Mit Etliche und deßen Fremden. 6z 5 '
Hesezen gemas, und in der That zeigte er mehrMäßigung, mehr verschonende Güte, als erhernach selbst erfahren müßen. Wenn es frei«sich so erwiesen wäre, als oft geschrieben wor-den- daß er die Verdammung deö Eutychis oh-ne alle vorhergegangene Erkantnis gesucht, sowürde ihm das zum Verbrechen mit Grund an-gerechnet werden können; das war aber nichtder Fall. Auch das kan ihm nicht übel genom-men werden, daß er die Historie an den B. Leoberichtet. Es ist leicht gesaget, daß er die Kla-ge gegen den Eutychem nicht annehmen sollen;.Man bedenket aber nicht, daß sein Amt und sei-ne Pflicht ihn dazu verbunden, und daß er we-der Kläger, noch allein Richter gewesen. Wennman nun dabey bedenket, was die aegyptiftheParthei vorhero in den Morgenländern vor Un-ruhen gestiftet, und zu was vor Schritten siesich bereit hielten, die doch gewis nicht Ent-schuldigung verdienen, so wird man es Flavia-No nicht verdenken können, daß er des Euty-chis geschäftigen Eifer vor dieselbe vor gefähr-lich gehalten und ihm sich widersezet. Endlichda sein Tod ihn sehr frühzeitig allem fernern An-theil entzog, so würde man wider die Wahrheitreden, ihn zu den Urhebern der nachfolgendenUnruhen zu rechnen.
§. Exvr.
Aber Leo? Von diesem Manne könnenwir so wenig gelinde urtheilen, daß wir ihnvielmehr vor den vornehmsten Urheber der mo-
nophysi-