Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

m « t

de Amorc Divino , de Celebratione Missse , und de Contra-ctibus. Einige schreiben, es habe dieser Matthäus , vor seinererhebung zu dem Cardinalat , in dem nahmen des Kayfers Ru-perti eine reise in Asten zu dem berühmten Tamerlan gethan,und mit demselben ein bündnis wider den Türckrschcn Kayser,Bajazeth,geschlossen. Ciaccon. Ugbelh. Panvin. Aubery. 8 ruscb.deKpisc. German. Trithem. catal. script. cccl. Robert. Gail.Christ. Anton. Democbar. in chron.

Matthäus LMittius, Cardinal, Ertz-Bifchoff zu Saltz-burg, aus dem ailenWeiienburgifchen gefchlcchte zu Augfpurg,war bey unterschiedenen Kaysern in grossem ansehen. Fnderi-cus Ill.erliaiiiite ihn zum Cammer-8ecretariö und zum Probst zuAugspurg, und Maximilian l. machte ihn zu seinem Cantzler, be-förderte ihn auch zu dem Btßthum Gurck, und schickte ihn an.ix io.nach Frankreich , daselbst der wider Papst Iulium 11 . vondem Könige Ludovico XII. angestellten Versammlung der Geist-lichkeit zuTourö beyzuwohnen,bey welcher gelegenheit er zwischengedachten beyden Potentaten ein neu bündnis wider Venedig aufgerichtet. An. izn. gieng er in gleicher commißion undzugleich mit dem titul eines Kayserlichen General-Lieutenantsin Italien , um daselbst zwischen dem Päpstlichen stuhle undder Cron Franckreich einen frieden zu stiften. Als er nachBononien kam, erwies ihm der Papst grosse ehre, weil erwußte, daß derselbe in diesem Punct gar delicat war. So baldauch Langius die Venetianischen Gesandten erblickte, mustendiese vom Hof weichen , weil der Kayser mit Venedig imim kriege war. In der ersten confeventz wegen des fricdenserklärte er, daß ehe an keinen frieden zu gedencken, bis dieVenetianer alle und jede orte, so sie dem Reiche und demHause Oesterreich entrissen, wieder heraus gäben. Der Papstsuchte ihn zwar in einer geheimen audientz zu einer näherncrklärung zu bringen, aber vergebens. Endlich verwilligte er,daß die Venetianer Padua und Trevigi, aber nicht anders alswie Reichs-lehn , und mit diesem beding behalten sollten, daßsie dem Kayser für die belehnung aooooo. thaler, und hernachalle iahr ?oooo. bezahlen sollten. Als hierauf wegen des frte-dens mit Franckreich gehandelt wurde, versprach ihm der Papstden Cardinals-Hut und das Patriarchat zu Äqutleja, nebst100000. cronen jährlichen einkommens, wenn er den Kayserwider Franckreich anhetzen wollte. Allein Langius antwortete,daß ihn nichts auf der well bewegen konnte, wider seine pgichrund den Kayserlichen befehl zu handeln , worauf die gantzeHandlung aufgehoben wurde. An. iziz. schickte ihn Maxl-milianus nach Rom , daselbst dem neuen Papst Leont X. wegenseiner erhebung auf den stuhl zu gratuliren , weswegen ihmdieser den Hut entgegen geschickt, welchen er aber nicht eher,als bis er nach Rom gekommen, aufsetzen wollen. An. 1519.wurde ihm durch Vorschub dieses Kaysers das Ertz-BlßthumSaltzburg ertheilet. Zu gleicher zeit ereignete sich der rod die-ses Monarchen, weswegen sich Langius vor den König Carolumin Spanien bemühete, den Reichs-scepter bey den Churfürstenzu erhalten. An. izro. wohnte er dessen crönung zu Aachen mit bey , und danckte in dessen nahmen den Ständen desReichs. In seinem Ertz-Bißthum entstund an. 152;. eintu-mnlt von den bürgern zu Saltzburg, so der Lateinische krieg ge-nennek war, und durch einige rrouppen, welche der Ertz-Bl-schoff aus Tyrol an sich gezogen hatte, geendiget wurde. End-lich starb er zu Saltzburg an. i zgo. im 72. jähre seines alters.

Guicciard. üb. VII. VIII. & IX. Onupbr. ViciareU. Ctacconius.Aubery. Freber. in theatr. Metzger, bist. Salisb. lib. IV. c. 49.p. 524. leg. Dückhers Saltzb. chron. p 229. leg. Banse, bist.de France,tom. II. col. 1820. 1824 i839· r84>.

Matthäus , (welchen etliche mit dem zunahmen Lange,andere aber mit besserin recht Schvuer nennen) Cardinal undBifchoff von Sion ober Sitten in dem Wallistr-lande. Er warzu Müllibach in dem Gombfer-zehenden in selbigem lande ge-bohren, und hatte einen zwar schlechten, aber doch, nach derdangen landes-art, nicht ungelchrten mann zum vatter. Der-selbe schickte ihn, so bald er ein wenig erwachsen, und den er-sten gründ zu seinen studien gelegt, nach Italien , damit er diesel-be spräche mit der Lateinischen lernen, und hernach in den geistli-chen stand sich begeben möchte. Zu Como hatte er zum lchr-meister Theodorum Lucinum , einen damals berühmten Gram-maticum und Poeten , unter dessen anführung er es durch sei-nen grosse» fleiß und vortrefliches gedächtuis sehr >veit brachte,so, daß er auch öfters, wenn gedachter Lucinus kranck war,mit sonderbarem rühm dessen stelle im dociren verwaltete.Des Virgili Libri AEneidum , des Ovidii Heroldes , am aller-meisten aber des Boethii Severini buch de Consolatione , dien-ten ihm gleichsam zum muster oder zum gründe seiner beredt-samkeit, worinn er nicht nur bey de» Teutschen , sondernauch bey den gelehrten Italiänern sich ein sonderbares lob,dey seinen lands-leuthen aber (zumal da noch sein unsträfli-ches leben darzu kam) so viel liebe zuwege gebracht, daß sie ihn,bey erfvlgter vacantz , zu ihrem Bifthvff verlangten , und auchan. >z00. erhielten. In dieser würde that er sich nicht nur mitseinen predigten hervor , welche von jederman bewundert wur-den , sondern er ließ sich auch in der bcylegunq der streitigkeiten,so zwischen den Wallisern und ihren nachbaren entstunden, öf-ters gebrauchen, und zwar mit solchem Nachdruck, und mit soviel verstand und biiligkeit, daß auch die aüerunruhigsten köpfesich nicht wegerten, es auf seinen ausspruch ankommen zu las-sen. Nachdem er nun auf solche art durch seinen eifer und durchHistor. Ltxicon iv. Theil»

mat 1107

seine redlichkeit bey den seinigen sich in grosses ansehen gesetzet,giengen die Uneinigkeiten zwischen dem Papst Iulio 11 . und demKömge von Franckreich, Ludvvrco XII. an , wobey jener unterandern auch die Schweitzer zu hülffe zu ruffen genöthiget ward.Hierdey thatMallhäus mit seinen predigten und veemahnungendem Papst so grosse dienste, baß er ihn erstlich als seinen Lega-tum in die Eydgenossenschassl abschickte, und hernach mit derCardinals-würde dafür beehrte. Er war auch in der that soeifrig, nicht allein die Schweitzer wider Franckreich in den Har-nisch zu bringen, sondern noch gar den feldzügen selbst bey-zuwohnen , und in allem zum schaden der gemeldten Cron zurathen und zu hclffen, daß man ihm billig den grösten antheilder damaligen Schwcitzer-kriege zuschreibet. Nach Julii II.absterben, war er dessen Nachfolger, Leoni X. in dem kriegewegen Parma und Piacenza , ingleichen gegen die Franzosen,auf alle weise behülflich, und ließ die vielen Verfolgungen , welcheer in seinem eigenen vatterlande von den Französisch-gesinntenausstehen muste, Massen er auch eine zeitlang daraus vertrie-ben gewesen, sich keinesweges abhalten , das ansehen und diemacht des Römischen stuhls mit allen krässle» zu vertheidigen.Er wohnte der wähl des Papsts Hadriani VI. mit bey, undstarb bald hernach zu Rom im jähr 1523. währenden Con-clave bey noch nicht gar hohem alter. Der König von Franck-reich , Franciscus I. soll von ihm haben zu sagen pflegen, daßfeine beredlsamkeit ihn in mehr Unkosten und in grössere ge-fal;r gebracht, als die Waffen so vieler taufenden von seinenlanbes-leuthen , den Schweitzer». Der bekannte Tolandushat ihn zum Verfasser der sogenannten Phiüppica contraGallos , welche er bald nach ansang dieses secuü wieder auf-legen lassen, machen wollen ; aber gantz ohne gründ, weilMatthäus feine beredlsamkeit wider die Franzosen bey seinenEvdgenossen immer in Teutsch, aber gewiß niemal in Lateingebrauchet hat, die ausgegebene rede auch mehr nach einerveclamation und schul-übung schmücket, als daß sie eine würck«lich gehaltene politische rede seyn sollte. Jof. Siml. desc.Valleüae. Paul. Jovius. *

Matthäus Paris , siehe Paris .

Matthäus, (Stuart) Graf von Lennox, siehe Stuart.

!s 1 iatthäus Vindocinsnli8 , war Abt zu St. Deuys inFranckreich, und Regent des gedachten Reichs unter demKönige Ludovico IX. wie auch Premier-Minister unter dem Kö-nige Phulppo dem kühnen, wiewol nicht zu läugnen, daßvon der zeit seines todeü, und wenn er eigentlich geledet, vielstreitigkeiten durch die Gelehrten verursacht werden. Er schriebin elegischen versen die Historie Tobiä, so zu verschiedenenmalen, und letztlich zu Bremen an. 1642. gedruckt worden.Sammarth. Gall. Christ, tom. 1. de Arch. Turon. p.773. & tom.IV. de Abb. S. Dion. p. 556. Autevii. bist. des Ministres dE-tat. Vofjius , lib. II. de Hist. Lat. c. 64. Doublet , bist. delAbbaye de Saint Denys.

Matthäus ^estmonast-riensts , von dem kloster, darin»er geledet, und klorilegus , von seinem tractat: Flores Iliito-riarunt , beygenannt, war ein Benedictiner - Mönch, undlebte um das jähr 1377. Gedachter sein tractat fängt sichvon erschaffung der well an, und gehet bis auf das jähr 1307.dabey aber zu erinnern, daß der erste theil fast gantz ausdem Matthäo Pariiienü ausgeschrieben. Es ist solcher an.1367. zu Londen,und an.isoi. zu Franckfurt heraus gekommen.Er soll selbigen brs auf das jähr 1377. fortgeführet, und nochdarzu Chronica Alonasteriorum Westmonalterienfis und S. Ed-mund! verfertiget haben. Bakus & Vitjius , de script. Anglite.Vofjius , de Hist . Latin. lib. III. c.2. Cave &c.

Matthäus , hat in oder vor dem XIV. sectilo gelebt ,und eine chronick von Oesterreich geschrieben, darinn er vor-giebt , daß Oesterreich anfänglich Judaisepta genennet worden,und den Ursprung der ersten Regenten herführet von einem,Abraham von Theomaria , der unter dem Graf Salhan Al-ligenorum, in Terra Amrairationis gebohren worden , und<2usailnam , die tochter des Herrn von Terremantia, gcheu-rathet. Welchen lächerlichen fabeln Henricus Gundelfingen,und Albertus, Freyherr von Bonstetten , in ihren Oesterrei-chtschen chronicken, wie auch an. 1678. Wolf Wilhelm Prä-mer im Ehrenpreis der stadt Wien nachgefolget. AeneatSvlvius aber hat diese wunderliche meynung in seinem un-vollkommenen hinterlassenen wercke von der OesterreichischenHistorie, wie auch Johann Cuspinianus nachdrücklich, wiewolohne benennung des anctoris , widerleget. Diese chronick desMatthäi aber ist nicht mehr vorhanden; es wäre denn, daßes dasselbe Teutsche manuscript sey , so in der Kayserlichenbibliotheck eben dieses inhalts zu finden, und welchesvon einem Anonvmo , so an. 139;. gelebt, aus einer grossenchronick ist zustimmen getragen worden. Diejer Abbrevia-tor hat auch von des Hertzogs Alberti mit dem Zopf ab-sterben und begräbnis eine Lateinische epistcl geschrieben.Cufpin.vcs Austria . Lnmbec. bibl.Vindob. lib.II. c. 6.31.473. (egg.

Matthäus, (Petrus 'in Französisth gemeiniglich Matthiengenannt, ein geschieht - schreibcr des Königs in Franckreich,besthrieb die Historie der merckwürdigen dinge, die sich in-nerhalb 7. jähren unter Henrici IV. regierung zugetragen,wozu er auch die auswärtigen Händel,die sich mit dahin bewgen,setzte. Nachgehends beschrieb er die gantze Historie von dem

A a a a 2 bemeld«