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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nick zu finden; ferner seine Predigten von dem Leben Lntherran. 1565. zum ersten mal cdirer. An. 15 6;. ist seine fest-tägli-che Postille infoliv, und an.i;6z. sind seine Leich-Predigtenheraus gekommen. Nach feiner lentation hat er geschriebensem buch de Profundis , über den l; osten Psalm ; ferner istbekannt sein tractat von dem Arlickel der Rechtfertigung,Nürnb. 1565. Nach feinem rode sind von ihm heraus gekom-men 54. Predigten de Diluvio , ferner zog. Predigten über dasBuch Slrach; die Auslegung der ersten und zweyten Epistelan die Corinther; die Historie unsers HErrn Christi ; 41. Pre-digten über das erste capitul Iohannis; 17. Paßwns-Predlg-ten ; item seine Catechismus - Predigten und noch viel andereschriften nrehr. Seine lebens-beschreibung, welche einer vonseinen nachkommen, nahmens Johann Balthasar Matthesius,Pfarrer in Brackwitz, verfertiget, ist zu Dreßden an. 1705. edirlworden. Albmus, Meißn. land-und berg-chron. chytraus ,chron. Sax. Adam. vit. Theol . Reust. er. icon, viror, illustr.Melanchthon. in consil. & epist. Cbron. Joachim.

* Matthesius, (Johann) ein söhn Iohannis, gebohrenan. 1544. den 25. aug. war Doctor der Medicin und Stadl«Physicus in Dantziq , wie auch Prosestor der Medicin amGymnaiio, und schrieb : Kurtz und einfältig Regiment uudVer-ordnung, deren sich, in vorstehender sterbens - gefahr >eder zugebrauchen haben möge. Vratnrii Athen . Gedanens.

* iHatthew, «Tobias) ein Engelländer, war aus Bristol gebürtig, und ward, nachdem er zu Orsord studtrel, und Theo­ logia : Doctor Worden , Praebendarius Decanus und des Colle-gii St. Iohannis daselbst Praeses, denn Decanus zu Durham ,und an. 1594. Bifchoff allda, endlich an. 1606. Ertz-BsschoffzuBoret. Er hat zu Bristol eine öffentliche bibliotheck angele-get , und viel rühmliches mehr gestiftet. Godvoin. de Pr-elul.Angi. P. II. p. 140. & 90.

* Matthia , (Christian) gebürtig von Meldorp in Ditmar«

sen, itudirre zu Witlenderg und Giessen, und ward an. 16,4.Rector lind Professor der Theologie in dem Gymnaiio zu Dur-lach. Im jähr 1617. nahm er zu Giessen den gradum einesDoctoris in der Theologie an, und gieng in eben diesem jähreals oberster Professor der Theologie nach Altorf . Hierauf ver-ordnete man ihn an. 1622. in seiner geburts-stadt bey der Kö-niglichen strebe zum Probst und Pastor ; er gerietst aber nacheiniger zeit bey der kriegs-unruhe nach Cremve ins aefangnis,worin» er einen Commenrarium über die Psalmen verfertigte.Doch bald hernach erhielt er stine freyhelt, und kam an. 1629.als Professor und Pastor auf die Academie nach Svra, wel-ches amt er aber freywillig neidcs und Mißgunst wegen nieder-legte , und sich an. 16,9. nach Leiden begab. Hier lebte er alseine prival-person, bis an. 1641. da man ihn zum Pastor beyder Lutherischen gemeinde im Haag besteuere. Er danckce aberauch hier an. 164z. ab, und wendete sich nach Utrecht , wo erbis an seinen lod, der thu an. >6;;. den 22. ien. in seinem 71.jähre wegnahm, in der stille lebte. Seine schriften sind, wiesie der zeit nach heraus gekommen, folgende: 1.) MethodusScripturae S. loca vindicandi, Nürnberg »6t8. in 4. 2.) An-tilogiae Biblicae ; 5.) Oratio Panegyrica de Vita & Obitu Joan-nis Schrosderi , Altorf 1622. in 4. 4.) Collegium Ethicum ,Giessen idij. und 1622. in 8. 5.) Systema Logicum Fheore-tico- Practicum, Marpurg IÜ2I. und i6;i. «n 8. 6.) Dispu-tationum Ethicarum Collegia tria, Giessen 1622. IU 8. 7.)

Theologia Typica , Hamdurg 1629. in sol. 8.) Syltema Po-liticum in tres libros distributum, Marplirg 1619. und 1651.jn 8-) Systema Ethicum in tres libros distributum, ib.

1626. und 1655. in 8. 10.) Exercitationes Metaphysicae, ib.i6}i. und 1657. in 8. n.) Systema Theologicum minus,Hamdurg 16,9. und 1654. in 4. ir. ) Historia Patriarcha-rum , Lübeck 1642. in 4. iz.) Historia Alexandri Magni,seu ProdromusIV. Monarchiarum, Amsterdam 1649. in 12.

14. ) Explicatio Psalmi XLV. Nuptiis Christiani V. dicata ;item Psalmi CXXV 1 II. Coppenhagen i6;7. in 4. Teutsch;

15. ) Collegium Anti - Photinianum de Notitia: Dei naturalisExistentia , Usu & Efficacia, Nürnberg 1620. jn 4. 16.) Ana-lysis Typica Evangelii secundum Matthaeum , Amsterd. 1652.in fol. 17.) Sophista, sive Doctrina modum fallacias artifi-ciose solvendi docens, Hamburg 1659. in 12. 18) Thea-trum Hiftcuicum Theoretico- Practicum, in quo IV. Monar-chiie nova & artificiosa methodo describuntur , Amsterdam i6$6. und 1668. in 4. Coppenhagen 169*5. in 4. ist hernachins Teutsche übersetzt, und bis an. 1701. fortgeführet worden,Franckfurk 1701. in fol. 19.) Disputatt. a) de Judice Contro-versiarum, Vtrasiburg 1614. b) de Christi secundum utram-que Naturam Adoratione: Uber dieses sind auch noch verschie-dene schöne wercke von ihm in Handschrift und druck - fertighinterlassen worden , als: 1.) Biblia Latina glossata; 2.) Sy-stema Theologicum majus ; ?.) Theologia Practica seu Locicommunes Practici; 4.) Theologia Naturalis ; 5.) Christolo-gia sacra ; 6.) Theatrum Psalterii Theoretico-Practicum ; 7.)Lexicon Theologicum ; 8.) Philologia sacra ; 9.) Tr. de For-mulis caute & sobrie loquendi in Theologicis ; 10.) Syste-ma Historicum Theoretico-Practicum , in quo historiae bibli-cae methodo nova & artificiosa explicantur. Zeltneri vit.Pros. Altorf. Witte, in memor Theol. Spizel. in templohonor.

Histor. Lexicon IV. Theil.

mat 1109

Matthias t ein Hohenpriester der Jüden, lebte A. R. 750.Unter der Verwaltung feines amts trug sichs zu, daß ein ande-rer Matthias, Margalothi söhn, und Judas , dessen vatler Sa»ripheus war, beyderseits in den Jüdischen gesetzen sehr er.fahrne Personen, einen güldenen adler, welchen Herodes überein thor des tempels setzen lassen, von dannen herab rissen.Dieses erbitterte gedachten König dermaffen, daß er den Ho-henpriester Matthram alsofort seines.amts entsetzte, weil ermeynte , daß er mit den ermeldten beyden Personen untereiner decke gelegen hätte, solches darauf Ioazar seinem schwa,ger gab, den andern Matlhiam aber samt allen, die mit ihmgefangen worden, lebendig verbrennen ließ. Joßphus, üb.XVI. antiq. c. 8-

Matthias, ein Apostel, wurde an des verräthers Iudä ileUle, der sich selbst erhenckt hat, nach der Himmelfahrt Christi zumApostel erwehlek. Da denn kein zweifel, daß er schon vorher»dessen getreuer jünger und Nachfolger gewesen, weil er emenbewährten und unverwerflichen zeugen seines leidens, todesund auferstehung abgeben sollte. Dannenhero wurde er vonden Aposteln, als sie nach des HErrn abschied von'dem ölber-ge wieder zu hause gekommen, nebst Joseph , genannt Barna-bas, und auch Iustus, auf die wähl gesteüet, und der aus-schlag dieser fache nach andächtigem gedäl dem looft überlas,sen, welches auf Malthiam fiel. Er wurde also nebst andernAposteln mit den verheissenen gaaben des heil. Geistes zu kraff-tiger Verrichtung feines amts ausgerüstet, und da er solcheseine zeitlang in Iudea geführer, hat er sich auch ohne zweifelin fremde länder begeben, das Evangelium daselbst auszubrei-ten. Man giebt insonderheit für, daß er sich in die Morgen,länder begeben, und zwar nach Aethiopien , doch dasselbe hateinen schlechten gründ. Von feinem tobe sind unterschiedenemeynungen. Dorotheus meldet, er fey zu Sebastopolis ge.stvrden, und auch allda nahe bey dem tempel der sonne degra-den. Andere berichten, er fey von den Jüden als ein gottes-lästerer gesteiniget, und darauf enthauptet worden. Jn denGriechischen Officiis ist enthalten, daß er gecreutziget fey. Ei-nes ist so gewiß als das andere. Ihm sind auch vor diesemeinige schriften als ein Evangelium und gewisse Traditionesbeygelegt worden; doch fälschlich, indem die Alten selbst er«kennen, daß dieselbigen ertichtet seyn. AH. I. 15. scq. Origenet,homil. I. in Lucam. Clemens Alexandr. lib. VII. ftromat. £«-ßbius, bist. eccles. üb. III. Hieronym. de script. eccles. Ni~cephor. bist. eccles. lib. II. c. 40. Dorotheus, insynopsi de vita& morte Apostolorum. Baron , ad an. 44. Cave, in antiquitati-bus Apost. in vita Matthite, &c.

Matthias, Römischer Kayser, war ein söhn Kaysers Ma-ximilian! II. und den 24. febr. an. 1557. gebohren. Es war»hm bald bey erreichung seiner mannbaren jähre unleidlich, daßer keine eigene regierung haben sollte, deswegen er seine gedan-ckcn auf die Niederlande , die damals in voller nnruhe stünden,richtete, und sich den Staaten an. 1576. nach des Statthat,ters Requefcns tode anbot. Wiewol er nun damals nichtserhielt, so geschahe es doch ein jähr darauf, daß einige vondem hohen Adel, welche den Printzen von Oranien nicht übersich leiden wollten, ihn durch einen Abgeordneten ersuchen stei-fen, das regimcnt zu übernehmen. Er zog auf diesen anlasden zweyten oct. ohne vorwissen des Kaysers Rudolphs, stinesbruders, aus Wien , und mit grossen tag-reisen nach Brabant.Ob er nun wol ohne rath der stände und zu deren grosserbestürtzung ankam, beschlossen sie doch, ihn anzunehmen, weiler einmal da war, zumal sie hofften, daß solches dem Köni-ge von Spanien wegen der nahen verwandtschafft nicht solltezuwider seyn,und daß durch dieses Mittel des Don Juan d'Au-stria Unternehmungen am füglichsten würden können gehem-met werden. Doch müsse er ihnen vorher ? 1. artickul beschwö-ren und leiden, daß man ihm den Printzen von Oranien alsLieutenant zuordnete. Hierdurch wurde er dermaffen einge-schränckt, daß er nur den nahmen eines Regenten hatte, undwenig geachtet wurde. Weil nun auch seinetwegen weder derKayser noch das Reich sich der Niederländer, wie sie gehoffthatten, anzunehmen begehrten, und die fachen durch gefährli.che spallungen , welche zu verhüten Matthias nicht ansehensgenug hatte, immer unordentlicher wurde», rüsten die Staa-ten , ohne ihn zu fragen den Hertzog von Aniou zu hülffe, undselbst die, so Malthiam geruffen hatten , traten aus Verdruß,daß er gantz von dem Printzen von Oranien regieret ward, vonihm ab. Bey diesen umständen sahe er sich genöthiget, an.1580. selbst abzudancken, welches die Staaten mit vielen ehr-bezeugungen annahmen, ihm auch einen jährlichen unterhaltvon 50000. gülden ausmachten,zu dessen bezahlung die einkünf-te des Bißlhums Utrecht angewiesen wurden. Jedoch verzogsich seine abreise bis an. 1581. da er währender zeit einige Hoff-nung zum Bißthum Lüttlg bekam, dazu ihm die Niederländergern gcholffen hätten. Es ward aber durch die Spanier ge-hindert, weil sie glaubten, daß er ihnen zuwider sey, und gleich-wol kam er in verdacht, als ob er mit den Spaniern etwas wi-der den Printzen von Oranien vorgehabt, darüber man aucheinige von seinen leulhen einzog und befragte. Als er wiedernach Teukftbland kam, müsse er seines bruders, des Kaysers Un-willen empfinden, inmasse» seine multer mit ihrer vorbitteanders nichts vor ihn auswürcken konnte, als daß ihm diestadt Linz zu seinem aufenthalt angewiesen ward. DaselbstA a a a a j aber