4» Rezerei
, maßen oft begnügen) gründlicher einsehen undbeurtheilen. Unserer Einsicht nach, lcmen sichdie leztern in drey Hauptarten theilen. Einigeglauben, Sabellius habe von der Person Chri-sti darinnen mit den Rechtgläubigen übereinge-stimmet, daß er zwey Nacnren Christo beygele-get, uiid nur darinnen von ihnen verschieden ge-wesen, daß er die göttliche Natur nicht einer, vomVater verschlednen Person; sondern dem Vaterselbst beygeleget. So müßen alle denken, welchedieSabellianer vorPampaßianer im eigent-lichen Verstand halten. Andere stehen diesenentgegen; Sabellius hat keine persönliche Ver-einigung zweyer Naturen in Christo lehren kön-nen. Christus ist nach seinen Gedanken ein blo-ser Mensch, in dem eine göttliche Kraft gewöh-net und dasjenige hervorgebracht, was wir vorWirkungen der mit der menschlichen verbundenengöttlichen Natur ansehen. Diese Vorstellung istdemLehrbegris, vollkommen gemäs, den nach unse-rer Einsicht Sabellius von der Dreieinigkeit an-genommen. Noch andere erklären die Gedankendes Kezers voii der Person Christi viel seiner, undsuchen dadurch zwischen beyden vorhergehendenTheilen in die Mitte zu treten. Die erstem haben,nack dieser Meinung, Recht, daß Sabellius einepersönliche Vereinigung gelehret; sie irren aber,wcnu sie glauben, daß derselbe deswegen behau-ptet, eine göttliche Person habe sich nur der Men-schennatur vereiniget. In der zweyten sol dieBestreitung dieses lezten Sazes richtig seyn;nicht aber dieses, daß Sabellius keine persönli-che