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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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in 6 mal?

Daß er ein klnaer und geschickter Herr gewesen sey. St. Gre-gorius lobt seinen eiftr undsorgfalt vor dieCatholische kirche.Er war sehr glücklich wider dre Perftr , und fthlug sie durch denGeneral Phillppicum, und nachmals durch Heraclmm Ro-manum und Commentiolum zu verschiedenen malen ; wiewolauch einige seiner Generalen dazwischen unglücklich waren.Er nahm auch ihren König Chosroes, den sie verjagt hatten ,auf, und setzte ihn bald hernach wiederum auf den thron,wodurch der lange und blutige krieg, welcher wider die Per-ser in die 20. jähr war gefnhret worden, sich endlich endigte,und Chosroes zur danckbarkeit gegen Mauritio sich gar ruhighielte. Mit den Maurern in Africa hatten Mauritii Gene-ralen ebenfalls glücklich gefochten , und waren auch einigestädte in Italien den Longobarden wieder abgenommen wor-den. Aber das Unglück Mauritii fieng von den Avaren an.Diesem Scylhischen volcke hatte sein vorfahr jährlich achtziglausend goldgülden gepflegt zu zahlen , damit sie seine grentzenmit raub verschonen möchten. Als sie von Mauritio zwan-zig tausend mehr forderten , gieng der krieg schon an. ?8z.an , welchem bey Kayser anfangs nicht zum besten abge-wartet , so lange der krieg mit den Persern gewähret. Abernoch an. eyi. da er mit jenen friede gemacht, ließ er sichs ei-nen mehrern ernst seyn , und war in der that gegen diesefeinde zu mehrern malen glücklich , litte aber auch zu andererzeit schaden. Einmal fiel Caganus, der Avarer König , inNieder-Ungarn ein, plünderte Mösiam, rückte bis in Thra­ kien , und dedrohete Constantinopei mit einer delagerung; al-lein da eine ansteckende kranckbeit unter seiner armee zu graßi-ren anfieng, welche einen grossen theil davon nebst seinen sie-den söhnen wegraffte, wurde er an weitern progresscn ver-hindert. Dieser barbarische König hatte 12020. gefangene Chri-sten bey sich, welche er loszugcben sicherbot, woferneihm derKayser vor jegliche Person ungefehr einen gülden zahlen wollte.Da aber diestr solches zu thun sich weigerte, ließ Caganus siealle mit einander niedermetzeln. Hierauf empörte sich das volckzu Constantinopei, und durchzog den Kayser, als einen grau-samen und geitzigen tyrannen , auf das schimpflichste , wel-cher sich auch dieses unqlück dermassen zu hertzen gezogen ha.den soll, daß er alle Mönche und geistliche Personen zu seinerzeit ersucht, sie möchten GOtt für ihn bitten, daß er ihm diefünde vergeben, oder ihn in diestr Welt davor strafen möchte.Nachdem nun also vor ihn qebäten worden, soll ihm Christusauf dem Richter-stuhle vorgekommen seyn, und ihm frey ge-stellt haben, entweder die straft ist diesem oder in jenem leben zurrwehlen. AIs nun Mauritius das erste gethan, soll Christuszur antwort gegeben haben: so überliefert ihn dann demtyrannen phocas. Doch wie das erstere, was nemlich diereue Mauritii und seine bitte, eher in diesem, als in dem an-dern leben gestraft zu werden, betrift, von den besten geschicht-schreibern bekräfftiget wird ; also hat das letzte gar keinen ge-wissen gründ. Ferner wird berichtet, daß ihm in einem träumsey kund gethan worden, welcher gestalt er, seine gemahlin undseine kinder getödtet werden sollten. Andere sagen , daß manihm lange vorher prophezeyet, wie er durch einen mann,dessen nahmen sich von Ph anfieng, von dem throne gestürtztwerden sollte, und weil et vermeynt, daß solches fein schwagerPhilipplcus ohnfthlbar seyn müste, habe er selbigen in ein har-tes gcsängnis gcworffen. Doch nachdem in dem obgedach-ten träum ihm eröfnet worden , daß Phocas ihm die Cronnehmen würde, soll er Phillppicum haben vor sich kommenlassen, und ihn um Verzeihung gebären. Allein auch diesesist nicht gewisser, als das vorher gemelkte gesicht. Indessenhat freylich Phocas den Mauritium gestürtzct, und zwar beydem anlas , da der Kayser den grösten theil seiner armeejenseit der Donau in einer von den feinden sehr beunruhig-ten gegend hatte wollen ins winter-lager verlegen lassen. Denndiese empörte sich deswegen , und warf den Phocam zumHaupt auf, welcher sofort auf Constantinopei losgicng,und sich da zum Kayser ausruffen machte; verfolgte hierausMauritium bis nach Chalcedon , und tödtete ihn daselbst,nachdem er ihn vorher seiner gemahlin, söhne und töchterHinrichtung mit äugen ansehen lassen , wobey er eine grosse ge-dnlt gewiesen, und die worte soll ausgesprochen haben:O HErr, du bist gerecht, und deine geeichte sind auchgerecht. Dieses geschahe an. 602. in dem 6;sten jähre sei-nes allers, nachdem er 20. jähr regieret hatte. Nicepbor.lib. XVIII. XIX. Theophtmcs. TheopbylaUas. Simocatta , inipsius vita. handuri. *

. il lauritius» Churfürst zu Sachsen , war Hertzog. Hein-richs des frommen söhn, und an. 1521. zu Freyberq gebüh-ren. Weil er in seiner fugend mehr langsamkeit in leibes-übun-gen svuren ließ, als sein mittler bruder, meynte man nicht,day er zum kriegs-wesen tust bekommen würde, und als ihnftm vatter, dem seine Hofhaltung gar schwer ward, auf HertzogGeorgens Veranlassung an. izzz. an des Cardinals und Ertz-Luschoff Albrechts Hof schickte, hoffte jederman , er würdedaleldst nelgung zum geistlichen stände bekommen. Aber es er-folgte nicht, und der ,unge Printz fand in die länge theils selberkeine tust, bey Alberto zu bleibend theils bey diesem Herrn nichtrechte qunst, wegen der reliqwns-änderung in Mclffen , derensich Hertzog Heinrich theilhafflig gemacht, deswegen ,hn anfAl-berti Veranlassung Hertzog Georg zu sich nach Dreßden naturl.

Bey demselben war er zwar wegen seines guten Verstandes nichtunangenehm, muste aber doch wegen seiner eitern manchen vor-wurf anhören, und öfters Verdruß ausstehen. Sonderlichkränckte es ihn, daß er , als an. 1558. der letzte Graf von Leiß,nig gestorben war, um dieses lehn eine fehl-bitte bey Georgiothat, der ihm nur dieses antwortete: O Moritz, Moritz, esscheinet, als ob Gachftnland dir gang und gar anstehe.Hierüber nahm der Printz, wiewol mit ziemlichem Unwillenftines vetters, abschied von Dreßden, und begab sich an denHof des Churfürsten zu Sachsen , Johann Friedrichs, derihm standes-maßigen unterhalt gab, und gar viel auf ihn hielt,zu welcher zeit Lutherus, den der Churfürst um den Printzc»gefragt, sich soll haben vernehmen lassen: er sollte zusehen,daß er nicht einen jungen löwen auferzöge. Als sein vat-ter nach Hertzog Georgens tobe die Meißnischen länder geerbt,kam er zwar wieder zu ihm, konnte sich aber weder mu feinerMutter noch mit den vertrautesten Räthen des vatlers, unterwelchen Anton von Schönberg der vornehmste war, recht ver-tragen , und zog deswegen zu Landgraf Philippen in Hessen ,mit dessen tochter Agnes er sich ohne wissen und willen seiner el.tern in dem anfange des jahrö < 541. vermählte. HierüKr abererweckte er bey denselben grossen Unwillen < so datz er bey Her»tzvg Heinrichs leben nicht wieder nach hause kam, dagegen ihmund seiner gemahlin der nöthige unterhalt geweigert ward.Es fanden sich aber lcuthe genüg, die ihm geld vorstreckten,wie denn sonderlich Hertzog Georgens alte Rathe, weiche denenvon Hertzog Heinrichen hatten weichen müssen, sich dadurch beyihm in gunst setzten. Da nun in bemeldtcm 1541. jähre Her-tzoa Heinrich todes verblich , kam er eilfertig zu Dreßden an,nahm die ihm zugefallenen lande in besitz, setzte Hertzog Geor-gens Räthe wieder in ihre bestallung, richtete auch die gantzeregierung auf die alte art ein, und zog seines vattersRäthe, sonderlich bemeldten von Schönberg, zur rechen,schafft, weil es ihm wunderlich vorkam, daß von HertzogGeorgens reichthümmcrn und den vielen eingezogenen klo>tcr-»thern nichts mehr vorhanden war. Nachdem aber beineldtervon Schönberg ein ziemlich beschiverliches gefängnis ausge-standen , ward er aus freyeir fuß gestellt, erhielt seine ämterwieder, und vcrlohr nicht einmal etwas von seinem vermögen,weil man bey der unterfuchung gefunden , daß die schuld aneiner höher» person liege, welcher man nicht wohl beykommenkonnte. Bald nach dem antritt seiner regierung verfiel er mstreitigkeil mit dem Churfürsten Johann Friedrich, die auchniemals wieder recht sind beygeleget worden. Man mcynt, daßeben die jetzt-bemeldten alte Räthe Georgii an diesen Händeln ur,fache gewesen, welche dem'Churfürsten und der Reformattonheimlich feind waren , die sich denn der feurigen, kriegerischenund ruhmaierigen gcmüths-art Mauritü bedient, und ihn vonden Protestanten abzuriehen getrachtet, wie es denn daher ge-kommen seyn soll, daß diestr Fürst gleich nach seines vatlerstode dem Schmalkaldischen bunde entsagt. Zum wenigsten istdiese Ursache wahrscheinlicher, als wenn andere sagen, es seyHertzog Moritz dereinst von dem Churfürsten wegen der spielesucht gestraft worden , und habe aus Verdruß darüber eine be-ständige ftindschafft auf ihn geworffen. Der erste streit ent-stund also an. 1542. theils wegen Julii Pflugs und seines an-spruchs auf das Bißthum Naumburg , theils und insonderheitwegen der stadt Wurtzcn, die der Chlirfürst wegen verweigerte»Türckcn-steucr eingenommen und besetzt halte , worüber derHertzog zu selbe zog, »veil er die schutz-gerechtigkeil iibcr dieftstadt behauptete. Ehe es aber noch zu thätiichkeitcn kam,ward diestr Handel bnrch den Landgrafen von Hessen , derdeswegen persönlich nach Meissen kam, sowol als auch durchdie abmahnung Lutheri beygelcht, und weil die soldaten imansang der martcr-woche ausgezogen waren, und gerade vorden Oster-feyertagen wieder heim kamen, ward dieser krieg derFladen-krieg genennet. Ungeachtet dieses Vergleichs aber,ward doch nie kein gutes vernehmen ivicder zwischen beydenvettern , und entstunden unter ihnen von zeit zu zeit irrungen,die so lang es möglich war , durch Unterhändler abgethanwurden. In ietzt-bcmeldtem 1542. fahre zog Hertzog Moritzseiner kriegs-begicrde zu folge frcywillig mit einiger mann-schafft in den Türcken-krieg, und war auch fast der einige,der sich unter der Christlichen armee hervor that, darüber eraber in grosse lebcns-gcfahr gerieth, und von den Türcken, indie er ohne genügsame folge z» hitzig gefetzt hatte, schon zu ba-den geworffen war, auch gewiß wurde seyn getödtet worden,wenn sich nicht einer von Reibistl), der allein bey ihm war aufihn geworffen, und die feindlichen schwerdter aufgefangen hat-le, bis auS dem lager enkstitz kain. Es demühete sich um kie-se zeit der Hertzog gar fthr um die g?mst dcs Kaystrs, undnahm in den damaligen argwohn-vollcn zcitcn eine solche auf-führung an , daß er sich nicht iiur im geringsten nicht bey demKayser verdächtig, sondern auch recht beliebt, vnd hochgeach-tet machte, zu welchem ende er an. 154z. und 1544. demselbenuncrfordert wider Franckreich zu hülffe zog. An. l hs · machteer, wiewol »ach einiger bericht, ungern, und blos weil erschün-den halber nicht davon bleibe» konnte, mit dem Churfürsten vonSachsen und Landgrafen von Hessen partey, wider HertzogHeinrichen von Braunschweig , führte den Alliirtc» 6000. man»zu , und brachte es auch durch seine unterhandlnng dahin, dasHeinrich sich gefangen gab ; der Landgraf aber ihm ein ehrlichgefängnis versprach. Als an. 1^46. der Schmalkalbnche

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