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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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1004 man

invptifnrtim Thesaurum locupletissimum, welcher ibid. i 68 s.in zwey folianlen heraus gekommen. Uber dieses hat man voniblil ' Bibliothecam Aledico-Pradicarn IN Vier banden, den > I.

und il ibid iög^. den 111 . 1696. den IV. 1697. m zwey so.limiten · inaleichen Theatrum Anatomicum , dabey lieh Barch.Eustacbii Tabulre Anatomien mit Ivh. Mar. Lancisit erlai^tcrimgen befinden, ibid. 1717. i» >mey folianten. Er

r>ac. Sponii Levandam Asiaticam, s. Physiologiam potus c^te,

mit anmercknngen ju Leipzig 17°$· in 4. heraus gehen Iahen.Ferner ist von ihm bekannt : Bibliotheca Chymicacuriola, leuRerum ad Alchymiam pertinentium Thesaurus illustrnlimus,Genf 1702. in fol. zwey bände ; Bibliotheca Scriptorum fflcdi-eorum veterum & recentiorum , ibid. 17? 1. in fol. Vier dande;Bibliotheca Chirurgica , ibid. in fol. vier bände ; und Bibho-_di _;u iV\1 twwm hÄtilv Univers. Lextc ·

* Mangold , (Matthias) ein gelehrter SchweitzerifcherTheoiogus und Prediger, ward zu Bafel den 22. febr. an.i<5;r. gebohren. Nachdem er feine Humaniora und philoso-phische studien zu ende gebracht hatte, wiedmete er sich demStudio Theologien , und ward an. 1Ü7;. nach vorher rühmlichabgelegtem specimine disputatorio , mit grossem lob pro 8 .Ministerio examiniret. Hierauf begab er sich an. 1674. nachGenf , und trat einige zeit hernach von dar aus sein itcr litte-rarium iin, und durchwanderte Franckreich, Engelland, Hol­ land. , Italien und den gröste« theil Teutfchlands, da er danndie Gelehrten selbiger zeit aller orte» besuchet, und ihren Um-gang sich sehr wohl zu nutze gemacht hat. An. 1Ü84. den 12.sevt. ward er zum Pfarrer zu Mönchenstein auf der landschaffterwehlet. Er blieb aber nicht lange,allda, sondern seine be-kannte gelehrtheit und grosse fähigkeit öfnelen ihm die bahn zuder wichtigen stelle eines Archidiaconi in dem Münster zu Ba­ sel , zu welcher er den 29. bec. an. 1691. ist bernffen worden,und die er gegen 2;. iahr mit unverdrossenem fleisse und vielererbauung versehen. Neben seinen wichtigen amts-geschäfftenhat er seine ungcmeine theologische wissenschafft der GOtt-ge-heiligten lügend, in lectionibus privatis so theoreticis alspracticis gewiedmct, unö dadurch sehr grossen nutzen geschaffct,so daß, obwol er nichts, als einige ihm abgenöthigte predig-ten , in den druck gegeben, man von ihm sagen kan , daß diefruchte seiner wissenschafft in der Schweitz und in Teutsch-land sich spüren lassen, indem er inner etlich und zwanzig jäh-ren sehr viele discipulos formiret, welche der kirche GOttestheils in dem Predig-amt, theils auch in Unterweisung ande,rer, nützliche und erbauliche dienste leisten. Anbey hatte unserMangold ein ungemeines natürliches talent zu der Mahlerey,in welcher er es auch ohne meister so weit gebracht, daß er so-wol Portraits, als historische stücke und landschafften mit öl,färben so vortrefiich vorzustellen wußte, daß seine gemählde mitden stücken grosser meister in vergleichung kommen konnten.Zwey jähr vor seinem tode ward er mit einem schweren Haupt,fluß angegriffen, und sein gedächtnis dadurch so mercklichge-schwächet, daß er die cantzel bis an seinen in dem augstmonatan. 1719. erfolgten tod nicht mehr bestiege. Sein einiger hin-terlassener söhn, mit nahmen Petrus , ist Philosophie , Me-dicinre Ulld J. U. Doctor, Comes Palatinus Cesareus, Acad.Leop. Nat. Curios. Soc. Hochfürstl. Baden-Durlachischer Hof-Rath , und sonsten auch von verschiedenen hohen Herren mitein und dem andern eharaeter beehret worden, dazu insonderheitseine dexterität in behandlung wichtiger Staats-sachen ein mehr-maliger anlas gewesen. Dessen bekannte bescheidenheit heißetuns aber dißmal von seinen Verdiensten ein mehrers nicht qe-dencken. Canc. sunebr.

II langst, (Claudius) Herr von Villargeau, Staats-crctarius,und nachmals Siegel-Verwahrer von Franckreich,,em söhn eines berühmten Advocaten bey dem Parlemenl zu sris. Er zeigte gar bald unverwerffiche proben von seinerschicklichkeit in gerichtlichen Processen, und wurde darauf1600. zum Requetenmeister ernennt. Hierdurch fand er qgcnheit bey dem Marschall ä'Ancre bekannt zu werden, wellihn bey der Königin Maria von Medicis so nachdrücklich recimcndlret, daß ihn diese bald darauf mit dem character eiAmbassadorn nach der Schweitz geschicket. Nach seiner zur>kunft stattete er von seinen Verrichtungen, die er mit großvergnügen des Hofs geendiget, relativ» ab, und erhieltcharge eines ersten Präsidenten bey dem Parlement zu Bodeaux, worzu ihm nachgehends an. i6i6.die stelle eines Stac8ecretarii gegeben worden. Jmmittelst wurden ihm die wllgsten vernchtungen anvertrauet, die er auch mit erwünfch!fortgang verrichtet. Hierdurch nun bahnte er sich den w,vag ihm noch m dem gedachten jähre die charge eines Sie,V?o!?Ä^il^'^^^blenwrirde. Doch wie er durch ermeldd Ancre gestiegen, also ist er auch, nachdem di,er ! aufemmal wieder gefallen, und m,

^ gel dem Komge an. 1617. ausliefern, worauft sein leben zugebracht. Sein druIacobus Mangol war Requetenmeister und GeneralAdvobev dem Parlement zu Paris , und starb au. 1,87 in dem

alrers, nachdem er von seiner bevedtsamkeit tSeltsamkeit gute proben abgelegt. SfBK

XmTiV ne ^ °^ Ga11 · Du ? Uix ' bist. de France'inL·

*h ÄSiifa, SeCret · d EtaL <**** hift · ** Of

Hlanhcim, eine stadt in der Unter.Pfaltz, wöbet M«in den Rhein fällt, zwey meilen von Heidelberg , dem Chur-fürsten von der Pfaltz gehörig. Sie war eine vvrlreßiche mdberühmte vestung, allein die Franzosen haben sie nebst dcrcita.Delle an. 1689. gäntzlich geschleifel, nach dem Rvßwickischtl,frieden aber hat man angefangen, sie wieder aufzubauen , mdmit regulieren wercken zu fortificiren. Einige glauben, dajhierdurch das schloß verstanden werde, welches derser Valentinianus nach Ammiani MarceUiui berichl, umdie Teutschen im zäum zu halten, in dieser gegendauffühn»lassen; wie dann ltmge jähr ein altes schloß, die vesnivgLehelberg genannt, daselbst gestanden, bannn der auf tatConcilio zu Coftnitz abgesetzte Papst Johannes XXIII. in«,hasst gesessen. Endlich hat Churfürst Friedrich IV. von daPfaltz bey gar ungestümen weiter an. iüo6. den 17. matt. druersten stein zu einer neuen vestung gelegt, welche in den folgcii-den zelten Churfürst Friedrich V. aufgeführet. Hierauf halftan. 1622. der General Lilly nach sechs Wochen eingenommen,worauf die thore, wälle, basteyen, und andere vestungs-ivcickan unterschiedenen orte» eingerissen worden. Zwar Hai 1»hierauf die vestung wieder in etwas reparirct, allein der Jbct,tzog Bernhard zu Sachsen-Weimar eroberte selbige an. 16p.den 29. dec. aufs neue durch kricgs-Iist ohne verlicrung eines ein«zigen manns , indem er des morgens früh mit zoo. mann ei-lends vor die vestung gerückct, und sich vor einen KmseriilbenCommendantcn, der von den Schweden verfolgt würde, antze-geden. Nach der zeit ist sie wieder anChur-Pfaltz überliefen imr-den, da denn Churfürst Carl Ludwig meistens daselbst HofM,auch vor alle Christliche religionen die kirche der einiglest er-bauen ließ, deren sich ietzo die Reformirtcn, vermöge der vmndeclaration zwischen Preussen und Pfaltz seil an. 1700. bedie-nen. An. 1710. hat der Churfürst zu Pfaltz beschlossen, bittestadt vergrößern zu lassen , und ein grosses stück von der«,tadelle zu dem stadt-bau verwilliqet, auch weil dieser vrt ivc«gen der beyden schiff-reichen wasser des Rheins und Marszur Handlung sehr wohl gelegen, die zoll-freyheit in feine lan,der, und zwar in der einfuhr bis an. 1727. in der ausfnhraberbis an. 1719. inclusive hinaus erstrecket, wie nicht wenigerbey erfolgtem frieden den bürgern die völlige quartiers-stchrilund andere privilegien wieder angedeyen zu lassen verjichcil,und soll denicniaqn, so daselbst zu bauen beliebung tragen,vön dem Magistrat ein platz ohne entrichtung eines kauf-gelbesangewiesen werden. Seit den bekannten irrungen, «nd an-dern von feiten Protestirender Reichs -Stände eingebemngn-vaminibus , wegen der heiligen Geist - kirche zu. Heikel-berg, hält sich der Chur-Pfältzische Hof beständig zu Manhennaus, und ist der ort dieser zeit unstreitig in gutem stör. Mi-ruj, orig. Palatin. P. 1 . & II. Zeiler. topogr. Pakt. p. ÄReichs-geogr. p. 264. Mutter, annal. Sax. p. 346. &c. *

Maniaces, ein General unter Michaele Paphlagone, demGriechischen Kayser, welcher in Sicilicn zoooo. Saracenenschlug, und solch Königreich wiederum eroberte, nachgehenblaber durch seiner feinde Verleumdungen sein leben eingedüssel,worauf gedachtes Königreich unter Stephans, einem anbcmvon des Kayfers Generalen, wiederum verlohren gicug.

Zonaras.

Manichäer, eine berühmte secte von ketzern , die sich mdem 111. feculo entsponnen , sehr weit ausgebreitet, und einegeraume zeit die Christliche kirche verunruhiget bat. Sie batihren nahmen von dem Manes, der vorhero Cubricus hieß ,und von geburt ein Perser war. Er war von geringem her-kommen , und hatte das glück, daß er zu einer reichen wütwckam, die ihn nicht allein in der Philosophie und wiffenschaffiender Perser unterrichten liest, sondern auch gar zum erben cimsetzte. Hierdurch bekam er nicht nur grossen reichthum, lon-dern auch zugleich die bücher eines Arabers, nahmens Scytheni. Dieser letztere war in allen wissenschafflen und gehelmmi«sei, der Heyden wohl erfahren , und schrieb sclbsten vier buchn,davon er das eine Mysteria , und das andere Evangelium ,das dritte Thesaurum , und das vierte Capita nennte, barmner viele seltsame lehren, sonderlich aber die lehre von cinmzweyfachen principso , oder von zweyen göttmi und anfangenaller dinge, deren eines gut, daß aiidere bös bäre, bcM.Diese bücher nebst dessen reichthum erbte von ihm Tercovn-thus oder Budda sein knechl und anhänger, welcher , da crsich unterstund diese lehren in Persien auszubreiten, lid) cgrosse Verfolgung zuzog, dahero er sich zu der vorcrw-bN'ten wittwe begab, und als er auf das grausamstetet wurde, behielt sie dessen geld und bücher. Hierbumnun bekam Manes gelegenheit, eben diese irrthümmcc zu "'greiffen und auszubreiten , wodurch er in Persien gar bawsehr bekannt wurde. Es geschahe aber, daß der soh»Königs in Persien in eine gefährliche kranckheit vergel, e°denn unter andern auch dieser Manes zu demsclbigcn g"«'dert wurde , welcher unfehlbare hülffe versprach, 1° i at 'daß er auch verlangte, dap die andern Medici sollten weg-geschaffet werden, damit die ehre der glücklichen cur ihm«*lein bleiben möchte. Worauf er, wie man meldet, rurqseine zauber-künste den Prrntzen zur gesundheit wieder ormgen wollen , welches ihm aber fehl geschlagen. Dauncnycr»er in ein gefängnis geworffen worden , um solchesleben zu büssen. Ob er auch gleich die Wächter beMen^