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lebenä-aesstfir, in welche ihn ein kaufmann , so aber deswegenhingerichtet worden, bringen wollte. Er restituule anchberKrnün Aemilia Walpurgis Mors wlederum, nachdem sie von^m Tinde die neMralität erhallen. Weil b.e Spanlcr sich ver-schiedener örter in dem Clevischen bemächtiget, grenz Maurrtrusaleichfalls dahin, und nahm ihnen Emmerich wrcher weg. An.1-9? vertheidigte er wider diese feinde die stadt Bommel , undbemächtigte sich im folgenden jähre der vesten schantze St. An.drms, welche die Spanier erst im jähre zuvor an ernem sehrbeauemen orte aufgebauet, und sich dadurch eures unvergleich-lichen paffes über die Maas und Waal recht m daS hcrn vonHolland versichert zu haben vermeynten; wrewol diese glückli-che und wichtige eroberung dem Printzen nicht so leicht wurde-von statten gegangen, oder vielmehr gar nicht unternommenworden seyn, wo ihm nicht die emporung der Spanischen gar-nisvn wegen vielem ausstehenden sold die erwünschte gelegenherldazu gemachet hätte; wie er denn im accvrb versprochen, denaröstei, theil dieser ihro von Spanien noch schuldigen ruckstan-he an dessen statt zu bezahlen. In eben diesem jähre gierigenaleichfalls verschiedene vestungen an die vereinigte Staaten über;und als Mauritius Nieuport belagern wollte, die Spamer aberzum entsatz anrückten, kam es zu einem blutigen treffen, mwelchem er gar einen wichtigen sieg erföchte. Gleich das jährdarauf nahm er die Grafschafft Mors in besitz, welche ihm dieletzte Gräfin dieses Hauses in ihrem testament vermacht halte.Er eroberte auch Rheinberg wiederum, und machte verschie-dene anschlüge der Spanier zu nichte. Zu gleicher zeit fiengendie Spanier die belagerung von Ostendc an, welche aber dreygantze jähr währte. An. 1604. bemeisterte er sich Erkelenö undanderer örter, als St. Catharinen - schantz , Sluys , rc. Errepoußirte auch Spinolam, welcher diesen letztem ort entsetzenwollte. In den folgenden jähren 1605. 1606. und 1607. ge-wann er nichts sonderliches , an. läog. aber schlug er die Spa-nier bey Sanken. An. 1609. wurden endlich die stillstands-Iractaten geschlossen , in welche aber Mauritms anfangs nichtwilligen wollte. In eben diesem jähre brachte er in den wegender Arminianischen lehre entstandenen Händeln die stadt Ut recht , welche sich dabey am meisten widersetzet hatte, zum ge-horsam. Es wurde aber der gedachte stillstand durch den toddes letzten Hertzogs Johann Wilhelms von Jülich einiger Mas-sen unterbrochen. Denn weil Spanien sich des Haines Pfaltz-Neuburg annahm, so trat hingegen Holland aufdie Chur-Bran-denburgische feite, da denn der Printz Moritz die vestung Ju-lich innerhalb fünf wochen mit aceord einnahm; ohne baßdarum zwischen Holland und Spanien ein unmittelbarer kriegund snedens-bruch entstünde. Der krieg wurde nachgehendsmit allem eifer fortgesetzt. Er entkam auch zu eben vieler zeitabermals einer gar grossen lebens-gefahr, indem sechzig tonnenpulver nahe bei) ihm in brand gcriethen. An. 1611. half erden commercien-tractat zwischen den Staaten und dem Türcki-schen Kayser Achmet, der deswegen einen Abgesandten an ihngeschickt, schliessen. Zu ansang des jahrs 161;. überschickte ihmder König Jacobus in Engclland den orden des Hosenbandesmit einer pension von 1000. pfund sterlings. An. 4614. versi-cherte er sich der vestung Jülich , darinnen bisher von Branden burg und Pfaltz eine gemeinschafftliche garnison gelegen hatte,so bekam er auch Rceß ein. An. 161$. starb Philipp Wilhelm ,Printz vvnOranicn, der ältere bruder Mauritii, welcher vor-mals wegen seines vatters durch die Spanier von der Universi-tät Löven weggenommen, und in Spanien auf die Catholischereligion war auferzogen worden. Weil er nun keine kinderhatte, erklärte er Mauritium, als seinen bruder, zum erben,wor-auf er durch seinen Gesandten sogleich posseßion zuOranicn neh-men ließ. Jmmittclst entstunden gewaltige unruhen durch dieArminianer in den vereinigten Niederlanden , deren aber derPrintz Mauritius sich zu seinem Vortheil bedienet; theils sich andenjenigen Magistrals-personen zu rächen , welche wider seinenwillen auf den stillstand mit Spanien gedrungen hatten; theilssein ansehen und gewall noch mehr,vestc zu setzen, indem er beydiesem anlas auch das commando über diejenige militz behaupte-te , welche jede stadt der vereinigten Niederlande für sich selbstund zu ihrer eigenen beschützung aufbringen mochte. Und wol-len gar einige versichern, es sey da so gar alles aus besondernStaats-absichten geschehen, daß im übrigen der Printz, welchersich zum Haupt der sogenannten Gomaristen ausgewbrffen , inder that den Arminianischen Meynungen beygepsiichtet habe,Olden - Barneveld hingegen, der sich an die spitze der Armi-nianer gestellt, die Prädestination gar vest geglaubt, und nurdas aüzuhart vorgestellte äecretum ablolurum, oder den rm-umschränckten schluß GOtles über des menschen heyl oder Ver-dammnis nicht billigen wollen. An. 1621. gieng der oben ge-troffene stillstand mit Spanien zu ende, da denn beyde theilewiederum zu den Waffen griffen. Mauritius verlohr das fol-gende jähr die vestung Jülich , entsetzte hingegen Bergen op Zoom und Sluys . An. l ürz. entrann er glücklich den Nach-stellungen einiger morder, starb aber daraufan. iüre. den 2;.april, und zwar, wie gesagt wird, aus gram, weil er Breda dasvorige jähr zweymal vergeblich entsetzen wollen. Er hatte kei-ne qemahlin, zeuqetc aber mit Madame de Bevcrwerth zwey na-türliche »ohne, Wilhelmuni und Ludovicum. Der erste davon,so gleich seinem bruder den titul eines Herrn von Leck hatte,wurde Vice-Admiral von Holland und West-Frießland,und ver-kehr an. rüg?, in der belagerung von Groll durch eine canvm
kugel das leben. Ludovicus wurde Gouverneur zu Bergen vpZoom, hernach aber zu Hertzogenbusch, und starb an. 166s.drey söhne und vier töchtermach sich lassend. Diese söhne wa-ren Mauritius Ludovicus,Herr vön Leck, so an. 1688. WilhelmAdrianus Herr von Odyck, so den 22. sept. an. 170;. und Hen.rieus,Hcrr von Owerkerke, General-Feld-Marschall der Hollän.der, so den 18. oct. an. >708. gestorben, und nur allein männ-liche descendentz hinterlassen. Der Kayser Leopoldus hatte die.se drey brüder zu Grafen von Najssau ernennet. Was die übn.gen gemülhs-gaaben dieses tapfern Helden anlanget, so berichtetman,daß er nicht nur viel auf anderer kriegs-invemiones gewen-det, sondern auch selbst verschiedenes erfunden, wie denn bey ihmdie weite perspectiv-gläser, die galerien bey belagerten vestungen,die linien und verschantzungen der armeen, die art vestungeneinzuschliessen , und svwol die belagerungen mit grösserm nach.druck zu treiben, als die belagerte städte länger und besser zu be-schützen , und andere nützliche stücke auskamen. In welchemallem man weiß, daß dieser Printz die alte art krieg zu führen,»velchc bey den Griechen und Römern in Übung gewesen,sich garsehr begissen hat zu verstehen, und, wo es sich thun liesse, nachzu-ahmen. Sonsten hielt er viel von einem netten leibe, ließ sichnicht gern contradieircn, und war der ungebührlichen liebe ge-gen schönes frauenzimmer etwas zu viel ergeben. Reiäams,
annal. Belg. Meteranus, hist. Belg. Grotius , annal. belli Bei.gici. Lauriers de la Maison de Najsau. Rurnet, memoires pourl’hist. de la Gr. Bret. 8120t, histoire metallique de la Republi-que de Hollande, tom. I. & II. Ludolfs schau-bühne, tom. I.Lucä, in Orcmiens triumph-fahne p. 167. seq. *
Mauritius , (Ericus) einer der berühmtesten Rechtsge»lehrken desXVI. feculi, wurde den 10, aug. an. i6;i. zuJtzchoe in dem Holsteinischen gebohren, und war sein vattergleiches nahmens unter Friedrich Ili. König in Dänemarck,Rcgierungs - Rath und Vice - Cantzler der HertzvqihümmerSchlcßwich und Holstetn. Nachdem er in Hamburg den gründin sjumamoilbur gelcget, gieng er an. 1647. nach Ämenderg,von dar nach Franckfurt an der Oder , und endlich nach Gies.sen, an welchem letztem orte er unter Gregorio Fussnerv dieDiffertationem de Abolitiane hielt. Hierauf promovirlc cran. 1654. zu Tübingen unter Lauterbachio inlloÄorem, undgieng als Hofmeister mit dem jungen Hertzog von Holstein-Plön, Carl Heinrich, nach Wien , und nach einigem auftnt»halt nach Franckreich, Engelland, Schottland , Jrrland, Jla.lien , und nach feiner rückkunfl nach den Spanischen und vcr.elnigten Niederlanden, wo er sonderlich mit Nicolao Heiusioin vertrauliche bekanntschafft gerieth. Als er »eine reise voll-bracht , erlaubte ihm Carl Ludwig, damaliger Churfürst vonder Pfaltz , das Jus Publicum in Heidelberg zu dociren, als ersich aber kaum ein jähr allhier aufgehalten , verlangte ihn derHertzog von Würlembcrg, Eberhardus lll. an. isöo. zu derProssssion ^uri8 Public! und Feudalis nach Tübingen , welchesamt er auch so lange verwaltete, bis ihn der Hertzog von Hol-stein, Christian Albrecht , an. 166;. auf die von ihni neu-ange-legte Akademie zu Kiel berufte, die er nebst »einem bruder, .Nico-lao Mauritto, Aloralium Professore, und Morhosio in besonde-res ansehen brachte. An. 1672. wurde er Assessor bey dem Cam-mer-Gerichte zu Speycr, gieng hierauf an. ,689. nach Fnnck-furl am May» ,, und von dar nach Wctzlar, wohin wegen derdamaligenFranzvsischen Unruhe gemeldtcoGcrichle verlcaet wor-den, an welchem orte er auch den 10. sept. an. 1691. gestorbenund begraben lieget. Er hat mit seiner chesrau, MagbalcnaSchonbachin, keine kinder gezcugel. Seine schriften sind:Goniilia Kilonieniia; Diliertationes de Principiis Juris Public!,Germanici injprimis; de Libris Juris Communis; delmperiiRecesiibus; de Romano-Gerraanici Imperii Matricula; dcOrigine Electorum & Comitiis Electoralibus; deNobilitateiraprimis Germanica ; Annotationes ad Capitulal. Leopoldiund andere, welche Joh.Nicolaus Hcrtius ;»»ammen zu Franck-furt am Mayn an. 1692. in 4. heraus gegeben. Vid. Rrajat,Hertii ad differt. & opuscula Mauritii.
* Mauritius , (Caspar) ein Theologus , gebohren zu Xutvdern »m Hertzogkhum Schlesiwig an. -Siz. den2.mertz, wur-de, nachdem er zu Rostock und Königsberg studirct, erst bon.redkor der schule zu Bordisholm, ferner Professor der Logic zuRostock , nachgehends Doctor und Professor der Theologie,wie auch Superintendent daselbst , und endlich Pastor zu Et.Jacob in Hamburg , woselbst er an. 167z. den 14. april gestor-ben, und zugleich mit sei.tr ehesrau begraben »vorden. Manhat von. ihm: I.) Exercitatioiies Anti-Calvinianas, Rollo«1665, in 8. 2.) Anti-Socinianas, Hamburg 1669. in 8- 3·) Lo-gicas, Rostock in 4. 4. ) Politicas, ib. 1650. in 4 * ? 1tt^wtov ' 4-tG*A>i Calvini & Sociorum, ib. 1650. in 4. 6.)Trqurov Socini & Socinianorum , ib. 1651· m 4* 7·)
Decadem Dilputt. in Formulam Concordia , >b- lN 4.8.) ssbefes de Gonfessione & Absolutione privata , welche Mder Bibliorbeca Bremenfi stehen ; 9. ) Bxercitationem de bi.monia, Rvstvck 1658. in ir. io.) Diflcrtatt. de Gratia reiilti-bili; 11.) de Officio Christianorum elenchtico, Rvstvck 1660.in 12. 12.) de I^essoriauifmo ; 1) de A)orbisRerump»bIi>
carum ; 14.) den besten Weg znr Reinigung, Erleuchtung undBereinigung, Hamburg ,67s. in 8. 1;.) Lutheri Calcchijlmis-lehre, ib. 1Ü7,. in 8. 16.) Leichen-predigten; 17.) Dssputatt.
a) de Demonssratione; b) de lnvocatione Sanctorum ; e )