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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mas

der Römer blieb. Daher vereinigte er seine armer mit der ihri-gen, und strittet. R. mit in der schlackst, weichere widerAsdrubals »nd des Syphax armeen gewonnen; Massen dieserletztere gleichsam mit Masinissa umgewechselt, und da er an,fänglich der Römer partey mit grossem eifer verfochten, sichnachmals durch die liebe der Sophonisba , so Asdrubalis , ei«nes vornehmen Carthaginensischen Obersten, tochter war, undwelche er auch ehlichte, dergestalt verblenden ließ, daß er sichauf dieser seite wendete. Nach dem obgemeldten siege schickteScipio den Masinissam mit Caja Lälio die feinde zu verfolgen,da sie denn den Syphax gefangen bekamen, und die Haupt»stadt seines Königreichs mit accorb eroberten. Desgleichen er-gab sich auch die Königin Sophonisba an Masinissam, welchersie hernach heurathete. (Siehe Sophonisba.) Allein da Sci­ pio diese hruralh nicht billigen wollte, ließ Masinissa seine neuegemahlin mit gift vergeben. Zur belohnung der bewiesenentreue und geleisteten guten dienste gaben die Römer Masinissadie stadt Cirtha und ein ansehnliches stück landes von demReiche Svvhacis. Masinissa starb endlich in dem 90. jähreseines alters , und hinterließ 44. kinder, welche er mit unter-schiedlichen weibern qezeuget hatte. Man berichtet, daß eraufseinem tod-bethe Manlium, den Römischen General, ge-bären habe, den jungen Scipionem zu ihm zu schicken, damiter die Vergnügung haben mochte in seinen armen zu sterben,und ihn zum Execuwr seines von der theilung seines König-reichs aufgesetzten testaments zu verordnen. Titus Livius . Flo-rus. Polybius . Appianus. Orofius. &c. *

Masius , (Andreas) war aus einem kleinen dorse bey Brüs­ sel gebürtig. Er war ein guter Philosophus und Rechtsgelehr-1 er, hatte aber dabey eine üngemeine erkanntniS von den Orien-talischen sprachen , absonderlich war er in der Syrischen wohlbewandert, daß er in derselbiqen mit allen Gelehrten, so vondiesem lande in Europam kamen, briefe wechseln konnte. Erwurde auch mit Benedicto Aria Montano nach Antwerpen be-ruffen , um die Regia Biblia daselbst zu einem guten und corre-cte» druck zu befördern. Der Hertzog von Eleve, Ernestus,ernennete ihn zu seinem Rath, und er starb an. 167z. an derWassersucht, in einem nicht gar hohen alter. Seine schrittensind : Lexicon Graecum & Linguae Graecae Institutiones ; Expli-catio in Historiam Josuae, welche gar hoch ästimiret wird; fer-ner Grammatica Syriaca ; Disputatio de Ccena Domini ; Syro-rum Peculium , hoc est, Vocabula apud Syros Scriptores pas-si ni usurpata ; Commentarius de Paradiso ante annos 700. äMose Bar Kepha Syro scriptus ex Lingua Syriaca translatus ;Mosis Mardeni Jacobits , Legati Patriarcha; Antiocheni apudGregorium XIII. Pontificem Maximum, Professiones Fidei II.adhaecduae epistolae, una SulakaeNestoriani, altera Populi Ne-ftoriani ad Pontificem Maximum ex Lingua Syriaca Latinetranslata. Si vertius , in Athenis Belg. Freherus , in thea-tro. Simon, bist. critiq. du V. T. &c.

* Masius, (Hector Gottfried) ein Lutherischer Theologus,ward an. 16;;. den iz.april auf einem dorfe der Ratzcburgi-schen Dioeces, Schlagsdorf benannt, gebohren, und in sei-nem 12. jähre nach Lübeck ins Gymnasium gethan , woraufer in Giessen , Kiel , Rostock , Tübingen , Bafel, Coppenha-gen, Straßburg seine studien fortgesetzet. Nach deren endi-gung reisete er durch die Schweitz und Niederlande , und be-kam an. 1682. gelegenheit mit dem Königlich-Dänischen Ge-sandten als Legatiöns-Prediger nach Paris zu gehen. Vierjähr hernach ward er zurück nach Coppenhagen beruffen, und«im Professor Theologiae-, auch endlich zum Königlichen Hof-Predlger und Assiestbr des Consistorii bestellet. Bey solchenamtern lebte er in grosser Hochachtung, und starb den 20. sept.an. 1709. auf seinem guthe Raunstrupp, nachdem er fast vonfugend auf kränckljch gewesen. Er hmterließ verschiedene schrif-ten, insonderheit aber ist berühmt sein Interesse Principumcirca Religionem Evangelicam, so er wider den Jesuiten Ioh.Detz geschrieben, worüber aber zwischen ihm und Hubert»Mosano, das ist, Johann Christoph Äeckmann, vieler streitentstanden. Er hat auch mit Christian Thomasius eine strei-tigkeit gehabt. Die übrigen schriften sind: Defense de la Re-ligion Lutherienne, contre les Docteurs de lEglise Romaine ;Herrn. Zoest Opuscula manuscripta hihi. Marqu. Gudii, cumpraefatione de auctore ejufque scriptis , &c. Paßwns-Gedan-cken über das Blut Christi rc. Päpstlicher Sauerteig ausgefegt,oder abgefertigter Jesuit; das treue Lntherthum; das gründ-lich vertheidigte Lutherthum ; Bericht vom Unterscheid der Lu-therischen und Reformirten Lehre; Unterricht und BetrachtungChristlicher Communicante»; Disceptationem Epistolicam cumPaulo Infitntio de Gratia universali , Fide Infantum, aliisqueFidei Capitibus ; Schediasma de Diis Obotritis, s. Idolis Meck-lenburgensium, so mit Bvrichii anmerckungen zu Hamburg i688. in 8. gedruckt, und zu Lübeck 1-700. in 8. wieder auf-gelegt worden. «Leine Differt. Academicas , darunter aucheine de Existentia Daemonum , quatenus e naturae lumineinnotescit, (Coppenhagen 1682. in 4.1 Hat Severn Lintru-pius mit summarien und supvlementen vermehret , und nebsteiner vorrede und Verzeichnis seiner schriften, wie auch seinerlebens-beschreidung, an. 1719. i» Coppenhagen in zwey bän-den wieder auflege» lassen. Raubacbii Comment, de prssentirei sacrae & litterariae in Dania statu. Buddei Comment, de con«

Histor. Ltxicon iv. Theil.

Mas 1097

Cord. relig. Christians:. THomasit gedancken über allerhandphilosophische und juristische Händel, k. II.

Maslipatan, eine stadt in dem Königreiche Golconda, aufder Indianischen halb-insul disseit des meer - busens Bengala,auf der küste des Indianischen meers, so wegen ihres Hafens be-rühmt ist, welcher vor den bequemsten des gedachten meer-bu«sens gehalten wird, wovon schiffe nach Pegu, Siam, Ara-can, Bengala, Cochinchina, Mecca und Ormus» wie auchnach den insuln Madagascar, Sumatra und denen MamlleSabgehen. Absonderlich wird hier starcker Handel mit diaman-ten , rubinen und indigo getrieben; und halten sich stets vieleEngelländer und Holländer, wie auch Persianer und anderefremde allhier auf, vor welchen die alten einwohner anjetzo kaumaufkommen mögen. Die einkünfte, so der König von Golcon-da aus dieser stadt beziehet, bestunden schon vormals in 140000.Pagoden, und haben sich seithero nicht verringert. Der fluß,an dem sie liegt, hat viele crocvdillen. In diesem lande pfle-gen die leuthe in sanften zu reisen. Taverniers Indianischereise-beschreib. Baldai beschreidung von Maladar, Coromandelund Zeilon. *

Masmünster, lat. Masonis Monasterium , fr. Mascvaux,eine kleine stadt in dem Sundgau, an dem flusse Tolder gele.gen. Das daselbst besindliche Collegium Canonissarum , so ausGräflichen und Freyherrlichen oder jedoch aus altem und gu-tem Adel entsprossenen Personen bestehet, ist vor zelten eine Be«nedictiner-Abtey gewesen, und von Masone, Hertzogs Eber-hardi Agckolphinai in Elsaß bruder, an dem orte, wo sein söhnin gedachtem flusse erkruncken, an. 720. gestiftet worden. Esgehöret anjetzo dem Grafen von Rothenburg , gewesenen,nigltch-Französischen Gevollmächtigten auf dem friedens-con«greß zu Cambray, und der ohnlängst als ausserordentlicher Am-bassador am Königlich-Preußischen Hofe gchanden, neben eineransehnlichen daherum gelegenen Herrschasst. ' Tromsd. Buce -litt. Germ. säe. P. I. *

Masner, (Thomas) war Speditor zu Chur in Bündten,des Raths daselbst, und Landvogt zu Menenfeld. Er hub ei-nen nach Bayern gehenden Französischen General, und einenreisenden courier an. 1702. auf, unter dem vorwande, ver-botene Wechsel bey ihnen gefunden zu haben ; worauf Merveil-leur, der Französische Agent in Grau bündten, dessen söhnden jungen Masner, damaligen Studiossim zu Genf , durch sei.nen bruder aus dieser stadt auf Französischen boden, und da.selbst den aufpassenden soldaten in die Hände practicirte, vonwannen er nach Lyon zu gefänglicher hasst gebracht worden.Masner aber bemächtigte sich gewaltthätig gedachten Mervcil.leur person,den er lange zeit in feinem eigenen Hause veste gehal»ten,bis durch Vermittelung dasiger Obrigkeit die fache dahin ver-glichen worden, daß Merveilleux von Massiern relaxirt, dabeyaber gehalten seyn sollte, dessen söhn ebener maffen aus freyenfuß zu stellen, bis dahin aber das Bündtnerische territoriumnicht zu verlassen. Nachdem aber Merveilleux seinem verspre-chen entgegen , sich aus Bündten weggemacht, schritte Masnerzu neuen gewaltthatigkeiten , und hüb den Franzvsijchen Groß.Prior von Vendome mit seinem gantzen gesolge ebener Massenund zwar auf Bündtnerischem territorio auf, lieferte hernachdenselben in Kayserliche gewahrsame, und verursachte durch so-thanes unverantwortliches verfahren, wie auch andere verübteexceffe und malversation in Verwaltung seiner ämter ein soge-nanntes allgemeines Straf-Gerrchke, vor welches er nahmensder höchsten Obrigkeit in den dreyen Bünden cirirt, und nach.dem er vor selbigem nicht erschienen, in contumaciam folgen»der gestalt condemnirt worden: daß er aus seinem vatterlandeewig bannisirt, seine güther confiscirt, seiner gehabten ansehn-lichen bedienungen beraubet, vogelfrev gemacht, zoo. ducatenauf seinen köpf geschlagen, und endlich in effigie geviertheilt,die vier theile aber auf so vielen strassen zu öffentlicher schau auf-gesteckt werden sollten. Welch enb-urtheil auch an ihm würck-lich exequirt, auch die acta des Processes an. 1711. durch offe.nen druck bekannt gemacht worden. Sonsten wird auch vonihm gemeldet, daß eben um die zeit dieser executivn er auf ent-setzliche und wunderthätige art von Göttlicher Hand gerühretworden, und ein kläglich ende genommen. Über diesen Massiert,schcn Handel ist von feiten obberührten Special-oder Straf-Ge.richts eine species facti zum Vorschein kommen, dem aber dieUniversität zu Tübingen einen Responsum juridicum entgegengesetzt, doch aus Bündten auch neue und diesem Responso gantzwidrige Nachrichten eingelauffen. *

Masner - thal, Val di Maseno , ist ein thak - gelend imVeltlin , längst dem Masin-fluß, welcher unter Ardeno in dieAdda fällt. Es liegt sonderlich der flecken Maseno darin», wieauch das dorf St. Martin, hinter welchem in dem gebürgedas weikberühmte lind heilsame Masner-dad lieget, welcheszum baden und trincken gebraucht wird. Ob dem bade > amfuß des sogenannten Goldbergs, gräbt man eine gattung stet«ne , laveggi genannt, daraus die einwohner allerhand suchen«geschirr zu drehen pflegen, welches sehr gut, kommlich undnützlich ist. Guter. Rfiaet. lib. Xll. p. l 87 - seq. *

* Mason, (Frantz) ein Engelländer, gebürtig aus der pro,vintz Durham , war bey Iacodo l. Caplan, auch Archidiaco-nus zu Norfolck , und starb an. itu. Er hat Vmdicias Ec-clcsi* Anglicana:, de Consecratione & Ordinatione Episco-

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