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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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brauchten, keinen gefallen trug, gantz und gar andern und an-genehmern stndien zu wiedmen. Als man ihm zu Rheims einCanonicat gegeben hatte, fieng er an sich beständig daselbst auf-zuhalten, ohne baß er auf des Fouquet befehl einmal eine reifenach Italien gethan. Er starb zu Rheims an. 1708. Seinemeiste arbeit bestehet in Übersetzung einiger homilien des Chry-sostomi, Sander! Mistoriie Schilmatis Anglicani , der leben derCardinäle Polt und Campegii, deren ersteres von Lud. Becca-tello, das andere von Car. Sigonio in Latein verfertiget wor-den ; ferners in etlichen reden Demvsthenis und Ciceronis, indem buche de Alortibus Persecutorurn, so Laclanlio zugeschrie-ben wird, dein historischen theile von des Petavii RationarioTemporum , und noch einigen andern. Es ist gewiß, daß sieallesamt wohl gerathen; wie dann dieser mann die Französi-sche spräche treflich besessen, auch dabey von einem sehr munterngeiste und guten verstand gewesen ist. Aus sich selbst aberhat er nichts hinterlassen, als nur etliche getrchte, so in denOeuvres posthumes cle Mancroix Und la Fontaine befind-lich, welche zu Paris an. 1710. und 1712. herausgekommen.Betitlet, jugemens des Savans für les traduct. Itfemoeres dutems. *

Mauairon, (Franciscus de) ein söhn Laurentii de Maugi-ron,MMcher des Königs von Franckreich Henriei III. Lieutenantin Dauphins war. Er halte bey dem jetzl-gedachlen König esso weit gebracht, daß er nebst Jacob» de Levis Quelus dessenHertz gleichsam in seinen Händen hatte, zog sich aber, wie esinsgemein den favoriten hoher Potentaten zu gehen pflegt,viel feindschafft von andern über den hals. Als im apr. an.i? 79 . der oberwehnte Quelus Carolum Balzac von Entraguct,der im gegentheile des HertzogS von Guist favorit, und alsodiesen Königlichen sehr zuwider war, wegen eines wort-wech-sels zn einem duell ausforderte, nahm derselbe diesen Maugi-ron, und Johann d'Arces Livarol zu seinem secundanten,gleichwie hingegen sein Widerpart Franciscum d'Aidie-Riberacund Franciscum von Schomberg darzu erwehlte. Vorher wares nicht gebräuchlich gewesen, daß neben den principalen auchdie secundanten sich unter einander schlügen. Dieses mal aberduellirten alle sechse, und zwar vor dem St. Antonius - lhorzu Paris ; da denn Maugiron und Schomberg alsbald aufdem platze blieben, Rlberac aber (mit welchem sich Maugirongeschlagen) den folgenden tag und Quelus den 3; sten hernachstürben. Livarot kam nach einem 6. wöchentlichen lager undEntraguct mit einer kleinen wunde davon. Der König ließdie ungemeine liebe, so er zu diesem Maugiron getragen , auchnach seinem tobe sehen; indem er auf die wehmüthigste artseinen cörper küßte, welches von einigen noch gar viel schlim-mer und schändlicher beschrieben wird; ferner einige von sei-nen blonden Haar-locken abschnitt, und solche als ein werthesandencken aufhub; auch in der Pauts-kirche zu Paris , wohiner ihn begraben ließ, ihm zu ehren ein kostbares gradmahl nebsteiner schönen statue von marmor aufzurichten befahl, welchesaber 10. jähr hernach in der bekannten empörung wider Hen-ricum III. von dem Pariser -pöbel niedergerissen , und auf eineschimpfliche art tractirt wurde, (siehe stLueluo.) Tbuem. hüt.lib. LXVI. Mezeraj, hitt. de France, tom. III. p. 451.455. *

* Maugras , ( Ioh. Franc.) ein Pariser, welcher den 4.

jul. an. 1701. in die Congregationem Doctrin® Christian® sichbegeben; lehrte anfänglich die Humanitäten, legte sich abernachgehends auf dieGottsgelehrtheit, und ward ein fürtrefli-cher Prediger. Er hat auf den fürnehmstcn cantzeln zu Paris viele Advente und fasten hindurch geprediget; machte sich abermehr durch seinen besondern unterricht berühmt. Er starbden 26. aug. an. 1726. Man hat von ihm : lnttructions Chre-tiennes pour faire un samt usage des Afflictions; InstructionsChretiennes für les Dangers du Luxe ; Quatre Lettres en for-me de Confultations für lAumöne; les Vies des deux To-bies, de Ste. Monique, & de Ste. Genevieve en 172z. Erhat auch einige getlchte hinterlassen. Supplement de Baris ,1756.

* Mauguin, (Gilbert) von Paris gebürtig, vertrat erst-lich daselbst bis an. 1637. die stelle eines Advocaten, wardaber hernach über das müntz-wesen gefetzt, und legte sich da,neben mit grossem eifer auf die lcsung der alten krrchen - ge-schichte. Er starb an. 1674. im julio. Mit dem IesnilenSirmond hatte er einen streit, und gab wider denselben Vin-dicias Fraedestinationis & Grad® heraus, darin» er zu erwei-sen suchte, daß niemals einige ketzer unter dem nahmen derPrädestinatianer gewesen, sondern baß die rechtgläubigen, wel-che es nicht mit Pelagio gehalten , von den andern mit diesemnahmen beleget worden. Nach Sirmonds tode hat LudwigCellvklus in historia Godefchalci den Mauguin zu widerlegengesucht. Buddei ifag. bist. Theol.

* Maukisch, (Johann) war zu Freyberg in Meissen an.1617. den 14. aug. gebohren, und studirtc zu Leipzig , woer auch die würde und den titul eines Doctors angenommen.Hierauf ward er Professor der Theologie, wie auch Predigerzu Dantzig , und starb an. 1669. den 8. iuuii. Man hat vonihm: i.) Specimen Philologico- Theologicum , in quo &Catena fidei dicta Scriptur® S. notitiam Dei naturalem tra-dentia explicantur & illustrantur, Dantzig 1659· in 8. 2.)Meditationes de Divin® Voluntatis, nosiram falutem ab ®ter.

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no decernentis, Revelatione, Difpp. XIII. contra Frid. Span-hemium, ib. 1652. unt> 1639. in 4. 3.) Notas Philologico-Theologicas Notitiam Dei naturalem explicantes ex dictis S.Scriptur® , Leipzig 1661, und 1672. in 4. 4.) Difp. XXX.de Diabolorum Notitia , an certö cognoverint ante mortemChristi, quod is proprius ac naturalis Dei Filius ? Dantzig1666. in 4. 3,) Maledicentia Mareliana , cujus Sam. Mare-fius convictus suit, qui in Difp. de Perseverantia Sanctorum ,dicta Ezech. 111 . 20. XV 11 I. 24. & XXXIII. 13. contra bon®interpretationis media depravavit, ib. 1664. in 4. 6.) Nihilfani Maresiani, sive Apologi a altera Maresio opposita, ib. 1667.in 4- 7 «) And-Zwickerum, ib. 1668. in 4. 8.) Paulum An-ti-Calvinianum ; 9.) Epicrisin de vero Sensu Pfal. CXIX.99. loo. Dantzig in 4. 10.) Perfpicilla, qu® Irenici Irenico-rum author Comenio sumenda suaserat, ib. 16Ü8. in 4. rr.)

Schriftmäßige Gegenstellung der Lutherischen und JesuitischenReligion, ib. 1664. in i2'. 12.) Syncretistisches Glaubcns-hincken, welches D. C. D. in zwey Teutschen predigten vom H.Abendmahl sehen lassen, Leipzig 1664. in 4. 13.) Schul - kin«der Beweis vom Glauben, Dantzig 16S0. in 12. 14.) Christ-liche Ermahnung, daß die kiuder in die Jesurten-schule nichtzuschicken, ib. 1667. in 12. 13,) LautereCatechismus-milch,ib. 1662. in i2. 16.) Probirtes Verstand-und Gedenck-duch,ib. in 12. 17.) Schriftmäßige Überzeugung gegen Ioh. Au-gust. Hofmann, ib. 1669. in 12. 18.) von der Christlichen Gewißheit und Ungewißheit, ib. 1668. in 4. 19.) Schrift.»näßigcsGespräch von der recht-und falsch-genanntenChristlichenWeisheit, ib. in 12. 20.) Paßivns-Gespräche, ib. 1669. in 8.2i.) Fünffache Lehr-stimmen, in 4. 22.) Disputatt. «) deIlepublica turn in genere , turn in specie, Leipzig 1648. £)de Magistratus Causis, efficiente, priqcipali & minus principa-li , ib. 1643. e) de Magistratus Subjecto, ib. 1643. d) deMagistratus Forma ; e) de Magistratus Correlato, seu Subditis,ib. 1647. /) de Consiliario; g) de Meteoris in genere; h)de Pluvia; /) de Accretione; k) de Fontibus ; /) de Religio-ne Christiana & Pagana ; »r) de laboriosa S'ervitute Filii Deigloriosiilimi, fastum human® gentis expiante, ex Es. XL 1 II.Llll. & Phil. II. k) de Scriptur® S. Sufficientia , ex 2. Tim.111 . r6. 17. Leipzig 1630. 0 ) de Ecclesia ; p ) de Temperantia ;q ) de Nutritione ; r) de Judice; 1) de Vita; i) de Conver-satione seria & jocosa ; u) de Poetarum Fabulis, Leipz. 1641.23.) Programmata , und über vberzehlte noch sehr viel kleineTeutsche und Lateinische wercke. Pratorii Athen . Gedan. Wit-te , diar. & mem. Theol.

Maulberger, eines schuh -flickers söhn aus dem mindernBasel ,* und selbst einige zeit dieser profeßion beygethan, warbey ziemlichem alter, lesens und schreibens annoch unerfah-ren, besuchte aber hierauf aus eigenem triebe dasige niedrige,und nachgehends auch die höhere oder kloster-schulen, trat letzt-lich in den Prediger-orden, und verursachte durch seine ernstli-che Vorstellungen die abschaffung der sogenannten Beghardenund Beginnen , bestund eifrig auf einer reformation der kir,che, prognosticirte auch diejenige, so kurtz nach seinem todezu Basel und andern orten der Eydgenossenfchaffl erfolget.Den haß der Geistlichen und vrdens-leuthe hat er dadurchsich zugezogen, baß aus anlas einer verlohrnen und nachge-hcnds bey den Barfüßern gefundenen verehlichten weids- Per-son , er das ärgerlich-und üppige leben dieser leuthe aufdas ernsthaffteste vorgestellet, und die abstellung sothanerexcessen eifrigst getrieben; weshalben diese seine Widersacherihn als einen Schisinaticum und anhängcr des falschen PapstsGregor« angeklagt, worauf ihm an. 14-1. das predigen un-tersagt , er auch gar aus der stadt verwiesen worden, er starbin dem kloster Maulbrunn, Speyerischen Btßthums, an. 1414.Vrßis. & Gros, ehren. Bafil. *

Maulbrunn, ein ehemals berühmtes Cistercienfer - klosterim Würtembergischen, vier Meile», von Stuttgard gegen derPfaltz gelegen, welches Walther von Laminersheim, und Gün-ther , Bischofs zu Speyer und Graf zu Lciningen, an. 1143.gestiftet. Die Grafen von Würtemberg sind in den ersten zei«ten Schutz-Herren darüber gewesen, bis in dem streit, den Eber-hard der erleuchtete mit Kayser Rudolph hatte, dieser dieschutz-gerechtigkeit an die Bischöffe von Speyer gab, von >vel-chen sie aber Würtemberg mag »vieder bekommen habenange-sehen Crusius schreibt, daß in den troublen Eberhard des Grei-nero mit Kayser Carolo IV. der Pfaltzgraf Ruprecht, alsdem die execution »viderEberharden aufgetragen war, die schutz-gerechtigkeit von Würtemberg gerissen habe. Welche auch solang bey der Pfaltz verblieben, bis an 1304. Hertzog Ulrich vonWürtemberg dem Churfürsten zu Pfaltz auf Marimiliani I. be-fehl mit 21000. mann ins land fiel, und dieses kloster nebst an-dern Plätzen wegnahm, »reiches er hernach in dem vergleichdes Kaysers mit Pfaltz behalten. Seit der zeit ist es bestän,dig bey Würtemberg verblieben, und zu einer Lutheruchen land-schule gemacht »vorden, allivo eine gute anzahl Fürstl. Alumno -rum unter des Abts und 2. Kloster-Pra-ceptorurn »nsormakionund aufsicht stehen, und von dar in das Fürstl. theologischeStipendium nach Tübingen promoviret »Verben. An. 1364.wurde allhier ein religions-gespräch von dem heil. Abendmahlzwischen den Pfältzischen und Würtembergischen Theologis ge-halten,dessen actain dein druck liegen. In dem bauren-kr»ege,>vieauch in dem Französischen ist an. 16L9. dieser »rt grausam mit-

genom-