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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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unter dem der andere tempel erbauet worden. Weilffinnah-me so viel als ei» enget heißt, so hat Vieles Origenem auf dieaedancken gebracht, daß er ein wahrhaffter und eingefleischter en-gel gewesen. Allein Hieronymus und tue übrigen Vatttr tziddißfalls anderer meynung, weil man lvnsten auch schlressenkönnte, daß Hoseas Christus muffe gewesen seyn, weil semnähme so viel als Jesus oder ein Seligmacher heißt. Eim-qe stehen in der meynung, daß Malachias niemand anders alsEsdras gewesen, welcher wegen seines heiligen und unschul-digen lebens Malachias oder Engel zugenannt worden. Hte-ronymus will dieses vorgeben weder verwerffen noch billigen,Wicwol es Eusedll und anderer berühmten scribenlen meynungzuwider läuft. Andere, als wie Bibliander, halten ihn fürhachariam. Er befleißiget sich, das volck zu erkanntnis desbundes GOttes, zu dem glauben an den Meßiam, und zurbusse zu ermähnen ; bestrafet aber hauptsächlich den geiy undnachläßigkeit der Priester, und weiset, daß die wahre gottes-forcht nicht sowol in opfern und äusserlichen ceremonien, alsin Verehrung des Göttlichen nahmens und ausubung derpflichten gegen den nächsten bestehe. Er.befiehlet dabey diedeodachtung des gesetzes Mosis, und verkündiget die. ankunftdes Elias, ehe Christus komme» würde. Eufebius, m chron.S. Augußin. de C. D. lib. XVIII. c. ,6. S. Cyril. in Malach.c. i. Sixt. Senens bibl. lib. I. BtUarm. de script. eccles. Hei.

flegg* enchir. bibl.

Malachias, ein Ertz-Bischoff zu Armagh in Jrrland, lebtein dem XII. üeculo . und ist wegen seiner Heiligkeit, wegender ihm zugeschriebenen wunderwercke und wegen der mitdem H. Bernhards gepflogenen freundschafft berühmt. Erwar anfänglich ein Mönch und bald hernach Abt in der Abteyzu Bangor, welche er in weit bessern stand setzte, als er sie ge-funden, ward nachdem Bischoff zu Comer, Episcopus Comeren-fis , und endlich zum Ertz-Bischoffe von Armagh erwehlet,welches amt er aber wieder niederlegte, um ein Unter - Bi-schoff in der kirche zu Down zu seyn. Der Papst JnnocentiusII. hielt sehr viel von ihm, welches er ihm sattsam zu verste-hen gab, als dieser Prälat einsten üach Rom kam; wie er ihndann zu seinem Gesandten in Jrrland ernannte. Allein erstarb in seiner Wiederkehr an. 1148. zu Clairvaux in des Bern-hardt armen, welcher ihm zu ehren eine leichen-rede hielte,die in einer kurtzen beschreibung seines lebens bestund. Avi-sier dem hatte Bernhardus briefe an ihn geschrieben, nem-lich den315. ;. ,17dm. Man schreibt ihm die prophe-zeyung von den characteribus der künftigen Päpste zu, so vonCölestino II. anfangen , welchen er mit diesen Worten bezeich-net : ex Castro Tyberis, gestalt dieser Papst, dessen eigentlichernähme Guido del Castcllo war, auf einem an der Tiber ge-legenen schlösse gedohren worden. Über dieses hat St. Ma-lachias auch noch einige andere bücher geschrieben. Im übri-gen ist diese prophezeyung nebst des Ciacconii erklärung, so biöauf den Papst Urbanum VII. gehet , bey dem Arnolds Wionin seinem ligno vitas lib. XI. c. 40. zu lesen. In dem XVII.soculo ist diese prophezeyung mit angefügter auslegung bisauf den Papst Alerandrum VII. heraus gekommen. Man hatauch eine Italiänische edition davon. Es sind aber die Ge,lehrten sehr zweifelhaffter meynung, ob Malachias der Urhe-ber dieser prophezeyung sey. Die Catholischen sprechen ihmsolche gemeiniglich ab, und bemühet sich absonderlich ClaudiusFraneiscus Menetrier in einem eigenen buche solches darzu-Ihun. Dieses hat ,M. Christianus Wagner aus dem Franzö-sischen ins Teutsche übersetzet, und unter diesem titul: ClaudiiFrancisci Menctrii gründliche Widerlegung der von ArnoldsWion für des Jrrländischen Bischoffs MalachiL arbeit ausge-

8 ebenen prophezeyung, an das tages-licht gesteUet. Hingegenemühet sich Samuel Andreä in seiner historischen disqursitio»:de Succeffionibus Pontificum Romanorum, secundum praeno-tationem Malachite Hyberno adscriptam , die an. 1Ü77. zuMarpurg heraus gekommen, selbige dem Malachia zu vindi-ciren. Von den letzterwehlten Päpsten hat er folgende kenn-zeichen angegeben. Nemlich den Papst Alexandrum VIII. be-deutete er durch das symbolum : Poe'nitentia gloriosa , welchesman darauf hat deuten wollen, daß nemlich dieser in seinemgantzen leben den Franzosen gewogen war, auf seinem tob - be-the aber deswegen busse gethan, welches er durch die bulle, soer wider sie heraus gegeben, bezeuget. Jnnoccntium XII.sollten die Worte Rastrum in porra bedeuten, weil an demtage seiner erwehlung vor allen thvren zu Rom Spanische reu.ter stunden, gleichwie aber vor diesem seine familie einen rechenin dem wapen geführet. Der Papst Clemens XI. hatte dieWorte Flores circumdati. Hierauf folgen noch 22. solche nach,denckliche reden. Der zwang aber, init welchem alles muß aus,gcleget werden, macht billig,daß wir uns vergnügen diese Musterdem lcser gegeben zu haben. Nachdem nun noch 22. Päpste demRom. stuhl vorgestanden seyn werden,soll Petrus II. ein Römer,auf demselben sitzen, welcher seine schaafe in vielen trüdsalenweyden werde, worauf der jüngste tag kommen, und Rom mitder weit vergehen solle. Indessen ist nicht zu vergessen, daßalle diese dem gegenwärtigen Malachiä zugeschriebene Weissa-gungen nicht allein dunckel und vielerley verstand fähig sind ,so daß es fast unmöglich fehlen- kan, in eines ieden Papsts le-ben und geschichten einige umstände anzutreffen , auf welchesich dergleichen ipruche mögen ziehen lassen ; sondern auch, daßsolche mit mehrern manu,cripten mrt andern so sprüchen als

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gemählden von den zukünftigen Päpsten untermenget tawelche eine klare anzeigung geben, daß vor;. 4. und ;o° ^. reu die Herren Mönche in den klöstern sich gar zu grosse sm-heilen genommen haben, dergleichen verwendende prophezei»gen nach eigenem belieben zu vermehren und zu verändern.

Bernhardus , in ipfius vita. Baromus , annal. & martyr. Citucinius , vit. Pontif. Baleus, de script. Angli®. TmtzelS monati,unterred. adan. rüßy. p.1155. seq. &ad an. 1691. p. m. seq,& 812. Petrus Petitus , de Sibylla lib. III. c. 10. Waleut, lib.fde script. Hybern. lib. I. p. 55. & commcnt. de Prasul.Hy.bern. p. 14. Cave, bist. litterar. p. 461. Erstere forlfttz. derjetzt-herrfth. Europ. p. I2,. feg. Dan. Gut. Mollerus ,indilde Malachia. J. Aytmn, tableau de la Cour de Rome, &c. *

Malaga, tat. Malacca , eine stadt an einem berge in den.Spanischen Königreiche Granada , welche nicht groß, abervolckreich ist, und ein vortrefliches arsenal und einen schöninHafen hat, so durch 2. auf jetztgedachtem berge liegendecttabeUlen beschützet wird, deren die eine Alcazzava, die andere aber6 ,'blalsarro heisset. Sie hat einen Bischoff, unter den Ertz-Bischoff zu Granada gehörig, und treibet gute Handlung, ab-sonderlich mit ihrem köstlichen wein. Man findet darinn nochunterschiedene prächtige gebäude, welche von den Mohrenübrig geblieben; wie denn die vtifls-kirche, so vormals ihreschöne Moschee war, sehr kostbar ausgezieret ist, so daß alleindie stühle in dem chore 105000. Rthl. gekostet haben. DrPhönicier sollen sie noch lange vor Christi gcburt gebauet ha-ben; Strabo , Plinius und andere alte scridenten gedencknihrer sthr oft. Vor zeiten wurde allhier, wie Strabo berichtet,ein grosser Handel mit gcsaltzenen fischen und fleisch getrieben,woher auch die stadt den nahmen Malaga mag bekommen ha»den, nemlich von dem Phönicischcn Worte Malach, salben.An. 1487. wurde sie durch Ferdinandum und Jsabellam nacheiner langwierigen belagerunq den Mauren abgenommen. An.1661. ergoß sich der sonst kleine fluß Guadalquivircio, tixl,cher bey dieser stadt ins Mittelländische meer läuffet, und mitdem grossen Guadalquivir oder BätiS nicht muß vermischetwerden, daß er 200. Personen ersäufte, 1060. Häuser mitßchhinweg führte, und ;ooo. andere verderbte ober unbrauchbarmachte. So hat auch diese stadt an. 168°. durch erddeben gros.sen schaden erlitten, indem 15. Mönch-und Nvnnen-kloster vongründ aus ruiniret, 1200. Häuser gantz umgekehret, und vielmehr hart beschädiget wurden. Man demerckek auch, daßdamals die schiffe in dem Hafen über die 20. schuh hoch auf-gehoben worden. Strabo , lib. III. Plin. lib. V. c. 2. MerukMariema. Boch. Canaan. lib. I. c. 34. Ctlmcnar, delic. d»l'Espagne p. 517. seq. *

Malagnette, ein Mohrischcs Königreich auf der küsse MGuinea an Capo das Palmas gelegen. *

* Malatn, (Edmund) Baron von Lux oder Luz, war un-ter des Königs von Franckreich Heinrich IV. regierusg einervon des Marschalls von Biron vertrauten, hieng sich nach-mals unter Ludwig XIII . an das Haus Guise, u»d weiter beydemselben seine rechnung nicht zu finden meynte, an den Manschall von Ancre, dem zu gefallen er den Hertzvg von Belle-aarde um das Gouvernement von Burgund zu dringen inchle.Weil sich nun das haus Guise des Bellcgarde, der mit ihnenverwandt war, annahm, und der Baron von Luz fich gerühmthaben sollte, daß er an des Hertzogs von Guist crmordungzu Blois theil gehabt, so ward er an. 161,. am;. iemier durchden Ritter von Gnise, der ihm auf der straffe begegnet, ge-nöthiget, sich mit demselben zu schlagen, und war so ungiuer»lich, daß er gleich auf den andern gang blieb. Sem iovn,der diesen tod zu rächen suchte, und wenig tage hernach ocnRitter von Guise zum duell ausforderte, ward von demselbengleichfalls im dritten gange erstochen. Vajjor , hm. 1V ·

Mimotres de la Rcgence de Marie de Me'dices, p. 105. roh.

Malamoccs, lat. Mathamaucum , eine iniul, iingesehr r-Teutsche weilen von Venedig . Vor alters haben dieVeneti«-nische Hertzoge daselbst residiret. Sa ist auch ehemals einBischoff allda gewesen, welcher fich aber , nachdem am m»insul dieser an. 1101. grossen schaden gethan, nachMaa»

gewendet. Die grossen schiffe pflegen in dem haftn von rtla-

lamocco, welcher sich bey einem dorfe gleiches nahmens ocsn>det, und sehr geraum ist, gemeiniglich einzulauffen, uno ir»grosse equipage zurück zu lassen, worauf sie erst, weiiha.nach das wasser nicht tief genug, nach Venedig gebracht wmden können. Es bestehet auch fast das gantze User dmer waus lauter Häfen. Im übrigen begreift sie ungefehr;, d"liänische weilen in die länge und 4. bis 500. schrill wbreite. Die Venetianer sehen sie an als einen art,.an merhaltung ihnen ungemein viel gelegen, und haben fle cam>hero wider die feindliche anfülle auf allerhand art devemglassen. S. Didier, ville & Republ. de Venise p- 4 - feg. ÖWplatz des kriegs in Italien , p. 542. ^

tlictlans, ein schöner wohlerbauter flecken in dem w- r ·richcen-Bund in Graubündten nicht weit von dem Ayri»- Xist wegen des daselbst wachsenden guten weivs berühmt, 1im ocl. an. 1684. bald völlig abgebrannt, nun aberder aufgebauet. . . nn ,.

Malaperkius, (Carolus) ein Jesuit zu Bergengau gebühren, lehrte mit grossem rühme zu Douay , .verfertigt« viel schriften, beydes m gebundener und ungcvu