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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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diils. de Artemisia Sc Mausoleo cap. 3. Lips. 1714. Das kllpftrdavon kanman bey dem Avenario sehen.

Mausolus, ein König in Caria , welcher durch seine ge-mahlin Artemisia ein unfterdlich gedächlniS erhalten. Er nahm,gleich feinen vorfahren , der Perser partcy wider die Griechen,und verübte grosse plaekereyen auf den nahe gelegenen infuln.Doch that er dieses meistentheils darum, daß er durch raubsich bereichern möchte; wie man denn von ihm anmercket , daßkeine that fo schlimm gewesen , die er nicht um des gelbes wil-len sollte begangen haben. Im übrigen hatte er grossen antheilan demjenigen kriege, welchen die Äthenienser mit denen vonRlwdus , Chios , Cos und Byzanz geführet, und welcher inder CV. Olympias den ansang genommen; Massen er diese städ-te aufs eiferigste gegen die Äthenienser aufgehetzet hat, um un-ter der Griechen streitlgkciten seinen nutzen zu befördern. Beydieser gelegenheil benahin er dem »olcke zu Rhodus ferne herr-schaffl, und-wandte es den vornehmsten der insül zu. Er starbendlich in dem letzten jähre der CVI. Olympias, worauf ihm fei»ne gemahlin das vorerwehnte prächtige gradmahl zurichten las-sen , auch gar aus übermäßiger liebe feine todten - afthe getrun-ken hat. (Siehe auch Artemisia.) Gtßius, Jib. X. c. 18. U-banius, in argum. orat. Demoith. pro libcrt. Rhodior. Lucia-vus , dial. mort. Diog. & Mausoli. Bayle. *

* Maussac, (Philipp Jacobus) ein berühmter Criticusin Franckccich, der infollderheit in der Griechischen spräche we»nig seines Lleichcn halle, kam in den Rath zu Toulouse , wardauch Präiident bey dem Steuer» Amt zu Montpellier , undstarb an. 1630. Er verbesserte bereits in feiner jugend desHarpocrationis Lexicon, und gab solches mit anmerckungen,und einer sehr gelehrten vorrede heraus, Paris 1614. in 4.Toulouse 1613. in 8. Man hat auch von ihm Plutarchumde Fluminibus cum notis, Toulouse 1618. in desgleichenPsellum de Lapidibus, ib. und Aristotelem de Animalibus,ib. 1619. in fol. Über dieses hat er auch Militiam Christianamgeschrieben , ib. 1613. in 8. Buillet , jugem. für les CritiquesGramm. Meters. in lect. Att. II. 5. Colomrs, opusc. Barberi-ni bibl.

Maut, Böhm. Neyto, lat. Mita, der nähme zweyerßavce in Böhmen , davon die eine Hohenmaut, Alromica ,eine von der Königinnen leib -geding - städten, in dem Chrudi-mer-kreise an den Mährischen grentzen ; die andere, Böhmisch popclowe, in dem Pilsner -kreise ohnwcit Tokyzan, siedenMeilen von Prag , lieget. Zeileri topogr. Bohem. p. 46. Bal-b-n. miscell. dec. I. lib. III. c. 7. H. 3. p. 7;.

^Nauvia, besser Mavia, eine Königin der Saracenen imIV. feculo , verwüstete unter des Kaysers Valentis regierungdas gelobte land und Arabien, machte an. 382. nach unter»fchiedenen schlachten mit dem bemeldten Kayser ein bündniS,und begehrte von ihm einen gewissen heiligen Mönch , mit nah»mcn Moses, welcher sich auf den grentzen von dem gelobtenlande und Egyvten aufhielt, um ihn zum Bifchoff über ihr volckzu machen. Denn weil sie sich zum Christlichen glauben bekeh-ret hatte, fo verlangte sie auch ihre Unterthanen dieser Göttli-chen wohlthat thcilhafftig zu machen. Hierauf wurde diesermann gesucht, und nach Alexandria gebracht, um daselbst voneinem ketzerischen Bischoffe ordiniret zu werden. Allein er liefdavon, und verursachte also, daß ihm ValenS erlauben muste,sich von den rechtgläubigen Bisthöffen ordinire» zu lassen. Nachdieses Kaysers tobe kam Mauvia mit ihren Unterthanen demRömischen Reiche wider die Gothen zu hülffe. Socrat. lib. IV.c. 29. Sozomtn, lib. VI. c. 38. Ammian . Marceü. lib. XIV.Baron, in annal .

Maxelrain, (Grafen von) siehe Machselrain.

Hfaxcn , eine alte adeliche und nunmehro theils Freyherrli-che familie, welche in der Ober-Laußnitz die stadt Pulßnitz unddie güther Breschen, Hennersdorff, Gelenau , Quitschdorff, rc.in der Nieder-Laußnch aber Ieftr in der Herrschafft Psörten be-fibet. Sie scheinet Meißnischer ankunfr, und ihr stamm-hausder Ritter-sitz Maxen zu seyn, so im Amte Pirne lieget, unddenen von Schöuberg gehöret. Martin von Maxen wird an.1465. unter die Amts - Hauptleuthe zu Görlitz gezehlt, welchecharge HanS an. 1337. und noch einer dieses nahmens aus demhaust Grbditz an. 157*. 8 « Bautzen besessen. Hans von Ma-xen hat sich um das jähr 1502. als der Sechs-städte abgesagterfeint» aufgeführet, ist aber nachgehends gefangen worden.Siegmund war um stlbige zeit des Churfürsten Augusti zuSachsen Rath. George starb an. 1,90. als Hauptmann zuWolffenbüttel. Wolf auf Rattwitz florirte um das jähr 1602.als Landes-Aeltester tu dem Görlitztschen kreist. Nicvl war umdas jähr 167t. als Chur -Sächsisther Cammer-Herr und Ober-Stallmeister bekannt, welche erstere charge auch an. 1712. einFreyherr von Maxen bey dem Könige Aügusto in Polen beklei-dete ; zu welcher zeit Hans Adolph von Maxen aufQuitschdorffdem kloster Marienthal als Vogt vorstünde. Grössere Lauß-nitzisthe merckw. Mulieri annal. Sax,

Maxentius , (Johannes) ein bekannter Kirchen - Lehrer,lebte um das jähr 320. Er war aus Scythren gebürtig, undlebte zu Antiochren als ein Mönch und Priester, dahero einigedafür hallen , daß er von Johanne Anriocbeno, dessen Gert,nabius cap. 9z. gedenckk, nicht unterschieden sey. entstundaber um vorher erwehnte zeit ein streit zwischen etlichen Scythi-

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schen Mönchen, worunter auch Maxentius war, und einemDiacono » nahmens Victor, über diese redcns - art: EinerDreysaltigkcit ist für uns gecreutziget.Dre <^cylhnchen Mönche hielten dieselbe für recht, Victor aberdazu im Orient des Fausti, eines Gal-tsthoffs, bucher, darinn Pelagianische irrthümmer«^^.a^^^nnnt machte. Derowegen schickten die Mönche^ rahl, worunter auch Maxentius soll gewesenseyn , nach (.onstanttnopel zu dem Germano von Capua , und

mit® cs S n ^ en ' die sich daselbst aufhielten,M degchren, daß des Faustr bucher verdammet, und hingegender heiligen Dreifaltigkeit gecreutziget,mochte gebrllrget werden. Beydes wurde ihnen abgeschlagen,za ihre meynmig wurde gar von den Päpstlichen AbgesandtenDerowegen begaben sie sich nach Rom , um beyHoeniisda ihre fache anzubringen, welcher aberschon jowol von stmcn Legalen aus Consiantinopel, als auchvon dem Posseffore, einem Bischoffe aus Africa, von dieser sa.che unterrichtet war , dergestalt, daß er das urtheil feiner Ge»sandten approbirke, und den lehr-satz der Mönche in einem brie-fe an den Possestvrem als irrig, ketzerisch und gottlos verdam-mete. Die Mönche fetzten, um sich zu rächen , zwölf Anathe.matlirnos auf Wider die Ncstorianifche kctzerey, als welcher derHorinlsdaS zu favonsiren schiene. Maxentius schrieb auch eineApologie, dannn er des Papsts Hormisdä brief an denPof-storem auf das schärfste widerlegte, jedoch, daß er dabey zuzweifeln schiene, ob Hormisdas diesen brief selbst geschrieben,oder ob vielmehr denselben ein anderer unter seinem nahmenheraus gegeben hatte, beschuldigte auch zugleich den Pvssesso.rem Pelaglantscher lrrthümmex. Hierüber sind unterschiedenemeynungen unter den Gelehrten von Maxcntro entstanden, in-dem ihn zwar etliche, weil er von dem Papste verdammet, un-ter die Eutychianischen ketzer setzen , andere aber davon los spre-chen , weil er den Eutychen mit seinen anhängern ausdrücklichverdammet, den unterichiev der naturen in Christo mit Cyrillndeutlich erkennet, und die Acophalos, die von den Eulychia-nern herstammeten, widerleget hat. Sonst hat man von die-sem Maxentio unterschiedene fthrrften, als : Epistolam adLc-

gatos Pontincis Romani Conltantinöpoli agentes ; Catholican»de Christo Profeffionem in Confeflione fuae Fidei; Capitula st.ve XII. Anathematifmos contra Nestorium; Responsum Apolo-geticum ad Hormisdä: Epistolam ; Libellum contra Acephalos;Hialogorum contra Nestorianos libros XI.; Scholia in Dio-nysii Areopagitse Opera, &c. Gennadij, de scriptor. eccles.cap. 93. Fbocius , codice 93. Ado, in chronico. Beüarminus,de scriptor. eccles. i'orbefius , instructionum Historie. Theolog,lib. 111. c. ai. C'uve.

^laxmtius, (Marcus Aurelius Valerius) war des Kay-sers Maximiani Herculii söhn, von seiner gemahlin der Eu-tropia. Er heurathete des Galerü Maximiani tochter, mach-te ihn aber durch feine schlimme sitten und insonderheit durchgrossen Hochmuth so verdrüßig , baß selbiger sich seine beförde-rung im geringsten nicht ließ angelegen seyn , sondern ihm viel-mehr Sevcrum vorzöge, welcher also neben Constantino AI.zum Cassare ernennet wurde. Allein d. brachte Maxentlmngar in raserey ; daher er sich äusserst bemühete, die um Rom befindliche soldaten, sonderlich von der Kayserlichen lcibwachtoder die Pratorianos auf seine feite zu ziehen, und als dlß gelun-gen , so bald nach der gewohnheit des Constantini, als desneuen Cafaris , bildniffe gen Rom gebracht wurden, sichdurch die gemeldtc leibwacht den 28. oct. an. 306. zum Kayserausrüsten zu lassen. Damit nun das Unglück eines einheimischei»kriegs verhütet werden mochte,soll sich Constantinus bemühet ha-ben,die fache in der güte zu vergleichen; wie er denn in der thatMaxentlum, als Kayser, scheinet erkannt zu haben,und mit selbi-gem, da es endlich nicht anders seyn können, so spät angedundenhat,als es ihm möglich gewesen. Als nunMaximranns GaleriuS dieses vernommen halte, beorderte er Severum, welchen erzum C-esare gemacht hatte, diesem rebellen entgegen zu marschl.ren; allein Maxentius bestach die soldaten und Anullinum,den Obersten von der garde, mit gelde, nöthigte ihn also , diebelagerunq von Rom aufzuheben, schlug ihn, und jagte ihnbis nach Ravenna , allwo er ihn belagerte. In währender die«ser belagerung verließ Maximianus Hercnlius feine einsamkeit,worinn er sich die gantze zeit über nach seiner absetzung aufge-halten hatte, kam nach Rasenna , gab Severo gute Worte,half zwischen seinem söhne Maxentio und ihm einen falschenfrieden stiften , und brachte ihn nach Rom , allwo er hinterli-stiger weife an. 307. stranguliret wurde. Es glückte auch Ma»xentio noch ferner wider Gatzrium feldsten, der gleich im folgen-den jähre in Italien kommm, aber, als Maxentius auch vondessen kriegs-volck einen griffen theil durch bestechungen an sichgebracht, mit schimpf haue abweichen müssen. Mit feinemvatter Herculio vertrug ec sich auch gar schlechklich , welcherihm deswegen das Kayserliche purpur-kleid im gesichte der armerauszog, und ihn dadurck aller gemalt zu berauben vermeynte;aber auch hier lag endlich Maxentius ob, und nachdem er diemeisten soldaten gewonren, jagte er den vatter selbst von Rom weg. Nach dem führt: er wider Licinium krieg, und bliebe we-nigst in Italien allezel Meister. Als ferner Galerius an. 311.gestorben, und in Afrca, wo Galerius geherrscht hatte, ebinaus haß wider Ma-:eillium, als der sich sogleich um selbige pro,Bdbdd» wnfc