ten. An. 1823. schickten die Holländischen Staaten unter Jaco-bs Heremila als Admiral eine flotte von 11, schiffe« durch diese

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