Band 
Zweiter Theil.
Seite
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r6 Rezerei

ecclef. p. IOI. 1 q. angezeiget finden, von worm hiernichts zu gedenket, da wir von ihm so gleich mehreresreden wollen/ Die Vorstellung selbst, welche mit demNahmen der sabelltauischen Kezerei belegt worden, be-stehet in dem gänzlichen Ableugnen des innerlichen Un-terschieds der drey Personen in dem göttlichen Wesen,ohne den äußerlichen Unterschied der drey verschiedenenNahmen und deren Beziehung auf verschiedene äußer-liche Werke und Verhältniße gegen dieselbe in der Re-gierung derselben aufzuheben. Hieraus entstand dienatürliche Folge, daß man das, was sabellianisch hieß,als den, geradezu dem «manischen Jrtum entgegengesetzten, eben so irrigen Lehrbegrif ansähe und daher,um die Mittelstraße zwischen beyden desto leichter zubehaupten, in der Polemik von beyden zu reden, sichangewöhnte, um durch ihre Vergleichung die Streit»fragen aufzuklären. Dieses ist denn die zweyte Ursache,warum von den ältern und mitlern christlichen Schrift-stellern der Sabellianer so häufig Meldung geschiehet.Allein eben dieses ist auch die Ursach, warvm der ein-mal gewöhnliche Beqrif von der sabelliantschen Lehreunverändert beybehalten und von einem dem andern,ohne weitere Prüfung, nachgeschrieben worden, weiles ganz faßlich, daß der jezt bemerkte Gebrauch weg.falleu mus, so bald man annimmet, daß Sabellii Jr-tum nicht der gewesen, der seinen Nahmen träget.Daraus machen wir zweitens die Folge, daß man inder Auswahl der Zeugen wegen ihrer Menge alle Vor-sicht brauchen: am wenigsten ihr Gewicht nach derZahl beurtheilen mus. Dieses ist ein unleugbarer Feh-ler, den Christian worin, in der zu Frankfurt undLeipzig 1690. in Ort. herausgekommenen liistorla 8a-delüana begangen. Eine besondere Ängstlichkeit, nichtszu übergehen, was ie von einem alten und oft mitlernSchriftstellern von den Sabellianern gesaget worden,hat diesen nur zu fleißigen Geschichtschreiber verleitet,die glaubwürdigen Zeugen von den andern nicht genauabzusondern: welches einen unangenehmen Einflus inseine eigene Erzehlung haben müßen. Wir fügen drit-tens hinzu, daß wir unsere Leser bitten, wie wir selbstthun, ihr Gemüht von allem Vorurtheil gänzlich freyzu machen, das ist, weder die älteren Vorstellungen vonder sabellianischen Lehre, wie sie Worm vorgetragen;