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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tier rede. Er hat sich einige zeit in den Iesultcr-GollegH; inPolen aufgehalten, und allda seine verft dem Printzen Ladislao,des Königs Siglsmundi 111. söhn, zugeschrieben ; war sonstenauch ein guter älacbemaricus, und starb zu Madrid den i. nov.an. iszo. verschiedene schrsste» hinterlassend, als da sind : stsVenlis lib. 11 . in Versen ; Gommenc. in lib. VI. priores Rueli-dis; Elementa Geometria;; Institutiones Arithmeticse ; Practi-ca;; Atiitriacic; Sidera Helyochica; eine Laleinijche tragödiebesteeia8 ; Elcgiae über das Leiden Christi; Miscellanca, &c.Aiegambe, bibl. Soc. Jesu. Andreas , bibl. ßelg. *

* Malarich, Malarichus, ein vornehmer FränckischerHerr an des Kavscrs Constantini Hose, war Rector Gentilium,»vclches so viel scheinet gewesen zu seyn als ein Ober-Richterderer unter ihren eigenen gesehen im Römischen gehorsam ste-henden Fränckischcn, und vielleicht auch anderer ausländischernakionen. Er nahm sich um das jähr nebst einem andernFrauckische» sperrn, nahmens MallobaudcS, der lribunus Ar.niacurarum war, seines bey benicldtem Kayser fälschlich an-geklagten, und bey dem Kayser Constantio verleumdeten lands-manneS, des Silvani, dergestalt nachdrücklich an, daß ernicht eher ruhere, bis dessen Unschuld an den tag gebracht wor-den , wieivol allzu spät. Denn Sllvanus halte inzwischen, umden Nachstellungen seiner semde zu entgehen, gezwungener weiseden Kayserlichen titiil angenommen, welches ihn bald daraufdas leben kostete. Malarich aber brachte es nach der zeit andem Kayserlichen Hofe durch seine Verdienste so hoch , daß ihmum das iahr 364. von dem Kayser Ioviano, der dessen ansehenselbst fürchten muste, die Oder-Feldherrn-stelle über die inGallien stehenden Kayserlichen trouppen angetragen wurde, soer aber ausschlug. Von vünaus Rcichs-historie, rom. l.x. 800.

Malaspina , eine souveraine Marggrafschaffti in Italien ,und zwar in der provintz Toscanicn, nahe bey dem Genuesi.scheu gebiethe, so eigentlich die Marggrasschafft Mass« ist , wel-che das Haus Malasvma ehemals besessen, aber an. i;;o. durchheuralh an daü Haus Cibo gekommen. Einige sagen , es stam-me das gcschlecht Malaspina von dem Hause Sachsen her; an-dere geben vor, daß der stiftet desselben ein mnqer Cavalier ge-wesen , Hugonis des Grafen von Mayland söhn, welcher a».94;. Siegfriduin, den Fürsten von Lucca und Massa , miteinem langen scbwartzcn dorn unigedracht habe, daher dernähme Malaspina gekommen sey. Noch andere führen diesesgcschlecht von Alberico her, dessen in dem a». 876. zu Pavia ge-haltenen GcmciH« gedacht wird. Dieser zeugte Albericum 11 .Marggrafen von Italien , dessen söhn Albericus 111 . Marggrafvon Toscana und Herr von Massa , rc. war. Selbiger sollsich mit Cunissa, des Bcrengarii 111 . gemahlin schwester, ver-mählet haben , aus welcher ehe Wilhelmus Malaspina, Marg-graf von Lunigiano und Carfagnano, Herr von Bvbtv, rc.gebohren worden. Dieser diente unter dem Kayser Otlone widerdie Saracenen in Calabria, und vermählte sich mit GibergaGuimari, des Fürsten von Salcrno tochter. Obizzo, sein söhn,stunde dem Kayser gleichfalls getreulich bey, und ließ sich zuverschiedenen wichtigen geschäfflen gebrauchen. Er starb umdas jähr 100$. Azolinuin hinterlassend, welcher dem KamerHenrico 11 . seine treue erwiesen, und ein vatter worden Azonis,Marchesen von Italien ; dessen söhn Conradus Malaspina hakdas gcschlecht fortgepflanzet, und giebt man vor, daß sein söhnIsnardus mit Sicchelgauta, einer Königlichen Prmtzcßin vonSardinien, Obizzonem Malaspuiain gezeuget, welcher demKayser Henrico V. wider den Papst nicht beystehcn wollte;aber dennoch von selbigem wohl tractirel worden ist, und diebestätigung seiner tragenden lehen erhalten hat. Sein söhnMorello oder Moncello Malasvina verfiel an. 117». mit den Ge-nuesern in krieg, war aber so unglücklich, daß, wollte er andersfriede haben, er Pietra Copcrta samt dem see-hasen Lcnice an sieabtreten muste. Unter feinen söhne» richtete Conradus denstamm der Marchesen von Villafranca auf, gleichwie Wilhcl-mus , der älteste söhn, das gcschlecht Malaspina fortaeführet.Dieser letztere war sehr unglücklich, vcrlohr den grösten theilseiner ländereyen, so ihm die Genueser und andere abdrängen,diente doch zuletzt selber den Genuesern wider ihre feinde, undstarb um das iahr ir;o. Sein enckel Gabriel hinterließ Spi-nettam .Malaspinam, welcher durch den Castruccio Castracani aus seinem lande verjaget wurde, und sich nach Verona retiri»ren muste, allwo ihin der Printz della Scala sicherheit ver-schaffte. Er bauete auch daselbst einen prächtigen pallast, mu-ste aber meistens ei» ihm gantz widriges geschick ec-ayren. Dochwar solches seinem söhn Azvlino etwas günstiger, und setztedieser sein Haus nach dem tode des Castruccio in gar gutenstand. Dessen enckel, Spinetta 11 . wurde von Carolo 111 .von Neapolis mit dem Hertzogthum Graoina i» dem besagtenKönigreiche beschcncket, welches er aber bald wieder verlohren.Sein enckel Antomus Aldcricus Malaspina , vermählte sichnach erhaltener Päpstlicher dispensatton an. 1418. mit JohannaMalaspina, Marquisin von Ftvizzano, seiner nahen anver-wandtin, und zeugte mit ihr 6. söhne. Unter diesen ist Gabrielder stamm-valter der Marchesen von Fosdinovo worden, Ja,cobus aber hat das Haus Malaspina erbauet. Er brachte andieses Carrara , Montia und Lapenza. Unter dein LudovicoSfortia bekleidete er an. 1470. die stelle eines Lieutenants, underhielt lich auch in der freundschafft der Florentiner. Von sei-

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nen söhnen ist Albericus zu mercken. Dieser setzte sich bey demKönige Carolo VIII. in grosse Hochachtung, und bekam vonihm nicht nur die Marggrasschafft Ftvizzano , welche die Flo-rentiner bisher in ihren Händen gehabt hatten, sondern auchdas Hertzogthum Gravina. Allein als get achter König Carv-lus VIII. aus Italien wieder nach Franckreich zurück kam , ver-lohr er wieder Fivizzano und einige andere örter. Es vermähl-te sich AlbericuS mit Lucretia , einer tochter Sigismundt vonEne, und zeugte mit ihr drey tochter. Die iüngere davon,Thadea, heurathete den berühmten Bojardi, Grafen vonScandiano . Die älteste wurde Scipioni von Fiefchi beygele-get , welcher auch nach ihrem tode auf erhaltene Päpstliche di-fpenfarion an. ryi;. sich mit ihrer schwester Richardis vermähl-te. Er starb an. 152«. eine einzige tochter hinterlassend , wel,che um das jähr 154°. des Grafen Vltalino Visconti von Boro»meo gemahlin worden. Richardus aber schritte zur andern ehemit Laurcntlv Clbo, Grafen zu Florentillo, welcher nach-mals Marchese von Massa worden. Sonsten hat sich auch airsdiesem Hause Germamis oder Germanicus Malaspina, Bi-schoff zu St. Severo in dem Königreiche Neapolis, bekanntgemacht; der Papst Clemens VIII. schickte ihn an. 1,9z. in derqualität eines Nuntii ^um Könige Sigismundo 111. nach Polen ,allwo er aber nicht jonderlich angeiiehm gewejen, und ent-stund von ihm das sprüchwort: es würde doch wol kein dorn(Spina) gut werden, und wenn er auch von Rom sclbstenkäme. Mit eben diesem character gicng er nach Siebenbürgen zu dem Cardinal Bathory, den er aber, un« sich dadurch beydem Kayser Riidolpho 11 . verdient zu machen, soll auf dieschlachlbanck geliefert haben. Heut zu tage hält sich dicfts ge-schlechl an dem Hofe zu Wien auf. Porcaccbi. Zuna, Le La-boureur. Piaseoius , &c. *

* Malaspina , (Salla oder Saba) ein Italiänischer Hi-storicus , war aus der vorhergehenden familie entsprossen,und lebte in der andern hclfte des XIII. faeuii. Er war, wieer selber berichtet, Deeaims zu Maltha, und des Papsts Io-hannis XXI. Schreiber oder Seeeecarius. Die zeit seines to»des ist unbekannt. Man hak von ihm Historiam Renan Sicula-rum , in sechs büchcrn von an. I2zo. bis an. 1278. in Lateini-scher spräche, welche in Baluzii miseellan. 1 . 6 . und in Mnra-torii rer. Ital. scriptoribus , rom. VIII. aufgeleget worden.Muratorius , in prxfat.

^ zalatesta, (Sigismundus) Herr von Rimini , war einPhilosophus und Historicus, auch ein guter soldate, und einerder vorlrcsiichsten Generalen zu seiner zeit. Allein daneben be-schuldigte man ihn, daß er sehr gottlos gewesen , alle religionverlachet, und der ftelen Unsterblichkeit gcläugnet, auch nichtszu thun unterlassen, was sein interesse und seinen ehrgeitz zuunterstützen vermocht. Hierdurch machte er sich die Päpste zufeinden, so daß Pius 11 . an. 1462. ihn in den bann that, wo-durch sein gemülh einiger mähen gebändigel wurde. DieserMalatesta schlug, nebst Francisco Sforzia, Antonio Ordelaffi,den Herrn von Forti. Desgleichen bekriegte er auch seinenachdarn, und erhielt allezeit sieg wider sie. Nachgehendsmachten ihn die Venctianer zu ihrem General. Darauf gicnger in Morea, und eroberte von den ungläubigen Sparta , nebsteinigen andern örtern mehr. Nachdem er wieder zurück gekom-men , wurde er zum General der Senenser und Florentinergemacht. Darauf führte er den krieg wider den Papst Pium 11 .war aber nicht glücklich darin«. Endlich starb er den 6. oct.an. 1467. da er 51. iahr alt worden. Er hinterließ viel klnder,und unter-ädern Robertum Malatest a, so gleichfalls ein zuseiner zeit berühmter General war. Anfänglich diente er denVenetianern, und hierauf commandirte er des Papsts Sixti IV.armee wider Alphonsum i den König von Neapvli, und dessenbunds-genossen, welche er an. 1482. schlug. Hieronymus Ria-rio soll lh>n kurtz darauf mit gift vergeben haben, gestalt eran. 148;. dieses zeitliche gesegnete. Der Papst ließ ihm zu eh-ren e»ne statue zu pferde in der St. Peters-kirche aufrichten.Die Malatestischc familie war vor diesem sehr berühmt undmächtig; wie denn unterschiedliche Häupter davon zu Pcsaround Rtmini regieret haben. In der letzt-benannte» stadt habensich die Malatesti über 200. iahr lang erhalten. Nachgehendsnahm sie Clemens VI1. dem Pandolfo Malatesta , welcher zuFerrara in grosser armuth dieses zeitliche gesegnete. Die Mala-lesiische familie ist in den Venetianischen Adel aufgenommenworden. Ausser dem oderwehnlen Sigismundo und Robertosind noch drey andere, nemlich Carolus, Malatesta Malatesti,und Galeottus, aus diesem geschlecht, als Generals in dendiensten der Rcpublick Vcuedig gestanden. Amelot , hist. d«Gquv. de Venise . Marcbeseüi & Sanfotino , orig. stelle sämig.dItal. Pius II. in comm. Guicciardtn, Paul. Jtviui.

* Malatesta, (Carl) Herr von Rimini und Pesaro , war einsöhn Galeoli, der um das jähr 1382. die Päpstliche armee zucommandiren hatte, und Gouverneur von Roinandiola war.Er diente erst unter den Venetianern, hernach auch unter denFlorentinern als General, wurde aber zwevmal zum gefangenengemacht, da er sich dann das erste mal selber ranzionirte, dasandere mal hingegen vom Hertzoge von Mayland wieder freygelassen , und noch darzu herrlich beschenckt wurde. Er warauch ein grosser Philologus und Poet, starb an. 1429. in derstadt Longiano , und hinterließ von seiner gemahlin Elisabe-tha , Opiums Polentani tochter, unterschiedliche Nachfolger