Unterricht in der Sittenlehre. Zs
dicss das Verhalten der meisten Menschen, nurihr Betragen so ciiuurichtcn, daß sie nicht laster-haft scheinen. Es ist also schr nothirendig , daßdieser Abweg vermieden werde , und daß mantugendhaft lebe, weil die Tugend an sich schönist.
§. 64.
Die Wissenschaft nun, die so viel gelehrt, soselten aber ausgeübt wird ; ich meyne, die An-leitung , die unser Thun und Lassen regieren soll;die Anweisung unsere Sitten zu verbessern; unddie uns zeigt, wie wir eine Fertigkeit erhaltenmüssen, um das wahre Gute zu vollbringen; odermit einem Worte die Sittenlehre enthält diejeni-gen Sätze, welche sich auf die Religion gründen,und aus den Grundsätzen derselben hcrssießen.Billhg verbindet man sie daher mit derselben.Ich bin der Meynung des Hrn. Restwitz, wel.eher alles zu dieser Absicht dienliche in kurze Sätzeoder Sentenzen faßt, und unter gewisse Abschnittegesammelt haben will. " Sentenzen, sagt erS. i;o, prägen sich leichtem, kommen bey ähli«licher Veranlassung wieder ins Gedächtniß, undthun ihre Wirkung. Sie müssen aber das Ver-halten des Menschen vornemlich von derjenigenSeite präsentsten, wie es mit seinen unvcrdor-