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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Oarinen von Medicis zu danckcn gehabt, die ihn so begünsti-get , daß er öfters, wenn ihr ordentlicher Chevalier dhon-neur nicht zugegen war , desselben dienste verrichten muste,welches man um so viel niehr bewunderte, weil Matignon ei-nen sehr übelriechenden mund halte. Caüures , hist. du stlar. deJHatignon. Thuan. Mezeray. P. Daniel. Br an tönte , £apit.Franc tom. III.

* Matignon, (Carl August) Graf von Gace, war an.1647. gebühren, führte anfangs den nahmen eines Rittersvon Thorigny, gieng sehr zeitlich zu selbe, befand sich an.1667. bey der belagenmg Rysscl, und begab sich folglich inCandia, wo er gefährlich verwundet ward. An. 1672. dienteer in den Niederlanden , und hernach in Teutschland als Ober-ster unter dem nahmen eines Grafen von Gace, welchen ernach feines vallcrs rode annahm. Er verjagte die feinde vonColmar , nahm Russach ein , wohnte der belagerung von Lim-burg und der schlacht bey Trier bey , da er sich mit feinemregiinent glücklich durchschlug. Im jähr 1676. war er mir beyden belaistrungcn von Conde und Bouchain, that sich auchbey noch mehr gcleqenheiten bis zum fchluß des Niemäqifchenfriedens vor andern hervor. An. 1684. befand er sich bey derbelagerung Luxemburg , und ward Gouverneur von Pais d'Au-nis und Röchelte, -folgte an. isgy. als General-LieutenantKönig Jacobs II. nach Irrland, war hernach bey der fchlachtvon Fleury , bey der belagerung von Mons und Namur , undin dem treffen bey Steinkirchen, worauf ihn der König an.169;. zum General-Lieutenant feiner armeen erklärte, und so-dann an der Maas , und an. 1695. zu Namur zur zeit der be-lagerung commandirte. I» dem Spanischen succcßions-kriegeführte er das commando in den Niederlanden , und nahm an.170;. Huyein. Im jähr 1708. commandirte er die völcker,welche den Prätendenten nach Schottland bringen sollten, undward vorher zum Marschall von Franckreich erkläret. Als aberdieses unternehmen mißlungen , kam er wieder nach Flandern zurück, und war in der schlacht bey Oudenacde gegenwärtig,befand sich auch hernach in einigen andern feldzügen. KönigLudwig XV. wollte ihn an. 1724. zum Ritter der Königlichenorten machen, weil aber der Marfchall solches verdat, warddiese würde feinem ander» söhn zu theil. Er starb an. 1729.am 6. dec. Mercnre bijiortque.

* Matius , oder wie er völliger heisset, C. Matius , einsehr gelehrter Römer, der es mit dem Cäsar hielt, zwischenwelchem er aber dennoch auf alle möglichste weise friede zu stif-ten bemühet war. Nach des Cäsars tove lief er zwar etwas ingefahr, von der gegemvart auch angegriffen zu werden; alleinda die HcrrschafftAügustus behauptete,blieb er in seinem vorigenzustande, und besorgte nebst dem Posthumio die leichen-spiele,welch: Augustus dem Cäsar zu ehren halten ließ , womit erzwar unter andern bey dem Cicero wenig danck verdiente, sichaber doch deswegen gegen solchen auf eine zulängliche arl zuentschuldigen wußte, wie aus seinem drief, den er an jenen ge-schrieben , zu ersehen , in Cicero», ad familiär, lib. XI. epist.rg. Conf. ibid. epist. 27. Idem , ad Attic. lib. IX. epist. 1;.

Matman ' ein groß Königreich auf der westlichen küste vonAfrica zwischen dem reden Und aasten grad latitudinis ineridio-.nalis, welches nordwärts an Angola , ostwärts an Monotopa,südwärts an Caffrea, und westwärts an das Atlantische meerflösset. Der König ist ein Hcyde. Die luft in diesem lande istgesund, und die erde fruchtbar, worinn viel crystall und ande-re Mineralien zu finden sind. Pory meidet, daß dieses land vonMonotopa durch den grossen fluß Bagamedri abgesondert sey.

Matman, (Rudolphns) wurde zu Luccrn in der Schweitzgeboyren , und begab sich nachgehends in die Societät IEsu.Er lehrte hierauf ao. jähr die Rede-kunst, und starb zu Mün­ chen an. 1612. Man hat von ihm einen kleinen tractat, unterdem titul : Cornelii Denii ßrugenfis tres Capellae, five Admo-nitio ad Jofephum ßurdonem .Julii Burdonis F. Benedicti Bur-donis N. prius Scaligerum nunc Sacrilegum. Es ist solcher zuJngolstadt an. 1608. in 4. gedruckt, und wird von vielen ge-glaudet, daß Scioppius selbigen verfertiget. Wenigstens istdas buch so voll von den schändlichsten und nie im geringstenerwiesenen lästcrungen, daß dessen Urheber, wer der auch im-mer seyn mag , schlechte ehre davon bey vernünftigen und billi-chen gemüthern zu erwarten hat. AUgambe , bibl. script.Soc. Jesu p. 417. Bayle. *

MATRALIA , ein gewissen fest der göttin Matuta , dieman insgemein Mater Matuta nennete, woher der nähme Ma-tralia entsprungen. Solches fest hielten die Römer den 12.jutt. da niemand als Römische Damen in bemeldter göttin tem-pcl gicngen, ihr zu opfern. Sie nahmen eine sclavin mit sichhinein , welcher sie Maulschellen gaben, weil erwehnte göttin,welche Akhamas, des Königs zu Thedes, weid gewesen , aufeinen gewisse» sclavcn, den ihr che-herr geliebet, einen sonderba-ren haß geworffen hatte. Ferner hatten die Römischen Damenauch einen sonderlichen gebrauch bey diesem feste, daß sie nem-lich ihre fchwestern , nicht aber ihre eigene kinder mit sich in dentempel zu nehmen, und für sie zu bäten pflegten. Man opfer-te der göttin einen kuchen , welcher in einem irdenen gefchirrmuste seyn gebacken worden. Plutarch. in Camillo. Ovid . fast.VI. v. 47s. Struuius , syntagm. antiq. Rom. p. 4; l. *

MA 1 RICULA, bey den kirchen-scribentenkommt zweyer-ley Matrkula vor, in deren einer die nahmen der Geistlichen, inHistor. Lexicon IV. Theil.

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der andern aber der armen befindlich waren. Daher auch Ma-tricula das Haus bedeutet, darin» sich die armen aufhielten, undsie wurden iMatricuIarii genennet. Damit sie aber ihr allmosennicht umsonst äffen j muste» sie die kirche und das kloster aus-kehren , die glocken lauten, des nachts wachen , und andere der-gleichen dienste verrichten. Matricularii und Matriculariaa hiessenauch an manchen orten die geistlichen Personen beyderley ge-schlechts. Scbmidius , scx. eccl. P. II. p. 107. 108. Du tresne.

MATRONALIA, ein fest, welches die Römischen Damenam r. mertz dem gott Mars zu ehren ftyerten. Ovidius zeigetviel Ursachen an, warum dieses fest ist eingesetzet worden. Unterandern spricht er, daß gleichwie die erde in diesem monate zuerstanfange früchce zu tragen, also auch die weider zu dem ende, daßsie kmdcr gebähren möchten, in diesem monat zu opfern pflegen ;item daß an dem ersten tage des Martii der göttin Juno Lucinazu ehren, so die obcr-herrschaffl über die ehe hatte, und Mar-tis mutter war,aufdem berge Esquilino ein tempel erbauet wor-den. Noch weiter berichtet er, baß man diese solenn,tät wegendes zwischen den Römern und Sabinern erfolgten friedens an-gestellet, welcher bekannter Massen durch die Weiber der Römer,so zugleich der Sadincr fchwestern und töchter waren, ist be-fördert worden. Es scheinet auch dieses wol die vornehmsteund einige ursach des festes gewesen zu seyn. An diesem tagetheilten die frauens-perfoncn einander gefchencke aus. OvtU. III.fast. Struv. syntagm. antiq. Rom. p. 404. *

Mattet, eine alte Römische familie, welche vor diesem in derstadt Porto den nahmen Papareschi geführet, nachgehends abersich Mattei genennet, wiewol man nicht eigentlich weiß , wennund warum dieses letztere geschehen. Sie har sich in z. tinien zer-theilet, als in des Hertzogs di Giove, der Freyherren , nunmehroHertzoge di Paganica, und der Marggrafen Maltet, welchesämtlich sich in ihren palläsien zu Rom aufhalten. Aus dersel-ben war Innocentius II. entsprossen, welcher an. iijo. denPäpstlichen stuhl bestiegen. Guido di Papareschi war zu desPapsts Jnnocentil III. zeiten ein Cardinal,und kam seiner gelehr-samkeit sowol als seines tugendhasscen lebens wegen in beivndereHochachtung. Hieronymus Mattel besaß eben diese würbe, undthat dem Papst Sixto V. und dessen Nachfolgern in den Staats-geschafften vortrefliche dienste , bis er an. 160z. als Protektor vonJrrland,zu Rom niil tobe adgieng. Caspar Mattel, ein söhn desMario, Barons di Paganica und di Prudenzia Ccnci, war an-fangs an dem Hof des Papsts Pauli V Prälat, hernach Nuntiu»Apostolicus an dem Kayserlichen Hof, endlich aber Cardinal undProtector der beyden Königreiche,Polen und Ncapolis. Er starban.;o. und liegt zu St. Cacilia begraben. Unter dem Statt-halter in den Niederlanden , Ertz-Hertzog Leopold» von Oester­ reich , that ein Marggraf Mattel kriegs. dlenste, und kam darim»um ein äuge, worauf er die ehre hatte, Kayserlicher Ambaffadoran dem Römischen Hof zu werbe». An. 170;. lebten i.)DonAlexander Mattel, Hertzog von Giove; 2.) Don Mario Mattei,Hertzog von Paganica, welcher 2. söhne hatte, nahmens Jo-seph und Girolamo. Lehm. jetzh. Europ. P. II. p. 144. fq.

* Mattei, (Leonhard) zu Udine in dem Friaul , in dem an-sang des XV.f*e. gebohren. Er war einer von den berühmtestenund geschicktesten Predigern seiner zeit. Auch war er aus denfPrediger-orden , und bekleidete verschiedene ehren-stellen darin»;endlich ward er Provincial des ordens in der untern Lombar-dey. Da er sich nunmehro wollte ruhig setzen, gab er den or-dens-geschafften abschied , und begab sich in die stille nach Udine ,wo er hoch'geachtet wurde. Seine predigten auf die fest-tageder Heiligen wurden daselbst an. 1466. unter dem titul: 8er.monea aurei de Sanctis , gedruckt. An. 147;. kam davon eineneue edition heraus, und an. 1475. wurden sie zu Venedig wie-der aufgeleget. In dem gleichen jähre drlickte man sie auch zz»Ulm , zu Lyon an. 1405. und zu Nürnberg a». 1478. und 1479.Um die nemliche zeit wurden auch an diesem letzter» orte Matte»Dominiealia , unter dein titul : 8ermones floridi de Domini.cis , aufgelegt; zuvor aber sind sie schon an. 147s. an das tag-licht gekommen. Sonsten sind sie auch noch zu Ulm an. 1478.zu Vicenza an. 1479. und zu Lyon an. 1496. gedruckt worden.Seine Fasten-Predigten, welche er 8ermone8 de Legibus Ani«mx &c. nennet, sind in obgemcldten städten allen gleichfalls zuverschiedenen malen, wie auch zu Paris an. 1477. unter die pressegekommen. Es ist auch ein sogenanntes Quadragesimalc cer.turn , welches ohne dämm , und an einem ungenannten ortan den tag gekommen. Man vermeynte gründ zu haben, zu.glauben , daß es auch von diesem Mattet sey , dieweil es umdie nemliche zeit geschrieben worden , und dessen urheber sichReonardum Italicum Dominicanum heisset. Allein weil diepredigten dieses Quadragesimalis in drey theile.oder hauptwun-cte abgetheilet sind, so zweifeln andere, daß es eine arbeit vonMatte» sey , dann er sich in allen seinen obgemcldten predig-ten an keine dergleichen abtheilungen gebunden hat. Die Qua-dragcfimalia , welche de Petitionibus Animae & de Flagellis Ani-mae heissen, sind ihm fälschlich zugeschrieben worden. LeonhardDali, ein Florentiner und General des Dominicaner-ordens,ist der Urheber davon, und glauben einige, er sey auch derobgemeldtc Leonardas Italieus. Sonst hat auch Mattei einenTrack. Loeorum communium in ufum Prsedicatorum geschrie-ben , welcher an. 1478. zu Ulm ist aufgeleget worden. Än.rüiy.hat man von seinen Posthumis noch einen tractat, de 8anguineChristi in triduo mortis effufo , auf ansuchen etlicher vorneh-A a a a a men