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allenthalben mit kostbaren steinen versetzet. In eben dieses mo«nument ist fie nach der canonisation gclcget worden; Landgraf Philipp aber hat an. i;;9- die gebeine heraus nehmen, und int.einen besondern orl legen lassen. Man sagt, daß als die ge-dachte Versetzung dcrH. Elisabeth an. ir;6. geschehen, auf dieiaooooo. menschen zu Marpurg sich versammelt haben, dadenn der Kayftr ihr Haupt mit einer goldenen crone gezieret.Gedachter Landgraf Philipp hat an. rzr?. daselbst die Univer-sität gestiftet, deren Collegia in den alten dosiern angewiesenworden, und welche noch heut zu tage in sehr gutem flor ist.Es sind verschiedene Veränderungen damit vorgegangen, da sichHessen -Casscl zu der Reformirten religion gewendet, wie unterdem worle Giessen mit mehrerm kan nachgelesen werden. Das«Ubier befindliche schloß ist sehr all, und hat solches LandgrafWilhelm der jüngere an. 1489. mit einem neuen saal, undLandgraf Ludwig der ältere an. i^i. mit schönen daek-undbrau-hausern verbessern lassen, Landgraf Mauritius endlichvermittelst anleaung einer sehr künstlichen wasser-pumpe, mitwasser aus der Löhn sehr reichlich versehen. Nebst diesemschloß ist unter den weltlichen gebäudcn auch das Rathhaus zusehen , welches a». 1512. aufgerichtet worden. Auf vorgebuch-tem Teutschen Hause haben die Ordcns-Meister, nachdem sieihren sitz von Venedig dahin verleget, einige zeit, und zwarbis an. noy. residirct, da sie dann ihre residentz zu Marienvurg«n Preussen genommen , nach der zeit hat hier gemeiniglich derLand-Cvmthur der Balley Hessen gewöhnet. An. i?;y. amsonntaqe Exaudi, wurde von Landgraf Philippen dem groß-müthigen die Lutherische religion auf dem Teutschen hause«lngesührec. Unter den merckwürdigkeiten ist, daß fowol an.2527. als 1529. Unterredungen von der religion allhier sind an-gestellet worden. Nicht weniger verdienet bemercket zu werden,daß die bürger daselbst wegen einführung der Reformirten re-ligion einen auflauf erreget, und darin» die Reformirten Pre-diger von dem chor herunter gestürtzct, auch einige fast zu rodegeschlagen. Im dreißigiähngen kriege stunde die stadt viel ans,da sich hingegen das schloß gegen die Kayserlichen tapfer weh-rete, wie dann sonderlich an. 1S46. der General Melander oderHvltzavfel mit blutigem köpfe davor abziehen muste. (sieheHoltzapfel.) Zeilerus , in topogr. Hais. p. 59. seqq. ÜllN-ckeimanns deschreibung von Hessen . *
* Marquard, (Gotthard) war gebohren zu Lübeck den rr.hin. an. jöii. Den gründ seiner studien legte er in seinervatter-stadt, und begab sich hernach auf die Universität zu Leip zig , solche weiter fortzusetzen. Er that hierauf eine reise nachLiefland , Curland, Engelland, Franckrcich und die Niederlan de , und kehrte sodann wieder zurück in feine vatter-stadt, all-wo er im jähr 1674. den 19. dec. zu eurem Rctthsherrn er-wehlet worden. Als er solches amt eine zcitlang rühmlich ver-waltet , erhielt er an. 1692. den 20. febr. die würde euresBürgermeisters, besaß aber solche nur 2. jähr lang, und starbIM jähr 1694. A Seelen, Athen . Lubec.
* Marquard, ( Gotthard Johann von) ein berühmterRcchlSgclehrkcr und söhn Marquards, gebohren zu Lübeck den5. may an. 164;. Er legte den gründ seiner studien aufda-sigem Gymnafio, und unter anweisung geschickter Haus-Lehrer,begab sich sodann wenige zeit nach Rostock , und ferner »achHelmstadt , Leipzig und Altorf . Nach vollendetem theoretischencursu wollte er auch in publicis und in der praxi sich zu ha-diiiliren suchen, begab sich also erst nach Regenspurg, um all-da in Comitialibus, und sodann nach Sveyer, um im Cammer-proceß sich vcst zir setzen. Er war auch willens, wenn diesesgeschehen , Franckrcich und andere länder zu besehen , so aberunterbrochen worden; Massen er sich den 10. ocl. an. 1671.mir Anna Catharina, der zweyten lochter Herrn Georg Frie-drichs von Mohr, eines berühmten Rechtsgelehrten auch desKayserlichen und Reichs-Cammer-Gerichts hochverdienten As-sessors zu Speyer , in ein eheliches verbündnis eingelassen, undeben dieses jähr auch alif Petri Pauli die I)o<stor-würde aufder Universität zu Aitvrf angenommen, nachdem er seine in-auqural-dlsputation de Poro eompetente Perfonarum illustriummit besonderm beyfall, ohne einen Vorsitzenden gehalten. Ineben diesem jähre den 20. ocl. legte er als Advocat, und den 7.julii an. 1674. als Proeurawr bey dem Hochlödl. KayserlichenCammer-Gerichte den eyd ab; in welcheui amt er verschiedenenChur -und Fürstlichen Häusern , Grafen , Reichs-städten, undvornehinen familien bedient zu seyn, das glück gehabt. Imjähr,688. bey unvermnthetem einbrnch der Franzosen in diePsaltz und andere Reichs-länder, muste er einen nicht gerin-gen theil seiner effectcn und haabseligkeitcn mit dem rückenansehen , und sich zusamt seiner familie nach Giessen begeben ,woselbst er bis an. 1690. aleichsam im elend zugebracht, undsodann , nachdem das Kanserliche Eammer-Gericht wieder instand gerichtet worden, sich mit den seinigen wieder nachSpever begeben. Im jähr 170,. wurde er von dem KayftrLeopolds L in den Reichs-Adel aufgenommen, und von dem-selben ihm zugleich die seinen vorfahren von andern Potentaten,insonderheit der Republick Venedig ,, beygelegten ehren - zei-chen an wapen , tituln und andern Prärogativen bestätiget, undhat dieses adeliche geschleckt schon über 2. jahrhnnderte vorherfloriret, wie solches aus der genealoqie derer von Marquardjustzficirt werden kan. Er starb endlich zu Wetzlar den 27. jul.ÄN. 171°. A Seelen, Athen . Lubec.
Äistor. Lexicon IV. Theil,
m a r 1071
* nlarguard ( (Johann) EquesDivi Marci Venetus, einRechlsgelehrter, war zu Lübeck aus einem adclichcn geschleck-te gebohren, und vertrat daselbst zuletzt die stelle ejnes Bür-germeisters , nachdem er von dem Hanseatischen Bunde in ver,schiebenen wichtigen Gesandtschafftcn an die Königin Christinaw Schweden, wie auch an den König Fridericum III. inDanemarck gebraucht worden. Er hat de )ure lViereatorum& Commerciorum fingulari,, gtslncf flirt 1662. in fol. geschrie-ben , und ist an. 1668. den n. aug. in seinem ;8. jähre ge»storben. Witte, diar. A Seelen , Athen . Lubec.
* Marquark, eine ftwol in Liefland als nachhero in Lübeck und Nieder-Sachftu wohl-bekannle adeliche familie, wovondermalen Herr Georg Friedrich von Marquart rc. als Kvmg-lich-Englisch-und Chur -Hannöverischer Vice-Präsident bey demzu Zelle etadlirten hohen Ober-Appellations-vicasterio sichbesonders renommirt geniacht. Manufiripta.
Marquartstein , eine an dem flnsse Acha in Ober-Bayern ,m dem Rent-Amte München gelegene stadt, nebst einemhohen berg-schlosse, so der ehemaligen Grafen von Hohen-llnd Marquartstein residentz gewesen. Hunds Bayerischesstamm-duch, P. I. Tromsd.
* Marque, (Iacobus de) ein berühmter Chirurgs, vonParis gebürtig, war nicht allein in seiner profeßion sehr ge-schickt , sondern auch in Humanionbus wohl erfahren, undstarb den 22. may an. 1622. Man hat von ihm eine Intro-duction ä la Chirurgie, und ein Traite des Bandage® de Chi-rurgie, welche beyde grossen beyfall gefunden. Devaux indexfunereus Chirurgorum Parisienfium.
Marquemont, (Dionysins Simon von) Cardinal undErtz-Bischoff zii Lyon , war von Paris gebürtig. Zu an.fang der regierung Königs Henrici IV. begleitete er den nach-maligen Cardinal Jacobum du Perron nach Rom , allwo erAuditor Rota; wurde. Hierauf gieng er mit Wonsieur vonSilleri nach Florentz, wegen der Vermählung gedachten König»Henrici IV mit der Maria de Medicis zu negotüren, weswesgen ihm der König Ludooicus XIII. an. 1612. das Ertz-Biß«thum von Lyon gab. Er schickte ihn auch als einen alisser«ordentlichen Ambassador an den Römischen Hof, allwo eran. 1626. von dem Papst Urbano VIII . den Hut bekam. Auftser vielen klöstern , die dieser Ertz - Bischoff zu Lyon aufge-richtet, ist sonderlich diese anordnung merckwürdig, nach wel-cher einmal die woche gewisse Doctores in feinem Hause zusam-men kamen, welche sich über den zustand seiner unterhaben-den Kirchen-vioeces berathschlagen musten. Er starb endlichzu Rom an. 162s. in dem 54uen jähre feines alters. Sani.marthanus , Gall. Christ, tic. I. p. 326. Samt-Anbin, bist.eccles. de Lyon .
H tarquejb, (Anna von) eine Nonne in dem klostrr zuPoißi, redete die Griechische und Lateinische spräche, undschrieb einen artigen vers. Man hat einige von ihren getich.ten an. i;6r. heraus gegeben. Sie ftlbsten starb an. i;88.
D« Marne , bibl. Franq. Jacob. bibl. foem. Augußin dillaCbiefa , theat. des Dames iavantes. De Cofle , elog.
Marquis, (Johannes) ein Medicus , war von Coindrieuxsur Rhone gebürtig, und wurde an. l;8;. Principal des CoLlegst , welches der Cardinal Bertrand zu Paris gestiftet. Erwar ein grosser freund von Justo Lipsio und andern gelehrtenmännern , und starb an. 162;. in dem 72. jähre seines alters ,eine continuation der Chronologie des Genebrardi, so bis aufdas jähr 1609. gehet, nach sich lassend. Chorier, bist. de Dau-phine.
Marr, siehe Mar.
* !t 7 larradon, (BartholomäuS ) ein Spanischer Docto»Medicinae zu Marchena in Sevilien, lebte zu ansang des 17.jahrhunderts , und schrieb Dialogo del Ufo del Tabaco ydel Chocolate y otras Bebidas , Sevllla 1618. in 8. so auchim Französischen zu Paris 1S4;. in 4. heraus gekommen.
Antonius , bibl. Hisp.
Marrhamuo, (Rabulfus) ein Augustiner-Mönch , lebteum das jähr i zgo. und verfertigte eine chronicke^ unter dem ti,
tul: Alanipulum Chronieorum.
Marrolini, siehe prierias.
Mars, der Heyden ihr kriegs-gott, war ein söhn Jovisund Junonis , und hat selbst keine stau gehabt, aber doch hierund da viel uneheliche linder genüget. Er wird abgebildet,alS wenn er auf einem wagen führe, darzu die Bellona dexfuhrmann, Pavor und Pastor aber die Pferde wären. Evcourtisirte mit der Venus , weil ihn nun einsmals die sonneverrieth, kam ihr mann Vulcamis, und fesselte sie zusammen.Unter den thieren war ihm der wolf, unter den vögeln aber derspecht, Picus Martius , geheiliget. Weil man zu Rom glaub-te, daß er des Romuli und Remi vatler sey, so hat man ihmviel ehre angethan. Man hielt ihm ein fest den 1. jun. extraPortam Capenam , ingleichen de» iy. oct. auf dem Campo Alar.tio , allwo ihm ein pferd aufgeopfert ward. Natalis Ctmts ,mythol. II. 7. Pitiscus,\\. 164.
* Marsaczlia, oder Marsaille, eine ebene in Piemont, woden 4. oct. an. 169;. zwischen den Französischen trouppen,welche der Marschall de Catinat commandirc , und den Her-tzoglich - Savoyischen, welche der Hcrtzog Victor Amadeus II.
Ll-j-x» selbst