Band 
Sechster Theil.
Seite
520
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5 so Geschichte der Streitigkeiten

Chalcedon, von welcher ebenfals ein Still-schweigen in dem ganzen Buch herrschet. DieSchwierigkeiten, die sich darüber einige machen-rühren blos aus dem sehr gewöhnlichen Vorur-theil her, daß Eutyches wirklich der Stifter undUrheber eines ganz neuen Lehrbegrifs, und zuder Zeit, da er wegen seiner Lehrsäze angeklagetworden, der einzige gewesen, der so gedacht undso geredet: aus dem Vornrtheil, gegen welchesich meine Leser in der historischen Erzehlung zuverwahren, sorgfältig gesucht habe. Schon indes Theodomi Briefen lieget ein sehr deutlicherBeweis, daß er, ohne EMychem zu nennen,von solchen Gegnern redet, welche mit diesemähnliche Lehrsäze vertheidiget. Wenn wir nundieses annehmen, was ich erwiesen zu haben glau-be, daß zumal in den Morgenländern, am mei-sten unter den München, sich heftigere Verthei-diger der clirillischeft Meinungen, die auch wolvon ihnen noch mehr übertrieben worden, gefun-den, welche den Lehrsaz von einer Natur zurOrthodoxie zu machen gesucht, so wird uns nichtallein begreiflich, wie Theodoretus diese Gesprä-che habe schreiben können, so wol vor der Kirchen-versamlung zu Chalcedon, als ohne den Euty-chem zu nennen, ja vielleicht ohne zu wißen, daßzu Eonstantinopel ein alter Abt wo nicht alle,doch einige dieser Säze vortrage; sondern es ver-breitet sich alsdenn über die Geschichte des zuChalcedon festgesezten dogmatischen und pole-mischen Lehrbegrifs ein neues Licht. Aus die-sen Betrachtungen halten wir es vor eine Pflicht,