wir Empche und deßen Freunden. 411§. TXN.
Die Hauptgeschäfte dieser Kirchenversam-»ung waren unstreitig von einer zweifachen Gat-tung. Einige betrafen gewrße Personen, an-dere die neuerlich entstandene Sm-MgkMen,bey denen denn so wol das dogmatische , als po-lemische in Betrachtung kommen muste. Mitbeyden Gattungen war eine dritte sehr gnay ver-bunden, welche wol Verdiener, von uns zu erstbemerket zu werden, ob sie gleich auf der Kirchen-bersamlung nicht so, wie die andern, behandelttvorden. Aus innern bishero erwiesenen Erzeh-lungen wird man dieses als eine richtige Folge zn-geben, daß dieKirchenversamlung zu ChalcedonZunächst hie Absicht gehabt, die Beschwehrden^ heben, welche bey einem sehr großen Theil derSchöffe durch die vorhergegangene Kirchenver-mmlung zu Ephesus veranläßet worden, undblese Beschwehrden betrafen ebenfals theils ge-wlße Personen, die entweder als Urheber der zuEphesus vorgegangenen Beleidigungen, oderals die Beleidigten anzusehen, theils die Glau-benslehre. Man hätte daher billig erwartenkönnen, daß zu Chalcedon vor allen DingenEer die Rechtmäßigkeit gedachter ephesimscdm'versamlung eine Untersuchung angestellet, und
rechtmäßiger Schlus gemachet worden: die-ns ist aber nicht geschehen. Man las zwar inAr ersten Seßion die zu Ephesus verhandelteTakten ab, aber nicht auf vorhergegangenen Vor-trag der Directoren, um darüber die Stimmenöu samlen, sondern aus Verlangen des Klägers
und