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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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..»sanglich LeoparS-eell geheissen, schon «n. 6 i;. verliehen.Wobey den» , was die zeit betnfl, wohl ,n acht zu nehmen ,st,daß durch König Childebertum nicht so fast der altere dieses nah-mens könne verstanden werden, wie Coccius will, als welcherin diesen Australischen landen nie geherrschet hat, sondern allemChildebertus II. aus welcher Ursache denn auch das von Coc-cio und denen , so ihm folgen, gesetzte jähr muß geändert wer-den. In dem besagten cilplomure wird derjenige dezrrck, sodem Abt eingeräumet worden , Marchia Aquilejenfis oder dieMarck genennet, welcher nähme, auch noch heutiges tages ge-bräuchlich ; denn da schreibt man Maursmunster in der Marck,und diejenigen , so die Ober. Herrschafft über das stadtleinMaursmunster haben, heissen die Marck - Herren , nicht alswenn dasselbige jemals eine Grafschaffk oder Marckgrafschafftgewesen , sondern weil man einen abgezeichneten und bcmarck-ten districl eine Marck zu nennen pflegte. Solche Marck-Her-ren sind nun der Hertzog von Lothringen , die Grafen von Ha-nau als erben der Herrschafft Ochsenstein, die Herren von Rap-voltstein , so auch auögestorben , und die Edlen von Wangen ,als inhaber der Herrschafft Geroltzeck am Wasichin , oder Way-göw. Der Abt aber hat in dem städllein nichts zu jprechen.Rönigshofen, Elsaß , chron. p. - 8 ?. Hertzogs Elsaß , chron.

lib.IK. p. ;o. Bucelin. Germ. üicra, k. 1. II. Trcmsä. Mabtüon yannal. hened. *

St. Maurus , Abt zu Glanafolium, Franzostsch, Glan-senil oder 8 c. Maur sor Loire , soll aus dem geschlechte der Ani-eiorum entsprossen, und Aequit'ius sein vatter gewesen seyn. Erwurde im zwölften jähre seines alters dem heiligen Benedictonach Caßino zur auferziehunq übergeben , dem er in allem nach-zuahmen suchte. Er trug grobe kleider, schlief wenig, bätetestets , und redete fast gar nichts. Er wurde samt vier andern«mfBertigrani , Bifthoffs zu Mans, begehren, von St. Be-nedicto nach Franckreich geschickt. Als aber gemelkter Bischoffsie nicht annehmen wollte, gieng er durch Göttlichen winck indas Anjouische zurück, allwo ihm Florus, ein frommer reichermann, mit bewilligung des Königs, ein klostcr bauen ließ, wel-ches Glanafolium genannt wird, und übergab ihm seinen söhnzu unterrichten. Florus begab sich endlich selbsten drein, undwurde ein Mönch. Es muste auch St. Maurus öfters zumKönig Clotario kommen, der sich seines ralhs bediente, und ihmzur danckbarkeit vieles schenckte. Als er alt wurde, entzog ersich den öffentlichen Verrichtungen, setzte Bertulfum an seinestatt über das kloster,und hielt sich in einem besondern Hause auf.Man erzehlet von ihm viele wunder, als daß er blinde und lah-me geheilet, und daß ihm ein enget offenbaret, daß bald vielevor seinen Mönchen sterben würden, welches auch also erfolget,worauf er selbst an. 584. gestorben. Nach seinem tobe soll erFausto und Simplicio erschienen seyn, und ihnen befohlen ha.den, daß sie wieder nach Caßino kehren sollten. Als nach derzeit Glanafolium von dem Könige Gaidulfo zerstöret worden,soll St. Maurus demselben erschienen, und ihn bermaffen ge-schlagen haben, daß er sein eingeweydc ausgeschüttet und elen-diglich gestorben. Glanfeuil ist nach der Hand dem kloster zuFvssez einverleibet, und von Carolo Calvo sehr beschencket wor-den. Seine reliqnien sind theils zu Caßino, theils zu Cöln, inSicilien und zu Prag befindlich.

t St. Maurus , Abt zu Glanfeuil in dem HertzogthumAnjou , welcher nach der gemeinen meynung ein Mönch vondem Monte Caffino , und ein lehrjünger des heiligen Benedictigewesen. Dieses steuret sich auf eine gewisse lebens-bcfchreibungdieses H. Mauri und gewesenen Abts zu Glanfeuil,und soll Diesevon Fausto, des St. Mauri freund und gutem bekannten, an-gefangen , hernach aber von einem Eudone, Abt zu Glanseuil,verbessert, vermehrt, oder vielmehr gäntzlich in eine andereform gebracht worden seyn. Dieser Eudo lebte im IX. steculo.Allein es ist erwiesen, daß diese lebens-deschreibung des vermeyn,ten Fansti eine gar geraume zeit nach dem absterben des St.Mauri geschrieben worden, da keiner mehr von desselben freun-den und Mitarbeitern leben konnte, und da dieselbe über diß erstim IX. ssecull, zum Vorschein gekommen ist, so scheinet es gläud.licher, daß sie auch erst in diesem soculo geschrieben worden,und Eudo derselben aantzlicher nrheber sey, welcher neben die,sem auch noch die Uiitoriam Translationis dieses St. Mauri ge-macht ; zu dem kommet der stilus dieser Historie mit der obqe-meldten ledens-beschreibung gäntzlich überein , und folglich kanman dieser ledens-beschreibung keinen glauben bcymessen , daßSt. Maurns zu Benedicti Seiten gelebt, und einer seiner disci-puln und üllstionariorum gewesen. Im gegenthcil, so habendieienigen, welche gewiß vor dem IX. steculo von St. Mauro geschrieben haben, ihn zwar auch Abt von Glanfeuil genennet,melden aber dabey, daß er sich erst zu den Seiten Bertrandi, Bi-sch offs von Mans , und folglich erst im ansang des siebendenjahrhunderts, und also über sechzig jähre nach dem tode deSH. Beuedlct, zu Glanfeuil niedergelassen, und erst eine gute zeithernach daselbst zum Abt erwehlek worden; und dieses wird nochmehr ln dem bcmeldten leben St. Mauri bekräfftiget, worinnder vermeynle aucbor Faustus selbsten meidet, daß St.Maurus rüden zeltendes gedachten Bertrandi, Bischoffszn Mans, ge-tedet habe. Man muß also zwey 8 . Mauros wohl von einanderunterjcheldcn. Der erste war würcklich ein lehrjünger St Be.nedictl, der andere aber dieser Abt von Glanfeuil. Iener'lebwvor der mitte des VI. dieser aber in dem ansang des Vlf. lLculi?

Von dem ersten wird in den dialogis St. Gregor» geredt. Ae-quitius, sein vatter, präsentirte ihn dem H. Benedicto an. zrr.und er ward einer von den getreucsien anhängern desselben. Erwarf sich in das Wasser, um den kracrem Placidum aus demsel-ben zu erretten. Endlich folgte er Benedicto, da er von Sublacwegzog , auf den Montem Cassinum, wo er ohne Zweifel seinleben beschlossen hat. Der andere aber war, wie gemeldt, Abtvon Glanfeuil in dem ansang des VII. üeculi, ein Mönch ausdem orden St. Columbanhund also nicht einmal ein Benedicti,ner - ordenö - bruder, und starb an. 640. Das kloster zuGlanfeuil wurde um die mitte des VIII. feculi gäntzlich zugründe gerichtet, unter Lndovico Pio aber wieder schon aufge-bauet. Der leichnam dieses zweyten St. Mauri wurde ausder erde gegraben, und an. 845. zu den Seiten des Abts Gauzeli-ni in eine schöne Heiligen-kiste geleget, von dar ist er an. 868 .nach 8aint.hlaur.de8 . kosses unfern Paris gebracht worden.Seit dieser zeit muste er wieder reisen , und ward in die nichtweit von der Rhone gelegene Abtey Seißieux gebracht, von ban-nen er wieder an seinen alten ort 8ainc-Myur-des-kosses soll ge-schickt worden seyn. Das fest dieses Heiligen fället auf den iz.januarii. S. Gregar'ti dialog. lib. II. c. ;. und vita S. Mauri abOdone, in Boßnndo. Henfcbenius. Papebroch. P. Mabiüan.papebrochs noten über St. Maur . Dom Tbierry Ruimrd ,apologie de la Mission deS. Maur. Notes de M. i Abbe Cba.telain ssir le Martyrologue. Baißet , vit. Sanct.

Maurus, (Sylvester) war an. 1619. zu Spolelo in Ita­ lien gebohren, und begab sich an. 16; 6. in die Societät IEsu,worauf er viele jähre die Theologie zu Rom gelehret, und zuausgang des XVII. foculi sein leben beschlossen. Seine schrif.ten sind : QuzÜiones Philosoph, in y. vol. in 8.; llristoceli«Opera omnia cum Paraphrasi tom. VI. &c. Sorvre/, bibl. S. J.

* Maurus, sonst Johann Heidelberger genannt, warzu Weil in Thurgöw an. 1629. den 2. febr. gebohren, und wardim kloster St. Gallen nach und nach Official, Baumeister , Kü-chenmeister, Kellermeister, wie auch der Theologie, Philosophieund schönen wissenschafften öffentlicher Prosoisor. Im >ahr 1681.im may verließ er das kloster, und kam nach Zürich , woselbst erzur Resormirten religton getreten , und am 1;. sepl. an. 1681.sein glaubens. bekänntnis Lateinisch und Teutsch übergeben.Hiernächst begab er sich nach Heidelberg , von bannen nachCassei, ferner in die Abtey Fulda , und gieng endlich wieder zuden Papisten über, aus folgenden Ursachen: 1.) weil er zuZiegenhayn viel feinde gehabt; 2.) weil er viel injurien undVerfolgungen erlitten, und wider seine widerwärtigen nicht ge-nug beschützet worden ; z.) weil ihm das Richterliche amt zuZiegenhayn mit unrecht entrissen ; und er 4.) mit prügeln ausHessen geschlagen worden. Als Maurus aus dem Fuldischenwieder nach St. Gallen kam , muste er der letzte unter allenMönchen seyn, da er vorhin 8ub-Prior und Professor gewesen.Im jähr 1698. stellte er eine wallfahrt nach U. L. F. zu Einsie-det an, und ward wenig tage nach seiner Wiederkehr blind, starbauch noch selbiges jähr, und ward nicht unter den Clericis Con-ventualibus, sondern unter den Laicis begrabe». Scheuchtennova litter. Helvet. 1701. p. 21.

Mauschwitz, eine uralte adeliche familie in Schlesien,welche in dem Liegnitzischen Armenruh , Ulbersdorff, Leusers-dorff, Baudmannsdorff, Dittersdach, rc. besitzet, und von de.nen von Debschütz abstammet. Ihre vorfahren haben das inder Laußnitz eine meile von Bautzen gelegene Ritter -guthMalschwitz besessen, nachmalS aber sich in Schlesien niedcrge,lassen, da sie von dem besagten Ritter-gulh nach der Schlesischenmund-art Mauschwitz genennet worden , welchen nahmen sienachgehends zum geschlcchks - nahmen behalten. Christophvon Mauschwitz zur Armenruh und Harpersdorff lebte an.i;o6.Sigismund von Mauschwitz zur Armenruh, war an. iz? 6 .Hertzogs Friderici IV. zu Liegnitz Rath. Friedrich vonMausch.witz aufHarpersdorff vertrat an. 1639. bey demHertzvge Geor.gio Rubolpho zu Liegnitz die stelle eines Regierungs-und Land-Raths. Maximilian von Mauschwitz zur Armenruh, war an.1676. des Liegnitzischen Fürstenthums Landes - Aeltester , undhinterließ Carl Sigismunden , welcher an. 1712. als Landes«Aeltester des Goldbergischen kreises, des Fürstenthums Liegnitz Landes-Bestellter und Deputatus bey den Conventibus publicisin Breßlau , mit tode abgegangen. Noch an. 1719- lebte WolfChristian von Mauschwitz auf Ulbersdorff, des Goldbergische»Weichbildes in dem Fürstenthum Liegnitz Königlicher Land-Hof-Richter. Smapn Schles. curios.

MAUSOLEUM, war ein begräbnis, welches die Köni-gin in Carien , Artemisia, ihrem gemahl und bruder dem Kö-nige Mausolo , den sie sehr geliebt, zu ehren iy der stadt Hall-carnassus erbauet hat. Es war solches von einem schon polir«ten steine gemacht , und ruhete auf sechs und dreißig soulemwelche ein spitzig zugehendes dach vier und dreißig stufen hochtrugen. Gantz oben stund ein wagen mit vier pferdcn , daraufder König saß, und hinter ihm ein Genius. In der mitten nunzwischen den sechs und dreißig säulen war ein dehältnis gemacht,darein man durch eine thür gehen konnte. Es haben fume derberühmtesten künstler daran gearbeitet, und wird daher rni denAlten unter die sieben wunderwercke gezehlet. Nach dieiem hatman andere kostbare grabmahle, als des Augusti, Trajan » undHadriani seines, auch Mausolea genannt. Guthenm, dejureman. II. 24. p. 141. /43. Pitijem, II. 17}. AvtnmijfG