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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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meer-enge. Absonderlich ist zu mercken, daß nach vollkommenerund genauester entdeckung dieser meer-enge, als die eine viel be-quemere durchführt aus dem Oceano iEthiopico in das Mare Pa-cificum an die Hand giebt, nicht allein die fahrt durch die Ma-gellanifche straffe gantz abgegangen,sondern auch durch vielen ge-brauch der straffe I- Maire annoch dieses klar worden, 'daß da ,ausser einigen zerstreuten insulu, vielmehr die volle sie, alseine meer - enge anzutreffen sey; dahero auch die durchfahrt,tvo nur das allzu viele eis nicht oft Hindernis brächte, alldagantz leicht ist. FeuHhe, voyages &c. *

MAIRE in Franckreich, wurde ehemals derjenige genen-net, welcher bey Hofe die höchste würde eines Majoris Domusbekleidete. (s.den artickul MAJOR DOMUS .) Heuriges tagsist es in einigen städten, z. e. zu Bourdeaux, zu Dijon , rc.der nähme des vornehmsten Stadt-Magistrats, welcher denSchöppen und den Consuln präsidirt, und gleichsam des volcksstelle vertritt, auch deswegen bey den allgemeinen Versammlun-gen der bürger sich nicht befindet. Er muß den eyd in die Händedes Köniql.Stadt-Richters ablegen, und ist in abwesenheit desGouverneurs Königlicher Statthalter. In gewissen städten ba-den die Maire; die unter-gerichte, auch findet mau einige dor-fer, welche mit Maires versehen sind. An einigen orten führtdiese wurde den Adel -stand mit sich. DiHionnaire de Trivoux.

MAIRE in Engelland, auf Englisch Mayor , ist fett an.1189. der nähme der Bürgermeister von den vornehmsten städtendesselben Reichs. Der von Londen und der von Zorck sind dieeinzige, welche in währender ihrer regierung den LordS-titulbekommen. Der erste von diefen beyden ist wegen vieler um-stände absonderlich zu mercken. Das recht einen Maire zu erweh-ien, haben die einwohner zu Londen von langen zelten her, ver-möge eines ihrer stadt ertheilten privilegii, Magna Charta ge-nannt. Vor alrers pflegten die Maires continuirt zu werden;allein zu ende des XIV. seculi hat man solches abgeschafft, undjährlich einen neuen zu verordnen angefangen. Solche wählgefchicht ordentlich den 29. sept. auf dem Rathhaufe zu Londen ,Gntldhall genannt, da die Deputirte vor 6r.zünften4. Personenaus dem mittet der 26.Rathsherren oder Aldermannen vorschla-gen,und durch die mehrern stimmen 2. davon erwehlen, aus wel-chen hernach die gesamte Rathsherren nach ihrem gefallen ei,neu ernennen, doch mehrentheils denjenigen, welcher der ältesteAlderman ist, und noch nicht die würde eines Lord-Mairc be-kleidet hat. Selbiger wird darauf proclamirt, und die Handha-bung der stadt - Privilegien eydlich zu versprechen angehalten.Wofern er sich vorher nicht allbereit in einer von den 12. vor-nehmsten zünften befunden, muß er alfobald in einer derselbensich zum mitglied aufnehmen lassen. Sollte er sich aber wegern,Maire zu werden, ist er schuldig, ;oo. pfund sterlings zur strafezu erlegen. Den 29. oct. welcher deswegen des Lvrd-Mayors-tag genennet wird, und das gröste fest zu Londen ist, geschiehtallemal seine installation; und zwar mit sehr grossen folenmtä-ten. Er setzt sich alsdenn in einem langen und weiten rock vonscharlach oder von purpnr, und mit einer grossen güldenen ketteum den hals, in ein prächtig lust-fchiff, und zwar in begleitungnicht nur der beyden Sherifs und der sämtlichen Rathsherren,welche gleichfalls ihren ceremonien - Habit anhaben, sondernauch der 12. vornehmsten und anderer zünfte, deren jede ihr ab-sonderlich fahrzeug hat, so aufs schönste ausgeziert ist, wobeynoch viel ioo. andere kleine barqnen die fahrt ansehnlicher ma-chen. Indem sie solcher gestalt auf der Themse fortrudern, wer-den fie sowol von dem ufer, als von den in der nähe befind-lichen schiffen mit viel canonen - fchüssen beehrt. So bald sievon der gegend Blac Friars genannt, bis an Westmünster ge-kommen, steigen sie an land, und gehen, unter einer schönenmusic, proceßions - weise, wobey dem Maire ein groß scepterund ein schwerdt vorgetrage.i werden, »ach dem allda befind-lichen grossen faal. Daselbst legt der Maire vordem Erchequer-Gerichte den eyd der treue ab, und invitirt hernach die Beysitzersowol dieses alS der andern daselbst versammelten Gerichte, zudem angestellten mittags-festin. Nach diesem begiebt man sichin der vorigen ordnung wieder in die fahrzeuge. So bald manaber an die gegend von Fleetstret gekommen, steigt man aus,und der Lvrd-Maire nebst seinen collegcn fetzt auf kostbarenpferden, in begleitung unterschiedener bürger-compagnien, wieauch der zünfte, zwischen einer unzehligeu menge von zuschmiern,und allerhand öffentlichen freuden-bezeugungen, stinen weg fortbis nach Guildhall, allwo diese fcstivität mit einer stattlichenMahlzeit sich endigt. Bev dieser letzter» finden sich öfters nichtnur die Königliche geheime Räthe und die fremde Botschaff-ter, sondern auch die Könige und Königinnen selbst ein; jaan. i;5«. hat der Lord - Maire, Heinrich Picard, an dem tageseiner installation^, 4. Könige auf einmal gastirt, ncmlichEdnardum III. König von Engelland, Johannen,, König vonFranckreich, David II . König von Schottland (welche bendegefangen waren) und Hugonem von Lustgnan, König von Cy-pern. Wenn ein Lord-Maire vor seiner wähl noch kein Ritterist, so wird er ordentlich bald hernach darzu geschlagen. Seinegemalt erstreckt sich über die gantze stadt Londen , über derenVorstädte, und über die Themse , bis auf 25. Englische weilenoberhalb, und bis an den auslauf der Medway, unterhalb dergedachten stadt. Er ist gleichsam der oberste Richter daselbst,und hat grosse einkunfte, dabey aber auch einen grossen auf-gang; wie er denn täglich offene tafel zu halten schuldig ist. Un-er den vielen vornehmen und geringen bedienten, so er auf

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der stadt Unkosten hat, bekommt sein Schwerdt-trägn jähMjooo. pf. sterlings. In den provintzen Middleser, Suimund Surrey mag er nach seinem gefallen lagen, zu welchem Meine gewisse anzahl von Hunden vor ihn unterhalten wird Dieerfttzung unterschiedener ämter, welche in währendem feinemregiment sich verledigen, kömmt ihm zu. So vst derKömMethron vacaut wird, ist er der vornehmste Cron-bedienle, undschreibt in solcher qualität seinen nahmen vor allen Wrs undhohen beamten.An dem crönungs-tage verrichtet er die funclieneines Königlichen Oder-Schencken. Wenn er nach verlauf ei-nes jahrs sein amt niedergelegt, nimmt er wieder seine» plazunter den Rathsherren, und zwar gleich nach denjenigen, msche vor ihm die ehre gehabt, Lord-Mayors zu seyn. CbamtK& Mtege , new ltate of Great Brit. Beeverel·, delic. de la Gr.Brät. p. 8s?.

Maire , (Jacobus le ) ein berühmter see-fahrer, von Ant­ werpen gebürtig, welcher die oben beschriebene meer-enge ent-decket hat. Er commandirte 2. Holländische schiffe, dieeinirMund das Horn genannt,womit er den 14. jun. an. 1619. von dmTerel absegelte. Man hat eine beschreibung von seinen reisen,die er von dem Texel an in America , von bannen durch t»Snder-see uach Java, und von Java wieder zurück in Holland gethan hat. Es ist selbige an. 1622. zu Amsterdam Französischin folio unter andern Amcricanischen reise-deschreidungeu imdruck heraus gekommen.

Maire, ( Eudo le) des Königs in Franckreich Wirpi I.Cammcr-diener, zu ende des XI. feculi, war der einige von des-selben dienern, welcher sich anbot , des Königs gelübd m voll-bringen , und dahero zu fuß in einem Harnisch und mit einer sa-cke! in seiner Hand in das heilige land gicng; nachdem er «t«zurückgekommen, gab ihm der König Chalo-St. Ward, oderSt. Medard, unweit Etampes , ein schön guth, nebst diesem pri·vilegio, daß beydes seine männlichen und weiblichen erbenvnallen auflagen frey seyn sollten, welches sie auch seit dem zcnos-sen haben, bis der König Henricus IV. solches aus der msachaufgehoben, weil die anzahl der geschlechter, welche vondiesem Ende le Maire abzustammen vorgaben , sonderlich inder landschafft Beausse sehr groß war; und hingegen keinm>-ges unter der zahl klar beweisen konnte, daß es gewiß vondmprivilegirten stamme absprossete. o«w», hilt. univers *

* Maire, (Johann le) oder Marius, ein FramöiWRedner, Gefchicht - schreiber und Poet, gebürtig von ZEaus der Grafschafft Hennegau , lebte um das zahr m». «schrieb : 1.) Hlultrations dela France, Paris izir. in m.ib. 1; 15. 151?. i;2i. und 1;;;. in 4. ib. 1 s?*· m l6 · un 'nach der verbesserten aufläge des äu Moulin zu Lvon i;49-wfol. 2.) Promptuaire des Conciles , Lyon ifit. in 4 · )·>Genealogie des Turcs ; 4. ) Geographie de la Turquie, osIa Grece &des Isles voisines; 5. ) de Principe Sophi, iironi; 28 . 6.) de Utilitate ac Praeminentia Conciliorum Iccle-fix Gallicana;. Lei Croix du Alaine. Srveertit Athen . Belg·

Mairnes, siehe Merino .

H zaironius, (Francifcus) ein berühmter Franciscaner,gebürtig aus Provence in Franckreich, welcher in dem XR.fecnlo gelebt, ein discipul Johannis Scori gewesen, und we,gen feiner sonderbaren gelehrsamkcit in der Scbotastischen rhilo-sophie den zunahmen Doctor'illnminatns bekommen. Er batunterschiedene, sowol theologische, als philosophische schrit-ten heraus gegeben , und unter andern dasienige, was manin der Sorbonne zu Paris Sorhonicam magnara zu nennenpflegt, eingeführt, indem er gewohnt gewesen, dicicniqe, welcheals respondenten disvutirt, von bis 6. uhr des morgens, bisum 6. oder 7. uhr des abends mit oppouiren zu ermüden, fyw-da», an. 1; I;. Claud. Hemeraus , de Acad. Paris .

^erullNem Ie ) ein Cantzler der Königra'ck

ttani,Ai,-n nv^?^^" bin Franzos, unl· nicht an Llcoc-aeboü^n ö^Ilaiuscher Edelmann, wie einige schreiben,Kudia abs»ln,>r^o Diceces von Amicns. Nachdem er Win a OftltcB ct sein vattcrland, und begab »ch

Sicilien, und Alphonsi, kess!o,»-ismat un v Herauf kam er wieder zurück in scine bw-

mack>t" ^l et il ein Dom-Herrn der kirche zu Amicns ge»

dem/r flieuq er ins gelobte land, na-b-

te?daß sieFürstenz-i bewegengesiicht b«-der rreutz auf zieh nehmen, und mit cingn-

U'gdahu, thu» mochten. Nachdem er hinein gekom-. m er H i>etl ungläubigen, welche damals mim' r kriegs-dienste an, damit er dadurch oenen ^^Hren, und zugleich ihre art zu streiten 1-7-

beaJherilk ^ rm lahr lang in solchen dieiisien gestanden,,Sn, m Zypern zu dem Könige Hugone lV von M^,'^'^'^scher die Saracenen zu bekriege» wrüens war. Wm>hernach auf einer reist, die er zu dem endebaß er die Abendländischen Fürsten zu s-lltz»"^cbte. Ihm snccedirte Petrus I welcher ö»oihi^ , g J >n s ct)la $ e wohl zu nutze zu mache» wußte, undiui ? ^ntzler seiner Königreiche ernennte. Mamcreswar an. mit bey der bclagerung der stakt Alcrandria, m>be a solcher ort erobert worden, gab ihm der König den drille»lycii von der beute , um damit einen neuen Ritter-orden ««roberune! und erhalt,»,g des heiligen landes zu stiftn·

Matt die Christen verlohren in kurtzcr zeit dasiemgt

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