786 Geschichte
Mangel ein sehr erträgliches Uebel sey. Diegelieferte Geschichte ver Streitigkeiten in dieserPeriode ist eine Quelle, eine sehr gute Quelle,Die Fragen selbst kennen zu lernen: die andernsind wol die öffentlichen Verordnungen desBa-sitiski. und des Zeno. Aus dielen Quellenwerden wir daher unsere Vorstellungen schö-pfen, und erst die Streitfragen selbst suchen indas Licht zu sezen, hernach von den Vorschla-gen zur Vereinigung reden. Und dieses wirdder Ort seyn, wo wir des Kaisers Zeno He-norikon etwas genauer zu betrachten, uns vor-genommen haben.
§. XXVII.
Das vornehmste und wichtigste, welchesDer Mittelpunkt aller Streitigkeiten und Unru-hen, war dieses, daß sich die streitenden Theileüber das Ansehen,'über den Werth, über dieVerbindlichkeit der zu Chalcedon gemachtenSchlüße trenneten. Da vor demselben eigent-lich gerade zu über Orthodoxie und Heterö-doxie des alten Eutychis und seiner Freundegestritten worden, so wurde nunmehro gefra-gt: sind die Schlüße von Chalcedon gut,und daher unveränderlich anzunehmen, odersind sie schlecht, mithin zu verwerfen? WieDruken uns jezt mit Vorbedacht sehr algemeinaus: die naher» Bestimmungen sollen bald sollgen und ihre Beweise enthalten auch den Be-weis der algemeinen Angabe. Vielmehr ma-chen wir hier über diesen so algemeinen Streit