6zr Geschichte der Streitigkeiten
vor orthodox erkannt zu werden, und durchGewaltthaugkelt, die er an ihnen vor und aufgedachter Kirchenversamlung ausübte, seine Ab'ficht zu erreichen, mit einer Bosheit, die, nachunsern Einsichten, nicht sowol Religionshaß,sondern den Stolz, den seltsamen Patriarchat-stolz, den rechten Papststolz zur Quelle hatte.Nur ist dabey nicht zu vergeßen, daß dieser bos-hastige Eifer entweder ganz fruchtlos gewesenseyn; oder doch gewiö ein solch Unglück nichtangerichtet haben würde, wenn nicht der schwa-cheHof zu Constantinopel, es sey nun aus blin-dem Religionseifer, oder durch Ministerkabale,sich hatte brauchen laßen, den stolzen Mann zuunterftüzen. Allein desto schlimmer war es,daß Dioskurus die Macht des Kaisers mis-brauchte, seine Leidenschaften zu unterstüzen,und wenigstens auf der Versamlung zu Ephe-sus sowol in Ansehung der Personen, als derArt des Verfahrens diel weiter gieng, alswahrscheinlich die Meinung und Absicht desHofes war. Das Betragen des Dioskuriauf dieser Zusammenkunft haben wir in seinvolles Licht gesezt, daß deßen Beurtheilung hiernicht schwehr fallen wird. Der auf derselbenausgeübte theologische Despotismus, die niedri-gen Mittel, sich zur Sele einer grosen Maschinezu machen, und deren Glieder blos nach seinemWillen zu regieren, die ausersten Gewaltthätig-keiten an den Personen , mit deren Unterdrü-kung eben der stolze Sieg erkaufet wurde, und
an andern, an allem diesen Verfahren wenig-