Band 
Sechster Theil.
Seite
425
JPEG-Download
 

müEutyche und dessen Freunden. 42s

Woraus eine Schwierigkeit entstehet, die drit-tens dadurch vermehret wird, daß Anatolius,ein Mann von großer Glaubwürdigkeit, ausdrük.lieb erkläret, Dtoskurus sey nicht wegen eines^rtums in der Glaubenslehre verdammt wor-den. Man wird aus diesen Anmerkungen diewahre Beschaffenheit der Untersuchung einsehen,die wir iezt von der Sache liefern wollen.

2lnm. Ehe wir die versprochene historische Untersuchunganfangen, wird nns erlaubt seyn, noch einige vorlau-stge Betrachtungen mitzutheilen, welche den Werth die-ser vielleicht unerheblich scheinenden Frage betreffen. ManMus sich aus dem vorhergehenden erinnern, daß B. Di-vskurus allerdings den Euryches vor orthodox erkläret,und zwar gegen das Urtheil der Kirchenversamlung zuLonstantinopel, des Flaviani und des Leo, wie dennoffenbar die Klagen über die Kirchenversamlung zuEphcsii», am meisten von Seiten des römischen Stuhls,nicht blos das Betragen gegen gewiße Personen, sondernauch gegen die Orthodoxie durch die Freisprechung deSlkurychis vom Verdacht der Kezerei, betroffen. Nunlag hier freilich Zweydeutigkeit, > die wir oben erklärethaben, weil zu Ephesus diejenigen Saze, welche Euty,chis Gegner als Jrtümer ansahen, gar nicht in Betrach-tung gezogen worden, unterdeßen sahe man die Unter-laßung der Verdammung dieser Lehrfäze zu Rom als ei-ne stillschweigende Genehmigung derselben an, um destomehr, da man des Leo Brief an Llaviantrm, in wel-chem sie verdammt worden, so künstlich unterdrükte, daßman sich der doch so billigen Erklärung überhob, ob mandiese Widersprüche gegen Eurychi» Lehren vor wol, oderübel gegründet ansehe. Dadurch wurde der Verdacht«-ldioskuru« und seine Freunde billigten Eurychis Lehr-Mümer, nicht allein erreget, sondern auch mit Grunderreget, und es schiene, daß zu Lhalcedon die Fragevon Diosküci Orthodoxie ganz unvermeidlich sey. Di»oskllvus bediente sich auch wirklich in der ersten Hand-lung (S §. l-Xlv. m.) der Gelegenheit, sich über seineGlaubenslehre zu erklären, ohne daß er-etadett wurde.

Dd 5 Nun