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lernet hatte, und in der Sorbonne ftlbsten nachmals gelehret.Er hat daselbst zuerst den sogenannten actum Sorbonicum oderla crande Sorbonique eingeführet, darinnen alle freytage zusommers-zeit von s. oder 6. uhr frühe morgens an bis abendsgegen 6, oder 7. uhr ein Respondens ohne Praside, mit so vie.ien opponenten, als nur wegen der zeit vorkommen, ohne ir-gend auszuruhen, oder speise und tranck zu sich zu nehmen, dr-sputiren muste. Der König Robertus in Sicilien hielt gar vielvon ihm, und der Papst Johannes XXII. brachte ihm bey demCantzler zu Paris an. 1323. die LoAor-würde zuwege. Derheilige Eleazar, Graf von Arian, gebrauchte ihn zu seinemBeichtwatter. Er starb endlich an. 1325. verschiedene schuftenhinterlassend, wiewol viele der neuen seribenten mit seinenCommentarüs über die 4. bücher der Sententiarum nicht zu-frieden sind, als worinnen er die überflüßige Verdienste derHeiligen in zwcifcl ziehet. Ausser abgedachten Commentamshat man von ihm: Librum de Formalkatibus ; Quodlibetararia; de primo Principe; de Expositione Divinorum Nomi-num; de Univocatione Entis; welche tractate zusammen an.r;20. und in den folgenden >ahren zu Venedig in fol. herausgekommen. Folgende schriften aber: Sermones Quadrageii-males; Sermones de Sanctis ; de Paupertate Christi & Apo-stolorum ; de Virtutibus & Vitiis capitalibus ; de ArdculisEidei; de Baptisino ; de Humilitate ; de Indulgentiis &c. hatman an. 1498. zu Bafel zusammen gedruckt. Sonsten findensich auch von ihm : de decem Praiceptis Explicado; Theolo-gicx Veritates in S. Augustinum de Civitate Lei; und in IMSc.(Jommentäria in Gcnelin. Bellarmi». de script. eccl. Wadmg.annal. Min. tora. 111 . Wiüot. Athen . Francisc. Dempßer. bist.eccles. Genebrard. in chron. Bofjccrn. app. sacr. Spondun.an. i;i;. n. 7. Boucbe , bist. deProv. liv. IX. fest. 111 . Cave.
Mazacan, eine kleine stadt und vestung in der provintz Du-cala oder Duquelo in dem Königreiche Marocco , auf der nörd-lichen feite des flusses Ommirabi, nicht weit von dessen ausstus-se ins meer, ist auf einer feite mit der fee umgeben, und aufder andern mit einem breiten und tiefen graben, Dessen wassermit der ebbe und fluth steigt und fället. Mitten in drcstm gra-ben ist ein brunnquell frijches wassers in steine sehr hoch cin-aemauret, woraus sich die schiffe mit wafser versehen. Die-ser ort wurde an. i;o 8 - von den Portugiesen erbauet, undnachdem selbige Sasie und Azame vcrlgssen, noch besser devc-stiger. Die vestungs-wercke sind nach der neusten Manier an-gelegt, und der ort ist mit vieler artilrerie versehen.. An. 1572.wurde er von den Cherifs mit mehr als 200000. mann bela-gert ; allein die besatzung, so darinnen lag, wehrte sich mitMinen und feuer-wercken aufs tapferste, und jagte sie von derstadt hinweg. Marmoi. descr. Afr. üb. III.
Mazara » ist eine bevestigte stadt, nebst einem weiten Hafen,an der fud-wcstlichen küste von Sicilien gelegen. Von derselbe»wird einer von den 3. theilender jetztgedachren insul das thal vonMazara, oder Val di Mazara genennet. Die darinnen befind-liche vornehmste örter sind : Palermo , Amar, Trapanv,Marsala , Mazara , und Gergenti. Siehe Sicilien.
Mazalquivtr, Marsalquwir, eine vestung nebst einemHafen an dem Africanischen meer, auf der Barbarischen küste,nahe bey der stadt Oran . Sie gehörte sonst der Cron Spa-nien, wurde aber an. 1703. von den Algierernerobert, unddie besatzung von ,6oo. mann zu sclaven gemacht.
Mazarin , (de la Porte Meilleraye) eine Hertzogliche fa-milie in Franckreich , welche erst nach ansang des XVII seculiin aufnehmen gekommen. Rudolphus de la Porte lebte um dasjähr i;y2. und hinterließ Franc,scum, der zu Paris einenAdvocaten abgab, und sich daselbst mit des Rathsherrn Anto-nir Bvcharti tochter vermählte. Dieselbe gebahr ihm 1. ) Su-sannam, eine gemahlin Franc, du Pleßis de Richelieu; 2.)Leonoram,eine gemahlin Francisci de Chlore, Herrn von Pleßis;>3.) Amadorum, der an. 1644. als Ritter von Maltha, undGroß-Prior von Franckreich, gestorben; 4. ) Carolum, Der sichzuerst einen Herrn von Meilleraye genennet, und durch beför-derung seines Vetters, des Cardinals de Richelieu , sei» glückin dem kriege gemacht. Denn nachdem er unterschiedenen tref-fen mit beygewohnt, ward er an. 16,2. Commendant zu Nan tes , in dem folgenden jähre Ritter der Königlichen vrden, und«».,634. General -Feld-Zeugmeister, oder Grand-Maitre del’Ar-tillerie , welches eines der wichtigsten Cron-ämter in Franck-reich ist. Hierauf hielt er sich in Lothringen und Flandern wohl, und schlug die feinde bey St. Nicolas, wovor ihn seinKönig mit dem Marschalls - stab beehrte. An. 1640. „ahm erden Spaniern nebst andern platzen den wichtigen ort Arras ab , und an. 1646. hatte er, als commandirender General-Lieu,tenant in Italien , das glück, Porto-Longone, Piombino , u.a. m. zu erobern. An. ,649. gieng er als Gesandter nach En-gelland , und erhielt den tilul eines Hertzogs und Pairs vonFranckreich. Nachgehends als Michael Particelli bey dem Kö-nige in Ungnaden kam, vertrat er auch ein jähr lang die stelleeines obersten Präsidenten der geistlichen schätz - cammer, undstarb an. 1664. in dem ür. jähre seines alters ; woraufihn, seinmit des Marschalls d'Effiat tochter gezeugter söhn, ArmandusCarolus, Ritter des Heiligen Geistes, Großmeister der Artil-lerie und Gouverneur in Elsaß , in der würde eines Hertzogsund Pairs von Franckreich succedirte. Als sich dieser mit desCardinals Mazarm schwester-tochtcr, Hortensia Mancini , ver-mählet hatte, ließ er seinen gcschlechts-nahmen fahren, und nenn-
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te sich einen Hertzog von Mazarin , es kaufte auch dergedachieCardinal vor ihn die provintz Rhetelois, und legte selbiger dennahmen Mazarin nebst dem tilul eines Hertzogkhums bey. Erstarb an. 17,;. den 9. nov. in dem 8». jähre seines alters, undhinterließ Paulum Julium, ehemaligen Grand-Ballif von Ha-
f enau, und Gouverneur von Port-Louis , gebohren an. i66<s.Mefer hat einige jähre vor seines vatters tode den Hertzoglichentitul angenommen, und sich an. ,68;. mit des Hertzogs vonDuras tochter vermählet, welche ihm unterschiedliche kindergebohren. Imhos. gen. f*m. GalL p. 2. Lehmanns jetzth,Europ.
Mazarin-Mancini, ein gefchlecht in Franckreich, welche»den Hertzoglichen tilul von Revers führet, und von Petro Ma-zarin hergeführt wird. Derselbe kam zu auSgang des XVI. se.cuü von Palermo aus Sicilien nach Rom , »nd heurathete da-selbst in die edle» familien Buffalino und Ursini. Von seinenkinder» sind absonderlich zu mercken i.) Julius, Cardinal undoberster Slaats-Ministcr in Franckreich, von dem ein abson-derlicher artickul zu finden; 2.) Alexander, nachgehends Mi-chael genannt, vvn welchem gleichfalls ein eigner artickul folgt;3.) Hierdnyma, welche Laurentium Mancini, einen Römi-schen von Adel, heurathete, und mit ihm folgende kinder zeug.te: r.) Lauram Mancini, eine gemahlin Louis Hertzogs vonVendvme; 2.) Olympia», eine gemahlin Eugenii Mauriiiivon Savoyen, Grafen von Soissons ; 3.) Mariam, eine ge-mahlin Laurentii Colonnä, Printzen von Palliano und Conne«tadle von Neapolis; 4.) Horkensiam, eine gemahlin Arman.di Carvli, Hertzogs de la Porte Meilleraye, von welchem indem gleich vorhergehenden artickul. ;.) Mariam Annam, ei.ne gemahlin des Hertzogs von Bouillon , Godofredi Mauritiide la Tour; 6. ) Philippum, welcher den nahmen Mazarin ,nachdem ihn der Cardinal zu seinem erben eingesetzt, zugleichangenommen, und den Hertzoglichen titul von Revers undDonzi erhalten, (siehe Revers.) Imhos. geneal. fam. Gall. P. LLehmanns jctzth. Europ.
Mazarini , ( Julius) Cardinal, Bischoff von Metz undAbt zu St. Arnolph, St. Element, St. Vincent zu Metz , zuSt. Dcnys, Cluny , St. Victor lex-Marseille, St. Mebardzu Soissons , St. Martini , St. Peter, Corbie , St. Lucie,Beauvais , St. Martin zu Laon , St. Taurin, und andernStiftern inehr.Er stammte ursprünglich aus einem Genuesischengcschlcchte her, war aber in der stadt Piscina in Abruzzo den 14.jril. an. 1602. gebohren, und soll 2. zahne mit aufdie Welt ge-bracht haben. Er ließ gar frühzeitig proben seines grossen Ver-standes von sich sehen , studirte erstlich in Italien , da er zu Rom in dem ,s. jähre feines alters etliche posttiones meteorologicasvertheidiget, und hernach zu Alcala in Spanien , allwo er sichinsonderheit aufdie erlernung der Rechte legte. Mittlerzeit wur-de sein vatter Petrus Mazarini zu Rom wegen eines'tvktschlagsangeklagt, daher er seine zurückkunfl nach Italien beschleuni-gen mußte. Nachdem er nun dessen Unschuld jcderman voräugen gelegt, begab er sich in Päpstliche kriegs-dienste, als Ca-pital,,-Lieutenant, bcn welcher gelegcnhctt er mrfdrm Pm»st.lichen General-Commilserio Sacchetti bekannt zu werden, oasgluck hakte, welcher ihn, weil er der Spanischen und Franzö-sischen spräche mächtig war, zu den wichtigsten Verrichtungenzwischen beyden Cronen gebrauchte. Allein als dieser krieg, dersich wegen des Velklinischen erhoben , geendigct, begab er sichwieder mit dem Sacchetti nach Rom , legte sich daselbst wie-derum aufdie Rechte, und wurde darinnen Loctor. Nach die-sem gieng er mit dem Cardinal Sacchetti, welchen der PapstUrbanus VIII. in die Lombardey sandte, allwo Mazarini derdamals wegen Casal und Montferrat mit einander kriegendenFürsten Interesse erlernte. Bald hierauf schickte der Papst sei.neu Nepotem den Cardinal Barbarini ab, einen frieden schlief»sen zu helssen , bey welchem sich Mazarini in solchen credlt setzte,daß er ordre bekam, mit dem Nr,nein in Eavoyen zu bleiben,und gedachte fache zu einem erwünschten schluß bringen zu helf,sen. Er wußte das Interesse der Kayserlichen , Spanier, undFranzosen , auch der Hertzoge von Savoyen und Mantua tref-lich wohl, und suchte die bequemsten mitte! hervor, selbige miteinander zu vergleichen. Als nun mittlerweile zu Regenspurgein friede geschlossen worden , wollten die Franzosen undSpanier damit nicht zufrieden seyn; worauf Mazarini neueMittel hervor suchte, und die fache gleich zu selbiger zeit zumschlug brachte, da die Franzosen sich vorgenommen hatten,die limen zu forciren , welche die Spanier 6. Meilen um Ca-sal herum gezogen hatten, in der absicht, sich auf das äusser-ste zu wehren. Da nun die Spanier, welche gleiches mitgrossem muth sich zur schlacht rüsteten, und aus den retran-chementen ihren feinden entgegen rückten, das zeichen erwar-teten , ihre canonen lvszudrennen, ritte Mazarini, nachdemer sein vorhaben zum stände gebracht, in vollem galop nachden Franzosen zu, gab mit seiner Hand und Hut e,n zeichen,mid rief: friede, friede; kam sodann zu dem Marschall vonSchomderg, und überlieferte ihm seine ftiedens-vvrschläge,welche auch angenommen wurden, und den sogenannte» Chic«rasklschen friedens-schluß nach sich zogen, welcher den 6. aprilan. 16; 1. erfolgte. Mazarini erlangte hierdurch grossen rühm.Doch fiengen die Spanier an ein mißtrauen in ihn zu setzen,weil er denHertzog vonSavoyen dahin disponirel,daß er demKö«mq inFranckrelch die vestung Pignerol beständig überlassen müs-sen. So wollte ihm auch der Cardinal Antonio Barbarini nichtmehr alljugewoge» seyn,bey dem er sich aber bald widerum in-
sinuirte,