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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Mcknduith , (Johann) ein Engelländer aus der mitte des14. iahrhunderts, war in der Theologie und den schönen wis-stnschafften sehr erfahren, hatte sich aber vornemlich auf dieMedicin und Mathematic gelegt. Seine hinterlassene schrif-ten bezeugen solches, unter denen die vekanntesien sind: äsDacstrina Ibeologica, lib. 1. de Chorda recta & Umbra, üb. 1.labulae Astronomicae. Bnleus , de script. Angl. cent. V.p. 426.

MANDYA, ei» Persianifcher mantcl, dergleichen auchKay-str, Könige und Bisthöffe trugen; wenn es von den Mönchengebraucht wird,bedeutet es cine kutte. Du Eresiie , 01 . Or.p.xss.

Manelfi, (Johannes) Professor der Medicin zu Rom , warvon Montcrvtondo in dez: Sabincr landschafft gebürtig. Ermachte sich unter dem Papst Urbano Vlll. durch seine geschick-lichkeit und schritten bekannt, und hat man von ihm: de Hel-leboro urbanas Difputationes; Mensam Romanam; de Fletu& Lacrymis , &c. Ghilini , theatr.

M ANES.ttmten gewisse gvttheiten bey den alten Heyden,wel-che ihrer viel vor die von den lclbern abgesonderte seelen, anderehingegen vor die nnter-qötter der todten hallen. Dieses letzteredeiahct Servius , welcher zugleich meldet, daß sie also genennetworden von einem alten Lateinischen Worte, Manum, gut;gleichwie die Parc« auf eben solche arl benennet worden, weilsie niemand verschonen. Man findet auch, daß Orpheus in sei-nen getichten die höllischen götter ,.,*<£,«{, oder lieblich undgütig heisset , und daß die verstorbene von den GriechenX$n<o) oder gute genennet werden. Daher erkläret Plutar-chus in seinen Griechischen und Römischen fragen die in demzwischen den Lacedänionjern und Arcadiern gestifteten bünd-nisse gebrauchte redens-art «a ii/lvm nonlv , also, daßes nicht solle vergönnet seyn jemand zu todten, da es sonstenheissen würde, es soll nicht recht seyn, gute oder gütige leuthezu machen. Andere machten diesen unterscheid, daß die himm-ltsche götter die götter der lebendigen, und hingegen diePlanes die götter der todten wären, zwischen dem Himmelund der erde regierten, und über die dünste der nacht zu be-fehlen halten, daher auch das Lateinische Wort Alane, dermorgen, entstanden sey. Sie sagten auch, daß sie ihre tustsuchten in quälung der menschen. Apuleius nieldet von ih-nen , daß sie die von den leibern abgesonderten seelen wären,welche I)°emonen oder Genii worden, so bisweilen auch Re-mures genennet würden; diejenigen nun, welche sich gegenihre geschlechter und anvermandten freundlich erwiest» , wür-de» Lares familiäres, die andern aber, so wegen ihrer gottlo-figkeit zu einem stetigen herum wandern verdammet, würdenLarva : genennet < weil es aber ungewiß wäre, welche seelenRares, und welche hingegen Larvaj wären, so würben sieüberhaupt Planes genannt, und als götter verehret. DieRares, so man auch Penates nennet, wurden in den Häusern,und von besondern geschlechten unter silbernen, ehernen oderirdenen dildern angebätet. Die Römer verehrten die Planesdarum , weil sie über die gräber gesetzt wären, und sorge fürdie todten trügen. Bisweilen wird das wvrt Planes vor denstand der todten oder vor den orl ihrer Wohnung gebraucht.Span, recherches de lantiquite, Struvius, syntagm. antiq.Roman. p. 176.

Planes, siehe Mamchaer.

Manetho , ein Egyplier, von Heliopolis gebürtig, lebteA. R. 4so. zu Ptolemäi Philadelphi jäten, und kurtz nach Be-roso, welchen er vermuthlich gelesen haben mag. Er war einPriester, und beschrieb die Historie von Egyplen in Griechi-scher spräche, welche sich von den ältesten zeiten ansänget, undmit Dario Codomauno endiget. Iosephus und andere scri-benten mehr gedencken seiner öfters. Julius Africanus hatseine Historie in die kürtze zusammen gezogen, so hat auch Jo-sevhus in dem ersten buch wider den Appionem einige stücke vonihm. Annius von Viterbo wollte die gelehrte well aufsetzen ,als hätte er einige stücke von ihm; allein es ist sein betrug of-fenbar. Von einem andern Manethvn , der auch ein Egy-pticr gewesen, und unter einem der Ptolemseorum gelebt, sind6 . bücher Apotelesmaticon, oder vom nalivität-stellen in Grie.chischen versen vorhanden, welche Jacobus Gronovius aus ei-nem Florentinischen manuscript, dem einigen, worinn diswerck befindlich, abgeschrieben, und an. 1698. zu Leiden her,aus gegeben hat. Joseph. lib. R antiq. c. I. Plutarch. lib. delüde &Ofiride. TertuO. c. 19. apolog. Euseh. lib. R prnepar.Evang. Scaliger, in not. ad Euleb. Vojs. de Hist . Gr. lib. I.c. 14. Jac. Gron. pnest in Maneth. Apotel. *

Nanettus, (Januttius) ein Florentinischer Rathsherrund Emanuelis Chrysolorä schüler, wurde von dem PapstNicolao V. als einem freunde aller gelehrten leuthe, sehr hochgehalten. Er war in. den sprachen wohl erfahren , übersetztedie Psalmen aus dem Hebräischen,und die Introductionem Por-phyr« nebst Aristotelis Categoriis , aus dem Griechischen insLateinische, gab s. bücher heraus de lllustribus Longaevis , 4.von dem leben des Papst Nicolai V. 2. von der Genuesischen,und 3. von der Pistorischen oder Ptstolesischen Historie. Des,gleichen die leben SvcratiS, Deneca, Dantis, und Bocaccii,und starb zu Neapoli an. 14,9. im 6;. jähre seines alters. Hu.golinus Verrinus , lib. II. Florent. illustr. Alberti deser. Ital.VoJ}\ de Hätt. Latin. lib. LII. c. 7.

man 1003

Manfredonia , eine stadt in dem Königreiche Neapoli, inder provintz Eapitanara , nahe bey dem berge Gargan, ist vonManfredo, des Kavscrs Friderici II. natürlichen söhn, an.12,0. nahe bey der statte, wo vor alten zelten «schonte gestan-den , allwo ein Ertz-Bischöfflicher sitz aufgerichtet war, erbauetworden. Sie hat einen guten Hafen, hebst einem fort, sodem bekannten Französischen General Lautrec widerstund.

A». 1620. wurde sie von den Türckcn erobert und ruiniret,aber nach der zeit wiederum ausgerichtet und bevestiget. AU

berti descript. Ital. RogiJ'art, deüc. de lItal.

Manfredus, ein tyrann von Sicilicn, des Kaysers Fride«rici ll. natürlicher söhn, hat seinem eigenen vatter gift beyge-bracht, und als solches für ihn nichts verfangen wollen,hernach auch Conradum, des gedachten Kaysers söhn, mitgift vergeben. Dieser Conradus hinterließ einen söhn, mitnahmen Conradinus, zu dessen Vormund sich Manfredusmachte, wiewol nach des Villani zeugnis mit dem gleich-mäßigen boshaffken absehen , ihn mit gift hinzurichten. Zuwelchem end er seine Gesandte zu des jungen Printzen muttersoll gesandt haben, unterm vorwand selbige seiner treue undVorsorge für Conradinum zu versichern, aber in der that umihn mit vergiftetem confccl hinzurichten. Allein das ruchlosevorhaben soll von der mutter beargwohnet, und deswegen denGesandten ein anderer junger knabe für Conradinum vorgezeigtworden seyn, welcher auch würcklich vom vergiften zuckerwerckbekommen, und eine ursach gewesen, daß jene, in der mey,nung, es wäre gewiß Conradinus, und könnte nun selbigerkaum noch einige tage leben , in aller eil zu Manfredo zurückgekehret, und selbigem noch von weitem das verabredete zeichendurch anfspannung schwartzer segeln und Wimpeln auf ih.rem schiffe, mit welchem sie auf dem Hadriatischen meer da.her gefahren kamen, gegeben haben. Doch weil die Teutschenfcribenten hievon nichts melden, so mag wol diese gantzesage in Italien ertichtet worden seyn, als wo man dem Man.fredo sehr feint» war, und ihm alle, auch die allerschlimmste,Missethaten leichtlich zutrauen konnte. Er nahm das König-reich Sicilien in besitz, unter solchem vorwand, welches ihmauch desto besser augieng , weil er vorgab, Conradinus wäreunterdessen in Teutschland gestorben, und regierte solches n.jähr in stätiger unruhe. Er gerieth mit dem Papst Jnnoccn.tio IV. in einen streit, spielte den krieg in denen Herrschafften ,und schlug den 20. dec. an. 12,4. mit hülffe der Saracenenvon Luceria seine armee. Nachgehends nahm er dem Päpst.lichen stuhl die Grafschafft Fondi ab. Die Päpste UrdanusIV. und Clemens IV. thaten ihn in bann. Urbanus IV. riefCarolum von Aniou in Italien , und belehnte selbigen mit denKönigreichen Neapoli und Sicilien, wanncnhero selbiger wi-der Manfrevum, als einen feind der Kirche, krieg führte. Manerzehlet, daß als er Carolo einen gewissen friedens-vorschlaggethan, dieser ihm zur antwort habe sagen lassen : Ite & re-nunciate Sultano Lucerino, vel me brevi ipfurn in infernumdetrufurum , vel ipfurn me in paradifum collocaturum, d. t.gehet hin, und saget dem Lucerinischen Sultan (so nennet erMansrebum, welchem die Saracenen von Luceria halfen)wieder, daß entweder ich ihn in kurtzem in die Hölle stossen ,oder er mich in das Paradies setzen werde. Diesem nach wur-de an. 1266. den 2üten febr. an einem freytage eine schlacht ge-halten , worinnen Manfredus von Johanne Comite Rotä, des-sen gemahlin jener mißgebrauchet, hinterlistiger weise, oder,wie andere berichten, von einem Picardischen soldaten ausder feindlichen armee, getödtet worden. Man schmiß ihn ineinen graben nahe bey der brücke zu Benevento , weil er indem dann war, und ward er hernach in einem verfallenen Hau-se begraben. Er war ein schöner, gelehrter, tapferer, abergrausamer und unzüchtiger Printz. Dieser Manfredus hattean. 1262. seine tochter Coustanliam an den König von Arago­ nien Petrum III. verheurathet, worauf sich unter andern dieprätension gründete, welche hernach die Printzen aus diesemHause auf das Königreich Neapoli machten. Summoneta & CoUlenutio , bist. Neapol. Fazd. Blondut. Baluzii mifcell. lib.VI. Villani. *

Manfredus, (Hieronnmus) von Ferrara gebürtig , warProfessor zu Bologna , und starb an. I,6z. verschiedene schrif.te» de Cardinalibus, de Attentatis und von andern Materie»hinterlassend. Ein anderer dieses nahmens machte sich um dasjähr 14,0. durch seine wissenschafft in der Medicin undAstronomie bekannt, verfertigte auch verschiedene wercke, wel-che lob verdienen. Alidosi & Bumaldi , de script. Bonon.

Manckalor, eine stadt in dem Königreich Canara, auf derwestlichen küste der Indianischen halb-insul disseit des. Gangis,ist einer von den vcstesten Plätzen des Königreichs. Die Portugie,sen haben eine reiche factorcy daselbst, allwo sie die helfte deszoüö bekommen, so ihnen von dem Könige von Canara derHandlung zum besten gegeben worden. Dellons relation vonOst-Indien.

* Maitgetus, (Johann Jacob) ein berühmter Medicusunb Anatomicus, war Königlich-Preußischer Leib-Artzt, fforirtezu anfange des 18. iahrhunderts, und gab Pauli Barbette OperaPledica & Chirurgica , notis & obfervationibus nec non plu-ribus morborum historiis & curationibus illustrata, cum ap-pendice heraus, Genf 1688. IN 4. verfertigte auch nebst Dan.Ie Cierc Jiibliothecam Anatomicam , s. recens in AnatomiaPp pp 4 inven.