Buch 
Praxis geometriae : worinnen nicht nur alle bey dem Feld-Messen vorkommende Fälle, mit Stäben, dem Astrolabio, der Boussole und der Mensul, in Ausmessung eintzeler Linien, Flächen und ganzer Revier, welche wenn deren etliche angränzende zusammen genommen, eine Land-Karte ausmachen, auf ebenen Boden und Gebürgen, wie auch die Abnehmung derer Höhen und Wasser-Fälle, nebst beygefügten practischen Hand-Griffen, deutlich erörtert, sondern auch eine gute Ausarbeitung der kleinesten Risse bis zum grösten, mit ihren Neben-Zierathen, treulich communiciret werden / von Joh. Friedr. Penther
Entstehung
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Vorrede.

feit , gleich einem, der viel Reisen gethan, und solche im Augenblicke auf einerLand-§arte repetiren kan. Ausser diesem findet man/ wie viel jedes Stück anAcker-Zahl habe/ wornach man unterschiedliche Einrichtungen/ so wohl derEinsaat als anderer Sachen halber machen kan. Man siehet / wo alle Stü-cken angrantzen/ und wenn sie zertheilet liegen/ läßt sichs gleich urtheilen/wie siecommode vertauscht/ oder sonst Melioration gemacht werden können. Inkroeesz-Sachen findet man/ wo Gräntz-Steine/ SaulM/ Haussen oder Bau-me gewesen / ob die ehmalige Acker - Zahl vorhanden / rc. Wegen der Erben-Zinsen und andern Gefallen kan man gleich sehen/ was aus jedem Grund-Stü-cke hasstet/ es sey Haus/ Hos, Garten/ Wiest/ rc. oder was es vor Dienste thunmuß/ und dergleichen mehr/ wenn solches in spede auf dem Risse notiret wor-den. In welchem Falle ein solcher Plan weit bessere Dienste thut/ als ein Erb-Register oder Lager-Buch; Indem letztere/ nach Veränderung derer Possesso-rum, beständig comgiret werden müssen / der Plan aber in perpetuum dasVerlangte anzeiget. Wenn ein Herr grosse Waldungen hat/ und damit derge-stalt wirthschafftlich verfahren will/ daß die Abnutzung immer gleich bleibe/ kanein geometrischer Riß darzu ein richtiger Grund seyn; Massen / wenn manweiß/ in wie viel Jahren das Unterholtz häuig/ oder so groß wird/ daß es beyForst-mäffiger^raÄirungumgehauen und weggenommen werden muß/ manden gantzen Forst auf derLartt/inso viel gleiche Theile/als Jahre zum Wachsennöthig sind/ theile«/ darnach die jährliche Hauung einrichten / eine ordentlichegleiche und beständige Nutzung aus dem Forste ziehen/ und selben nicht über dieGebühr angreiffen kan. Solle sich eine Ungleichheit im Gewächs finden / kanman befindenden Umständen nach zugeben oder abnehmen/wo es nöthig. Wasaccurate Grund-Risse bey grossen Wild-Bahnen vor Nutzen / Vortheil undCommodite zu Einrichtung ansehnlicher Jagden stifftM/ da man die Treibenalle vorher auf dem Papier reguliern / die Anzahl der Stell-Tücher/ Netze undZeuge ausrechne«/ und sonst geschickliche Einrichtungen machen kan/ ist erfahr-nen Jägern nicht unbekandt. Was das Wasser-Wiegen bey Mühlen-BaueN/Wasser-Leitungen und Röhren-Legungen vor ersprießliche Handreichung thut/wird von denen/ so damit zu thun haben / nie genug gepriesen. Mehrere nutz-bare Fälle/ worunter die gantze Marckscheide-Kunst gehöret/ zu berühren/ willzu weitläufftig werden. Man kan aus dem hier Angeführten schon überzeugetseyN/wie nützlich die Geometria practica sey. Solches ist denn auch in älternund neuern Zeiten genug in Erwägung gezogen worden.Die Miuiauischen Wor-te geben es mit zu erkennen. Der gelehrte und geschickte Herr Veit Ludwig vonSeckendorff hat in seinem Teutschen Fürsten-Staat/Und mit ihm/und nach ihm/viel andere tieff-einsehende Personen / bey Land-Gütern völlige und accurateGrund-Risse als essentielle Stücke gut eingerichteter Oeconomim angesehen.Was ich nun zu deren Verfertigung in gegenwärtigen Tractat beygetragen/mögen fernerhinUnpartheyische beurtheilen. Er hat zwar seit 1792. das Glückgehabt/ vielen zu gefallen/ so aus dieser neuen Auflage abzunehmen/jedoch willich ihn nicht loben / aber auch nicht verachten. Es ist kein Autor so schlecht/ indessen Schrifften nicht etwas Gutes zu finden / auch ist kein Amor so gut/ derin seinen Büchern nicht menschliche Schwachheit solle blicken lassen. Man

rechne