VI. Abschnitt.
Vorn Unterricht in der Girtenlehre.
§. 6 ).
Religion/ Tugend und Weisheit/ nur die«kleine setzen ihre Verehrer und Freunde in einenglücklichen Zustand. Sey tugendhaft im Grundedes Herzens! möchte ich jedem bey aller Gelegen-heit in allen Ständen zurufen. Wie oft fallennicht natürliche Gaben nach dem Ausdruck Geau-inelle's in Ungunst/ die Tugend aber niemals;denn wie sollte sie dazu kommen? Die Römerbaueten der Tugend einen Tempel/ und setztendenselben so nahe an den der Ehre gewidmetenTempel / daß man in diesen nicht anders alsdurch jenen kommen konnte. Sie wollten damitauf eine sinnliche Art anzeige»/ daß niemandwahre Ehre zu erlangen vermöchte / wenner nicht den Weg der Tugend betreten hätte.Tugend ist freylich der rechte Weg zur Ehre,und deswegen wäre sie schon hochzuschätzen. Aberauch ohne dieses, an sich selbst, ist sie liebenswür-dig/ und wegen ihres inneren Werthes muß mansie suchen. Nicht zu scheinen, sondern zu seyn,war des großen Tscho Watzlspruch; und so ausdem Grunde des Herzens sollte der Mensch tugend,
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