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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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*-:en des Adels von Udine , zu Venedig publicirt, nachdemec streit, welchen diese Materie schon an. 146;. unter den Mön-chen erwecket, nunmehro aufgehöret hatte. Viele andere vonseinen mannscripten aber haben die presse nicht gesehen. Er istohngcfehr um das jähr i474-gestorben. £aWffiscript.ord.Pra:d.

* Mattfeld, (Bernhard) ein vornehmer Rechtsgelehrterund Bürgermeister zu Hamburg . Derselbe ist an. i66r. den iy.man aus einer sehr ansehnlichen familie entsprossen. Dein vat-1er ist gewesen Frantz Mattfeld, ein Rathsherr daselbst; diemutter aber, so Barbara geheissen, war aus dem berühmtenAnckelmannischen geschlecht'e. Bom iahr 1677. bis 1682. hat erdas soamburgifche Gymnalium besuchet, und in jetzt-bemeldtemjähre begab er sich nach Leipzig , disputirte im jähr 1685. un-ter August Benedict Carpzoven, de Qualitatibus Obligationum,wurde an. 1686. zu Orlcans Ooctor, reisete Franckreich, En-gcll-Holl-und Teutschland guten theils durch , und kam dar-nach wieder in feine vatter-stadr. Im jähr 1698. wurde er demDicasterio inferiori vorgesetzet, ward an. 170;. zum Rathsherrnund an. 1711. zum Prator, im iahr 1716. aber zum Bür-germeister erwehlet. Von an. 169;. hat er mir Elisabeth Twe-strengs, so in eine der vornehmsten falnilien , die in Hamburg sind, gehöret, im ehestand qeledct, und söhne und töchter mitihr gezeuget. Da er bey seines enckels taufe alS ein zeuge zu-gegen seyn wollen , hat er ein schrecken gehabt, so zu seinerkranckheit anlas gegeben , woran er auch den z. aug. an. 1720.im 60. jähre seines ruhm-vollen alters seinen edlen geist aufge-geben. Er hat nicht nur seines hohen Verstandes und besonderngeschicklichkeit halber, sondern auch durch das zu seinem gros-sen rühm geführte regiment, und überall durch seine unver-gleichliche Verdienste und tugenden einen grossen nahmen be-kommen. Insonderheit hat er nicht nur selbst eine ausneh-mende gelehrstunkeit besessen, sondern er ist auch ein gar beson-derer gönner und beforderer der Gelehrten gewesen , und hatbis an sein ende fortgefahren, eine recht vortresiiche bibliotheckzu sammeln. Leporino leben der Gelehrten in Teutschland,

P. I. p. 682. U. f. Fabricius , in ejus vita.

* Matthäaccius , oder Matheacius, (Angelus) war zuBassano in der Tärviser-Marck im jähr iz;6. gebohren, undzu Venedig auferzogen. Er studirte die Rcchtsgelehrsamkeit zuPadua , legte sich aber zugleich auf die Philosophie und Ma-Ihemalic. Hierauf ward er Advocat zu Venedig , und an.1578. der erste Professor der Pandectcn zu Padua , da er sichsowol durch seine beredtsamkeit, als auch seine gründliche er-klärungen einen grossen nahmen machte. Sein haus soll vollerastronomischen und optischen instrumenten gewesen seyn, gleich-wie man auch erzehlet, er hätte seinen freunden lange zuvor ge-sagt , daß er aus dem gestirne gesehen , er würde an. 1589. deroberste Professor der civilischen Rechte werden, welches auchnebst vielen andern seiner prophezeyungen gar eigentlich einge-troffen. Er hat geschrieben : 1.) de Vita & Ratione artificiosatotius Juris libros II. Venedig 1591. in 8. 2.) de Partu tri-mestri; ;.) Apologiam adversus Bonifacium Rogerium ; 4.)Apologiam primte Sedis Jurisprudentite ad Sereniffimum Rei-publicte Venetse Principem , ejusque ampliffimum Collegiurn;5.) de Jure Venetorum & Jurisdictionc Maris Adriatici,ibid. 1617. in 4. Rkcobtmus,\n Gymn.Pat. Papadopo/i, in hist.Gymn. Pat. tom. I. p. 260. u. f. Witte , diar. Tbomaßni elog.

Matthäus , der Evangelist, sonst auch Levi genannt, warvorher ein zöllner, nachgehends aber ein jünger und Nach-folger Christi , und einer der 12. Aposteln. Seiner geburtnach war er ein Ebräcr aus den Ebräcrn, und. zwar, wieetliche meynen, aus Galiläa, entweder von Capernaum, odernicht weit davon. Wiewol andere vorgeben , daß Nazareth seine geburts-stadt gewesen sey. Doch beydes ist ungewiß. Sei-ne eltern waren Alphäus und Maria , der gebenedeyte» Jung-frau schwester oder baft, wie man aus einigen umstanden schlies-st n will. Das amt eines zöüners , so er von den Römern über-nommen , machte ihn zwar bey andern Jüden überaus verhaßt,doch gab es ihm bey den Römern ein grosses ansehen, und trugihm viel ein. Nichts destoweniger, als Christus einsinals einengichlbrüchigen menschen curiret hatte, und darauf aus Caper-naum an dem ufer des meers gieng, und Matthäum, den erin seiner zoll-bude sitzen sahe, zu sich rief, daß er ihm nachfol-gen sollte, trug dieser gar kein bedencken, sein einträglichesämt alsobald zu verlassen, und durch die nachfolge Christi reichthum mit armuth zu verwechseln. Dieses that er mit sol-chen freuden,daß er ein mahl zurichtete,wobey nebst Christo undseinen Jüngern noch viel zöllner und snndcr sich einfanden , da-mit der Heyland auch dadurch gelegenheit bekommen möchte,diese noch nicht bekehrte aus ihrem elend zu erretten. Bey demleiden, sterben und auferstehung des Herrn Christi hat er vontraurigkeit und freude eben das erfahren, was den übrigenJüngern und Aposteln begegnet. Es ist auch kein Zweifel, erwerde, nachdem die Apostel von einander zerstreuet waren,das scinige zu fortvsiantzung des Evangelii getreulich mit beyge-tragen haben. Was er aber eigentlich dieser fachen halber fürreisen über sich genommen, ist nichts gewisses zu berichten. Ins-gemein wird vorgegeben , daß er in Aethiopia oder Mohrenlanddas Evangelium verkündiget, oder wie Metaphrastcs berichtet,daß er erstlich in Parthien gegangen, und nachdem er allda ei-nen guten gründ des Christenthums qeleqet, sich nach Aethio-plen begeben , nemlich nach dem Asiatischen Aethiopien, wel-ches nahe an Indien liegt. Man thut hinzu, daß er in einer

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Aethiopischen stadt, Naddaber genannt, die Märtyrer - croneerlangt habe. Doch dieses alles ist ungewiß. Ein herrlichesdenckmal hat er der gantzen Christenheit hinterlassen, indem erdurch antrieb des Heil. Geistes sein Evangelium geschriebenWann solches geschehe», ob in dem 8ten oder in dem 1 ;dcn jahtcnach Christi Himmelfahrt , oder ob es noch später, davon sindunterschiedene mcynungen, deren keine einen solchen'gründ hat,welcher unwidersprechlich wäre. Daß er aber in Hebräischer spräche dieses Evangelium geschrieben habe, wie ihrer viel, so-wol unter den alte» als neuen scribenten behaupte» , solcheswird von andern billig in zweifel gezogen,ja gäntzlich vcrworffen.Mattb. IX.9. MurcAl.1l.14. Luc.V. 27.28. Irenaus , lib. lll.c.iHieronymus , in catal. scr. eccl. it. praifat. in Evangelium Mat-thaei. Eußbius, lib. III. c. 18. 24. Epipban. haeres. 29. Atba.naßus, in synopsi. Ongenes , in Genelin lib. III. Socrate·, lib.I. c. 19. Metaphraßes , ap. Surium ad diem 21. sept. Pike-phorus , hili, eccles. lib. II. c. 41. Auclor Arabicus , in vita IV.Evangelist, a Kirstenio editus. Dorotbeus , de vita & morte Apo-stolorum. Baronius , in annal . & Martyrol. ad diem ri. sept.Cajdubon. in exercit adv.Baronium exercit.XIV.XV. Wahrer.in officina bibl. p. 66. seq. Heideggerus, in enchjr. bibl. lib.IH.c. 2. Cave, antiq. Apostel , in vita Matthaei , &c.

Matthäus, gebürtig von Rheims , 'ein berühmter Cardi-nal. Nachdem ihn seine eltern, welche reich und vornehm wa-ren , zu den studien angehalten , trat er gantz jung zu Lavn inden geistlichen stand, und ward zwar hernach Canonicus zuRheims, bald aber ein Mönch des ordens von Cluqny. Derbekannte Petrus Cluniacensis ernennte ihn an.1119. in ansehungseiner exemplarischen frömmigkeit, welche mit einem ungcmei-nen strengen Wandel verknüpft war, zum Prior des gedachtengantzen ordens, und Honorius II. machte ihn an. 1,25. zumCardinal, wie auch zum Bischoff von Albano. Solcher würdenungeachtet blieb er beständig bey den gewöhnlichen castcnungenund andern scharfen regeln seines kloster-qelüdds, diente aberdabey mit unermüdetem sieiß der Römischen kirche in vielenwichtigen angclegenheitcn. Nicolanm, Abc von Monlc-Casimo,ingleichen Pontium , Abt von Clugny, entsetzte er, wegen ihresüblen Verhallens , ihrer würden. Eben also machte er es aufdem Goncilio zu Troncs , (allwo er nebst dem heiligen Bernhar-do und Stephano, Abt von den Cistercienftrn, präsidirte) mitHenrico, Bischoff von Verdun, wie auch nachgehends mit ei,nem Bischoff von Halberstadt . Von der parley des Gegeu-Papsts Änacleti II. muste er viel erdulden , welches er aber sichnicht abhalten ließ , in Franckreich, Spanien , Engclland undTeutschland herum zu ziehen , um selbige landschafftcn m demgehorsam gegen Innocentium II. zu erhallen. Dieser Papstschickte ihn zuletzt, nebst dem vorerwehnten heiligen Bernhardo,und dem Cardinal Guidone no» Pisa , nach Mayland, allw»er mit grossem Nachdruck an aufhcbung des schismatis arbeitete.Durch so vielfältige bemühungen zog er sich nicht geringe lei.bes-beschwerungen zu, welche ihn zu Pisa , wohin er sich bege-ben halte, heftig angriffen , dennoch aber von dem i z.jul. an.uz;, bis den 1. dec. zu keiner ruhe in seinen geschäffcen beweg-ten , bis er endlich garnicht mehr aushalten konnte; woraufer den 25. dec. (welche sterbens-zeit er aus einer gehabten offen»barung vorher angedeutet) das zeitliche gesegnet. Die Calho-lische kirche verehrt sein gedächtnis als eines Heiligen, oder dochals eines Seligen. Er hat de Perfebtione Monachorum ; deVanitate Mundi ; de Votis Monasticis . und 8ermones in Evan-gelia geschrieben. S. Bernhard, in epist. Petr. Cluniae. Baren.annal. tom. XII. SauJJhy, Martyro log. Gallic .

Matthäus von Agua-Gparta, ein Cardinal, wurde alsovon einem kleinen ort in Italien seinem vatterlande bevgenannl.Er lebte in dem XIII. stec. begab sich in den Francistaner-orden,und erwarb den rühm eines gelehrten Theologi seiner zeit. DerPapst Martinus machte ihn zum Gecstor des sacri Palatii , undbediente sich seines raths in gar wichtigen kirchen-sachen. Dochals er nachgehends an. 1287. zum General seines ordens erweh-let worden , ließ er vorgedachte stelle fahren. Der Papst Nico.laus IV. machte ihn an. 1288. zum Cardinal, und BonifacinsVIII. bediente sich seiner in verschiedenen Gestmdtschafflen, die erihm nach Florentz, Bononien und Romagna auftrug. Erschrieb auch einige tractate , als über den Alagistrum Sententia-rum , die Epistel an die Römer rc. und starb an. n°2. W-dimus , in annal . Min. Ssvertius , Athen . Franc. &c.

Matthäus, mit dem zunahmen von Cracau, (Weilerausdieser Polnischen stadt gebürtig gewesen senn soll, wiewol an-dere einen Teutschen , gebürtig von Wvrms , aus ilnn machen)that auf der Pragischen, ingleichen auf der Parisisckcn Uni,versität sich dergestalt durch seine gclehrsamkeit, schnsten undtugendhaffte aufführung hervor, daß ihn der Kayser Rnpcrtuszu seinem Secretario und Rath annahm, an. J4°s- aber ihmbeförderlich war , das Btßthnm von Worms zu erlangen.Das nächstfolgende iahr gieng er als Kavserlicher Gesandternach Rom , und empfieng von Gregorio XII. die würde einesCardinal-Priesters mit dem titul S. Cyriaci in Thermis. Nach-gehends that er, mit dem character eines Päpstlichen Legalen,eine reise in Böhmen , und den 5. matt. an. i4>°. starb cr^zuWorms von gewissen artznencn , die ihn zu starck angegriffenhatten. Er hat folgende schriften hinterlassen : Lommenratia inGantica Canticorum , in Ecclesiastem , in Evangel. Matthaei &in Epist. ad Romanos , ferner Opus de Praidestinatione subtit. Rationalis Divinorum Operum , de Officio Antistitum,