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aber hielt man ihn so enge, daß er sich erbot, vor seinegegen-wältigen und künftigen anspnrche auf dre Oesterrmhlschenlande mit der kleinen Herrschafft Vteyer m Oesterreich zufrie-den zu seyn, welches er doch auch nicht einmal erlangen konn-te In solchem zustande muste er viele ,ahre aushalten, bis errndlick die verwalcung von Ober-und Unter - Oesterreich undan l?y4 das commando in Ungarn wider die Turcken erhielt.Wtewol nun die Kayserlichen Waffen in diesem kriege den gra-sten forlgang nicht hatten, so gebrauchte sich doch Matthias die-ser qelegenheit dergestalt zu seinem Vortheil, daß an. 1606. dafriede gemacht ward, die mißvergnügten Ungarn , die wahren-den kriegs schon gegen den Kayser aufgestanden waren, ihnzum Statthalter begehrten, und auf diese bcdingung sich zurruhe begaben. Diesen vergleich mit den Ungarn machte Mat-thias, ohne den Kayser zu fragen, der sich damals der regie-rung fast gar nicht mehr annahm, um welcher schwachheitRudolphi willen die Ertz-Hertzoqe von Oesterreich in eben sel-bigem jähre Matthiam durch einen besondern vertrag uutcrsich zum Haupt ihrer familie erwchlten. Es wurden aber we,gen bemeldter schwäche des Kaysers und beschwerlichkeit seinerMinister die Ungarn und Oesterreicher so schwurig, daß sie an.i6c>8. einmüthig Matthiam, der diese Verwirrung ohne zwcifelunter der Hand nährte, zu ihrem Könige und Herrn wehlten,welche wähl zu behaupten Matthias mit einem Heer, ,0 er un-ter dem schein, einige unruhige heyducken zu dampfen, zusam-men gebracht, nach Böhmen zog, und seinen bruder nöthigte,ihm Ungarn und Oesterreich, mit vorbehält eines gewissenjahr-geldes vollkommen abzutreten, und die erb-folge in Böh men und Mähren zu versichern. ES gab jedoch bald Händelmit den Oesterretchern, Protestirender religion, denen die freyeÜbung ihres gottesdiensts zu wehren, sich Matthias von Ertz-Hertzog Leopoldo, dem Päpstlichen Xumio und einigen an-dern bereden ließ, weswegen diese ihm die Huldigung versagten.Es ward aber der Widerwille durch »erbitte der Böhmen undMähren , und insonderheit durch Unterhandlung des Ertz-Her-tzogs Maximiliani dergestalt beygelegt, daß die Oesterreichererhielten , was sie wollten. Diese Händel hatten Rudolphumgewaltig wider Matthiam erbittert, und weil die Spanier mitdiesem, wegen seiner gclinbigkeit in religions-sachen, und nochmehr wegen dem, so vorgemeldter Massen in den Niederlan-den geschehen, auch nicht zufrieden waren, trachtete mandahin, dem Ertz-Hertzoge Leopold-die Kayserliche und Böh-mische Crone zuzuwenden, welches vorhaben zu befördern Leo-pold an. i6n. mit kriegs-machl nach Böhmen kam, und be.rcits die kleine seile von Prag eingenommen hatte. Die inder Altstadt aber wehrten sich so lange, bis Matthias , der sichan seinem orte auch gerüstet hatte,ihnen zu hülffe kommen konn-te , auf dessen ankunsl die Leopoldischen wichen. Matthiasaber, der sich lieber bey zeilen veste setzen wollte, drung beydem Kayser nunmehr auch auf die abtretung der Cron Böh-men , in welche Rudolphus auch willigen muste, davor ihmMatthias jährlichen unterhalt vor ihn und seinen Hof-staatversprach. Nach dem an. 1612. erfolgten lode des Kaysersward Matthias den 24. jun. selbigen iahrs von den Chur-fürsten an seine statt erwehlt, wiewol bey .dieser wähl aller-hand heimliche praclicken untergclauffen, durch die man dasOesterreichische Haus von dieser würde auszuschliessen ge-trachtet, indem bald der Hertzog von Bayern , bald der vonSavoyen , bald andere in vorschlag gebracht worden. Manhat in seine capitulation zu erst den artickel eingerückt, daßdie Churfürsten berechtigt seyn sollten, auch ohne einwilli-gung des Kaysers einen Römischen König zu erwehleu, wennsie es vor nöthig hielten. Seine regierung fiel in solche zei-ten, in welchen wegen der rcliglons-zwlstigkeiten überall imReiche grosse bewegunqen waren, die man als bereilschaff-ten auf die folgende kriege anzusehen hatte. Die sogenann-ten Unirten und Ligisten führten stets gegeneinander heftige de-schwerungen, und rüsteten sich zu thatlichkciten, dadurch dieReichs-sachen überall in grosse Unordnung generhen, wie dennalsobald der erste Reichs-tag wunderlich ablief, indem die Unir-ten sich vor entfcheidung ihrer deschwerden in keine beralh-schlagung einlassen wollten, und da man ohne sie einen abschiedmachte, dawider protestirten. Der Kayser, der bey dem an-tritt seiner regierung schon in einem ziemlich hohen alter stund,hatte nicht mehr lebhasstigkeit genug, diesen verworrenenHändeln recht nachdrücklich ins maul zu greiffen, und ebendaher geschahe es, daß er sich nunmchro dennoch durch Spa-nische rathschläge regieren ließ, ob er dieselben gleich vormalsbeständig gehaßt hatte, und der Cardinal Clösel, der sein vor-nehmster Minister seit langer zeit gewesen, alles that, ihn da-von abzuziehen. Es konnte aber derselbe jetzt nicht mehr hin,dern, daß sich die Spanier in Reichs-jachen mengten, wiedenn darüber die streitigen Iülichischcn lande, zwischen denHolländern und Spaniern in die rappuse kamen, und die exe-cution wider die stobt Aachen , darinn sich die Protestantischen cinwohner an der Catholischen Obrigkeit vergriffen hatten,gegen die Reichs-satziingcn dem Ertz - Hertzoge Alberto aufge-tragen ward, der ein Heer von Spaniern vor selbige schickte.Auf Vorstellung der Spanier nahm auch Matthias au. 1616.den Ertz-Hertzog Ferdinand an sohnes statt an , weil er selbstkerne kinder hatte , und ließ ihm im folgenden jähre dieBöhmische und an. 16,3. die Ungarische Cron-folge bestäti-gen, ihn auch würcklich in beyden Reichen crönen, die ihn
jedoch mit der ausdrücklichen bedingung annahmen, daß »sich bey Matthtä leben in keine regierungs - geschäffte men,gen sollte. Es ward auch daran gearbeitet, Ferdinanden zumRömischen Könige zu machen , weswegen der Kayser nebstihm in person den Churfürsten von Sachsen zu Dreßden be-suchte. Die Unirten aber hintertrieben es, daß kein Chur -fürstcn-tag angesetzt ward. An. 1613. gieng die Böhmischeunruhe an, indem einige der Protestantischen Stände überverschiedene wider den Maiestäts - drief lauffende beginnen derCatholischen sich zu solcher ungedult verleiten liessen, daßsie etliche von den härtesten Kayserlichen Ministern auf demPragischen schlösse zum fenster hinunter stürtztcn, und auchsonst anstalt machten sich selber zu helffen , worüber auch j»den übrigen Kayserlichen erb-ländern, wo gleiche beschwerenstatt hatten , und in gantz Teutschiand grosse beivcgungenentstunden, daß man nun den ausdruch eines blutige» kriegsvor äugen sahe. Der Kayser zwar war sehr geneigt, zu er-hallung des friedens alles mögliche beyzutragen. Die Spa-nier aber, und der König Ferdinand trieben auf den krieg,so gar, daß sie den Cardinal Clösel ohne des Kaysers wis-sen gefangen nahmen , und von Wien wegführten, weil der-selbe nicht nur der erhebung Ferdinands widersprochen, undden Kayser stets vor den Spaniern, als ob sie sein ansehenschwächten, gewarnet, sondern auch letzt frieden zu halten, undden Protestanten nachzugeben gerathen, sonderlich aber denKayser bewogen, daß er Ferdinanden , als er ihm, wenn wi-der die Böhmen gewalt zu brauchen wäre, das commanbo derarmee nicht abschlagen können, einen Kriegs-Ralh zugeordnet,durch welchen dem Könige die Hände ziemlich würden seyn ge-bunden worden. Dieses unternehmen machte den Kayser über-aus unwillig, welcher im zorn drohte, nach Prag zu gehen, unddie Protestanten an sich zu ziehen, von welchem vornehmen ihnjedoch dcö Cardinals von Dietrichstcin zureden abwendig mach-te. Ferdinand bat ihn auch gar demüthig um Verzeihung, wel.ches iedoch Matthiam nicht beruhigen konnte, der von der zeltan sich in beständiger forcht, mißtrauen und lraurigkcit be-fand, auch darüber endlich bethlägerig ward , und währenderkranckheil unterschiedene mal mit seufzen ausrüste, man füllteihm seinen Clösel wieder schaffen. Er ward zuletzt mit einemschlagfluß befallen, an welchem er den 10. wart. an. 1619.verstorben. Seine gcmahlm war Anna , Ertz-Hertzog Ferdi,nands II. aus Tyröl tochter, mit welcher er keine kinder ge-zeuget. Eudoifs fchau-bühne. Sleidanus contin. Cbytraus.Londgrpius. Piajedus, in chron. Mettranw. Thuanus. Fajjor,hilt. de Louis XIII . Nani, hilt. de Verdis. Caraffd, Germ. sacr.veit. &c.
Matthias Corvinus , König in Ungarn und Hertzog inSchlesien, war des heldenmülhigen Johannis Hunmadis,Woywoben von Siebenbürgen , und Elisabethä Szilay vonHorogszög, söhn, und erwarb sich durch seine tapferkeit denzunahmen des grossen. Er wurde an. 144;. gcdvhren, undin seinen iungen ,ahren von seines vatlers feinden in Böhmen gefangen gehalten; ia diese, nachdem sie feinen bruder Ladis-laum unter dem vorwand hingerichtet hatten, daß er de» Gra-fen von Clly, welcher doch beyden drüdern nach dein leben ge-standen, getödlel, entschlossen sich, auch ihn aus dem wege zuräumen. Allein, nachdem der König Ladislaiis todt war,wurde Matthias Corvinus auf freyen fuß gestellet, und den24. jan. an. 1458. zum Könige in Ungarn , gleichwie zu ebenderseldigen zeit Georg Podiedrad von den Hußtlen zum Köni-ge in Böhmen erwehlet. Einige von den Ungarischen Herrenwidersetzten sich Matthlä wähl, und demüheten sich, den Kan-ser Fridericum dahin zu bereden , daß er die Crone annehmenmöchte. Einige andere boten selbige dem Könige in Polen an,welches grosse Verwirrung in dem Reiche verursachte. Diesergelegenheit bediente sich der Türck zu seinem Vortheil, underoberte Bosnien nedst einem theile von Scrvien. AlleinMatthias bekam hernach alles wieder, was er verlohren hal-te , brachte auch Siebenbürgen und die Wallachcy wieder un-ter sich, und wurde an. 1464. gecrönet, nachdem vorher» diecrone von dem Kayser Friedrich, welcher sie bishero in Ver-wahrung gehabt, mit öocoo, gülden war eingelöset worden.Als der Papst König Georgen in Böhmen wegen der Hußill-schen lehre in den bann gethan, ließ sich Matthias, ohngcach-tel es fein schwiegcr-vatter war, der ihm auct) wrbero seitwahrender seiner gefängnis in Böhmen viel wohlthaten erwie-sen , dahin bewegen, daß er die execution auf,sich uahin, undmit 14000. mann in Mähren rückte. Der König Georg be-gegnete ihm mit gleicher macht, und kamen beyde armem andem flusse Teya gegen einander zu stehen. Zwar bemühcleman sich beyderseits, die fache ohne blutvergicsscii abzuthun;allein der Päpstliche Nuntius, der Cardinal Laurmlius, vcrhin-derte es nach äussersten kräfften. Derohalden gieng das kriegs-feuer in vollen flammen auf, welches viel hundert dörfcr inBöhmen verzehrte. Es gieng auch gavtz Mähren verlohren,und ließ sich daher» Matthias an. 1469. zum Könige in Böh men crönen , darzu man die crone von einem Marien - bildezu Brim» entlehnet hatte. Georgius wurde hierüber so cnlru-stet, daß er Matthiam an. 1470. auf ei» duell heraus gcso-dert, damit nicht so viel unschuldiges blut inöchke vergoycnwerden, welches aber nicht vor sich gieng. Es verließ auch,dasglück so gar die Böhmen , daß ihr Printz Vielvrinus, Konig
Gcorgciis