<2 Geschichte der Streitigkeiten
ftoriamr, d. i. welche den Frieden nicht ange-nommen, als Kezer betrachtet werden, die imrömischen Reich nicht gedultet würden. Und inder That waren auch keine neftorianische Chri-sten mehr im römischen Reich, wol aber in Per-sren, welche aber bey den neuen Unruhen wederin Betrachtung kamen, noch kommen konnten.
VII. Noch ein Umstand ist hier nicht zu ver-gehen. Es waren die Schlüße der ersten Kir-chenversamlung zu Ephesutz, und zwar der ägyrptischen Parthei, so weit sie Neftorium betra-fen, freilich bestätiget, aber nur durch die That.Die Anhänger des Cyrilli legten ihr aber einuneingeschränktes Ansehen einer algemeinen Kir-chenversamlung bey und dehnten es selbst aufCyrilli Anathematismen aus, welche doch aufdieser Versamlung zwar nicht getadelt, aber auchnicht vor symbolisch angenommen worden. Die-se Leute waren daher sehr geneigt, allen Wider-spruch gegen die eine Natur, vor einen Wider-spruch gegen eine ökumenische Versamlung aus-zugeben. Die Morgenländer dachten gewis an-ders und glaubten nicht, daß ihr Nachgeben inAnsehung der Person des Nestor», das nochdazu seine Stufen hätte, dahin auszudehnen, alswenn sie nun alle Handlungen des Cyrilli zuEphesuS genehmiget hätten. Hier war einzweyter Fehler des gestifteten Friedens, dervielleicht aus Klugheit begangen worden, in derThat aber schädlich gewesen. Bey dem Friedenwurde von der Versamlung zu Ephesus aufbey-den Theilen ein tiefes Stillschweigen beobachtet.